Belgrad
14. Juni.
Dem Eisenbahnarbeiter Adam Schomber. ein Sohn, Johann
Czaren
1- Juli
in die
Bukarest, Milan ist heute in an der rumänischen
Auszug aus ürn Kirchenbüchern der Stabt Gießen. Evangelische Gemeinde.
Tochter.
Getaufte. .
Den 9. Juni. Dem Bürger und Kaufmann F-rdtnand Bapst, eine Tor?«
Auguste Enulte Karoline, geb. d. 6 Mat. —. fraii
Den 10. Juni. Dem Schreiner Georg Hotz, ein Sohn, Georg Martin st*
Handel und Verkehr.
Gießen, 16. Juni. Auf dem heutigen Wochenmarkt kostete: Butter, per Psd. 90 & biä 1 J4 10 Hühnereier, per Sluck 5 u. 6 Enteneier per Stück 6 H, Ra’-, per Stück 4—9^, Käsematte, per St. 3 Erbsen, 1 Liter 17 H, Linsen, 1 Liter 18 Tauben, das Paar 70 Hühner, per Stück 1 JL, Hahnen, per Stück — KanoffcUi, 100 Kilo 9 ,M 40 $ . ..
Frankfurt, 14. Juni. (Fruchtbertcht) Am hiesigen Markt ist grotze -L>tiU- eingetreten. Kleinigkeiten californischen Weizens zu JL 26.50 ab Mannheim kehandeli. Unsere Müller zeigten nur geringen Bedarf und konnten sich bequem mit hterlandtiche^ Prima-Weizen zu JL 26.75—27 versorgen. Ab auswärts waren Forderungen für bur zu hoch, so daß keine Abschlüsse bekannt geworden sind. In Roggen war die AbnaliM des Umsatzes am sühlbarsten, guter französischer Roggen zuletzt mit .M 20.50 Udriz, russische Sorten unverkäuflich; es taxiren nur Eourse von M. 18—19. G"ste od r Handel Haser setzte seine weichende Preis-Richtung fort, selbst feine Qualitäten schw^ anzubringen; Prima M. 17.25—17, russischer X 16 übrig, beregneter mit Geruch Hülsenfrüchte umsatzlos. Am Mehlmaikt sehr still, Preise zu Gunsten der Kaufe., ja Reps noch wenig gelhan. Futterstoffe sehr flau, namentlich ki^obe Kleien. l
Mehl Nr. 1 JL 43, Nr. 2 JL 39, Nr 3 J4 35, Nr. 4 M 31, Nr. 5 Jü 25, Roggen, inebl °/< (Berliner Marke) JL 28, do. II. (Berliner Marke) 23, Weizen, effectiv hl.^.I ab Bahnhof hier JL 27.50, ab unserer Umgegend JL 26.75-27—, jrember je n«4| Qualität 22-27, Roggen je nacWual. 18.50-20£0, (Serfte J4 19—21.—, Ha'«
.M 13—17—, Kohlsamen fehlt, Erbsen JL. 21 bis 24, Wicken JL 17.50, Mnfen 21 big 30, Rüböl, detail, M. 68. Stimmung fehlt. (Die Preise verstehen sich fämmtlifo per 200 Pfund Zollaewichl — 100 Kilo.) ____________________I
Fiußland.
Petersburg, 15. Juni, lieber den Zeitpunkt der Ausgabe der neuen Anleihe, sowie die Bedingungen, unter welchen dieselbe stattfinden soll, ist noch nichts bekannt.
geb. den 13. April. Denselben.
Auszug aus den Slandrsamlsrrgistern brr Stabt Gikßni
Vom 10. bis 16. Juni 1877.
Aufgebote.
12. Juni. Schneider Johann Gottlieb Julius Exner von Uhsmannsdorf mit Milbe, mine Schäfer von Gießen. 14. Ium. Heizer Carl Heinrich Auuust Giffn) von Last-' mit Dorothea Elisabetha Burk von Weioenhausen bet Gladenbach.
Eheschließungen.
9. Juni. Kaufmann Franz Alexander Kirchner von Frankfurt a. M- mit J.< thilde Karoline Johanna Jughardt von Gießen. 15. Juni. Oeconom Heinr ch> Bralu von Friesenheim mit Ida Louise Sophie Winhcim von Gießen. ^rchitect 2«, Stein von Auen mit Katharina Henriette Gerhard von Gießen. ~ ‘
Hard Käs von Allendorf a. d. Lumda mit Henriette Wilhelmine Phtlippine, Aiil.v. des Heinrich Sonntag, geborene Ramspeck-
Geborene. ,
5. Juni. Johanna, Tochter von Metzgermeister Georg Dietrich Dörner. 12^.^- Karoline, Tochter von Kutscher Jacob Stetnmüller. H Juni. Maria Elisadel«. Tochter von Taglöhner Wilhelm Samm. 13. Jun^ Karl Wilhelm, Sohn von r, stillaleur Kasp^i Loge! VI 14. Juni. Wilhelm Friedrich Karl, Sohn von Actum Aspirant Wilheun Orth.
