Liverpool, 26. Januar. Bei Gelegenheit eines gestern stattgefundenen Bankers hielt der Kanzler der Schatzkammer, Northcote, eine Rede, in welcher.tenbc er bestritt, daß die Conferenz ein Mißerfolg gewesen. Dieselbe habe, obwohl sie nicht gänzlich erfolgreich gewesen, den internationalen Argwohn und Eifersucht beschwichtigt, wodurch die Aussicht auf Frieden jetzt eine bestere als vor der Conferenz sei; doch sei der Frieden nur dann aufrecht zu erhalten, wenn Anreizungen zum Kriege streng gemieden werden.
U“ eine urrcnurcee Ulneryanvlang ankünvlgle. Darunter las man . Alle Damen ohne Rücksicht auf Gcschlechc sind höflichst etngeladen.- - Jutlus Sturm bring: m feinem „Spiegel der Zeit in Fabeln" folgendes tref- Epigramm:
Eingesandt.
TrerS a L., 26. Januar. Seil acht Tagen wird die hiesige Einwohnerschaft von dem Schweinehirten in unmittelbarer Nähe des Orts täglich 2 Stunden lang ohne Unterbrechung mit Concerten auf dem Nachtwächterhoin bedacht, wUche das Lon- cert der Grimm'ichen „Bremer Stadtmusitanten' nachjuahmen bestrebt scheinen Der sauhirtliche Concertmetster will augenscheinlich eine Demonstration gegen einen der Ortödurger dahier ausführen, welche wegen des Schweinehiltenlohnes bei dcm Kreisausschub oes Kreises G-etzen reclamirt haben, und erinnert durch seine Productionen lebhaft an die anno 1848 dahier staltgepadten groben Excesse. Zu beklagen ist es, datz die Ortspolizewerwallung solch rohen Unfug, der insbesondere tür die Kranken des Orts äußerst lättig sein dürsle, und auch nächrlicher W-ile im Orte selbst schon aus- geführt worden ist, duldet. Das Ansehen unserer Ge.neinde kann unseres Erachtens dadurch nicht gehoben werden.
Aelgirrr.
Brüssel, 25. Januar. Eine königliche Verordnung verbietet die Einfuhr und Durchfuhr des aus Deutschland kommenden Viehes.
Kossand.
Amsterdam, 26. Januar. Der „Staats-Courant" verkündigt den Rücktritt des Prinzen von Oranien von dem Posten eines General-Jnspectors der Kavallerie. Ein Oberst ist an seiner Statt ernannt.
Italien.
Rom, 27. Januar. Nach dem jetzt verkündeten Urtheil in dem Proceß des Ministers Nicotera gegen die „Gazetla d'Jtalia" ist der Gerant dieses Blattes für schuldig erklärt und zu 2 Monaten Gefängniß, 500 Lire Geldstrafe und Schadenersatz verurtheilt. — Der Papst ist unwohl und hat die Audienzen suspendiren lasten.
Der Kukuk flog durch Berg und Thal
Und rief „Kukuk" unzähl'ge Mak;
So ward der Welt bekannt sein Name.
Und das, mein Sohn, nennt man Reclame.
Hamburg, 21 Jan. Das bet Helgoland gestrandete Dampfschiff Saxonia ist bUJ^^6pumpen nieder abgebracht, durch vier Dampfboote hierher geschleppt und »ns Dock am kleinen Grasbrook emgeholt worden.
Vermischtes.
Treiben sehr bezeichnend ist folgende Anzeige, die seit dem ,aaFY”* Congresses in Washington in anglo-amerikanischen Blättern mehrerer Wesen, um für die Durchbringuno
9UtCr Vorschläge in beiden Hauseru des Congresses zu arbeiten. Solchen, die City P^Offtte^^' W Fb < n gUtcr bezahlt werden. Man adressire W. W. i .c ITI.^lnem Luzerner Turner, der dieWette eingegangen hatte, eine gewisse Strecke X rurückzulegen passirte es, daß ihn ein Bauer, in der Meinung, er habe
e$ mit einem Ausreißer zu thun, am Kragen packte und festhielt. Troß dieses unfreiwilligen Hemmnisses gewann der Turner die Wette. ö T
»0 f?unpm V X 8 ?1 ä« dem Dorfe Schulzenweide erkrankte
vo Kurzem die Mastkuh beS Freischulzenpachters Sp-, welche, da sie bald fett genug
Zur Frage der Mädchenbildung.
