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Deputirten-Kammer, die immer mehr der Leitung der gemäßigten Männer ent­ging und mehr und mehr von den ausgesprochenen Führern des Radicalismus beherrscht wurde, kam dahin, den Theil der Autorität zu verkennen, welcher mir zusteht und den ich nicht verkleinern lasten darf, ohne meine Ehre und meinen Namen vor Euch und vor der Geschichte einzusetzen. Zugleich auch den gesetz­lichen Einfluß des Senates bestreitend, strebte sie nach nichts Geringerem, als an die Stelle des nothwendigen Gleichgewichte- der bestehenden Gewalten den Despotismus einer neuen Convention zu setzen. Da galt kein Zögern. Von meinem constilutionellen Rechte Gebrauch machend, habe ich auf den zustimmen» den Rath des Senats die Deputirten-Kammer aufgelöst. Jetzt ist es an Euch, zu reden. Man sagt Euch, daß ich die Republik stürzen will, aber Ihr wer­det es nicht glauben. Die Constitution ist meinem Schutze anvertraut und ich werde ihr Achtung schaffen. Was ich von Euch erwarte, ist die Wahl einer Kammer, die, sich über den Streit der Parteien erhebend, vor allen Dingen sich mit den Angelegenheiten des Landes beschäftige. Bei den letzten Wahlen har mau meinen Namen gemißbraucht. Unter denen, die sich damals meine Freunde nannten, haben Viele nicht nachgelassen, mich zu bekämpfen. Man redet Euch auch gegenwärtig von Ergebenheit an meine Person vor und behauptet, nur meine Minister zu bekämpfen, aber Ihr werdet Euch durch diesen Kunstgriff nicht täuschen lasten. Um denselben zu vereiteln, wird meine Regierung Euch Diejenigen unter den Candidaten bezeichnen, die sich allein auf meinen Namen berufen können. Ihr werdet Eure Abstimmungen reiflich erwägen. Meiner Politik günstige Wahlen werden den regelmäßigen Gang der bestehenden Regie­rung erleichtern, werden das von der Demagogie untergrabene Autoritätsprincip befestigen und die Ordnung sind den Frieden sichern. Feindselige Wahlen wür­den den Conflict zwischen den öffentlichen Gewalten verschärfen, den Gang der Geschäfte hindern, die Aufregung unterhalten, und Frankreich würde uitter diesen neuen Verwicklungen ein Gegenstand des Mißtrauens für Europa wer­den. Was mich betrifft, so würden meine Pflichten mit der Gefahr wachsen; ich könnte niemals den Forderungen der Demagogen gehorchen, ich kann nie­mals das Werkzeug des RadicaliSmuS werden, noch den Posten verlasten, auf den mich die Constitution gestellt hat. Ich werde bleiben, um mit der Unter­stützung des Senats die conservativen Jnteresten zu vertheidigen und mit Ener­gie die treuen Beamten schützen, die sich in schwierigen Augenblicken nicht durch eitle Drohungen einschüchtern ließen. Franzosen! Ich erwarte mit vollem Ver­trauen die Kundgebung Eurer Gesinnungen. Nach so vielen Prüfungen will Frankreich die Beständigkeit der Ordnung und des Friedens, und mit der Hülfe Gottes werden wir ihm diese Güter bewahren. Ihr werdet auf das Wort eines Soldaten hören, der keiner Partei dient, der von keinen revolutionären oder reactionären Leidenschaften, sondern nur von der Liebe zum Vaterlande ge­leitet wird.

Paris, 19. September. Der Minister des Innern, v. Fourtou, hat den Präfecten den Befehl ertheilt, das Affichiren einer jeden Wahl-Proclama- tion zu verbieten, worin der Regierung kriegerische Absichten unterstellt werden oder gesagt werde, daß der Wahlkampf, wie ihn die Regierung führe, den Frieden compromittiren könne. Die Versaster solcher Wahl-Ausrufe sollen über­dies sofort gerichtlich verfolgt werden.

Kossand.

