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IVo. 139.
Mittwoch, den 20. Juni
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P^eis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Brinqerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
©rfduint tätlich mit Aufnahme deS Montags '■•r^cDifiün: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.
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der Hofapotbeke Vertreter Rumäniens bei Ueberweisung der Circular Note'des Ministers Coaal- n rechten Flügel mceanu vom 3 Juni hinfirhtfirfo bpr w.....x...-...,® <.... m.ör
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~ s2,m Schlüsse der kaiserlichen Ordre an den Cultus-Minister und den Oberkirchenrath worin der Kaiser dieselben von seiner Bescheidung auf das Entlassungs-Gesuch Hegel's benacbrichtigt, beißt es: „Indem ick Sie hiervon m Keuutmß setze, hege ich gleichermaßen die Erwartung, daß Sie nicht nur dieser Entscheidung Folge geben, sondern mir in dieser für die evangelische Kirche so kritMen Zeit auch ferner kräftigst zur Seite stehen werden."
Berlin, <7. Sunt Der „Deutschen Montags-Ztg." zufolge hätten die TOT La. 1 3 . f. ..... . 7. C H* - V ' . u
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^dtöifldbt, 16. Juni. Ein hiesiges Blatt bringt in einem Artikel „aus Mainz eine Beschwerde darüber, daß die Anordnung einer zwölfwöchigen Landestrauer zu hart sei, weil durch die Einstellung der öffentlichen Lustbarkeiten der Erwerb zahlreicher Geschäfte schwer geschädigt werde. Diese Beschwerde beruht lediglich auf einem Mißverständniß. Nach den zur Ausführung der Bekanntmachung wegen der zwölfwöchigen Landestrauer an die Behörden ergangenen Instructionen ist die Einstellung der öffentlichen Lustbarkeiten auf ausdrück licke Anordnung Sr. König!. Hoheit des Großherzogs nur für die ersten vierzehn Tage der Landestrauer bestimmt; das Trauergeläute findet während der ersten vier Wochen der Landestrauer statt; für die ganze Zeit der Landestrauer baben die officiellen Anordnungen lediglich Bezug ans die^ Amts- kleidung der Behörden. (Darmst. Ztg.)
Jugenheim, 16. Juni. Ihre Kais Hoheit, die Frau Herzogin von Edinburgh, kam am 12. Juni. Abends, von Eoburg zu Besuch auf Schloß Heil-genberg an. Höchstdieselbe war mit der Großberzoglichen Familie den folgenden Tag in Seeheim bei dem Verscheiden Sr. König!. Hoheit des Groß Herzogs Ludwig III. Am 14. Juni, Morgens, fuhr Ihre Kais. Hoheit nach Darmstadt zum Besuche Ihrer hohen Verwandten.
— Se. Durch!, der Prinz Ludwig von Battenberg kam auf die Nachricht von der bedenklichen Erkrankung Sr. König!. Hobeit des Großherzogs am 13. Juni, Morgens, von Athen, wo sein Schiff sich im Augenblick befindet, auf Schloß Heiligenberg an und begab fick sogleich nach Seeheim, wo Se. Durckl. aber leider Se. König!. Hobeit den Höchstseliqen Großherzoq nickt mehr am Leben fand.
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... Hierauf erschien im Zuge der mit acht Pferden bespannte Leichenwagen der Großherzog- chen Familie, der iM reichsten Schmuck von Blumen, Palmen und Kränzen prangte und zu Derrn »n»cn Seiten die zum Tragen der Allerhöchsten Leiche eomniandirten Generale und Siabsosfi- Me gingen Hofstallmeister v Millich genannt von Pollnitz und Stallmeister Namendorf ritten »r Seite. Von der G°rdeckInter°spz,e,S.C°mp°gnie wurde zu beiden Seiten des Leichenwagens Ad der nachfolgenden Allerhöchsten Herrschaften ein ambulantes Spalier gebildet, das durch »derschießende Mannschaften der Infanterie und Feldariilleri- verstärkt nnb- verlängert wurde.
