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Meinung des Publikums möglichst herabzusetzen, fommt auf die von der Wahr­heit abweichende Darstellung des Besuches des Ministers in dem Cösliner Schullehrer-Seminar und seiner dabei gclhanen Aeußerungen zurück, flieht bte Darstellung des Vorganges nach dem Bericht eines zuverlässigen Gewährs­mannes unb theilt ben Wortlaut bet von bem Minister an bie Abiturienten gerichteten Mahnworte mit.

Berlin, 29. August. Bezüglich bes Marketenderwesens ist in ber deutschen Armee kürzlich insofern eine Aenberung eingetreten, als im Falle bcs Ausbruches eines Krieges bie Marketender sämmtlich aus der Zahl der Land­wehr- resp. Reservemannschaften gewählt werden. Dieselben haben eine ent­sprechende Crution zu leisten und stehen im Unterofficiersrang.

Vom Centralverband der Kaufleute Deutschlands ist ein Delegirten- und allgemeiner Verbandstag ausgeschrieben worden, welcher in den Tagen vom 14. bis 16. September in Leipzig stattfinden wird. In erster Linie wird bie Frage ber Consum- unb Hausfrauen-Vereine zu Berathung gelangen. In dieser Hinsicht sind sehr weitgehenve Anträge angekündigt, und zwar nicht nur aus Besteuerung der Consum- und Hausfrauen-Vereine in sämmtlichen Staaken Deutschlands, aus Beschränkung derselben lediglich aus Vertheilung der noth- wendigsten Lebensbebürsnisie unb Verbot des Verkaufs an Nichtmitglieber, sonbern es ist auch ber Antrag gestellt, barauf hinzuwirken, baß activen unb pensiontrten Staats- unb Gemeinbebeamten, sowie Osficieren und Lehrern die Betheiligung an Consum-Veretnen verboten werde, ferner ein Antrag, die aller­höchsten Personen, welche ein Protectorat über Hausfrauen- und Consum- Vereine übernommen Haden, zu ersuchen, dasselbe niederlegen zu wollen.

Berlin, 29. August. Es wird bestätigt, daß bei der deutschen Tele­graphie fernerhin weibliche Beamte nicht mehr angestellt werden sollen. Jetzt sind allein im Großherzogthum Baden 76 Telegraphistinnen im Dienst und außerdem noch 220 m Berlin, Hamburg, Stettin, Königsberg, Breslau, Leipzig, Dresden u. s. w. beschäftigt.

Magdeburg, 29. August. Hier tagte am 24. d. d/r 6. deutsche Kriegertag. Die Verhandlungen bezogen sich fast nur auf innere Angelegen­heiten. Hinsichtlich der Mission des Generals v. Glümer betreffs der Ver­einigung aller deutschen Vereine und Verbände unter dem Proteclorate des Kaisers sei dem bez. Referate nur entnommen, daß das durch die bestehenden Verhältniffe mehr oder weniger erschwerte Werk namentlich dadurch noch nicht so recht vorwärts gekommen ist, daß der bayerische Veteranen- unb Kampf- genoffenbmib sich bem Project vollständig ablehnend gegenüber verhalten und kategorisch erklärt hat, sich nicht unter des Kaisers Protectorat zu stellen, eine traurige, aber leider nicht zu ändernde Thatsache. Ferner sind auch diploma­tische Schwierigkeiten vorhanden, denn der König von Bayern ist Protector des bayerischen Kampfgenoffenbundes, der König von Sachsen Protector von Sachsens Militärvereinsbund unb der Großherzog von Baben Protector bes Kriegervereinsverbanbes von Baden. Da jedoch bie Princtpien ber Lanbesvrr- bänbe nach dem Worte bes Kaisers völlig inlact bleiben sollen, so ist Hoffnung vorhanben, baß ber große beutsche Verband doch zu Stande kommen wirb, zumal ber sächsische wie württembergische Lanbesverbanb unter Zustimmung unb auf Veranlassung ber Könige von Sachsen unb Württemberg beizutreten erklärt haben und der Kaiser damit einverstanden ist, daß Bayern event. für sich bleibe, da besten Armee ja auch eine Sonderstellung im deutschen Reichs- Heere etnnehme. Immerhin aber hat der Ruf des Kaisers in die deutschen Kriegervereine neues Leben gebracht und sie sind im frischen, fröhlichen Auf­blühen begriffen, mehr denn je zuvor. Auch wurde eine Resolution ange­nommen, daß die deutsche Kriegerkameradschast unb ihr Präsidium auch fernerhin nichts unversucht lasten sollen, die endliche Schaffung des großen deutschen Kriegerverbandes herbeizuführen.

