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DerReichs-Anz." meldet: Bei Uebergabe des von den deutschen Fürsten und freien Städten dem Kaiser geschenkten Bildes von der Versailler Kaiser-Proclamation hielt der König Albert von Sachsen eine Ansprache, worin er sagte: das Bild stelle einen der wichtigsten Momente, der deutschen Ge« schichte, und wohl auch auS dem an großen Augenblicken reichen Leben des Kaisers dar, einen Moment, in welchem der Kaiser auf den Wunsch der Für sten und freien Städte die dem deutschen Volke in der Zeit der französischen Gewaltherrschaft verloren gegangene Kaiser Krone wieder ausgenommen und so Dem, was die deutschen Stämme in gemeinschaftlichen Kämpfen und Siegen erreicht, die äußere Weihe gegeben habe.Mögen Ew. Majestät daS aus blu­tigen Schlachtfeldern gegründete deutsche Reich noch viele Jahre in ungestörtem Frieden und Wohlergehen regieren!"

Berlin, 24. März. Die freie volkswirthschaftliche Vereinigung des Reichstages bereitet einen Antrag vor, wonach die Regierung ersucht werden soll, die Production-- und Absatz-Verhältnisse der deutschen Industrie einer Untersuchung zu unterwerfen, und vor Beendigung derselben keine Handels- Verträge abzuschließen.

Hesterreich.

Wien, 21. März. Jgnatieff wird am Sonntag hier eintreffen. Die Wiener Äbendpoft" bestätigt, daß die Abfassung des Protokolls und die Abrüstungs-Frage Schwierigkeiten machen.

P-sth, 23. März. In der Club-Sitzung der liberalen Partei wurde der Gesetz-Entwurf wegen Ausnahme des Goldrenten - Anlehens, nachdem der selbe vom Finanz-Minister befürwortet worden war, ohne Debatte gutgeheißen.

Schweiz.

Basel, 23. März. DieBaseler Nachr." melden aus Bern: Der Nationalrath hat heute mit großer Mehrheit beschlossen, die weitere Behand­lung des Gesetz-Entwurfs bezüglich der Telegraphen-Taxen hinauszuschieben.

Arankreich.

Paris, 23. März. General Jgnatieff, der heute Abend nach Wien ab­reist, hat hier mit dem Fürsten Orloff und dem Herzog v. DecazeS Besprechun- gen gehabt.

Paris, 24. März. Kaiser Wilhelms Schweigen bezüglich seiner Politik in den Aeußerungen an seinem Geburtsfest wird dem Frieden ungünstig gedeu­tet. Jgnatieff ist von London mißvergnügt abgereist; er äußerte: England wünsche den Krieg im Orient.

England

London, 23. März. DemReuter'schen Bureau" wird auS Washington telegraphisch gemeldet: Der Präsident Hayes hat die beiden rivalistrenven Be­werber um den Gouverneur-Posten von Süd-Carolina, Chamberlein und Hampton, ersucht, entweder persönlich in Washington zu erscheinen oder einen Vertrauens- mann zu entsenden, um die Sachlage in Süd-Carolina zu erörtern.

Londo», 24. März. Lord Beaconsfield und die anderen Minister ver­lassen heute für die Dauer der Oster-Ferien London. Die heutigen Morgen­blätter sehen in ihren Besprechungen die gegenwärtige Situation als sehr un­günstig an und bezweifeln zumeist die Wuhlscheinlichkeit einer friedliche., Lösung DieTimes" will zwar noch nicht die Hoffnung aufgebeu, daß weitere Unter­handlungen eine Einigung zwischen England und Rußland herbeiführen könnten, bemerkt indeß, daß die Aussichten auf eine solche nicht günstig seien.

Atalie«

Rom, 23. März. Midhat Pascha hat gestern angeblich Neapel ver­lassen. Es verlautet, die Wiedereinbernfung des vaticantschen Concils werde» vorbereitet. Die Nachricht, daß die Eidesformel für die Bischöfe abzeändert werden solle, wird dementirt.

Rom, 23. März. Die Nachrichten über das Befinden deS Papstes lauten im Allgemeinen ziemlich befriedigend; jedoch nöthigt die in den Füßen eingetretene Schwäche den Papst, sich im Sessel tragen zu lassen.

Türkei.

Aoust««ti»opel, 23. März. Die Verhandlungen mit Montenegro find abermals in's Stocken gerathen. Savfet Pascha wird in dieser Angele­genheit nächstens einen Beschluß des Parlament- provociren. Dieser Beschluß böte alsdann die Richtschnur der ferneren Haltung der Pforte.

Konstantinopel, 23. März. Der Fürst von Montenegro hat ber* Verlängerung des Waffenstillstandes bis 13. April zugestimmt.