Hinter "em Leichenwagen schritten Seine Königliche Hoheit der Großherzog mit dem Srtgroßherzog Ernst Ludwig an der, Hand und die anderen Glieder der Grwßher,-glichen mil,e. Es kamen sodann an fürstlichen Personen Seine Kaiserliche und Königliche Hoheit der °">-rinz des Deutschen Reichs Uno von Preußen, Seine Kaiserlich^Konigliche Hoheit der Erz- Ü 9 Ludwig Vietor von Oesterreich Seine Kaiserliche H-heft der Großfürst Paul von Ruß- nd, Ihre Königlichen Hoheiten der Großherzog und der Erbgroßherzoq von Baden, der Prinz liutvold von Bayern, der Prinz Georg von Sachsen, der Erbgroßherzoq Friedrich Fran- von Auburg-Schwerin', der Landgraf Friedlich Wilhelm von Hessen, der Prinz Christian von Schleswig-Holstein. Danach folgt,» die Mitglieder der mWatistrten Häuser, des divlomatiscken k°rps und die außerordentlichen Abgesandten. * ' ' »Pwmanfchen
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ra c, Hernach ordnete sich der Zug in nachstehender Reihenfolge: Zuerst der Minister des Oroßh. Hauses, alsdann das Gefolge der Höchsten Herrschaften, die Mitglieder der beiden Kammern der Stande, die Generalität, die Ministerialpräsidenten, die wirklichen Geheimräthe, der Stadtcommandant, die Deputationen fremder Regimenter und die fremden Offiziere, die Offiziere ä la suite sowie die nicht im Dienst befindlichen und pensionirten Offiziere, die Reichsbeamten, die tzlvilbeamten und den Beschluß machten der Kriegerverein, die Schützenaesellschaft und die Turngesellschaft mit umflorten Fahnen. & b ' 1
„ ®cr Trauerzug nahm unter dem G'eläute aller Glocken und indem die Musikcorps Cho- rale bließen und die Tambours den Trauermarsch schlugen, den oben bereits angegebenen Weg nach der Roscnhohe. Jenseits des Eisenbahnviadukts an der Ringstraße schieden die nicht bei der Einsegnung zugegen gewesenen Theilnehmer aus dem Zuge aus, da nur diejenigen Personen, welche auch der E.nsegung beigcwohnt hatten, mit Rücksicht auf den beschränkten Raum der Anlagen um das Maui oleum der vorläufigen Beisetzung beiwohnen konnten.
Als das militärische Couduct die Ringstraße passirt hatte, begaben sich die Truppen in eie ihnen zur Erwel,ung der letzten Ehrenbezeugungen auf den Wegen um die Rosenhöhe angewiesenen Stellungen, indem sich die Jnfanterietruppen an der Gabelung des Judenpfades und Seitersweges, die Artillerie und Kavallerie auf dem Wege aufstellten, der den Seitersweq mit der Dicburgerstrasie vcrbnidet. Nachdem dann an dem inneren Thor der Nosenhöhe, zunächst des Mausoleums, der Sarg vom Wagen abgenommcn und unter Vortritt des Oberst-Cere- moniknmeistcrs, des Ministers des Großherzoglichen Hauses und der Hofgeistlichen in das Mau- lolciim getragen worden war, wurde die Allerhöchste Leiche an ihren Ort gestellt und unter den Ehrenbezeugungen des in den angegebenen Stellungen stehenden Militär-Conductes von dem Hof- predlger Bender zur Ruhe eingesegnet.
Darmstadt, 18. Jtinü Die erste Kammer wird morgen zusammkn- treten, um eine Adresse an den Großherzog zu berathen.
16. Juni. Der Kaiser bat gestern Nachmittag die activen
Staats-Minister zur Verabschiedung vor seiner Abreise nach Ems empfangen.