G e st o r b e n e. »cm «l
9 Juni- Amalie Woltge, 46 Jahre alt, Ehefrau des Bergmanns Woltge wr Katzwinkel, Kreis Altenkirchen, (im acadern-Hospital gestorben). 12. Zentner v°>» nch Busch, 80 Jahre 2 Monate 22 Tage alt. 10. Juni. £>ermann, 2>e 1 SWoil alt, Sohn von Arbeiter Friedrich Alt. 7. Juni. Graoeurgehilfe Franz Schnme 19 Jahre alt, von Amstetten, Oberamt Geißlingen. 14 Juni Taglöhner Heini - Bocher, 26 Jahre alt, von Sellnrod, Kreis Schotten, (im academischen Hospital & st orden). " __——
Sßien, 15. Juni. Aus Anlaß des Ablebens des Großherzozs von Hessin ist von heute an vierzehniLgige Hofirauer angeordnet.
Pesth 14 Juni. Abgeordnetenhaus. Helfy rnterpellrrte die Regie-- rung über die Richtung ihrer Orient-Politik; ferner ob --wahr sei, daß °der Dichter Petöfi in Rußland in Gesangenschast gehalten werde. Der Minister- Präsident eikiärt, daß wegen Petöfi bereits Rachsorschungen eingeleitet wor- den seien.
Frankreich.
Pari», 14. Juni. Dem „Moniteur" zufolge würden demnächst die neuen Handels-Verträge unterzeichnet, aber erst zu Anfang Januar 1879 in Wirksamkeit treten: der neue Vertrag mit Italien würde unverzüglich abgeschlossen werden. Die Abendblätter enthalten die Meldung, die Regierung beabsichtige, das Bankett zu verbieten, welches Pariser Municipalräthe den Vorsitzenden der republikanischen Gruppen beider Kammern und den Partner Maires angeboten haben. Die Linke der Deputirtenkammer hat sur bie am Sonnabend stattfindende Berathnng der von den Gruppen der Linken angemeldete Interpellation die größte Ruhe empfohlen und die Republikaner außerhalb der Kammer aufgesordert, sich jeder Manifestation zu enthalten. Ueber den Wortlaut des zu beantragenden Tadel-Votums gegen die Regierung soll morgen definitive Entscheidung gefaßt werden.
— Senator Adam ist gestorben.
, England
London, 14. Juni. „Reuter's Bureau" meldet aus Erzerum: Die Türken sind, nach Wiederbesetzung Olti's, in der Richtung nach Ardahan weiter marschirt. Eine türkische Abtheilung verließ Delibaba, um die zum ni)|i)d)en linken Flügel gehörige Abtheilung anzugreisen. Die Lage der Türken bei Toprakkaleh habe sich gebessert. Am Freitag griffen die Ruffen Tamoz, einen für die Vertheidigung von Kars besonders wichtigen Punkt, an und richteten auch sehr heftige Angriffe auf andere Punkte. Diese Angriffe wurden am Sonnabend wiederholt, jedoch ist über deren Ergebniß noch nichts bekannt.
— Im Unterhause beantwortete der ^chatzkanzler Northcote eine Anfrage Gourlev's folgendermaßen: Rußlands Antwort auf die von englischer Seite ausgegangene Andeutung in Betreff des Suez-Canals laute im Wesentlichen dahin: Rußland werde den Canal nicht blokiren und weder die Schifffahrt auf demselben stören, noch in irgend welcher Weise bedrohen. — In einem Supplement der „Amts-Zeitung" wird die Festsetzung der Hoftrauer für den verstorbenen Großherzog von Hessen für die Zeit vom 15. bis 29. Juni bekannt gemacht.
ged. den 5. Mai. , _ M
Denselben. Dem Kaufmann Conrad Joseph Keller, eine Tochter, scaroltne i*
den 26. Mai. , n, t <7 ffttf
Denselben Dem Gensd'armen Adolf Krieb eine Tochter, Lina, geb. d.
Den 1>. Juni. Dem Glaser Wilhelm Fillmann, ein Sohn, LouiS Theo-"
Belgrad, 14. Juni. Fürst Milnn ist zur Begrüßung des nach Rumänien abgereift. Ein Decrct beruft die Skupfchtina auf den nach Kragujevatz ein. Oberst Nicolics ist als Regierungs-Commissäc
Skupschtina abgeordnet.
