1879
Mittwoch, den 11. December
fit. 289
Mchener Wrreiger
M- H°k,
(7350
Allzeigk- und AmisdKit sir den Kreis Gießen
RebÄdiottÄbttteau: 1 n
GxpeditionSbuteaur J Schulstraße B. 18.
Erscheint täglich mit Ausnahme des MorrlagS.
genden Wortlaut:
Berlin, den 29. November 1878.
il
adeln.
2 i.
//
ii
30
n n
H
ff
►ach
■ c. 126.
60
35
45
. HO . 140 . 90 . HO . 170 . 240 . 240 . 190
ir
it
u
it
fiter den Verbrauch des Formularpapters vorzulegen. Gießen, den 6. December 1878.
ist, der Aufenthalt innerhalb des ganzen vorerwähnten Bezirks von der unterzeichneten Landes-Polizeibehörde hierdurch versagt.
König!. Polizeipräsidium, v. Madai.
Das Behändigungs-Schreiben ist gleichfalls metallographtrt und hat fob
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Unter Zustellung der beiliegenden Verfügung vom heutigen Tage eröffnet das Polizeipräsidium Euer Wohlgeboren, daß mit deren zwangsweiser Durch, führung unnachsichtlich vorgegangen wird, sofern Str nicht innerhalb 3 Tagen, von Behändigung dieser Verfügung an gerechnet, den die Stadt Berlin, die Stadtkreise Potsdam rc. umfaffenden Bezirk verlassen haben werden. Zugleich werden Sie darauf htngewtesen, daß Zuwiderhandlungen gegen die erlassene Verfügung mit Geldstrafe bis zu 1000 Mk. oder mit Haft oder mit Gefängniß bis zu 6 Monaten bestraft werden. König!. Polizeipräsidium, v. Madai.
— Die Tabaksenquete-Commission wird ihre Arbeiten voraussichtlich bis Mitte d. Mts. beendigen. Ein Thetl ihrer Berichte hat dem Reichskanzler bereits vorgelegen und ist von ihm vorerst dem Reichskanzleramte zur Prüfung überwiesen. Ueber den Inhalt verlautet, daß die Commission für jede der in Betracht kommenden Besteuerungsweisen des Tabaks nicht nur die Gründe für und wider nach dem von ihr gesammelten Material zusammenstellt, sondern zugleich auf die verschiedenen Besteuerungsarten berechnete Steuerprojecte fertig ausgearbeitet vorlegt, so daß die Reichsregterung, bezw. der Bundesrath, sobald die Wahl der Steuerart getroffen sein wird, wettere Vorarbeiten für den dem Reichstage vorzulegenden Entwurf nicht mehr bedürfe. Neben den drei Be- steuerungsarten, die bis jetzt zurDiscussion gestanden haben — Monopol nach französischem, Fabrikaisteuer nach amerikanischem Muster und Camphausen'sche Gewicktssteuerr — soll übrigens die Commission noch zwei andere Projecte tn's Auge gefaßt haben: ein auf den Rohtabak beschränktes Monopol, wobei die Fabrikation dem Privatbetriebe überlassen bleibt, und eine Werthsteuer in der Art, daß Producent und Importeur verpflichtet sind, den Verkaufswerth des producirten oder importirten Tabaks zu declariren und von diesem Werthe nach einem bestimmten Verhältnißsatze die Steuer zu entrichten ist, das Reich aber, als Waffe gegen Unterdeclaration das Recht erhält, zu dem declarirten Preise die Waare selbst zu übernehmen, was dann wohl weiter voraussetzt, daß der so erworbene Rohtabak in Reichsfabriken verarbeitet würde, die, wie heute schon die Straßburger Tabaksmanufactur, in Concurrenz mit der Prioat- Jndustrte arbeiteten.
