Ausgabe 
8.4.1877 Zweites Blatt
 
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Arrmänien

^^WBukarest, 5. April. Die beim Sessionsschluß verlesene Botschaft des Fürsten spricht den Deputirten dessen Anerkennung darüber aus, daß sie zur Besserung der Finanzlage mitzewirkc und das Budget iu's Gleichgewicht ge­bracht ; auch hätten dieselben ihren Patriotismus erwiesen, indem durch ihre conecte Haltung inmitten der orientalischen Verwicklungen das Ansehen der Rumänier im Auslande erhöht und die Würde der Nation gewahrt wurde. Im Senate wurde lediglich das Decret, welches die Auflösung dieser Körper­schaft verfügt, verlesen; die Neuwahlen finden wahrscheinlich schon in nächster Zeit statt. _

Vermischtes.

Darmstadt, 3. April. Es wird so Vieles über die Schädlichkeit und Vertil- uuna der insectenfressenden Vögel geschrieben und Schutzmaßregeln dagegen verlangt, ohne daß man Miene macht, die dieserhalb bei uns wenigstens schon langst bestehenden Bestimmungen zu handhaben. Es bestimmt nämlich die heute noch in Kratt bestehende Verordnuna vom 1. April 1837 das Wegfangen der Jnsecten vertilgenden Vögel betr.: daß das Einfangen und Tödten, sowie der Verkauf nachstehender Vögelarten: der Würger oder Neuntödterarten, der Kuckucke, Spechte, Spechtmeisen, Wendehälse, Baum­läufer, Wiedehopfe, Nachtigallen, Grasmücken, Fliegenfänger, Bachstelzen, Rothkehlchen. Rothschwänzchen, sowie überhaupt aller Sänger-, Meisen- und Schwalbenarten ver­boten ist. Diese Bestimmung sollte nur eingeschärft und gehörig gehandthabt werben.

Der Buchdrucker-Firma Göltz und Rühling in Stuttgart kamen von den Ob­ligationen zu der neuesten württemb. Staatsanleihe 85 Bogen abhanden, was sie 17,000 JL kostet, da sie verträglich für jeden fehlenden Bogen 200 jl zu zahlen hat.

Die verbürgte Nachricht, daß der Reichskanzler die Decker'sche Druckerei in Berlin als Reichsdruckerei fortführen lassen wolle, hat in den Kreisen der Privat-Jn- teressenten große Erregung und eine Petition des Vorstandes des deutschen Buchdrucker- vereinS heroorgerufen, in welcher der Reichstag gebeten wird, einer etwaigen Vorlage des Bundesraths, betreffend den Ankauf der besagten Druckerei für das Reich, die Zu­stimmung zu versagen. Die Petenten führen aus, daß eine nach der Natur der Dinge mit Porto- und Postfreiheit und sonstigen Privilegien ausgestattete Reichsdruckerei, deren Umfang ein kolossaler sein würde, der Prioattndustrie auf dem Gebiete diese« Gewerbes oder dieser Kunst eine gefährliche Conkurrenz bereiten würde, bet der die Privaten zu Grunde gehen müßten. Besonders betonen sie, einen wie bedenklichen Re­gulator für die Arbeitslöhne, bald zum Schaden der Privatarbeitgeber, bald zum Nach­theil der Arbeiter, eine solche Reichsanstalt darbieten würde. Die Stimmung in Reichs­tagskreisen ist übrigens gegenwärtig dem ganzen Handel mit den Decker'schcn Erben durchaus nicht günstig.

