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j^o. «L Sonntag den 17. März 1878.
Aichener Wireiger
Anmze- ui MÄalt für in Kreis Sicht«.
----------—T—R 1R.--t " Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Redactionsbureaur Gartenstraße B 165. Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS. Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
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Amtlicher Hheil.
Lchrer-Conferenz
des Conferenz-Be^irkes Großen Buseck: Donnerstag den 21. März Morgens 10 Uhr, in Großen-Buseck.
Gießen, den 14. März 1878. Büchner, Kreis-Schulinspcctor.
Deutschland.
Berathung morgen.
Zürich, 15. März. Der Cantonsrath hat nach dreitägiger Debatte mit großer Majorität die Bewilligung der Nachtrags - Subvention von 800,000 Frcs. für die Gotthardbabu angenommen, unter Voraussetzung der Ausführung des Luzerner Programms und Gewährung der Bundes-Subvention.
London, 15. März. DaS Journal „Globe" will erfahren haben, daß die für den eventuellen Dienst im Auslande zunächst vorgemerkten Genie- Offictere benachrichtigt worden seien, sich zur Einberufung bereit zu halten; auch sollten im Falle des Bedürsnisies Freiwilltgen-Bataillone für den activen Dienst organisirt werden. ..
Petersburg, 15. März. Jgnatteff wurde gestern Abend vom Kaiser empfangen. — Reuf Pascha besuchte heute den Reichskanzler.
hier sehr erregt.
Bern, 15. März. Der Papst hat durch Vermittlung der schweizerischen Gesandtschaft in Paris seine Erwählung hier anzeigen lassen.
. Petersburg, 14. März. Gegenüber den Meldungen englischer Blatter von geheimen Abmachungen zwischen der Türkei und Rußland bezüglich einer Defensiv-Alltanz und der Erwerbung einer strategischen Position am Bosporus hebt die „Agence Rüste" hervor, Rußland sei nicht so unklug, geheime Verträge mit der Türkei zu schließen, da es wiste, daß die geringsten Transactionen dem britischen Botschafter Layard mttgetheilt würden. Gegenüber der Meldung, England verlange aus dem Kongress den gesummten Friedensvertrag zu prü en und wolle sich andernfalls vom Congreste zurückziehen, erinnert die „Agence Rüste" daran, daß jede Macht mit der vollen Freiheit ihrer Haltung, Ansprüche und Entschließungen zu einem Congreste gehe.
Wien, 15. März. Das hiesige „Telegr.-Corresp.-Bureau bringt folgende Meldungen aus Konstantinopel: Vom 13. d. (über Athen): Savfet Pascha und Sadullah Bey werden die Türkei auf dem Berliner Congreß vertreten. Der Ausstand in den Districten zwischen Salonicht und Thessalien breitet sich immer mehr aus. In den Vilayets Smyrna, Koniah und Aleppo herrscht eine gewiste Agitation, indem das Verlangen nach administrativer Autonomie sich geltend zu machen scheint. Bet Scharkiöi concentriren angeblich die Rusten große Streitkräfte. Es heißt, daß russischerseits, ehe die Freigabe der türkischen Gefangenen erfolge, die Anzahlung von 3 Mill. Psd. gefordert werde. — Vom 15. d.: Die russischen Truppen in der Richtung gegen Gallipoli haben Zuzug erhalten. Einige Truppentheile sollen am Mittwoch in Bujuk- dere zur Rückkehr noch Odesta eingeschifft werden. Zwei weitere englische Panzerschiffe werden bei Jsmid erwartet.
* Berlin, 15. März. Die Vorbereitungen zur Auflösung des Reichs- kanzleramts sind in tollem Gange. Die Reichsregierung arbeitet hierzu einen besonderen Etat aus, der durch die Schaffung des Reichs-Finanzamts not
wendig wird. „ c nfl
*Wien, 15. März. Es verlautet, der Congreß werde besten Falls Mitte April zusammentreten. Man befürchtet, vorherige Zwischenfälle könnten die Berathungen der Diplomaten überflüssig machen. Das Aneinanderrucken Englands und Rußlands am Marmara-Meer erweckt überall Mißbehagen. — Es g.ht das Gerücht, Rußland suche Andraffy's Sturz herbeizusuhren. Rußland habe neuerdings hier Anerbietungen betreffs des Orients gemacht, welche Andrasty abgelchnt habe, deshalb solle er beseitigt werden. Die Anwesenheit des Prinzen Alexander von Hesten steht angeblich damit in Zusammenhang.