Ist die Errichtung einer höheren Mädchenschule in Gießen ein Bedürfniß? Wir haben früher darauf hingewiescn, daß diese Schulen hauptsächlich für die mittleren Stande nothwendig sind. Die Stadt Gießen besitzt einen so wohlhabenden Bürger- wie ihn nicht sehr viele Städte aufweisen; oazu kommt eine große Anzahl an öffentlichen Lehrern, Beamten, Aerzten, Anwälten, Officteren, Pensionären; alle diese haben das größte Interesse an einer tüchtigen Mädchenschule Man darf ja nur einen Blick aus den derzeitigen Besuch der höheren Mädchenschule werfen, so sieht man, rote Krotz die Zahl der Eltern ist, welche ihren Kindern eine weitergehende Bildung zu &^nrro^nfd,cli- Nun hat allerdings ein Artikel in diesen Blättern behauptet, das Bedursnltz nach einer besseren höheren Mädchenschule als die jetzige sei, eristirc nur bei etwa 7t), meist fremden, Familien. Der Verfasser jenes Artikels thut zwar, als ob er im Weinen der ganzen Stadt spräche; wir können aber nicht glauben, daß er baii ^mochttgt war*; jedenfalls hat er in den Augen Auswärtiger die Einwohner unserer -Ltadt nicht sehr vortheilhast dargestellt, wenn er behauptet, alle Familien, mit Ausnahme von 70 ,,fremden", begnügten sich mit dem, was Offenbach, Darmstadt und f*nc ,[cpr 6roße Anzahl anderer Städte als unjureichend beseitigt haben. Auch scheint für ihn die Gemeindeordnung nicht zu bestehen; denn sonst müßte er wissen, daß unsere Gememdevelfasiung keine Eingeborenen und keine Fr emb en unterscheidet, sondern nur Einwohn er kennt, die alle zu den Lasten der Stadt beitragen und somit auch alle Anspruch haben aus die Mittel der Sladt.
Aber selbst wenn jene Zahl richtig wäre, was würde dieselbe beweisen? Höchstens so viel, bah ern^großer Theit der Bewohner sich mit dem Vorhandenen begnügt, weil eoen nichts Vollkommenere« zu haben ist. Wir haben zur Intelligenz unserer Mitbürger oaSselbe Vertrauen, wie zu der anderer Städte, welche heute solche Anstalten besitzen. Auch dort brauchte man dieselben Gründe gegen Errichtung höherer Mädchenschulen, und wie oort »erden auch hier die Weissagungen der Gegner nicht in E fülluna gehen: bei Errichtung der neuen Schulen zählten sie 100-150 Schülerinnen, nach 3—4 Jahren die doppelte, oft die dreifache Zahl. Man hatte aber die Ueberzeugung gewonnen, daß das Neue besser sei wie das Alte, und alle Vorurtheile mußten den sichtbaren Erfolgen weichen. So war es In Mannheim, in Hanau, in Offenbach. Ganz besonders lehr» reich für unsere Verhältnisse ist da« Beispiel der letzteren Stadt. Offenbach hat unge. fähr 10—12000 Einwohner mehr als Gießen, darunter jedoch mehrere Tausende theils verheiratheter, theils unverheiralheter Arbeiter. Im Großen und Ganzen ist der besitzende und gebildete Mittelstand in Gießen »erhältnitzmätzig weit zahlreicher vertreten als in Offenbach; demokratische und soci-ildemokratische Ideen sind dort weiter oer- brestet als hier, wenn auch die letzten Wahlen zeigen, daß auch unsere Stadt hierin Fortschritte macht. Als die Regierung vor ungefähr 2 Jahren in Offenbach den Antrag auf Errichtung einer Höheren Mädchenschule stellte, wurde derselbe in Folge einer heftiger. Agitation boit, wie hier und in Darmstadt, abgelehnt. Heute sind sowohl in Offenbach al« in Darmstadt solche Schulen eingerichtet, und kein Mensch begreift mehr, warum man feiner Zeit sich so heftig gegen dieselben gesträubt hat. Wird Gießen hinter den Schwesierstädten zuiückstehen wollen?