Vermischtes
Rumänien
14. Juni. Der Czar wird morgen hier erwartet. Orsowa eingetroffen, übernachtet daselbst und wird Grenze von dem Kriegs-Minister begrüßt.
Serbien.
— (Ein unerhörtes Verbrechen.) Unter dem Titel „Ein Mann an ein Bahngeleise gebunden" bringt das „Daily Courier Journal" von Loutsville (Kentucky) die Nachricht von einem grausamen Verbrechen, dessen Opfer ein Franzose, Namens August Gardner, wurde. Dieser begab sich nach Loutsville, um dort eine Beschäftigung zu suchen. Da er sehr wenig Gelb besaß, beschloß er, den Weg zu Fuße zu machen. Abends 10 Uhr, als Gardner längs der Bahntrace in der Nahe von Henryoille wanderte, wurde er von drei Individuen angefallen, welche von ihm Geld verlangten. Er antwortete, er sei sehr arm und habe bloß einige Dollars, welche er sparen müsse, bis er einen Dienst gesunden habe. Diese Antwort rührte die Räuber keineswegs, sie stürzten sich auf Gardner, warfen ihn zu Boden und nahmen ihm das Wenige ab, das er besaß. Nachdem dies geschehen, folgte, wie bas amerikanische Journal weiter erzählt, eine entsetzliche Scene: Ungeachtet des Flehens des Unglücklichen banden die Banditen denselben mit einem Strick an die Bahnjchtenen fest und entfernten sich hierauf. Man kann sich wohl die Qualen vorstellen, welche der Unglückliche erduldete Die Nacht war stockfinster, es regnete in Strömen, Niemand war in der Nähe, der Hilfe bringen konnte. Endlich, nach fast übermenschlichen Anstrengungen, gelang es Gardner, sich theilweise aus seinen Banden zu befreien, nur bad linke Bein konnte er nicht losmachen. Er mochte etwa eine halbe Stunde auf bem Geleise gelegen Haben, als der Pfiff einer Locomotive erscholl; das Lärmen des heranbrausenden Zuges übertönte das Htlfegeschrei des unglücklichen Mannes. Er schloß die Augen und ergab sich tu fein Schicksal. Bald aber stieß er einen schrecklichen Sckmerzensscvrei ans und — die Maschine hatte ihm das Bein zermalmt. Sobald der Train vorüber, schleppte sich Gardner einige Schritte weiter und verlor dann das Bewußtsein. Bei Tagesanbruch wurde der Bedauerns- werthe von mehreren Personen aufgefunden, welche ihn aus seiner Ohnmacht erweckten. Er hatte noch die Kraft, eine Schilderung des Vorgefallenen zu geben und starb bann nach einigen Augenblicken. Die Municipalität von Henryvtlle setzte einen Preis von 1000 Dollars für die Ergreifung der drei Räuber aus. Drei des Verbrechens Ver-
Den 10. Juni. Franz Alexander Kirchner, Kaufmann in Frankfurt a. M-, dasigen Bürgers und Rentners Philipp Kirchner, chel. Sohn; und Mathilde K - Johanne Jughardt, des Bürgers und Rentners Heinrich Martin Jughardt, v
Fürst morgen
dächtige wurden oerbaftet.
Mainz, 13. Juni. Ein Verbrechen aus Leichtsinn ist in unserer Stadt verübt worben. Ein junger Mann aus einer sehr angesehenen Familie begab sich am Sonntag Nachmittag mit seiner Gattin in den Raiinundigarien, der Eröffnung desselben beizuwodnen und überließ sein einziges Kind, ein Mädchen von einem halben Jahr, der Fürsorge des Dienstmädchens. Das Mädchen, das, wie fast alle Dienstboten einen Soldaten zum Schatz hatte, wartete nur die Zeit ab, bis sich ihre Herrschaft entfernt hatte, um sich zum Stelldichein zu begeben. Kaum hatten bie Eltern das Haus verlassen, als das herzlose Mädchen, um das schreiende Kind zu beruhigen, eine Flasche ergriff und den Inhalt derselben — Vitriol — dem Kind in den Mund goß. Das fürchterliche Gift that sofort seine Wirkung, das Kind krümmte sich wie ein Wurm, konnte jedoch keinen Laut hcrvorbringen. Kaum war diese Thai geschehen, al8 das rich, Mädchen daS Zimmer abschloß. zu ihrem Schatz eilte und sich fo lange mit diesem tändelnd in einer Kneipe unterhielt, bis sie glaubte, daß ihre Herrschaft nach Hause geb. kommen würde. AlS sie nach Hause kam, sand sie das Kind fast in demselben Zustand, wie sie eS verlassen, nur bedeckte Leichenblässe fein zarteS Gesicht. Bald darauf kamen _ auch die Eltern nach Haufe und fanden ihr einziges Glück — sterbend in seinem Bett- Franz, geb. d. 3. Juni. . T cw
chen. Die Aufregung der Eltern war grenzenlos, die Mutter der Verzweiflung nahe Den 12. Junt. Dem praktischen Arzt Dr. Ignaz Blum, etne xoajter, Ralch wurde zu einem Arzt geschickt, der dem Kinde durch den vom Vitriol verbrannten Pauline Henriette Bertha, geb. den 29. Mürz.
