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schen Wagenführern wurden sie jedoch abermals beraubt. Diese Thatsachen werden von dem englischen und dem österreichischen General-Consul constatirt.

AranLreich.

Pari-, 17. September. In einer Rede, die der Minister des Aeußern, Duc D6cazes, in einer Versammlung der Wetnprodncenten zu Cistillon hielt, betonte derselbe nachdrücklichst die friedlichen und versöhnlichsten Gesinnungen der französischen Regierung. Europa habe den ausschließlich defensiven Charakter der neuen militärischen Organisation wohl erkannt und bringe der friedlichen Haltung Frankreichs seine Sympathie entgegen.

Pari-, 17. September. (Ausführlicher Bericht.) Der Herzog v. D6ca- zes wohnte in Castillon der Versammlung des ComiteS der Weinbau-Interessen- ten bei und hob in einer Rede hervor, daß der Marschall Mac Mahon dem Minister des Auswärtigen die Mission anvertraut habe, mit ängstlicher Sorg' falt über die genaue Beobachtung der internationalen Pflichten Frankreichs zu wachen. Die Aufrichtigkeit Frankreichs sei jenseits seiner Grenzen niemals be argwohnt worden. Europa wisie, daß Frankreich gegen keine andere Macht eine feindliche oder aggressive Politik verfolge, und alle Rechte respectirend, keinem Nachbar weder eine Störung noch überhaupt Schwierigkeiten zu bereiten wünsche. Europa erkenne an, daß die militärische Organisation Frankreichs ausschließlich einen defensiven Charakter trage. Wir sind heute überall einer Friedenspolitik leidenschaftlich ergeben. Diese Politik ist es, welche ich vor ihnen repräsentire und die uns die Sympathie und das Vertrauen Europas einträgt. Wir sind weder Reactionäre noch Revolutionäre, wir bedrohen weder Regierungen noch Throne. Friede und Eintracht sind die letzten Worte, welche ick an sie richten möchte.

Pari-, 17. September. Fourtou kehrt heute Abend, D6cazes morgen nach Paris zurück.

Paris, 15. September. Der Präsident der Republik traf heute Nach­mittag um 1 Uhr in Tours ein, wo er frühstückte und dann die Kathedrale besuchte; morgen kehrt er wieder nach Paris zurück. Wie derTemps" er­fährt, wird der Druck des Manifestes des Marschalls Mac Mahon an die Franzosen jetzt vorbereitet; es wird hinzugefügt, daß dieses Aktenstück gleichzeitig mit dem Decrete zur Einberufung der Wähler für die Deputirtenwahl in allen Gemeinden Frankreichs durch Maneranschlag bekannt gemacht werden soll. Graf Clary früher Adjutant des kaiserlichen Prinzen, der 1872 als Escadrons- Chef seine Entlastung nahm, ist gestorben.

England

London, 18. September. Der deutsche Botschafter, Graf Münster, welcher vorgestern von einem Besuche bei Lord Derby in Knowsley zurückge­kehrt ist, geht demnächst wieder nach Deutschland und trifft am Freitag in Berlin ein.

Kossand.

Haag, 17. September. Der König hat die Session der General- Staaten in Person eröffnet. In der Thronrede wird auf die freundlichen Be- Ziehungen zu den fremden Mächten hingewiesen. Ferner ist von der guten Ernte und der befriedigenden Lage der Finanzen die Rede. In Atchin seien seit mehreren Monaten keine weiteren militärischen Operationen nothwendig ge­wesen. Sobald nock einige Gebietstheile daselbst unterworfen worden seien, werde die Zahl der Truppen erheblich vermindert werden können. Schließlich werden Vorlagen angekündigt, betreffend die Vermehrung der Zahl der Depu- tirten, die Reform des Abgaben-Systems und die öffentlichen Arbeiten in Java.

Atalten

Rom, 17. September. Der Secretär der hiesigen russischen Botschaft, Graf Komarowski, ist nach dem Hauptquartier des Kaisers abgereist.

Amerika.

Washington, 17. September. Seitens des landwirthschaftlichen Departements wird der am 15 d. veröffentlichte Bericht über die Baumwoll- Ernte dahin berichtigt, daß der Durchschnitts-Stand derselben in der ersten Woche dieses Monats 5 pCt. unter dem des vorjährigen September war.

Der orientalische Krieg.