London, 15. März. Abends. Im Oberhause theilte Beaconsfield aus Befragen Granvilles mit, die Osterferien des Hauses würden vom 16. April bis 10. Mai dauern. ..
— Im Unterhause erklärte Rorthcote auf Veranlaffung von Setten Campbell's: was er gestern zu sagen beabsichtigte, war dies: England verlange, daß jeder Artikel des Friedensvertrages dem Congreffe vorgelegt werde dergestalt, daß der Congreß erwägen könne, welche Artikel der Annahme oder Zustimmung seitens der Mächte bedürften.
Wien, 15. März, Abds. Die „Politische Correfp. meldet aus Athen vom 15. März: Der Ausstand breitet sich vom Olymp immer mehr nach Macedonien aus und reicht bereits bis Verria bei Phaffala. Es wurden zwei bedeutende Gefechte geliefert, in denen 400 Türken fielen. Der Gouverneur von Janina hat über 200 mohamedanische Sträflinge freigelasten, die vereint mit den aus den Gefängnisten von Arta und Prevesa entlaffenen Sträflingen nach Epirus zur Bekämpfung der Jnsurrection gesendet werden sollen. — Die Aufständischen aus Kreta sind im Begriffe, die Feindseligkeiten wiederaufzunehmen, da die türkische Regierung die Zeit der Waffenruhe benützt, um Verstärkungen an sich zu ziehen. ..
Aus Ragusa meldet die genannte Correspondenz: Zahlreiche türkische Truppen treffen in der Herzegowina ein. Unlängst rückten 5 Tabors Reguläre in Krupa ein. Sämmtliche Garnisonen werden verstärkt und verproviantirt. Zwischen Krupa und Mostar sperren Erdwerke die Communikation. Bei Ga- bella und Mostar werden Verschanzungen aufgeworfen, an denen selbst Nachts gearbeitet wird. ..
Wien, 15. März, Abends. Die „Preffe" meldet aus Bukarest: die Ruffen haben Rustschuk und Silistria in Vertheidigungszustand gesetzt. Die tu* mänische Regierung beschloß in dem Falle der gewaltsamen Occupation rumänisch
und objektivste Beurteilung finden, angenommen. § 26 des Einführung von Beseler beantragten Fassung angenommen: der den Häuptern und Mitgliedern der früher reichständischen Familien eingeräumte Gerichtsstand in Angelegenheiten der nicht streitigen Gerichtsbarkeit wird durch § 25 nicht berührt. Die folgenden bis 48 wurden in der Commissivns- fassung genehmigt. Hinter letzterem wurde em neuer Paragraph eingeschoben, laut welchem die Competenz des Berliner Oberlandesgerichts für nicht zur Competenz des Reichsgerichts gehörende Revisionen gegen in erster Instanz ergangene Urtheile der Strafkammern, ferner die Revisionen gegen die in der Berufungsinstanz gefällten Urtheile der Strafkammern und für alle Beschwerden gegen die Entscheidungen der Strafkammern wiederhergestellt wird. Die 49 bis 59 und 61 bis 75 wurden in der Commissionssitzung genehmigt, dagegen § 69, inhaltlich dessen Beamte der Staatsanwaltschaft, die im Interesse des Dienstes in den Ruhestand versetzt sind, in einem Richteramte wieder angestellt werden sollen, gestrichen. — Fortsetzung der
Athen, 15. März. Die Meldung der „Agence Havas", Rußland habe den Antrag Griechenlands auf Zulassung letzteren Staates jum Congreß die c^ahre angenommen, bestätigt sich nicht, vielmehr hat laut amtlicher Meldung Ruß- 7. « . L I r z-v < CT .. ......1___.K 1 ft npfiptl
Wagner'« telegr. Correspondenz Bureau.