.. — Der „Reichs-Anz." schreibt: Der Kronprinz beabsichtigt ans der Rückreise von Darmstadt die Kaiserin in Coblenz und den Kaifer in Ems zu be- snchen. — Einer Mittheilung der russischen Botschaft an das auswärtige Amt zufolge ist für die Dauer des jetzigen Krieges die Küsten-Schifffahrt (Sabotage) unter neutraler Flagge für alle Arten Ladungen, ausgenommen Kriegs-Contre- bande, zwischen allen Häfen des Schwarzen Meeres gestattet. — Die Pforte bat dem deutschen Botschafter angezeigt, daß ein auf 'das ganze türkische Reich sich erstreckendes Ausfuhr-Verbot von Pferden, Mauleseln und Rindvieh erlassen worden sei. "
Darmstadt, 18. Juni. Am heutigen Morgen um 9 Uhr fand, von dem prachtvollsten Wetter begünstigt, das feierliche Leichenbegängnisi Seiner Könialichen Hoheit des in Gott Muhenden Großherzogs Ludwigs III. von Hessen und bei Rhein statt. Schon lange vor der festgesetzten Stunde erfüllte eine immer medr anschwellende, mit den Bahnzügen sich stets vermehrende Menschenmenge die Umgebung des Residenzschlosses und alle Straßen, ein Zeugnisi ablegend für die Thcilnabme des ganzen Landes.
Zu der Feier selbst war, während sich die Theilnehmer am Leichenzuge versammelten, als Trauerparade die gesammte hiesige Garnison ausgerückt und zwar das 1. Großh. Jufanterie- lLeibgarde)-Regiment Nr. 115 mit 3 Bataillonen, das l. Großh. DragonerlGardedragoner)- Xcgiment Nr 23 mit 2 Eskadrons, das 2. Großh. Dragoner(Leibdragoner) Reairnent Nr. 24 \ wi£- 3 Eskadrons, das Großh. Feldartillerie-Regiment Nr. 25 (Großh. Artilleriecorps) mit 6 Batterien, die Großb. Traineompagnie ohne Fahrzeuge; außerdem stand von den in auswärtigen Garnisonen stehenden Großh. Regimentern je ein Zug von 15 Rotten, zu 2 Gliedern formirt, und mit je 1 Zahne in der Parade, welche von dem Generalmajor und Commandeur der 49. Infanterie Brigade von Förster eommandirt wurde. Die Truppen-nahmen vor dem Großh. Residenzschlosse in der Art Stellung, daß sich die Infanterie in der Reihenfolge ihrer Regiments-Nummern an der Ost-, Süd- und Westseite des Marktplatzes, von L.
bis über die Kirchstraße und das ehemalige Kametzky'sche Haus hinaus, mit dem rechten Flügel zunächst der Vorderbrücke des Groß. Schlosses, aufstellte. Die Artillerie nahm in der Ludwigs- straße mit der Täte nach dem Marktplatz, die Traineompagnie auf dem linken Flügel der Infanterie Aufstellnng, die Cavallerie in Colonnen, in Eskadrons auf dem Ernst-Ludwigsplatz. Fahnen und Standarten hatten Trauerflor angelegt.
Um 81/4 Uhr fand in den Assembleezimmern des Großh. Residenzschlosses Empfang statt und wurden von Ihren König!. Hoheiten dem Großherzog und der Großherzogin die Mitglieder der mediati'irten Häuser, das diplomatische Corps und die außerordentlichen Abgesandten empfangen. Nachdem sodann diejenigen Personen, welchen programmmäßig der Einsegnung beizuwohnen gestattet war, durch den Ceremonienmeister in den weißen Saal eingeführt worden waren, erschienen die Allerhöchsten und Höchsten Herrschaften unter Vortritt des Dienstes, worauf die Einsegnung der Allerhöchsten Leiche durch den Hofprediger Bender erfolgte. Der evangelische Kirchen-Gesangverein wirkte bei der Einsegnung mit, nach deren Beendigung der Sarg unter ^ortritt des Oberst-Ceremonienmeisters durch Generale und Stabsoffieiere auf den unter dem Portale haltenden Leichenwagen verbracht wurde.