Odessa, 15. September. Nach demNikolajewer Anzeiger" ist der türkische MonitorPethi Boulen" am 23. August, 11 Uhr Abends, in Sulina eingetroffen. Der Kampf mit der Vesta kostete dem türkischen Schiffe 7 Todte. Drei Kugeln hatten die Brücke deffelben durchbohrt. Außerdem war der Türke noch mehrfach, aber minder schwer, beschädigt worden.

Wien, 17. September. DiePresse" meldet aus Cettinje, 17. d. : Fort Presjcka sammt den übrigen Blockhäusern im Duga-Paffe und die Stadt Bilek nebst der Festung haben sich gestern bedingungslos den Montenegrinern ergeben. Daffelbe Blatt meldet aus Bukarest: Für einen etwaigen Winter- Feldzug werden bereits alle Vorbereitungen getroffen. In Matschin, Hirsowa und Nikopolis werden zu diesem Behufe Verpflegungs-Vorräthe angesammelt

DiePolit. Corresp." bringt nachstehende officielle Telegramme: Bukarest, 16. Septbr. Die Türken versuchten am 14. d. die von den Rumä­nen besetzte Grivica Redoute zu nehmen, wurden aber zurückgewiesen. Nach­dem dem Fürsten Karl seitens des Kaisers Alexander das Commandeur-Kreuz des Georgs-Ordens verliehen worden war, begab sich Ersterer in das Haupt quartier des Kaisers und überreichte diesem das Großkreuz des rumänischen Stern Ordens. Aus Belgrad: Die Bataillone des stehenden Heeres sind Nicht au die Grenze abmarschirt, sondern nach Beendigung der gewöhnlichen, sick alljährlich wiederholenden Uebungen in ihre resp. Standorte wieder zurück­gekehrt. Aus Cettinje, 16. Septbr. Die befestigte Kaserne zu Bilek wird von den Türken noch gehalten, nachdem Stadt und Festung nach kurzem Bom­bardement sick den Montenegrinern ergeben haben. Suleiman Pascha, oer Commandant von Trebinje, mußte, weil selbst bedroht, die erbetene Hüls- verweigern.

Konstantinopel, 18. September. Nach den neuesten Nachrichten hal­ten die Ruffen Plewna noch ringsum besetzt. Die dem britischen Botschafter, ÜDm Großvezir gestern mitgetheilte Depesche betraf nur ein partielles Gefecht und keinen allgemeinen Sturm,Angriff. Eine entscheidende Schlackt steht nock bevor.

Petersburg, 18. September. DerGolos" meldet: Der General.

Adjutant des Kaisers, General Totleben, reist heute nach dem Hauptquartier der Südarmee ab. Am 17. d. ist ein neuer Sanitäts-Train nach Kischeneff abgegangen.

Wien, 18. September. DasTageblatt" meldet aus Belgrad vom 17. d.: Die bisher in Bosnien gegen die Aufständischen verwendeten türkischen Truppen unter Ismet Pascha sind nach Serajewo und Sjenitza beordert. Der serbische Agent Christics Hal Konstantinopel noch nicht verlaffen.

Wien, 18. September. DieNeue Fr. Pr." meldet aus Konstantinopel vom 17. d.: Nach dreitägigen Kämpfen wurde der Schipka-Paß von den Ruffen vollkommen verlaffen und von den Türken besetzt.

DiePreffe" meldet aus Tiflis vom 17. d. : Die Meldung Mukhtar Pascha's, daß Ardahan von den Ruffen geräumt sei, ist unwahr. Ardahan ist von 12 Bataillonen Infanterie und 6 Escadronen Kavallerie unter dem Fürsten Eristaco besetzt.

Vermischte-.

Offenbach, 16. Sept- Die heute dahier eröffnete Pflanzen-AuSstellung des Vereins für Feld- und Gartenbau, verbunden mit einer Maschinen- und Viehaus- stellung des Offenbacher landwirthschaftlichen Bezirksoereins, bietet einen ganz be­sonderen Anzieoungspunkt. Die Handels- und Herrschaftsgärtner daselbst haben mit großem Wetteifer das Beste und Schönste ihrer Culturen zur Schau gestellt, der Bienenzucht-Verein ist ebenfalls hervorragend beteiligt; die Maschinen und verbesserten landwirthschaftlichen Gerätschaften in ihrer Mannigfaltigkeit nehmen insbesondere daS Interesse her Oeconomen in Anspruch, und nach den zahlreichen Anmeldungen dürfte auch am Montag die Viehausstellung höchst sehenswerth erscheinen.