Mund Brechmittel einflößte, was zur Folge hatte, daß das Kind, das nur noch ®-S c £? 4 0 * 23
schwaches Leben zeigte, daS Gift wieder von sich gab. Das Kind wird wohl schwerlich Den 13. Juni. Heinrich Busch, Bürger und Rentner, alt bu I. ui- auskommen. Die Zunge des kleinen Wesens ist vollständig verbrannt. Das leicht- gest. den 11. Juni.
sinnige Dienstmädchen ist noch in derselben Nacht flüchtig geworden. Die Behörde hat jedoch von dem Vorfall Kenntnitz erhalten und dürfte bald in der Lage sein, die Person der verdienten Srrafe zuzuiühren.
— Das Schicksal der s. Z- durch Vermittelung des Priesters Gurowski für Venezuela angeworbenen westpreußlschen Auswanderer gestattet sich nach von Hamburg bei dem Reichs- und Staats-Anzetger eingegangenen Nachrichten immer trauriger. E n Theil derselben wurde dem eigenen Wunsche gemäß im März nach der Kolonie Guz- man Blanko gebracht. Nach einigen Wochen bereits kehrten sie, zuerst in einzelnen Trupps, demnächst in Schaaren, nach 12iägiger Wanderung nach Caracas zurück, <r- schöpft, krank, vor Hunger fast umkommend und lagerten sich auf den Straßen. Zn ihnen gesellte sich eine größere Zahl von im Februar von Europa neu Angenommenen, welche anfänglich in dem Emtgiantenhause untergebracht und dort, Dank der von der Regierung m diesem Falle bewährten Langmuth, länger belassen, als es sonst zu qe» chrhen pflegt, schließlich ihrem L>chrcksal überlassen wurden, da auch sie, wie ihre Von ganger, fein ihnen gemachtes Anerbieten annahmen. Sie erklärten beisammen zu dteibe» und verlangten ihre Heimschaffang. Auch nachdem es den Bemühungen des deutschen Vertreters gelungen war, ihnen nochmals Kost und Unterkunft von Seilen der Regierung zu verschaffen, und eine Anzahl» zuverlässiger Landbesitzer zu ermitteln, weiche bereit waren, die Auswanderer bei sich aufzunetzmen, ihnen eigenes Land, Wohnung, Essen für drei dis vier Monate, bis sie selbst etwas gebaut haben würden, Arbeit und in einigen Fällen sogar Vieh zu geben — blieben die Auswanderer bei der Erklärung, sich nicht trennen, vielmehr lieber sterben zu wollen und zeigten in ihrem ganzen Verhallen nur zu deutlich, daß sie nicht nur jetzt verzweifelt sind, sondern von Hau» auj in schlimmster Weise fanahfirt waren. Bedenkliche Krankheitsspuren zeigten sich unter ihnen, einen ihnen zugesandlen deutschen Arzt ließen sie aber nicht zu. Zu Hundctten umlagerten sie das Haus des deutschen Minister-Residenten, der sie über feine Mittel hinaus unterstützt hatte, erzwangen sich unter Gewaltthätigkeiten den Einlaß und otc langten mit Drohungen ihre Heimschaffung, freilich unter dem Rufe: „Wir sind keine Deutsche, wir sind ja katholisch." Vorläufig werden die Unglücklichen von der Polizei bewacht. Die Kinder betteln, die Frauen und Mädchen, unter letzteren selbst dreizehnjährige, geben sich der Prostitution hin, mit Wissen ihrer Männer und Väter. Arbeit n will Keiner. Sie haben sich das Wort gegeben, lieber auf der Straße zu sterben, all sich ju trennen. Diejenigen, welche Arbeit annehmen wollen, w-rden von den Anderen selbst du'ch Mißhandlungen gezwungen, davon abzulassen. Die Prioatwohllhät'gkeit und die Venezuelanische Regierung haben das ihrige gethan, aber allmälig macht sich auch unter den anfälfigen Deutschen die Entrüstung über die Verstocktheit der Ein. wanderer geltend. Ob vielleicht die äußerste Roth noch einen Einfluß auf sie audtiben wird, bleibt abzuwarten.