Berlin, 15. März. Das Abgeordnetenhaus berieth heute den Gesetzentwurf, betreffend die Fertigstellung der Berliner Stadteisenbohn für Rechnung des Staates. Ter Handelsminister rechtfertigte die Vorlage, indem er erklärte,' das Projrct sei genau nach den gesetzlichen Vorschriften geprüft worden; es handle sich dabei freilich um ein Unirum, um ein bahnbrechendes Werk, da müsse man den außerordentlichen Verhältnifien Rechnung tragen. In der Commission werde sich Gelegenheit finden, darauf näher einzugehen. Das Unternehmen werde bedeutungsvoll für die Verhältnisse der Landeshauptstadt. Die Erweiterung des Staatsbahnnetzes erheische überdies die Erwerbung der Stadteisenbahn durch den Staat, zumal unter diesen verhältrnß mäßig billigen Bedingungen. Innerhalb der beiheiligten Ressorts schwebten die Verhandlungen über Ausarbeitung des Reichseisenbahngesetzes und sei es wahrscheinlich, daß in nicht ferner Zeit der bezügliche Antrag Preußens an den Bundcsrath gelangen würde. — Das Haus überwies die Vorlage der Budgct-Commission.
Das Haus erledigte ferner die zweite Berathung des Gesetzentwurfes, betreffend die evangelische Kirchenverfassung für E chleswig Holstein und den Amtsbezirk des Konsistoriums zu Wiesbaden. Nachdem Brüel und Virchow gegen, Schumann für den Entwurf gesprochen Ratten, rechtfertigte der Cultusminister denselben, indem er darauf hinwies, daß sich das Haus schon früher mit der Regierung über die allgemeinen Grundsätze für die evangelische Kirchenverfaffung verständigt habe. Nachdem der Minister ferner die Einwendungen der Vorredner im Einzelnen widerlegt und hervorgehoben batte, daß die Vorlage auch in den beiden Provinzen, für speiche sie bestimmt sei,' allgemein als "ein Fortschritt angesehen werde, bat er dieselbe in der Commtsfions- faffung anzuvebmen. — Nach längerer Debatte stimmte das Haus den einzelnen Paragraphen des Gesetzentwurfes in Gemäßheit der Ccmmissionsanträge zu.
frctHn, 15. März. Das Herrenhaus fuhr heute in der Berathung des Einsuhrungs- geietzes zum Gerichtsverfassungsgesetz fort. 8 20 lautete nach dem Beschluß des Abgeordnetenhauses : die Sitze der Amtsgerichte werden durch das Gesetz bestimmt; die erste Feststellung derselben kann auf Grund gesetzlicher Ermächtigung durch den Iustizminister erfolgen. Die Amts- qerichtsbezirke werden durch den Iustizminister gebildet und können nach dem 1. Oktober lööl nur durch Gesetz verändert werden. — Nach zweistündiger Debatte wurde dieser Paragraph in folgender von der Commission beantragter Fassung angenommen: die Sitze und Bezirke der Amtsgerichte werden durch königliche Verordnung bestimmt und können nach dem 1. Oktober 1bö2 nur durch Gesetz verändert werden. Der Justizminister erklärt: er habe gegen diese Modification nichts kinzuwenden, empfehle aber, falls das Abgeordnetenhaus dem Anträge der Herrenhaus- Commission nicht beitrete, pie Beschlüsse des Abg.ordnetenhauses anzunehmen. Für die Regierung sei allein der Glsichtspunkt entscheidend, daß die Iustizgesetze bis zum 1. Oktober 1879 etngeführt sein müßten. Bei der Organisation würden die realen concreten Verhältnisse dir ip^gialtigste und objektivste Bcurtheilung finden. Die §§ 21 bis 25 wurden in der Commisfionssassung angenommen. § 26 des Einführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetz wurde in folgender, von Beseler beantragten Faffung angenommen: der den Häuptern und Mitgliedern der früher
Darmüaöt, 13. März. Da her Entwurf des neuen, Lit „juyn ,D. ....v ~
1879—81 umfssier.den Staatsbudgets den Ständen so zeitig vorgelegt wird, land diese Zulaffung verweigert. Die öffentliche Stimmung ist F g ff daß die seither stets übliche Verlängerung des lausenden Finanz-Gesetzes, wenn ......*
nur irgend thunlich, umgangen werden soll, so dürsten die Ergänzungswahlen zur zweiten Kammer im Juli oder längstens August stattfinden.
' Rußland.
Petersburg, 14. März. Jgnatieff und Reuf Pascha sind hier angenommen. Letzterer bat sein Absteigequartier im Hotel de l'Europe genommen.
Rumänien.
Bukarest, 14. März. Im Senate wurde ein Gesetzentwurf einge« bracht über Aufnahme einer Anleihe von 7 Mill. Frcs. behufs Zahlung der Reuqisitioi s-Bons.
Telegraphische Depeschen.