In Offenbach zählt die höhere Mädchenschule 294 Schülerinnen, daneben hat die Stadt eine stark besuchtt Mittelschule errichtet, und außerdem bestehen 3 Prioatinstitute, welche mindestens 210 Schülerinnen enthalten; die Berhältnisse aller übrigen Städte -eigen ähnliche, theilweise noch günstigere Zahlen.
Wir dürfen au5 diesen statistischen Ergebnissen und auf Grund de« Besuch« der Mädchenschule, wie er zur Zeit hier besteht, ohne weitere« annehmen, daß zwischen 200—250 Schülerinnen sofort in die Mädchenschule übergehen werden. Denn das Schulgeld wird für eine große Zahl von Eltern kein Hinderniß sein. In Offenbach beträgt das Schulgeld in allen Klaffen 60 jährlich; die Stadtverordneten können hier den gleichen Betrag festsetzm, sic können auch nach dem Regierungsoorschlage für oie unteren Klassen 60 ./£, für die oberen 72 JL als Schulgeld bestimmen. Nehmen wir nun an, die Za st der Mädchen sei der der Knaben gleich — sie ist thatsächlich großer — so werden wir doch ohne weitere« zu dem Schluffe berechtigt sein, daß min- deilens eine gleiche Anzahl an Eltern in unlerer Stadt für den Besuch der höheren Mädchenschule für ihre Töchter, wie für den Besuch des Gymnasiums für ihre Söhne entscheiden wird. Im Gymnasium beträgt das Schulgeld 72 u. 84 Jt; das Gymna- fium zählt 250 Schüler; eine gleiche Anzahl darf von vornherein der Mädchenschule als gesichert betrachtet werden.
awMlttiA» roar' schlachtet werden sollte. Die Eikr.nkung trat so plötzlich und derart auf, daß
>mnniw^ mau annehmen mutzte, da« Lhier werde bald verenden. Sp-, der sich »or einem so
Pari-, 26. Januar. Das ^Journal officiel" pubttcirt ein Lin- und rÄ halte nichts Eiligeres zu thun, als dKKllh zu schlach-
Durchf«hr.V-rbot für all- Ärt-n Horn-, Zi-z-.v. und S-b,f-«,-h aus Deutsch- aber ja nicht- --Uor.?g^"nab dl- fp^rfame warm“ CI®'?«
land, England, Oesterretch, Rußland, den Dvnau-Furstenthümern und der Kuy ihren sieben Schweinen als Futter. Aber alle sicben Schweine, welche von de»
Türkei. Für alles aus anderen Ländern kommende Vieh wird die strengste ö.c!r,e^fn' Dcrcnt>cttn. im Zeitraum von einet Stunde. Auch 6p., welcher die Prüfung des Gesundheits-Zustandes angeordnet. ctnmnVmh 1 r'bI«V*S !£rort; " batte sich wählend des Abziehens der kranken Kuh
Pari«, 26. Januar. Offici-ll- Nachnch,«n -us d-n ftanzöstschr,. Ni-- iulch.'b7r'gan,-^p-r°'a^7nichw°UttÄ/K"au7'^ nZÄlh? derlasiungen in Indien melden, baf drohende Aussichten auf eine Hungersnolh ld)ien nicht sofort uno kam darauf schon zu spät. Der Arzt conftatirte btt der getöd- vorhanden sind, wie dies aus dem britischen Indien längst bekann ist. Man ^cn Kuh den Milzbrand uno bei dem erkrankten und in den letzten Zügen Iteaenben fürchtet, daß locale Maßregeln nicht ausreichen werden; der Marine-Minister Schweinen eine Vergiftung. An eine Rettung de«
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VersarlleS, 25. Januar. In der Deputtrten-Kammer erhielten bei rechtzeitige ärztliche Hilfe gerettet werden.