Hesteneich.

Wien, 30. August. DiePoltt. Corresp." meldet aus Konstantinopel vom 30. b.: Savfet Pascha entschuldigte den Botschaftern gegenüber die neue Verzögerung der Conferenz in der griechischen Frage mit der Nothwcn- digkeit, für die Beantwortung ber griechischen Declaration Material sammeln unb sichten zu muffen.

Schweiz.

Winterthur, 30. August.. Die West-Section der Nationalbahn wurde von dem internationalen Comits zum Schätzungspreise von 1 Million Francs erworben. Auf die Ost-Section bot das Comtt6 34/10 Millionen. Der Zuschlag wurde nicht ertheilt, weil der Schätzungspreis von 4j/2 Millionen Francs nicht erreicht worden war.

Irankreich.

Paris, 30. August. Der Handelsminister Ttrard kehrt nächsten Mittwoch zurück unb wirb sich bem Vernehmen nach mit Waddington über ben ben fremben Mächten bezüglich Verlängerung ber Handelsverträge vorzn- legenden Entwurf sofort schlüssig machen. Die Verhandlungen sollen alsbald beginnen.

Kugland.

London, 28. August. Em Telegramm an Lloyds, welches heute hier eingetroffen ist und am 25. August von Dokohama abging, meldet, daß ber russische Dampfer A. E- Norbenskjöld bei Nemora zu Grunbe gegangen, bie Mannschaft gerettet ist. Der Norbenskjöld, der bekanntlich derVega" in's Eismeer entgegenfahren sollte, war am 1. August in Dokohama eingetroffen unb am 4. nach der Behringsstraße weitergegangen.

Nach kurzer Unterbrechung burch ein paar Halbwegs sommerliche Tage hat sich seit Anfang bet Woche wieder eine wahre Regenfluth über Eng- lanb ergossen, unb mancher Lanbwirth fängt an, bie Pikees, welche uns mit solcher Unermüdlichkeit Stürme unb Unwetter herübersenden, in den Abgrund eines sehr heißen Platzes" hinein zu verfluchen. Allenthalben wachsen die Flüsse unb kleineren Wasserläufe wieder mit bedrohlicher Schnelligkeit. Das auf den Wiesen lagernde Heu wird hinweggeschwemmt, die niedriger gelegenen Felder stehen meist unter Wasser und Getreide wie Kartoffeln faulen um die Wette; kurzum, bie noch vor kaum 14 Tagen gehegten bescheidenen Hoffnun­gen auf einen nicht allzu magern Ernte-Ertrag schwinden mit jedem Tage mehr dahin.

Telegraphische Depeschen.

Wagner'» telegr. GarrespONbeuz- vurea».

Wien, 31. August.Presse" unbFremdenblatt" melden: Die öster­

reichische Commission hat gestern die Grenze des Paschaliks Novtbazar übet» schritten. Eine türkische Escorte von 28 Mann wurde ber Commission beigegeben.

Konstantinopel, 31. August. Die im Artikel 23 bes Berliner Vertrags erwähnten Verwaltungsmaßaahmen siad bereits ausgearbeitet. Sie werben ben Prooinsial-Verwaltungsräthen vorgelegt und nach Genehmigung Seitens ber europäischen Commission in Rumelien sofort ausgeführt werden.

Petersburg, 31. August. Ein Telegramm bes Commandeurs bes KreuzersNischni Nowgorod" meldet dessen Ankunft in Saghalien am 30. August. Die ärztliche Besichtigung constatirte, baß bie Arrestanten gesund unb nur 4 Kranke, barunter 3 Augenkranke, vorhanben seien.