RüdeSheim, 16. September. Eine zahllose Menschenmenge hatte sich heute in unserem festlich geschmückten Orte versammelt, um der Einweihung des Denkmals auf dem Niederwald beizuwohnen. Die Hauplzierde unserer Stadt bildete eine Ehrenpforte, welche aus Weinfässern gebildet war.

Der Kaiser, die Kaiserin, der Kronprinz, Prinz Wilhelm (des Kronprinzen älte­ster Sohn) die Großherzoge von Mecklenburg-Schwerin und Sachsen-Weimar, die Prinzen Karl und Friedrich Karl von Preußen wohnten der Feier bei. Der Kaiser vollzog die Grundsteinlegung um 1 Uhr in eigner Person. In das Fundament wurde eingelegt:

1) Die auf Pergament ausgearbeitete Stiftungsurkunde, 2) alle Münzen, welche in Markwährung geprägt werden, 3) ein Metermaß, 4) die größeren deutschen Zei­tungen in einer Nummer, 5) Brochüren, Zeichnungen rc. über das Denkmal, 6) die vom Comitä erlassenen Aufrufe, 7) BettragSlisten von Deutschen in England, welche sich Dies ausdrücklich ausbedungen haben, 8) je eine Flasche 1870er Rüdesheimer und Aßmannshäuser Wein.

Ein äußerst glänzendes Offiziercorps hatte sich gleichfalls zur Feier eingefunden, darunter insbesondere auch die Generalfeldmarschalle Graf Moltke und v. Manteuffel-

Auch viele Studentencorps von den meisten deutschen Hochschulen hatten Vertreter gesendet, von Gießen waren särnmtliche Corps npräientirt-

Der Oberpräsident Graf Eulenburg hielt eine kurze Festrede. Hierauf erfolgten die drei Hammerschläge deS Kaisers, worauf die gesammke MasseDie Wacht am Rhein" intonirte, von unzähligen Böller- und Kanonenschüssen begleitet.

Leider war die Feier durch den Regen einigermaßen beeinträchtigt, doch ließ sich die Feflstimmung dadurch wenig stören.

Wir erinnern uns nicht, auf dem Rhein in unserer Gegend jemals ein so groß­artig bunteS und bewimpeltes Treiben gesehen zu haben.

Mainz, 15 September. Der sechste Altkathsliken-Congreß, welcher am 28, 29. und 30. d M abgehalten werden wird, Hal folgendes Programm. Am Donnerstag Abend 7 Uhr findet die Begrüßung der Mitglieder und Gäste im Restaurationssaale des Raimundi-Gartens statt- Am Freitag den 28. Scplember ist ein feierliches Hochamt und Predigt in der evangelischen Kirche. Dieser Gottesdienst nimmt um 9 Uhr seinen Anfang. Um 11 Uhr ist die erste geschlossene Versammlung im weißen Saale de« Kur­fürstlichen Schlosses. Die erste öffentliche Versammlung findet Nachmittags im Aka- derntesaale statt. Der erste Tag wird mit einer Abendunterhaliung in den Räumen des Raimundigartens geschlossen. Am Samstag den 29. d. M. findet nach einer Seelen­messe für die verstorbenen Mitglieder der altkatholischen Gemeinschaft in der St. Klaro- Kapelle die zweite Versammlung im Kurfürstlichen Schlosse statt- Nachmittags 3 Uhr rft eine Besichtigung der städtischen Kunstsammlungen. AbendS 8 Uhr ist eine gesellige Zusammenkunft im Holländischen Hof- Nach der Morgenpredigt im Kurfürstlichen Schlosse findet Nachmittags 3 Uhr eine öffentliche Versammlung im Akademiesaale statt.

Mainz, 15. Septbr- Für die Besucher des Altkatholiken-Congresses haben ver­schiedene Bahnen be,üglich der Gültigkeitsdauer der Retourbillets Vergünstigungen be­willigt. Auch treten einige Fahrpreisermäßigungen ein Das Büreau für das Lokal- comitö ist von Donnerstag den 27. o. M von 10 Uhr Vormittags an im Kölner Hof.

