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M«. 133

Erstes Blatt.

Sonntaq, den 9. Juni

1878

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3*- Me nächste Nummer desGießener AnMers" erscheint Donnerstag den 13. Juni.

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tfl uuwoue. Ler Wahrheitsbeweis, daß dieses Mittel

eOC®. k ,niti Cr ^bciakdemokratie d en Pinnd stopft, ist bereits mehrfach .(bHlfl t^& 9 eg eben. In Merseburg hatte ein socialdemokratischer Agitator die Frech- " ° "AiM E ?"gc nach dem Attentate ans den Kaiser eine Volksversammlung . $ tio.Ofl«1?? * C"f' b°st alle Bürger der Stadt stellten sich ein und wählten den I°>LW««QÄk°S^bg°°rdnetm Wölfel zum Vorsitzenden der Versammlung und du - f-y ^urldemokratischen Kämpen drückten sich still in die Ecken. Dann erklärte

®er. Ersitzende seine Wahl als einen Beweis, daß die MeUheit der An-

Mltt 9®?. Äsenden das Attentat auf den Kaiser verdamme. Hierauf erschollen tausend-

$11x6611 stimmige Rufe: Es lebe der» Kaiser! Nieder mit den Socialdemokraten!

Daun erklärte

Das Comite.

8roßh. Hess.

iuÄ der befmten I bei Heidklberz lpeten in vorzüg- per Stück bis zu

^geführt und die

Sarte«straße B. 165.

GM»<GittO«ROW»ßO«r Sch»lstraße B. 18.

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». Äl- m - - ,Es lebe der Kaiser! Nieder mit den Socialdemokraten! -iaus Naus mit den Socialdcmokraten! Und unter einem ungeheuren mummte, bei welchem die Socialdemokraten allerdings einige Rippenstöße einjtecfcn mußten, wurde der Saal von den Jüngern der Socialdemokratie

verlassen und sie werden wohl keine Lust verspüren in Merseburg wieder eine Volksversammlung einzuberufen. ,Jn Bromberg, wo die Socialdemokraten ani 3 ouni auch eine Versammlung einberufen hatten, wandte man noch ein einfacheres Mittel an, um den Socialdemokraten den Mund zu stopfen. Als eben die Hetzereien und Schimpfereien auf unser heutiges Staatswesen von Seiten der Socialdemokraten begonnen hatten, erklang im Saale aus tausend Kehlen die Nationalhymne und unter ihren mächtigen Klängen räumten die Sociaidemokraten das Feld, Urobatum est! Vivat sequens'

Gietz-" £ * *

Deutschland.

5 3unii ?ie '°cialdem°kratische Presse schlägt bereits wieder * 2 * u 2*rk®16 Bel tem HödelMen Attentat, sie leugnet nicht nur mit erheuchelter Entrüstung jede Beziehung des Verbrechers zu ihrer Partei, son- de,n sie schiebt denselben auch mit der unerhörtesten Dreistigkeit anderen Par- telen zu. So behauptete sie, Hödel sei von Sparig, dem Kasfirer des Leipziger nalional-liber. Vereins, der öfters die Sociaidemokraten in öffentlicher Versamm- lung bekämpft hat, mir Reisegeld versehen worden und daher offenbar ein National- Libera er gewesen. Später stellte sich heraus, daß Hödel von Sparig keaien Pfennig empfangen hat, aber die socialbemokratische Preffe bat von dieser zwet- RMtt kCnknnE 5Rot,J 9el,Dn,D,cn- Jetzt behaupten dieselben

Blätter, Nobiling fei bei der Socialcorrespondenz des Prof. Böhmert in Dres­den besckastigt gewesen und gehöre folglich zur national-liberalen Partei. Diese kaum irgend einen Eindruck, selbst nicht mehr in socialhemo- krattichen Parte,kreisen. In Wahrheit mehren sich täglich di- Anzeigen, nach wklchkn Nobüivg mit der inttri ationolen Arbeiterpartei, deren Unterschied von der Cocivldemokratie in Deutschland schwer festzustellen sein dürfte, in Be- zlkhung gestanden hat. Der Zustand des Verbrechers ist übrigens wr Rett bnariig, daß die Aerzte glauben, das Leben desselben noch auf einige für die Vernehmung so wichtige Zeit erhalten zu können.

r. 6. Juni. Auf Pfingsten ist im ganzen Lande Kirchengebet

für dle Genesung des Kaisers angeordnet. Die Bulletins werden an den größeren TelegrapbewStationen des Landes öffentlich angeschlagen.

r ' b ^uni. Die städtischen Bkbörprn Hatzen eine Bei.

letosadrefte an den Koifer abgesandt. Auch in einerstattgehabten sehr zahlreich besuchten Burgerversammlung wurde eine Adreffe an Se. Maj. und ferner die Begründung eines ontisocialdemokratischen Vereins beschloffen.

Kesterreich.