der Wahl zur Budget-Commission die Gambettlsten, durch die Rechte und die „ r einem Mtfamen Jrrthum erzählt der ^Mannheimer Anzeiger.- Danach Bonapartisten unterstützt, die Majorität gegenüber der gemäßigten Linken und unbhter^a ^a5vcn ,nlf bcm ®aJe be« Hutmochers Kramer
»- to«;r «*****“»**.&“ Lsä, güt als sicher. gemeldet, daß Äaribaldi's jüngster Sohn Ricciotti mit feiner Gemahlin nach Austra,
Versailles, 26 Januar, Gambetta ist zum Vorsitzenden der Budget- lun ^6a«roflnbcrt sei, um sich dort anzusiedeln. Wie nun der.Gazzetta bei ötUaggio* Commission gewählt worden. Das Ministerium hat von der Deputirten- a^^ieben wird, hatte Ricciotti Garibaldi gleich nach
Kammer -tuen Kredit gefordert M U».-rstützung der »o» Hung-r-noth bedroh- n.djt °-rr°.h-n o>oat(, mit °°r"°«°I,I°n,äck-'^a^n und
ten Bevölkerung in Franzosisch-Jndien. Mne Frau Näharbeiten übernehmen mußte, um sich ernähren zu können. Und dabei
oerö.enten Beide täglich kaum zwei Shillinge. Zuletzt zwang ihn doch die Roth, sich
SNgkavS. berlf^ Lokalregierung eine Sekretärstelle mit einem
ßpttbott , 26 Januar. Nach einem Telegramm des „Reuter'schen Bu- — An kornischen Zeitungs-Anzeigen scheüit nirgends Mangel zu sein. Hier wieder reaus aus Washington hat nun auch das Repräsentantenhaus, und zwar mit ewige Beispiele aus England. In einem .rooinzialblatt las man folgere Auffor, 191 gegen 86 Stimmen die Bill genehmigt, wonach ein aus 5 Senatoren, Gerung: „Wenn James M'Lean, der kürzlich seine Wohnung verlassen, ohne seine 5 Mitgliedern des Repräsentantenhauses und 5 Mitgliedern des obersten Ge- ?$!!!Öen 8“ berichtigen, nicht sofort zurückkeyrt und allen feinen Verpflichtungen nach-
b-st-h-nd-s Tribunal di- str-itig-n Punkt- b-züglich d-r Wahl d-z wurb- -in
Bundes-Präsidenten entscheiden soll. die Worte: .Alle Damen ohne Rücksicht auf Geschlecht sind bö
Kpanicn.
San Sebastian, 27. Januar. Gestern hat die Volksmenge die an dem Consistorial-Gebäude angeschlagenen Recrutirungs-Acten zerriffen. Mehrere Pfarrer sind noch Gefangene.
MuKland.
Petersburg. Von hier wird der Wiener „Abendpost" officiös geschrieben : „Als Se. Majestät der Kaiser in Moskau sich über die politische Lage aussprach, war ein diplomatisches Einverständniß der sechs Großmächte noch nicht erreicht. Jetzt aber sind die Verhältnisie andere. Die Großmächte sind einig in ihren Forderungen an die hohe Pforte, und der Sultan hat eine Versaffung verkündigt, von deren Einführung vielleicht ein kleiner Erfolg erwartet werden kann Es kann daher von einer einseitigen Kriegserklärung Rußlands nicht mehr die Rede sein. Sollte die hohe Pforte, was leider zu befürchten ist, die wohlgemeinten Vorschläge der Coaferenz verwerfen und dadurch die Botschafter nöthigen, Konstantinopel zu verlaffen, so winde dennoch die russische Armee nicht die türkische Grenze überschreiten, ehe die Großmächte sich über weitere Schritte entschieden haben."
AmeriLa.
Washington, 24. Januar. Der Senat nahm mit 47 gegen 17 Stimmen die Bill an, ein gemischtes Comite zur Erledigung der Wahlfrage .. Washington, 26. Januar. Bei der Abstimmung des Senats über die Comttebill, welche die Präsidenten-Wahl-Frage betrifft, stimmten 24 Republikaner und 23 Demokraten für und 16 Demokraten und 1 Republikaner gegen d" Annahme. Die Repräsentanten-Kammer wird die Bill voraussichtlich am Freitag annehmen.
, . ' 271 Januar. Der Beschluß des Repräsentantenhauses
bezüglich der Einsetzung des Tribunals, dem die Entscheidung der Präsidentenwahl-Frage obliegen soll, ist im ganzen Lande mit Befriedigung ausgenommen
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