Griechenland.

Athen, 24. März. Der Minister-Präsident DeligeorgiS hat ange­kündigt, daß zur Neuberathung der Rüstungs- und Wehr-Gesetze die Kammern zu ihrer nächsten Session ichon für den Mai eiuberufen werden sollen. Durch die Unterstützung von TrikuptS ist die Lage des neuen Ministeriums befestigt.

Lokal'Rotiz.

Gießen, 26. März. lEinjabrig-Freiwilltgeu-Examen). »Die erste Lbthetlung hatte von Freitag den 16. dir Dienstag den 20. März in Darmstadt Prüfung. Von 21 Examinanden bestanden 19. Die besten Examina'* machten Petri und Rech auS Äiehen, sowie Linker auS Mau z Die Resultate der Prüfung der zweiten Abtheilung werden erst Dienstag, ev. Mittwoch bekannt werden.

Vermischte-.

Mainz, 23. März. Der Geburtstag unsere» Kaisers, hat leider ein sehr trau- rigetz resp. blutiges Rachspiel gehabt. Die Soldaten des 117. Grobherzoglichen Hessischen Infanterieregiments hotten, um das SSeburt?fest ut3 Kaisers auch in ge- müthlichem Kreise zu feiern den großen Saal zumHeiligen Geist' gemielhet und Tanzmusik abgehalten. Die Soldaten waren am Abend gerr.üthlich beisammen, al« sich in dem Tanzsaal einige Brandenburger vom 3. Artillerie Regiment sehen ließen. Sofort entstanden Reibereien, die blank«' Kunge flo; ans der Scheide und es entstand eine fürchterliche Schlägerei Fast sämmtlichr Scheiben desHeiligen Geist- wurden zertrümmert, da« Pflaster wurde aufgerissen, man bewarf sich mit Gläsern und da» Handgemenge artete in eine blutige Schlägerei autz. Der Skandal wälzte sich bi« zum Schloßplatze, wo sich auch Husaren an der Prügelei betheüigten Eine nicht unbe­deutende Anzahl Schwerverwundeter bedeckte die Straßen, Leichtverwundete gab es in Masse. Die Soldaren waren in der Nacht so aufgeregt, daß sie in die Kasernen eilten und die.Gewehre heröeiholten. Heute ist die Rübe hergestellt, doch gädrt es noch immer und müssen in Folge dessen sämmtliche Soldaten um 7 Uhr in den Kasernen sein. Man gibt allgemein den Brandenburgern die Schuld, die mit einer wahren Wuth die Leute bearbeiteten.

Monsheim, 22^z. Seine Majestät der deutsche Kaiser ließ heute seinem Altersgenossen dem hiesigen Orttzbürger Herrn Jacob Wilaelm zu dessen heutigem 80. Wiegenfeste auf telegraphischem Wege beglückwünschen. Wilhelm ist «ckersmann und noch sehr rüstig.

Marpingen, 19. März Die Gnadenstätte ist wieder gesperrt worden. Drr Bürgermeister Woytt von Altzweiler hat nämlichmit Rücksicht auf die in letzter Zeit wegen Uebertretung de« Vereintzgesetzes in den Marpinger Gemeindewaldungen erfolgten zahlreichen gerichtlichen Berurtheilungen uny zur Vermeidung sonstiger im Wilde ver­übter Excesse und Verletzung der öffentlichen O-dnung- folgende, von der k. Regierung zu Trier untern» 12. d. genehmigte Polizeiverordnung erlassen.$ 1. Allen nicht der Gemeinde Marpingen angehörigen Personen ist das Betreten der Walddistrikte Härtelwald und Schwanheck der Gemeinde Marpingen unbedingt untersagt. § 2. Das­selbe verbot gilt für die Angehörigen der Gemeinde Marpingen, sofern dieselben sich nicht durch sofortige Vorzeigung eine« von dem unterzeichneten Bürgermeister aus ihre Person au8,estelllea ErlaubnißscheineS über die Besugnitz zum Büreten der im $ 1 genannten Distrikte auszuweisen vermögen. $ 3. Der im $ 2 erwähnte Erlaubniß- schein Hot nur für die Zeit von Morpentz 6 Hitz AbendS 6 Uhr Gültigkeit. $ 4. Zu­widerhandlungen gegen vorstehende Bestimmungen werden mit einer Geldbuße von 15 bis 30 Mark oder im UnvermSqenSfaLe mit verhältmhmäßiger Haft geahndet."