Wien, 6. Juni. Die Journale weisen bet Besprechung des Minister- wechfelS in Konstantinopel auf die dortigen unhaltbaren, schwankenden Zustände Ll2; Das 'Frewdenblat^ bemerkt diesbezüglich: Der Plan, ety- noch< lebens­fähige Lurker aus den Trümmern des osmanischen Staates zu constrniren, wird täglrch schwieriger; die Türken selbst bereiten ihm die meisten Htwderniffe. TiePreße äußert: Wird erst der Congreß die nerlfn Grenzkinren für die ncnen Etaotenbildungen auf der Balkan-Halbinsel und für dje Machtgebiete der europäischen Cabinetf gezogen haben, dann wird auch der richtigere Modus für feie Regenertrung der Türkei mit oder trotz dem WMen der Pforte gefun­den werden. v

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montag». Preis viertrsjährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brtwgerlbän.

---m-m.nu,, «..,«1»... -. - n , - Durch die Poft bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.

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L f mm.ofJatcn ^nteJ P^lliDcn Volksmassen vornehmen und sind von | tecn ^glkationen die focialdemokratischen Volksversammlungen, wo sämmtlichc ^nstltutionew. der Gesellschaft in den Koth gezogen werden, s ,rmd)ren l ^bse Volksversammlungen sind jedoch weit besser als durch die Polizei durch die wohlgesinnte Bürgerschaft aller reichsfreundlichen Parteien wirkungslos und unmöglich zu machen. Jeder treugesinnte Bürger eile nur, wenn in seinem Orte eine socialdemokratische Versammlung einbe­rufen wird, an den Versammlungsort, so wird man bald merken, daß die atiwe(t'nben Socialdcmokraten in der Minderheit sind. Kommt es dann zur Präsidentenwahl dann bringen selbstverständlich die reichstreuen Parteien einen piann aus ihren Reihen an die Spitze der Versammlung und dieser braucht ldann nur einfach zu erklärens daß die anwesende Versammlung die social- !demokratilchen Tendenzen verdamme und auf den bisherigen Institutionen zweiter bauen wolle. Der Wahrheitsbeweis, daß dieses Mittel

Bek (i n n t m a ch u u q.

nachstehende Durchschnittspreise vom Won^/Mai °veröffei,tticht u6er tlc RaturaÜerstung für die bewaffnete Macht im Frieden, werden hiermit

. le.'§a,et i7'43 * H''u 5,40 M Stroh 5,40 M., per 100 Kilogramm.

® eßen, den 7. Juni 18/8. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

-- --------- Dr. Boekmann.

MchenM.

2 Zimmer, 3 Cabi- zu vermirthen bei iner a. d. Schoor.

Stube und Ammer ben.

,ermann Euler.

Ltock meines HaujeS, er, Waichküche V. bw., ermiethen.

^lAs^oermiethen ß ffürst, Mttwe.

MdäMnKeru r MM zu vnmiei- ijbar. Carl Haab, a. b. StctitnbraDfTti.

. . . t , Bekannt m a ch i, n a.

o». rs r --

Poli,e,-Straf-Gesetzes angedrohten Strafen bis auf Wn.eres ihre st,unv/ ff*! ^unDcbc^er bcl Meldung der im Artikel 261 des gestattet wird, "wenn die Hunde mit au^chlilken^n Ä. *xn"oa nur bann

daß sie keinen Schaden anrichten. ^tschlteßenden Drathmaulkörben versehen sind, oder wenn sie so an der Leine geführt werden, le., 2s."ewf » e"bn-unt Song,@6M

@tegen, den /. Juni 187«. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

----------------------- Dr. Boekmann.

Politischer Pfingstwunsch.

I STlit f YYt it VxA'Y* . f -v . auf den erhabenen Kaiser

r * ,cbJ bravgesinnte Deutsche schamroth wird, .muß fidr r^e-neut < n,05 fr.n9cn* was in diesem Nothstande zu thun ist.

Will man die Hülfe des Staates oder der Polizei abwarten, welche verkommene Subjecte von den entsetzlichen Irrwegen abhalten soll oder gibt es nicht noch andere Hulfsmittel gegen diese Calamitäten? Die sauberen Gesellen Hödel und Nobiling, obwohl in ihrem Charakter und Stand durchaus verschieden, nfc"n. flc au» »och nicht als von der Socialdemotratie gedungene -rschemen doch eme Jdeengemeinschaft mit der Sociaidemokmtie nicht

L7ÜM.' ' und unter allen Umständen sind die socialdemokratischen Hetzereien, <r Nike dch'lbm die alles Große und Erhabene IN unserem Staatswesen begeifern, auf die iftli»! Offaiai lchk« Gemuther der beiden Diordbuben nicht wirkungslos geblieben. Die Social- «W* blt demokratie ist eine wirkliche Gefahr für unser Vaterland und znmal für die K-fc' ^^M'"?^L<uiPerschaft, weil sie nicht nur als indirekte Biitschuldiqc an Mark °» Mordanschlagcn ,a,ff das Reichsoberhaupt erscheint, sondern weil offen ^osnng ist: Fort mit den Großen! Fort mit den Autori- ber°f _br<se Weise die Socialdemotratie den heutigen ur IN ein wüstes Chaos steuern kann, bedarf keiner weiteren Ucber-

i ^ung. Wenn es daher gilt die Socialdemokratie zu bekämpfen, so müssen t ""allen, wodurch dieselbe sich am erfolgreichsten

rekrut rt. ^.ics geschieht offenbar durch die lebhaften Agitationen, ivelche die

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