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Ayeigk- uni) AMKtt für iti Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontagS.

Gx-e-itionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. *

Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit-Bringerlohn, Durch die Post bezogen viertcljährlich 2 Mark 50 Pf.

. Amtlicher eit. Bekanntmachung.

Nach einer Mittheilung des Commandos des Gr. Hessischen 2. Infanterie-Regiments No. 116 findet am 2., 3. und 4. August l. I. das diesjährige Prüfungs- und Belehrungsschießen auf dem Exercier- und Schießplatz dahier statt.

Es wird dies mit dem Bemerken zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß an den genannten Tagen das Betreten des Terrains hinter den Schieß­ständen gefährlich ist.

Gießen am 25. Juli 1877.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Röder.

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Das Bureau der 1. Bezirks-Compagnie Gießen befindet sich von jetzt ab im Hause des Herrn Jughardt, Kanzleiberg Lit. B. 72 am botanischen Garten.

Gießen, den 22. Juli 1877.

F. d. dienst!, abw. Pezirks-Commandeur:

Lang,

Secondelieutenant und Bezirks-Adjutant.

Der orientalische Krieg.

Bukarest, 23. Juli. Das zweite rumänische Armee-Corps, bisher in Kalarasch und Turn-Magurelli, erhielt Befehl, in Eilmärschen nach Carabia abzumarschiren. Die rumänische Armee wird als selbständiges Ganzes die Donau nicht überschreiten; nur eine Division des zweiten Corps unter Befehl des Generals Manu wird die Donau überschreiten und einem größeren Corps unter dem Commando des Großfürsten Wladimir einverleibt werden. Der Deutschen Zeitung" wird aus Bukarest vom 23. d. gemeldet: Oberhalb der Lom-Mündung, rechts der Insel Pyrgos, entspann sich gestern Abend ein hefti­ger Kampf zwischen der russischen Avantgarde und den Türken.

Wien, 24. Juli. Die Pforte beschloß, falls die Ruffen Adrianopel einnehmen, die Khalifen Fahne zu entfalten. Dagegen wollen die Großmächte protestiren, weil die Entfeffelung des Fanatismus im Orient die dort lebenden Europäer gefährde. Die Pforte ist entschloffen, den Protest zu ignoriren, weil andere Abwehrmittel fehlen. Die Mächte wollen in solchem Falle mit einer gemeinsamen Action zum Schutze der Christen drohen.

Nagusa, 24. Juli. Der Fürst von Montenegro hat die Montenegri­ner in sechs Abtheilungen zu je 2000 Mann getheilt. Das Commando führt Dosidar Petrowitsch. Die eine der Abtheilungen steht in der Nahia Waffoje- witschi, die übrigen an der Südgrenze von Montenegro.

den dortigen türkischen Kreisen von russisch-türkischen Friedens-Verhandlungen nichts bekannt sei.

DasFremdeublatt" meldet aus Konstantinopel: Nachrichten aus Philippopel bestätigen nicht nur, daß der Schipka-Paß, sondern daß alle De- bouch^es der Balkan-Uebergänge im Besitze der Ruffen sind. 2000 verwun­dete Türken sind in Philippopel eingetroffen. Hier setzt man die ganze Hoff­nung auf einen Sieg der Donau-Armee.

Amerika.

New-Uvrk, 23. Juli. Der Eisenbahn-Verkehr ist suspendirt. Neue Acte der Unordnung sind nicht begangen worden, aber viele Städte und andere Ortschaften sind noch beunruhigt. Nach Philadelphia sind Bundes-Truppen auf dem Marsche. Die Arbeiter schließen sich im Allgemeinen dem Strike an. Em Theil der Aufständischen zu Pittsburg hat die Waffen niedergelegt.

New-Nvrk, 24. Juli. Der Strike der Bahn-Beamten gewinnt an Ausdehnung. In San Francisco und an andern Orten herrscht große Besorg- niß. Washington, Philadelphia und Baltimore werden durch Bundes-Truppen geschützt. Die niederen Volksschichten sympathisiren mit den Strikenden. Man fürchtet, daß die Ruhestörungen eine ernstere Gestalt annehmen werden. In New Jork bewacht die Miliz das Arsenal. Die Bevölkerung insultirt die Sol­daten. In der gestrigen Volks-Versammlung fanden erregte Reden statt. Es wurde beschloffen, am Mittwoch ein Monstre-Meeting abzuhalten und Sympa­thien für die Strikenden auszusprechen. In Reading (Pennsylvanien) griff die Menge die Miliz-Truppen an. Dieselben gaben Feuer, worauf 7 Aufrührerische tobt blieben und 25 verwundet wurden. Die Menge bemächtigte sich des Zeug­hauses. Auch in Harrisburg sanden Ruhestörungen statt. Die Regierung hat deshalb befohlen, Panzerschiffe zu armiren. Die Concentration von Truppen dauert fort. Die Gouverneure der östlichen Staaten haben ihre Unterstützung angeboten.