Haag, 19. September. Das indische Budget pro 1878 schließt mit 16i/z Mill. Gulden Deficit ab in Folge von Ausgaben für öffentliche Arbeiten zur Vergrößerung des Eisenbahnnetzes auf Java. Die Regierung beantragt die Deckung des Deficits durch eine 41/2proc. Anleihe von 16 Mill, auf Rech­nung Indiens. Die Emission soll durch Gesetz geregelt werden.

Der orientalische Krieg.

Konstantinopel, 18. September. DieAgence HavaS" meldet: Man versichert, die durch die Türken eingenommenen Befestigungen im Schipka- Paß seien von den Russen wiedererobert worden. Bei Plewna dauere der Kampf fort.

Wien, 19. September. Die officiöseWiener Abendpost" constatirt den russischen Mißerfolg im Schipka-Paß und sagt, einer gänzlichen Räumung des Balkans Seitens der Russen dürfte demnächst entgegengesehen werden; die gegenwärtige Kriegsphase wäre damit abgeschlossen. Energischesten Be­mühungen seien engste Grenzen gezogen, und es sei die Periode strikter Ver- theidigung für die Russen eingetreten. Als ihr äußerstes Ziel sei nur die Behauptung der gegenwärtigen Stellungen in Nikopolis, Plewna und Bjela denkbar.

Konstantinopel, 19. September. Eine Depesche Mehemed Ali Pascha's aus Schumla vom 18. d. meldet: Gestern Morgen besetzte die Divi­sion Salih Pascha's die von den Russen nur schwach besetzten Höhen von Schagodan und Keuprudje. Eine Depesche Ahmed Pascha's aus Rustschuk meldet: Die Tscherkessen schlugen zwei Schwadronen Russen bei Dilau, mach­ten 60 Mann kampfunfähig und zerstörten die Telegraphen-Verbindung mit dem rumänischen Ufer.

Konstantinopel, 19. September, Abends. Ein Telegramm Suleiman Pascha's vom 18. d. bestätigt die durch die Russen erfolgte Wiedereinnahme d-r Befestigungen des Sveti Nikolas, die von den Türken blos sechs Stunden lang besetzt waren. Die Türken wurden von den Russen, welche Verstärkungen erhielten, lebhaft angegriffen und mußten den Sveti Nikolas wieder räumen und ftdi hinter ihre ersten Verschanzungen wieder zurückziehen. Der Verlust der Türken betrug 100 Todte und 200 Verwundete, derjenige der Russen 1000 Todte und Verwundete.

Petersburg, 20. September. Eine Depesche desGolos" meldet aus Jgdnr vom 18. d.: Heute in der Frühe eröffneten die Türken von ihren Batterien ein Feuer auf unsere ganze Linie. Die Kanonade dauerte bis zum Mittag, währenddem der Feind, Laufgräben ziehend, allmählig von den Bergen berunterkam.

Annl.ch wird aus Gorni-Studen, 19. Septbr., gemeldet: Gestern, den 18. Septbr., herrschte allenthalben Ruhe; die Blokade und Beschießung von Plewna dauert fort.

Wien , 20. September. DiePresse" meldet aus Bukarest: Bei Charkow stieß ein Gütcrzug mir einem andern Zug, welcher Verwundete trans- pv'.tirte. zusammen, wobei viele Personen um's Leben kamen und mehrere Wagaons zertrümmert wurden. DasTageblatt' meldet aus Gorni-Studen, 18 Sept.: Plewna wird von den Russen und Rumänier fortwährend bombar- dirt; der Ort ist dermaßen cernirt, daß die Zufuhr von Lebensmitteln und

Munition abzeschnitten ist. Die Tücken lassen das Bombardement wegen Mangels an Munition unerwidert. Der Kampf, durch welchen die Russen den Nckoltt- berg am Schipka-Passe wieder einnahmen, dauerte 9 Stunden; die Türken ließen 2000 Todte zurück. Dem österreichischen Militär-Attache, Hauptmann Bolla, ist seitens des Kaisers von Rußland das Georgen-Kreuz verliehen worden.

V eH i s ch t

Darmstadt, 18. Sept. OaS Grobherzogliche Kreisamt Darmstadt erläßt fol­gende Bekanntmachung:

Seine Majestät der Deutsche Kaiser werden am 24. und 25. I. M. jedeSmal oen Morgens 9 Uhr ab eine bet Darmstadt zusammengezogene combtntrte Kavallerie-Dtvision besichtigen.