Berlin, 7. December. Die Commission, welche über die Vorlage des preußischen Ministeriums des Innern betreffs der Verwendung der G lder der Wilhelmsspende zu berathen hat, hielt gestern unter dem Vorsitz des Feldmarschalls Grafen Moltke ihre zweite Sitzung ab. Die Commission hat das Pro- ject einer centralen Capital- und Renten-Versicherungsanstalt im Princip angenommen und trat heute in die Berathung des Status der Anstalt ein. Die ersten vier Paragraphen des Statuts wurden erledigt, die Beschlüsse sind vorläufig nur provisorisch. Eine Subcommission von 7 Mitgliedern zur Redaction der Beschlüsse ist niedergesetzt worden.
— Die Anzahl der im Betriebe befindlichen Fernsprech-Aemter betrug Ende October 272. Nach den gewonnenen Erfahrungen steht es außer Zweifel, daß mittelst des Telephon (Fernsprecher) aus Entfernungen bis zu 10 geographische Meilen telegraphische Nachrichten übermittelt werden können.
Frankreich.
Paris, 7. December. Die „Agence Havas" bezeichnet die Nachricht, daß Fournier, Botschafter in Konstantinopel, zurückkehren solle, um seine Can- didatur für den Senat zu unterstützen, mit dem Hinzufügen für unbegründet, daß derselbe durch gehäufte Geschäfte aus seinem Posten zurückgehalten werde. Ebenso unrichtig sei es, daß Tissot Fournier in Konstantinopel ersetzen solle. 3" die Meldung, daß die Rede davon
Großherzogliches Landgericht Gießen.
Erdmann, Landrichter. Dr. Trapp, Landgerichts-Assessor.
r Mr. 60'70
nut Snten,
KarkT
id)tn
en
t.ätoMt. IW- iltütig. M-O #K» W’ ur* IdN»“’ es andere FablM.
Drutschtavl».
Darmstadt, 9. December. Mit tiefster Bckümmermß vernimmt das hessische Volk, toß das Unglück, welches seit Wochen sein geliebtes Regentenhaus Heimsucht, sein Ende noch nicht erreicht hat, daß das Maß des Leidens noch nicht erjüllt ist, daß die theure Fürstin, die seither mit der selbstlosesten Aufopferung die Pflege des erkrankten Gatten und der erkrankten Kinder geleitet urb beseelt, auf das Krankenlager geworfen ist, daß der kaum von der gleichen schlimmen Seuche genesene hohe Gemahl, Seine König!. Hoheit der Großherzog, bfn Schmerz erfahren muß, aus dem Krankenlager Diejenige zu sehen, um die Gesundheit Derjenigen zu bangen, die Seinem Herzen durch das heiligste Band verknüpft ist. Es ist eine schwere Fülle des Leidens, die der Großheizoglichei. igomilk brschieden ist, es ist eine angstvolle Zeit, welche Land und Volk, deren Geschicke mit denjenigen ihreS Fürstenhauses von jeher Hand in Hand gegangen sind, durchzuleben haben. Daß diese Zett der Prüfung nur kurz sein, daß Gott der Herr Ihrer Königlichen Hoheit der Frau Großherzogin recht bald die Gesundheit wieder schenken möge, einen lebhafteren, einen innigeren Wunsch könnte das hessische Volk nicht hegen, könnten wir an dieser Stelle nicht aussprechen. Golt sckütze und erhalte uns Ihre Königliche Hoheit die Großherzogin! (D. Z.)
Darmstadt, 9. December. Die eben ausgegebene „Darmst. Ztg." meldet : Die Krankheit Ihrer König!. Hoheit der Frau Großherzogin trat mit deftigem Fieber aus, welches bisher in gleicher Höhe fortdauert. Der örtliche dcmkheitsprozeß beschränkt sich auf die rechten Mandeln, ist aber noch fortschreitend. Die Drüsen sind wenig angeschwollen. Wegen der Erkrankung iunterbleibt der projectirte Aufenthalt der Großh. Familie in Heidelberg. Der Srbgroßherzog und die Prinzessinnen siedeln für die nächste Zeit nach dem Residenzscklosse über. Die Untersuchung der hygienischen Einrichtungen des amen Palais ergab, daß solche besser sind wie in fldem anderen Gebäude Darmstadts, denselben also ein Antheil an den Krankheitsfällen nicht zugeschrte-
Ä nlffititm 90 , ioo
. 90
, 70
. 80
. 60
50
M 3 „n 60 ff-an'
I?n,$'tren ü
Schuhe X
100 Pf- p' $llr'
100 „ "
dm werden kann. ,
Darmstadt, 9. December. Nach einem heute Mittag ausgegebenen Metin hat sich bei Ihrer König!. Hoheit der Großherzogin das Fieber nicht turinaert und ist die Anschwellung im Haise und der Drüsen stärker.