Sobald der Wagen aus dem südlichen Schloßportal auf die Brücke aufgefahren war, ließ der Commandeur der Parade auf ein gegebenes Zeichen gleichzeitig präsentiren; die Musikeorps fielen ein. Nach dem Schultern trat sofort die Cavallerie, zu Dreien formirt, den Abmarsch , nn und marschirte mit dem Commandeur und einem Adjutanten an der Täte, vor welcher einige
Gensd'armen herritten, über den Paradeplatz durch die Alexanderstraße, Mühlstraße, ! u c a^CJe k®* Rosenhöhe. Der Cavallerie folgte die Artillerie, die Geschütze zu einem vogebrochen, dieser die Infanterie in Sections-Colonnen, sodann die Train-Compagnie. Es daraus nn Zuge der Kammerfourier, die Hofofficianten, die Leibdienersckaft des verewigten Groß Herzogs, der Bürgermeister und die Stadtverordneten der Haupt- und Residenzstadt, Vor- lande und Deputationen der Städte und Landgemeinden in langer Reihe, die Beamten der Hof- 1 tabe ber Cabinets- und Hosamter des verewigten Großherzogs, die Kammerherrn, Kammerjunker , inb Hoffunker Die Geistlichkeit, der Oberst-Ceremonienmeister, die General- und Flügel-Adjutanten, , ter Oberst-Stallmeister. 00 x ’ 1
München, 16. Juni. Der Landtags-Abgeordnete, Freiherr v. Hafen- bradl, hat seinen Austritt aus der ultramontanen Kammer-Fraction erklärt. Andere Extreme durften diesem Beispiele noch folgen
Stadt am Hof, 17. Juni. Die General - Versammlung der katholi- |chen Bolkspartei in Bayern wurde hier unter zahlreicher Be,Heiligung von ausn'arts insbesondere auch von Geistlichen, abgehalten. Die bisherigen Aus- schußnutglieder, daruitter auch Sigl, wurden einstimmig wiedergewählt, außerdem noch fünf neue Mitglieder. p
Oesterreich.
Wien, 16 Juni. Der „Polit. Corresp." wird ans Plosesti von heule gemeldet: Heute wird der Kaiser von Rußland den Fürsten von Serbien empfangen. Rustic erbat Audienz beim Fürsten Gortschakoff. Großfürst Aleris wurde vom Kaiser in's Hauptquartier berufen. - Dieselbe Correspondenz mel- det aus Belgrad vom 16. Ium: Auf d,e Anfrage mehrerer Pserdchändler erwiderte der Kriegs-Minister: d,e serbische Regierung mache keine Rüstungen beabsichtige daher auch keiue Mittel für Pferde-Ankäufe zu verausgaben. Da die Pforte alle ihre Truppen aus Serbien herausgezogen hat, so beließ auch die genannte Regierung nur die gewöhnlichen Grenzposten am Javor. Die diesjährigen Miliz-Uebungen sind abgesagt.
■ k "Pr-sie" berichtet aus Bukarest: Der Kaiser von Rußlaud wird
'N der nächsten Woche d,e neuen Truppen-Aufstellungen an der Donau inspiei- re": D» Fürst von Serbien wird wahrscheinlich von Bukarest nach Wien M-ldungeu, des „Neuen Wiener Tageblattes» aus Plosesti wurde Fürst M n et seiner Zukunft vom Großfürsten Nicolaus empfangen und timi Kaiser geleitet. — Demselben Blatt wird aus Konstantinopel gemeldet: Das Parlament »erlangt daß der ehemalige Großvezir Mahmud Nedim Pascha wegen angeblicher Defraudation von 6 Millionen in Anklagestand versetzt werde.
.. .. vom 3. Juni hinsichtlich der Unabhängigkeit Rumäniens den Groß
mächten gegenüber d,e Forderung aiifgestellt, daß Rumänien keinenfalls gezwungen werde, ui sein altes Verhältniß zum Sultan zurückzukehren und daß als Princip anerkannt werde, die Unabhängigkeit Rumäniens bilde ein Friedens-Element für den Orient. Aber keine Macht, selbst Rußland nicht, habe eingewilligt, diesem Jbe-ngang- naher zu treten, und somit hätten die rumänischen Agenten nach ^"erzielen" gerichtet, daß es nicht gelungen sei, günstige Erklärungen