Die Terraingrenzen der Hebungen werden etwa bilden am 24. l. M.: Main- Rheinbahn von der Gräfenhauser Straße bis Klein-Gerau, Richtung von Worfelden nach Büttelborn, der Darm von der Gräfenhauser Straße bis Gehaborn, der Triesch- wald, Darm bis zum Büttelborner Wald uns dieser selbst.

Zur Veimetdung von Unfällen, sowie von Störungen der übenden Truppen ist es erforderlich, daß das bezügliche Uebungsterratn von Zuschauern ganz frei gehalten und diesen nur gestattet wird, sich an den Grenzen dieses Terrains resp. der Dörfer und Holzparcellen aufzuhalten. Zu diesem Behufe Haden wir, neben Absperrung deS Terrains, Anordnung getroffen, daß von 83/4 bis 93/t Uhr Morgens d e Chauss:e von der Windmühle nach Grafenhausen, sowie die Chaussee DarmstadtWeiterstadt vom Schnittpunkt mit der Rtedbahn bis zum Dorfe und von 9 Uhr bis zum Schlüsse der Hebung die Mainzer Straße vom Trtesch bis Büttelborn von Fuhrwerk jeder Art und Zuschauern frei gehalten werden.

Geeignete Orte für Zuschauer sind: Die Südausgänge von Weiterstadt dicht am Orte, sowie die Nord-, Oft- und Westgrenze des Trieschwaldes, zu welchem der Dornheimer Weg, Braunsharder Hausschneiße und GriesheimWetterstädter Weg frei- gelassen siid, sowie die Südgrenze oeS Brauisharder Tännchen.

Die Terraingrenzen der Hebungen werden gebildet am 25. l. M: Durch die Südgrenze des Büttelborner WaldeS, die Griesheimer Torfgruben btS zum Eichwäld- chen, sodann durch die Artillerieschießplatz- und Waldgrenzeuinzebunz bis zur»Karzei* an der Mainzer Straße. Aus den oben angegebenen Grund en haben wir, neben Ab­sperrung des Terrains, an diesem Tage Absperrung der Griesheimer Chaussee von Griesheim dis zum Zchetdungspunkt derselben mit d.m chausstrten Weg, der zum Schi ß- platze führt, von 83/< bis 10 Hhr und der Mainzer Chaussee von der Riedbahia bis zur Kanzel" am Dornheimer Weg ungeordnet.

Für die Zuschauer finden sich geeignete Orte an den Ausgängen von Griesheim, jedoch nur dicht am Orte, mit gänzlicher Freilassung des südöstlichen (Sandgruben-) .Hügels, sowie an der Nordgrenze der Bäckertanne und an der Waldgrenze zwischen Bessunger-Weg und Eichwäldchenschneiße. Um zu letzteren Stellen gelangen zu inen, sind freigelassen: Stadtschneiße über Griesheimer Haus, Eschollbrücker- und Bäcker» weg, sowie die Chaussee nach dem Schießplatz (Ostsette des Barackenlagers) zum Waldrande.

Dem Publikum gegenüber wird die zuversichtliche Erwartung ausgesprochen, daß es, sowohl im Interesse der stattfindenden militärischen Hebung, wie in eigenem Interesse den Anordnungen der Sicherheitsorgane willig Folge leistet. Zuwiderhandelnde haben sich die Folge etwaiger Renitenz lediglich selbst zuzuschreiben.

Darmstadt, 18. Sept. Bei der Feier des Empfangs Sr. Majestät des deut­schen Kaisers werden sich nach bis jetzt vorliegenden Anmeldungen die Gesangvereine Mozart, Liedertafel, Liederzweig, Melomanen, Sängerlust, Teutonia und Summser, die Turner und Turnverein Vorwärts, die Turnersingmannschaft und Feuerwehr, der Krtegerverein und der Kameradschaftliche Kriegeroeretn, die Schützen, die Feuerwehr der LudwigSbahn und die Metzger betheiligen.