Berlin, 12. Sept- Heutige Morgenzeitungen bringen übereinstimmend folgende Mittheilung:Eine drollige Geschichte ist einem hiesigen Rechtsanwalt im Drange der Geschäfte passirt. Der Herr vertbeidigte vor einigen Monaten einen jungen Mann und hatte leichtes Spiel, da der kgl. Staatsanwalt selbst die Freisprechung des Angeklagten beantragte. Diesem Anträge schloß sich selbstredend der Vertheidiger an und verließ nach seinem Plaidoyer, da anderweitige Berufsgeschäste ihn abriefen, vor Verkündung bi§ UrthetlS den GertchtSsaal. Der Gerichtshof erkannte gegen alles Erwarten auf eine geringe Gefängnißstrafe und es trat der außerordentlich seltene Fall ein, daß der Staatsanwalt zu Gunsten des Angeklagten appellirte, weil auf Strafe und nicht auf Freisprechung erkannt worden war. Die Appellalionsschrift wurde dem Vertheidiger grade zu einer Stunde vorgelegt, wo er sehr beschäftigt war, unb er notirte zur Nach- achiung für seinen Büreauvorsteher am Rande:Die Behauptungen der AppellattonS- schrist werden bestritten und es wird gebeten, das erstinstanzliche Erkenntniß zu be­stätigen." Durch die schließlich beim Kammergericht gegen den Antrag deS DefensorS erfolgte Freisprechung wurde der Anwalt von dem drolligen Jrrthum in Kenntnlß ge­setzt-" Für gar so drollig können wir diese Geschichte gerade nicht halten, welche von einer unerhörten Gewissenlosigkeit eines Rechtsbeistandes erzählt- Wir sind sogar sehr geneigt, zur Ebre unseres Anwaltsstandes die ganze Geschichte für eine spät-sommer­liche Reporter-Erfindung zu halten. Aber selbst als Erfindung bringt diese Erzählung, die jedenfallsnach dem Leben" erfunden worden, recht zeitgemäß in Erinnerung, daß die Freigebung der Advokatur überaus nothwendig ist.

Königsberg. Zum dietrichswalder Wunder schreibt man KönigSb- H. Z auS Allenstein, 8. Sept-: Der hiesige Sanitätsrath Dr. A. Sonntag hat sich gestern nach Dietrichswalde begeben, um bteMarienkinder", sowie bie beiden anderen Per­sonen, welche die Marienerscheinung zu sehen behaupten (eine Wittwe und ein erwach­senes Mädchen) ärztlich zu untersuchen. Es dies auf sp-ciellen Wunsch deS Bischofs von Ermland geschehen, der sich über das angebliche Faktum, daß diese Personen wäh­rend der Vision vollständig starr und am ganzen Körper gefühllos seien, durch eine gerade von einem nichtkatholischen Arzte während der Vision geführte Untersuchung Dergerotffern wollte Herr Dr. Sonntag bat die Untersuchung in Gegenwart zweier kath. Geistlichen und vieler anderen Katholiken vorgenommen und dabei fonftatirt, daß die betreffenden Persönlichkeiten sich weder in einem starrkrampsähnlichen Zustande be­fanden, noch an irgend einer Stelle ihres Körpers gefühllos waren. Em genauer Be­richt über die Untersuchung ist noch an demselben Tage an den Bischof eingeschickt worden.

(Manöoerbilder.) Die gegenwärtigen Manöver der deutschen Armee sind großartig und sehenswertb, sie sind aber auch kostspielig. Und nickt nur für den Säckel deS deutschen Reiches, sondern insbesondere auch für die Gegenden und Te^rainS, die »um Manöver gewählt werden. ES ist zwar eine Entschädigung für Einquartirung ge­setzlich, diese entspricht aber keineswegs den wirklichen Unkosten. Und wenn nun bie braven Soldaten die Last des Marschirens und Exercirentz bei Hitze und Kälte, bei Trockenheit und Nässe haben, soll man ihnen die paar Nickel noch abnehmcn, die sie für Verpflegung zu entrichten haben? Das bringt unter Hunderten kaum Einer über'S Herz. Also bleibt dabei, auch im Frieden kann der mögliche Krieg uns schon rech­tes Geld kosten: Gegenden, in welchen nicht manöorirt wird, haben davon freilich keine Idee. Es ist im Grunde eine große Ungleichheit in der Besteuerung, in der Be­lastung- Dafür haben die Ueberbürbeten allerdings daS .... Zusehen. Schon 4 Uhr früh weckt das muntere Signalhorn, der Kaffee wird der Einquartirung zu lieb eine