1878
Sonntag, den 1. September
ßnchener -Anzeiger
Auikize- mi Amiswtt für de« Kreis Meße»
Erscheint täglich mit Ausnahme des MontagS.
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Gießen, am 30. August 1878.
^Vereins. Mlllisiären ernannt worden stnv:
t Aum Sedantage.
Aeutschkand.
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I hatten ein. Die bedeutende politische Neuschöpfung fand ihre energischen v TQßlog tbLtigen Feinde. Aus kirchlichem Gebiete entbrannte ein langjähriger
t! sich'nicht gleich in ihr Schicksal, dem deutschen Reiche anzugehören, fügen nuten: es ertönten die alten Klagen und Proteste der Welfen, Dänen und
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jolen. ’ Aber dte große und starke nationale Partei ließ sich nicht beirren und
Schritt für Schritt vorwärts. Wohl erklang das heisere Geschrei nach Manche im Nachbarlande jenseits des Rheins, aber bald sahen die Franzosen tin, daß sie besser thäten, ihr eigenes Wohl durch Versöhnung der Parteien und neue friedliche Arbeiten zu sördern, als mit einem neuen Kriege neues Elend vaufzubeschwören. Unten im stets unruhigen Südosten entbrannte dte orren- laltsche Frage; ein wilder Glaubensstreit entfachte den Krieg zwischen Rußland und. der Türket zu ungeahnter Heftigkeit, bis endlich das Kreuz den Halbmond besiegte. Deutschland aber war es, dem die schwere Rolle derVer- mttlung zufiel; es war die junge Reichshauptstadt, in welcher nach vielen Nühen der Vertrag von Berlin den europäischen Frieden besiegelte. Zwar ß das Feuer in Bosnien noch nicht verglimmt, aber die große Gefahr eines «uropäischen Krieges ist, Dank der Politik des Kaisers Wilhelm und des
Krsten Bismarck, beseitigt.
Welch' wunderbare Wendung durch Gottes Fügung!
Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf dte Nation die Schreckenskunde °on den gegen Kaiser Wilhelm gerichteten ruchlosen Mordversuchen. Dte das Lolksgemüth vergiftende so cialdemokrattsche Agitation hatte sich in wahnsinnigen Thaten verkommener Subjekte selbst gerichtet. Die Hand der Vorsehung hatte den greisen Kaiser geschützt; ein gütiges Geschick bewahrte den Lchöpfer der deutschen Einheit, der in des Feindes Land vor der Kugel geschützt war, von dem ihm zugedachten Ende und gab ihm nach rascher glücklicher Kur das kostbare Gut der vollen Gesundheit wieder.
Welch' wunderbare Wendung durch Gottes Fügung!
Das Alles ruft mit Macht ein so patriotischer Gedächtntßtag, wie dte krinnernngsfeter an dte Schlacht von Sedan in unser Gedächtntß. Predigt doch gerade dieser Tag deutlich und herrlich dte Lehre, daß Einigkeit stark macht
W, der, streng genommen, seit einem Jahrtausend die deutsche Entwicklung -ihmmt hatte. Es war ein Kampf zwischen Staat und Kirche, in welchem es miger galt, einen Steg zu errtngen, als dte Macht grenze zwischen beiden Autoritäten zu ziehen. Nur wenige Jahre sind verflosien und schon steigt auch 5Uf diesem Gebiete dte Sonne des Friedens empor. Und wiederum sind es tr greise Heldenkaiser und sein treuer Rathgeber Fürst Bismarck, welche auch dikse geistige Frtedensaera einleiten. Wenn wir aber zurückdenken an alle Aus- mng und alle Hitze und Schärfe des leidigen Kulturkampfes, so können wir m diesjährigen Erinnerungsseste an Sedan wohl ausrufen:
Welch' wunderbare Wendung durch Gottes Fügung!
Auf dem politischen Gebiete schaarten sich unzufriedene Parteien im Par- Imente, um die neue Ordnung der Dinge anzufechten. Da gab es Elsässer,
Berlin, 27. August. Wie bereits gemeldet, war es den beim Wrack des „Großen Kurfürsten" beschäftigten Tauchern gelungen, einen schweren Anker vom Schiffe klar zu machen. Gestern ging nun einer der Taucher, Namens Thomas, hinab, um den Anker mit dem Hebungs-Ponton in Verbindung zu etzen. Nach etwa anderthalb Stunden ward er auf ein von ihm gegebenes Zeichen heraufgezogen. Als ihm darauf der Helm und die übrigen Taucher- leider abgenommen waren, versiel er in Bewußtlosigkeit, das Gesicht war pur- purroth und Schaum trat ihm vor den Mund. Er ward sofort an's Land und unter ärztliche Pflege gebracht, ist tndeß noch nicht wieder zum Bewußtsein gekommen. Nach Ansicht der Aerzte hat er durch zu langes Verbleiben unter Wasser einen Schlagfluß und inneren Bluterguß erlitten. An seinem Auskommen wird gezweifelt. (Köln. Ztg.)
Witzenhausen, 28. August. Saubere Zustände scheinen in und um Frankenhain (Kteis Eschwege) zu herrschen. Binnen einigen Wochen kamen dort drei Raub- und Mordanfälle vor, davon zwei mit lebensgefährlichem Ausgange. Das „Wttzenhäuser Kreisbl." giebt den nach diesem einladenden Orte Reisenden den Rath, nur bewaffnet zu kommen, da den betreffenden Strolchen das Handwerk noch nicht gelegt sei.