Der Bazar", Berliner illustrirte Damen« und Modezeitung. Wenn ein Journal durch 22 Javrgän,e sich nicht nur die Gunst eine« großen Leserkreise« zu er­halten weiß, sondern auch als Führer und Lehrer der Frauenwelt in allen Dingen der Mode und bei' Geschmacks zu einem in allen Kultursprachen erscheinenden Weltblatt geworden ist, dann darf man sicher daraus schließen, daß daS betreffende Organ Aus« in feiner Art leistete, denn nirgends ist die Zahl der Deserteure größer, al« unter den D-imen, wenn sie Grund zur Unzufriedenheit haben.Dec Bazar' hat feinen 21. Jahrgang angetreten, und die stets steigende Gunst der Damenwelt giebt Zeugniß, von welch eminent praktischem Werthe seine Modenbilder, seine geschmack« vollen uns muftergiltigen Vorlagen ftr die Handarbeiten, Wäsche, Kindergarderoben u. s. w. sind. Was ihn auSzeichnet ist, daß er seine vorzüglichste Aufgabe darin er­kennt, Geschmack an eleganter Einfachheit in den Grenzen weiser Oekonomie zu ver­breiten, und durch correkte Schnittmuster zur Selbstanfertigung der Toiletten anzn- leiten. Dem reichen und fesselnden Inhalt des belletristischen Theil«, dem Schmuck: seiner trefflichen Illustrationen, der Fülle praktischer Notizen über Toilette, Kosmetik. Hauswirtvschaft u. s. w. ist kein geringer Theil der unwandelbaren Beliebtheit zuzu­sprechen, deren sich dieses geschickt uns sorgfältig geleitete Familienblatt zu erfreuen hat. Abonnements auf dasselbe werden von allen Buchhandlungen und Postanstalten jederzeit entgegengenommen. Preis pro Quartal nur 2</t Mark.

Äehlffeberieiit. Mitgetheilt von dem Agenten deS Norddeutschen Lloyd E. W Dietz in Gießen.

Newyork, 21. März. (Per transatlantischen Telegraph.) Das Postdampfschiff Oder, <Sapt. C. Leist, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welche« am 1® März von Southampton abgegangen war, ist heute 12 Uhr Mittags wohlbehalten hier ange' kommen.

Briefkasten.

Eorrespondenl in Lich. Ihre Aktiengesellschafts-Nachricht klingt uns so horridel, daß wir doch noch nähere Erkundigungen einziehen müffen um der Torrespondenz Auf­nahme zu gewähren. D. Red.

Allgemeiner Anzeiger.

Bekanntmachung.

1620) Die Obligationen zu dem Anlehen von 600000 Mark a 41/2 Procent sind nunmehr fertig gestellt und können die betreffenden Stücke gegen Rückgabe der Jnterimsquittungen bei der Stadtkasse in Empfang genommen werden. Ebendaselbst werden weitere Einzahlungen auf dieses Anlehen entgegengenommen.

Gießen, den 23. März 1877.

Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen.

A. Bramm.

1574) Eine große Partie Vorhänge verkaufen wir zum Fabrik­preis und geben:

1 Fenster brochirt Mull, 6 Meter lang, von JL 6 an,

1 gestickt Mull, 6 M c, 7 r

< englisch Tüll, 6 8

Abgepaßte Fenster in gestickt Mull und Tüll bis zu 200 Centimeter breit wollen wir ganz ausverkaufen. Muster werden auf Verlangen gesandt.

Heuer & Schoen,

Kaiserstraße Ar. 14,

Frankfurt a. M.

Mühlen und Guts Versteigerung.

1621) Mittwoch den 4. April l. I., des Miitaqs um 2 Uhr, beabsichtigt der Unterzeichnete seine in der Gemarkung Nieder-Ohmen liegende Mühle nebst circa 40 Morgen Ackerland und circa 20 Morgen Wiesen im 2. Schulhause zu Nieder-Ohmen einer freiwilligen Versteigerung auszusetzen.

Die Mühle besteht aus zwei oberschlächtigen Mahl - und einem Schlag­gang, liegt nahe an der Oberhessischen Eisenbahn 1/i Stunde von der Halte­stelle Nieder-Ohmen und i/2 Stunde von der Station Burg- und lieber« Gemünden entfernt, besitzt ausgezeichnete Wasserkraft und hat weder durch Fluth noch niedriger Wasserstand störenden Einfluß auf den Betrieb -derselben. Das Gut liegt in der Nähe der Mühle und befindet sich in gutem Zustande.

Nieder-Ohmen, am 19. März 1877.

Georg Philipp.

Geschäfts Empfehlung. j

X Beehre mich einem verehrten Publikum die eraebeue Mttthellunß zu machen, 4 > X daß ich unterm Heutigen ein Schuhmacher Geschäft für meine Rechnung er- . > X richtet habe und bitte um geneigten Zukpruch. 4 .

1311) Daniel Moog II., Fiügelsgasse 83. o