Wien, 31. August. In einem Artikel über bas Budget von 1880, welches unter ben ersten Regierungsvorlagen bem Reichsrathe zugehen wird, führt dieMont.-Revue" aus: Das cisleithanische Deficit, welches in diesem Jahre nach Ausscheidung der Auslagen für Bosnien rund 21 Millionen be­trage, werde sich in Folge ber erfreulichen Steigerung der Production unb Consumtion, welche sich schon burch diesjährige effective Mehreingänge mam- festire, ferner durch die Reduction des Militärbudgets bis an die Grenze des Erreichbaren, im nächsten Jchre auf weniger als 10 Millionen herabmtndern. Aber auch dieser Abgang werde gedeckt und schon der Voranschlag für das Jahr 1880, abgesehen von etwaigen, aber nicht wahrscheinlichen Ausgaben für Bosnien und die Herzegowina, ohne Deficit sein, wenn die von ber Regie­rung projectirten Steuervorlagen die Genehmigung des Reichsraths erhalten. Es handele sich bei letzteren nicht um eine allgemeine Steuererhöhung ober um die Einführung neuer Zuschläge, sondern um Erhöhung ober Einführung solcher Abgaben, welche an gewisse Nutzen bringende Geschäfte, an zufällige Gewinne geknüpft werden. Es gehöre mit zu ben Aufgaben der neuen Ge­staltung der politischen Parteien, die Regierung in der Vollführung ihrer Mission, der Herstellung des Staatshaushalts-Gleichgewichts, durch Votirung der vorzulegenden Stenergesetze zu unterstützen. DieMontags-Reoue" meldet: Die bisherigen Nachrichten über das Vorgehen ber militärischen Commission melden, daß dasselbe widerstandslos erfolgte und lassen als gewiß erscheinen, daß auch die nachrückenden österreichischen Truppen unbehelligt die Lim-Linie besetzen werden.

Stuttgart, 1. September. Prälat Kapff ist gestorben.

Lokal e S.

Gießen, 1 September. Von gut unterricktcter Seite geht uns die Mtttheilung zu, daß die auf den 6. October a. c. fallende Jubiläumsfeier Sr. Ehrwürden des Herrn Provirizial- rabbinen Dr. L ev i dahier diverser Gründe halber von diesem Tage abgesetzt und auf den 30. September d. I. zurückverlegt worden ist.

Heute Morgen wurden in einem Brunnen bet der Wohnung des Schlossers K. ein Bund Schlüffe! (11 große und 7 sog. Diebsschlüssel) welche bei dem Synagogencinbruch hier und Kirchenraub zu Vilbel benutzt sein dürften, aufgefunden.

Eine Anzahl betrunkener Handwerksburschen wurde gestern Abend und heute Morgen eingesteckt.

Wie wir hören, wird die hiesige Ruder-Gesellschaft Sonntag den 7. ds. ihre dies­jährige große Auffabrt abhalten und werden wir dabei auch Gelegenheit haben, das in Frank furt bei der internationalen Regatta gesiegt habende Boot, sammt der betr. Mannschaft in Tbätigkeit zu sehen. Um dieses schöne Fest auch Richtmitgliedern zugänglich zu macken, bat I die Gesellschaft beschlossen, den Bootsplatz gegen ein kleines Enträe zur Verfügung zu stellen. Bei schönem Wetter versprechen wir uns einen herrlichen Genuß, umsomehr als das Fest mit | Concert und Feuerwerk rc. verbunden ist.

Wir finden noch Gelegenheit, an dieser Stelle näber darauf zurück zu kommen.

V e r rn i f d) t

Trier, 22. August. Einem Berichte derTr. Z." entnehmen wir Folgendes: Das 1. und Füsilierbataillon des 69. Infanterie-Regiments rückte gestern Vormittag 6</2 Uhr von hier zu den Herbstübungcn aus Hinter Ayl, woselbst die Chaussee zwischen der Saar und einer Felswand dicht eingeklemmt ist, steigerte sich die Temperatur bis zu der eines Dampf­bades; das Singen der Leute hörte hier auf und cs traten mehrere von denselben aus Hier richtete der Chef der 9. Compagnie an den Füsilier Scheuer, welcher die lebten Monate in die Speiseanstalt commandirt und sebr corpulent war, die Frage, ob er noch mitkönne, worauf dieser erwiderte, die Hitze thue ihm nichts und er könne noch mit. Fünf Minuten später stürzte rc. Scheuer zusammen und verschied kurz darauf, obwobl ärztliche Hülfe sogleich zur Stelle und jegliches Rettungsmittel, auck Chtninetnspritzungen u. s. w. versucht wurde, am Hitzschlage. Die anderen zurückgebliebenen Leuten trafen bald nach dem Einrücken ihrer Truppe in den bez. Cantonnements ein. Der Füsilier Scheuer war in Folge seines Kommandos nicht in Uebung und hat sich bei seinem übertriebenen Ehrgefühl bis auf das Aeußerste angestrengt, um seinen Kameraden nickt nachzustehen; er sollte am 15. September zur Disposition entlasten werden.