Frankfurt, 18. Sept. Heber den Verlauf der Messe erübrigt nur noch zu er­wähnen, daß sie nach dem übereinstimmenden Urtheil Aller schlecht war, die Verkäufer ziehen mit trüben Gesichtern von bannen; nur die Gerber lachten, alS sie ihre Gelder in der Ledermeffe kasstrten, denn für sie waren die Meßtage goldene.

An dem gestern durch das Abreißen der Baracken auf dem Markt begonnenen Markthallenbau wird Tag und Nacht gearbeitet.

Von einer energischen Frau sagte Jemand:Ich versichere Sie, eine Energie besitzt diese Dame an der ist ein Mann verloren gegangen IAch, wenn ich ihn doch gefunden hätte!" seufzte eine alte Jungfer, die gerade anwesend war.

Allen Kranken Kraft und Gcsunddcit ubuc Medici« und ohne Koste« durck die Heilnahrung:

Revalesciere

Gelt 80 Jahren hat keine Krankheit dieser angenehmen Gesundheit-» speise widerstanden und bewährt sich dieselbe bet Erwachsenen und Kindern ohne Webicin und ohne Kosten bei allen Magen-, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen», r chleimbaut-, Athem-. Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Asthma, ryuften, Unverdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämor- ho'den, Wassersucht, Fieber, Schwinhel, Blutaufsieigen, Ohrenbrausen, Hebelkcit unb ! > brechen se bst während der Schwangei schalt, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Säuglinge schon von er Geburt an selbst der Ammenmilch oorzuziehen. Ein Auszug aus 80,000 Ccrti» ricaten über Genesungen, die aller Medtcin widerstanden, worunter Certificate vom Professor Dr. Wurzer, Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr Shoreland, Dr. Campbell, Professor Dr. Dsds, Dr. Ure, Gräfin Castlestuart, Marquise de Brähan, unb vielen anderen hochge tellten Personen, wird franco auf Verlangen eingesandt.

Abgekürzter Auszug au- 80,000 Eertistcaten.

Nr. 62476. Dem lieben Gott unb Ihnen sei Dank. Die Revaleeolbre hat meine l8jährigen Leiden im Magen unb in ben Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwäche unb nächtlichem Schweiß gänzlich beseitigt.

I. Comparet, Pfarrer, Saint« Romaine des Dee.

Nr. 89211. Orvaux, 15. April 1875. Seit vier Jahren genieße ick die köstliche Revalescifere unb leide seitdem nicht mehr an den Schmerzen in den Lenden, die mich während langer Jahre fürchterlich gefoltert hatten. In meinem 93. Jahre stehend, er­freue ich mich jetzt der vollkommensten Gesundheit. Leroy, Pfarrer.

Nr. 45270. I. Robert. Von seinem 25 jährigen Leiden an Schwindsucht, Husten, Erbrech' ngen, Verstopfungen und Taubheit gänzlich bergcstellt.

62845. Pfarrer Sollet von Eerainoille. Von Asthma mit häufige« Erstickungen völlig brrgefteUt.

80416. Frau Major Deutsch, geb. von Horn in Posen; deren Kinder vom DrüsenlUden bergestellt.

Nr. 64210. Marquise von Brähan von 7 jähriger Leberkrankheit, Schlaflofigkeit Zittern an allen Gliedern, Abmagerung und Hypochondrie.

Nr. 75877. Florian Köllcr, K. R. Militärverwalter, Grobwardein, von Lungen» und Luttröbren-Katarrh., Kopsschwindel und Brustbeklemmung.

Nr. 75970. Herr Gabriel Teschner, Hörer der öffentlichen höheren Handels- Lehranstalt in Wien, in einem verzweifelten Grade von Bruftübel und Nervenzerrüttung-

Nr. 65715. Fräulein de MontlouiS, von Hnoerdaulichkeit, Schlaflosigkeit und Abmagerung.

Nr. 75928. Baron Sigmo von 10 jähriger Lähmung an Händen unb Füßen ic- D>e Revaleecitre ist viermal so nahrhaft als Fleisch und erspart bei Erwachsenen unb Kindern 50 Mal ihren Preis in anderen Mitteln und Speisen.

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