Darmstadt, 10. December, 12 Uhr 55 Min. Mittags. Ein soeben insaegebenes Bulletin meldet: Nach sehr unruhiger Nacht ist bet Ihrer König!. Hoheit der Großher.ogin das Fieber in gleicher Höhe erhalten. Die diphteri- M>e Erkrankung aus der linken Mandel und der Rachenschleimhaut ist tm Fortshreiten begriffen; die Lymxhdrüsen in der linken Halsseite sind stärker -ng-schw°llen.
Berlin. In einem kürzlich ergangenen Erlaß des Handelsministers »ird das Verhalten des Dienstpersonals der Eisenbahnen gegen das Publikum irt Auge gesaßt. Derselbe lautet: Wiederholte Beschwerden berechtigen zu sir Annahme, daß die Vorschrssten, nack welchen das bei den Eisenbahnen an- »stellte Dienstpersonal zu einem zwar entschiedenen, doch aber auch bescheidenen, workommenden, höflichen Benehmen verpflichtet ist,.nicht immer genügende Beachtung finden. Der Minister veranlaßt deshalb die königlichen Eisenbahn- Direktionen, den bett. Dienststellen die gedachten Bestimmungen in geeigneter Reife in Erinnerung bringen und denselben bemerklich machen zu laflen, daß Verstöße gegen dieselben mit aller Strenge geahndet werden ollen.
- Die Germania" ist in der Lage, eines der völlig gleichlautenden und buch metallographischen Druck hergestellten Ausweisungs-Decrete an Berliner Tocialdemokraten zu veröffentlichen. Es ist dies das dem früheren Retchstags- ldgeordneten Auer zugestellte Formular und lautet wie folgt:
Berlin, den 29. November lö«»-
Verfügung. Aus Grund der nach § 28 des Reichsgefitzes gegen die «imeingefährlichen Bestrebungen rc. mit Genebmigimg des Bundesrathes von dkm königl. Staatsmtnisterium sür den die Stadt Berlin, die Stadtkreise Pots- »trtSSs'ÄS LL 3± £?."Ä ÄffSÄ ÄÜ-6Ä sicher ein?Gefährdung der öffentlichen Sicherheit oder Ordnung zu besorgende!, französische Consulats-Posten in Metz und Mülhausen zu errichten.
,, pSl-k."
Nr. 36 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 5. l. M., enthält:
(Nr. 1273.) Allerhöchster Erlaß, betreffend die Bestimmung derjenigen militärischen Dtenstauszetchnungen, welche außer dem preußischen Militär- Ehrenzeichen zweiter Klasse neben dem Besitze des E'sernen Kreuzes zweiter Klasse zum Besuche der Ehrenzulage nach Maßgabe des Gesetzes vom 2. Juni Reichs-Gesetzbl. S. 99) berechtigen. Vom 19. November 1878. »
(Nr. 1274.) Allerhöchster Erlaß, betreffend die Wiederübernahme der Regierungsgeschäfte durch Seme Majestät den Kaiser. Vom 5. ÄDecDr. iö/ö.
Gießen, den 9. December 1878. Großherzogliches Kreisamt Gießen.
Dr. Boekmann. ______________—
An die Großh. Standesbeamten des Landgerichts-Bezirks Gießen.
Betreffend: Die Standesbuchsührung.
Im Lause der nächsten 14 Tage haben Sie die Staudes-Register pro 1879 persönlich bei uns abzuholen und dabei die von Ihnen geführten Tabellen