New-Bork, 24. Juli, Abends. Die Lage ist wenig verändert, der Tag indeß ziemlich ruhig und unblutig verlaufen. Die Vorsichtsmaßregeln werden verdoppelt. Aus Mexico wird gemeldet, daß General Escobedo n)ie= der in Freiheit gesetzt worden sei.

Deutschland.

Berlin, 25. Juli. Am Schluffe einer übersichtlichen Darstellung der Kriegsereigntffe der letzten Wochen heißt es in derProv.-Corresp.": Die Ent­faltung der Fahne des Propheten, welche für den Fall der Bedrohung von Konstantinopel beabsichtigt werden soll, um die Mohamedaner zum Kampf gegen dte Ungläubigen aufzurufen, könnte möglicher Weise den Einspruch der neutra­len Mächte Hervorrufen.

Frankfurt, 22. Juli. Die unterirdische Telegraphen-Linie Leipzig- Halle-Frankfurt-Mainz ist, wie dieDeutsche Verkehrs-Zeitung" meldet, pünkt­lich mit dem 15. d. Mts. von der FirmaFelten und Guilleaume" fertiggestellt worden, ein treffliches Zeugniß für dte Energie, mit welcher dieselbe dieses Unternehmen gleich von Beginn der Arbeiten ab angesaßt hat. Den eigent­lichen Schlußstein der Ausführungs-Arbeiten wird die in nächster Zeit bevor­stehende Verlegung des Rheinkabels bei Mainz bilden. Voraussichtlich wird der Herr General-Postmeister diesem Act beiwohnen, zum Beweise seines lebhaften Interesses für das in der ganzen telegraphischen Welt verdientes Aussehen er­regende Unternehmen der Herstellung eines größeren Netzes unterirdischer Tele­graph.n-Linieu. An die Verlegung des Rheinkabels werden sich voraussichtlich unmittelbar elektrische Prüfungen der ganzen Linie und Correjpondenz-Versuche auf derselben anschließen. Ist bereits geschehen). Mit dem verfloffenen Monat ist auch die einjährige Frist abgelaufen, für welche obengenannte Firma eine Gewährleistung für den dauernd guten Zustand der im vorigen Jahre zwischen Berlin und Halle, bezw. Potsdam und Schöneberg verlegten Kabel übernommen hatte. Wie das jerwähnte Blatt hört, entspricht der gegenwärtige Zustand der letzteren nicht nur den seiner Zeit gestellten Bedingungen, sondern ist noch bei Weitem günstiger, so daß in dieser Beziehung auch betreffs der neuen Kabel Leipzig-Halle-Mainz die besten Erwartungen gehegt werden dürfen.

Dresden, 24. Juli. Gestern Abend 8 Uhr stürzte in dem Steinbruch zwischen Rathen und Wehlen eine große unterhöhlte Felswand in die Elbe, wodurch die Schifffahrt an dieser Stelle gänzlich gesperrt ist.

Arankreich.

Paris, 23. Juli. Die Nachrfchten aus der Provinz melden wieder die Absetzung einer größeren Anzahl von Beamten. Die Präfekten fangen jetzt auch an, die republikanisch gesinnten Bezirksärzte abzusetzen.

England

London, 24. Juli. Die Regierung läßt zwei weitere Truppen-Trans- portschiffe,Simon" undHimalaya", segelsertig machen. Im Lager von Aldershot wird sür nächste Woche Marschbefehl für noch weitere Truppenkorper, darunter auch zwei Kavallerie-Regimenter, sowie Genie-Truppen und Train er­wartet.Standard" undDaily Telegraph" tadeln die in den letzten ments-Sitzungen abgegebenen Erklärungen der Minister, weil die Regierung sich nicht offen genug ausgesprochen habe. Letzteres Blatt äußert, Gallipoli fei der Punkt, wohin englische Truppen gesendet werden müßten, wenn bei deren An­kunft in Malta die Ereigniffe noch immer das gegenwärtige Aussehen hatten. England müffe hinfort offen sprechen'und männlich handeln.Times und Daily News" mißbilligen jedwede übereilte Einmischung Englands in den orientalischen Krieg. , . _ .. , .

London, 25. Juli. DieTimes" erfährt aus Malta, daß die br - tische Flotte in der Besika-Bai Ordre erhalten habe, in Kurzem nach Gallipoli abzugehen. - Die torystische Presse sährt sort, aus eine rechtzeitige Besetzung Gallipolis zu dringen. Demselben Blatte wird aus Wien telegraphirt, daß m