Langensalza, 30. August. Bei der Reichtags-Nachwahl erhielt -Graf Wilhelm Bismarck 6600, Neuleaux 5500, Schilling (Centrum) 2100 Stim- Stichwahl zwischen Gras Bismarck und Reuleaux.
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Betreffend: Landtagswahlen. ,, , _ ,~
Das Großhcrzoqlichc Krcisamt Meßen .
an die Großherzoglichen Bürgermeistereien der Provinzial-Hauptstadt Greste«, des III. und VI. Wahlbezirks der Provinz Oberhesten.
Unter Bezugnahme aus unsere vorderen Verfügungen, und indem wir Sie nochmals darauf aufmerksam machen, daß die Wahl der Wahlmanner finstag den 10. September stattzufinden hat, theilen wir Ihnen mit, daß nach Verfügung Großherzoglichen Gesammt - Ministeriums zu Wahl-
Hesterreich.
Wien, 27. August. Die „Pol. Corr." meldet aus Cettinje von heute: Der in Prizrend in besonderer Mission eingelroffene Mehemed Ali Pascha zeigte dem Fürsten telegraphisch an, daß er die Mission habe, die Schwierigkeiten zu beseitigen, dte sich bei der in Gemäßheit des Berliner Vertrages durchzufuhren- den Gr-nzregulirung zwischen der Türket und Montenegro ergeben. — Dieselbe Correspondenz meldet aus Konstantinopel von heute: Bis M haben 12 £tan8= portschiffc mit 18,000 Mann russischer Garde den Bosporus nach Odessa passirt. Anstatt dieser rücken frische russische Truppen, welche aus dem Innern kommen, in die vorgeschobenen Stellungen ein. — Die Ruffen haben die von den Lazen bei Saturn in Betriff der Uebergabe gestellten Bedingungen zuruck- gewtesen, weßhalb die Räumung Datums neuerdings auf den 12. September verschoben wurde. — Von mehreren Mächten sind Erwiderungen auf das Memorandum der Pforte in der griechischen Frage tzingelaufen, nach welchen die betreffenden Diplomaten angewiesen wurden, bei der Pforte auf eine rasche Verständigung mit Griechenland zu dringen. — Die „Pol. Corr." meldet ferner aus Belgrad: Fürst Milan hat sämmtliche Minister angewiesen, ihre Portefeuilles bis zu seiner Rückkehr aus Nisch, Pirot Vranja und Leskovac zu be- behalten. Die^Fraction Gruic-Jocanovic weigert stch, unter Rtstte im.^mnnet »u bleiben. — Der neueste Angriff der Arnauten gegen die Demarkationslinie von Vranja wurde zurückgewiesen. Die Arnauten haben von dem von den Serben nicht besetzten Kurschumlie Besitz genommen.
Welch' wunderbare Wendung durch Gottes Fügung!
Wie ost haben wir in den letztverfloffenen Jahren Gelegenheit gehabt, p diesen Ausspruch des Kaiser Wilhelm zurückzudenken, der nach den Wzenden Siegen unserer Armee in Frankreich eine historische Berühmtheit [langt hat. Trotz aller tiefinneren Erregung der neuesten Zeit wird niemals /ritt aeflatit H Andenken an jene große Zeit erlöschen, deren Erfolge in der Nachricht von krdan gipfelten. Im wüsten Treiben der Tagespolitik wird leider allzu rsroana. : yergeffen, daß Alles, was wir an nationaler Einheit und Wohlfahrt bisher ttember Mcht haben, mit dem Blute unserer Armee gewonnen worden ist, mit Hülfe
^Volkes in Waffen. _ x ,,
------ In die Entwicklungen des jungen deutschen Reiches drängten sich trübe
und daß dem rastlosen Ringen auf keinem Gebiete der Sieg fehlt, wo Gebor- am und Treue, kameradschaftliche Liebe und fromme Zuversicht zusammen wirken. Ja, Leben heißt Kämpfen! In der Schlacht, wie auf dem Gebiete der unthetlbaren Cultur gelten zuweilen des großen Dichters Worte,: Und setzet Ihr nicht das Leben ein, — nie wird Euch das Leben gewonnen sein! Durch K a ni p s zum Sieg! Dann rufen wir an einem andern Sedantage, an welchem Eintracht gekrönt werden wird, hell und laut: •
Welch' wunderbare Wendung durch Gottes Fügung!
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Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mar? 50 Hf.
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für die Provinzial-Hauptstadt Gießen: Provinzial-Director Dr. Boekmann zu Gießen, „ den III. Wahlbezirk: Kreisaffesfor Küchler zu Friedberg.
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Alsbald nach beendigter Wahl der Wahlmänner ist gemäß § 40 der Anleitung das Wahlprotvcvll nebst sämmtl.chen dazu gehörigen Be,lagen und in versiegeltem Umschlag betzufügenden Stimmzetteln an den bestellten Wahl-Commissär einzusenden.
Dr. Boekmann.
i ein Kranker ntiihodr haben, imetbcbt, > diese M-ih°d-i°^ rtitt imw. jSSa rheilmeth*
noch Wlt-ls A .glichsch'in- «2 rbrn-Shrten^'Z urdj baffirMW
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Zur BeihL r Etntheilmz ittfinben.
HPiti iliing 3 8 Uhr,