(Vorsichtige Zeugenaussage). Präsident: Ihr traut dem Manne den Diebstahl wirklich zu? Zeuge:Bitte um Verzeihung. Herr Richter! Ich sage nicht, daß der Mann stiehlt, aber wenn ich ein silberner Löffel wäre, so würde ich wünschen, daß ich in einer verschlossenen Schublade läge, wenn er in's Zimmer tritt."

Berloosungen.

Karlsruhe, 30. August. Bet der heutigen Serienziehung der badischen 35 fl. Loose von 1845 wurden folgende Serien gezogen: 7 29 83 113 160 169 175 185 191 359 461 618 646 668 790 800 857 892 938 945 1063 1075 1082 1088 1089 1093 1292 1298 1331 1344 135« 1407 1476 1655 1682 1736 1883 1885 2055 2076 2091 2142 2182

2256 2382 2405 2489 2531 2604 2629 2630 2688 2748 2765 2791 2800 2804 2827

2856 2882 2924 2933 3014 3050 3073 3082 3090 3095 3241 3243 3340 3382 3458

3556 363« 3981 4049 4055 40x6 4101 4133 4345 4354 4 WO 4407 4420 4428 4148

4 482 4491 4505 4535 4559 4676 4706 4742 4758 4984 4991 5007 5036 5160 52*4

5316 5357 5406 5412 5114 5422 5500 5513 55 47 5642 5653 5662 5808 5833 5874

5922 5947 5974 6016 6033 6124 6145 6282 6317 641" 6428 6600 6670 6708 6722

6733 6790 6867 6917 6959 6997 7059 7092 7(53 7165 7248 7263 7347 7434 7475

7486 7490 7572 7592 7661 7667 7689 7790 7809 7856 7934 7971._________

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 30. August, lMarktbericht.) Der heutige Heu- und Strohmarkt war gut befahren. Heu kostete je nach Qualität der Centner JL 1.502.50, altes Heu JL 3.30, Stroh JL 22.50. Butter das Pfund im Großen 1. Qual. JL 1., 2. Qual 8090 im Detail 1 Qual. JL 11520, 2. Qual. JL 1. Eier das Hundert deutsche JL 5, italienische JL 6. Ochsenflelscv per Pfund 6570 Rindfleisch 50 H, Kuhfleisch 60 Kalbfleisch 4555 H, Stier- und Farrenfleisch - H, Hammelfleisch 5065 H, Schweine­fleisch 5570H. Hühner ein Stücke 1.502, Hahnen 1.2060, Enten JL 1.70-2.30, Gänse JL 46., Tauben H. Krebse */4 Hundert JL -. Kartoffeln 100 Kilo JL 5.50 : bis 6. Blumenkohl 1 Stück 20 60 Wirsing 1012 Rothkraut 15 25 Weißkraut 100 Stück 101« JL Kohlrabi 36 H, Kohlkraut Gelb-Rüben ein Bund 48 H, Gurken 100 Stück JL 12, Bohnen 50 Kg. JL 812, Zwiebeln das Bund 60 bis 80 Ganze Erbsen 100 Kilo JL 1826, geschälte Erbsen 2531, Bohnen 2024, Linsen 2640 H Holz je nachdem geschnitten JL 1.4560 der Centner. Tannäpfel per Hect. 85

Sehiflfeberletit. Mitgetheilt von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd «. W. Dietz in Gießen.

Newyork, 30. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Mosel, Capt. H. A. F. Neynaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 17. August von Bremen und am 19. August von Southampton abgegangen war, ist heute 9 Uhr Morgens wohlbehalten hier angekommen.

Baltimore, 30. August. (Per transatlantischen Telegraph.) Der Postdampfer Leipzig, Capt. Fr. Pfeiffer, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welcher am 13. August von Bremen abgegangen war, ist heute Morgen wohlbehalten hier angekommen.

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5671) U ,0« 28. W' bie Handelsgesel Zage mit de« dors, IheifeJ > wotben ift » metoung des St lich-Klag-««» dieser Pst ist di Zedem zestattei.

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