Coupons und Dtvidendeuscheine erfordern eine ganz besondere Aufmerkiam feit seitens der Besitzer und Käufer. Dieselben werden am Vesten regelmäßig sofort nach ihrer Fälligkeit, aber auch nicht vor derselben verwerthet und zwar wenn möglich an ihrer eigentlichen Zahlstelle. Dadurch bekommt der Inhaber am leichtesten die Ge­wißheit, daß das betreffende Papier nicht etwa bereits verloost oder gekündigt ist, oder irgendwie in anderer Weise seine Umlaufszeit verloren hat. Dagegen rathen wir von einer Annahme an Zahlungsstatt durchaus ab und der Couponuehmer muß, sobald er sich mit denselben hat bezahlen lassen, oder die Scheine ohne Vorbehalt gekauft hat, den etwa entstandenen Schaden tragen, falls nicht derjenige, der den Coupon gegeben, ihn auch zurücknimmt, ist meistens nichts dagegen zu thun. Dazu kommt noch die Mög­lichkeit üon Verlusten durch Valutaentwerthung, durch Inkassospesen, durch etwa in­zwischen etntretenbe Zahlungseinstellung der betreffenden Gesellschaft u. a., kurz ganz abgesehen von der direkten Unbequemlichkeit der Zahlungen durch Coupons, welche der Nehmer oft r&uot kennt, sprechen alle Gründe gegen die Annahme derselben, währcvd der Effektanbesitzer, wie oben erwähnt, ein Interesse daran hat, die Coupons direkt selbst etnzn.ziehe«.

Lubltnitz. Den Dragoner Picka aus Garnison Kreutzburg, beurlaubt zu seinen Eltern nach Leng, begleitete dessen Kamerad HilS ebendorthin und waren dieselben Freitag Abend gemülhlich im Familienkreise, als der wachthabende Gefreite Frei vom 11. Regiment in bei Zimmer trat und sich gleich den Anderen am SchnapS bene that. Im Gespräche äußerte der Dragoner Hils zu dem Gefreiten, die Infanteristen seien nur Hasm, die könnten nur gut laufen. Darauf erwiderte der Gefreite, wenn die In­fanteristen auch Hasen seien, so könnten sie dennoch so gut schießen wie Jäger, was von dem Dragoner stark bezweifelt wurde. Mit dem Ausrufe:Ich werde Dir be­weisen, daß ich gut schießen kann, ich schieße Dir die Cigarre aus dem Munde!" legte der Gefreite sein scharf geladenes Gewehr an, feuerte ab und zerschmetterte mit dem Geschosse dem Dragoner Hili das ganze Gesicht. Der Unglückliche liegt im hiesigen Garnisonlazareth hoffungSlos darnieder. Der Gefreite, der seine» Wachtposten ver- Inffen, entfloh nach Polen, ist aber in Czenftochau ergriffen und dem Militär Com- mando übergeben worden.

Sehifr*berleht. Mitgetheill von dem Agenten des Norddeutschen Lloyd C. W. Dietz in Gießen.

Southampton, 4. April. Das Postdampfschiff Mosel, Cavt. H. A. F. Neyuaber, vom Norddeutschen Lloyd in Bremen, welches am 24. März von Newyork abgegangen war, ist heute 1 Uhr Nachmittags wohlbebalten hier angekommen und hat nach Lan­dung der für Southamto bestimmten Passagiere, Post und LadUng 3 Uhr Nachmittags die Reise nach Bremen fortgesetzt. Die Mosel überbringt ICO Passagiere und volle Ladung.

Allen Kranken Krafr ir.ib (ScfuuDwit vune rvteviein und ohne Kosten fcutd) die Heiinahrunq: Reviilesciere .

Seit 30 Jahren hat feine Krankheit dieser annenchmen Gesundheits- speise widerstanden und bewährt sich dieselbe bet Erwachsenen und Kindern ob"e 'iedrcin und ohne Kosten bet allen Magen-, Nerven-. Brust-, Lungen-, Leber-, TrüU. chlcim' a^.t-, Athem-. Blasen- und Nierenleiden, Tuberkulose, Schwindsucht, Anhn. husten, Unverdaulickkeit. Verstopfung, Diarrböen, Schlastosigkeff, Schwäch-, Hämor- ho den, Wassersucht, Fieder, schwindel, Blutau' '.eigen, Ohrenbriusen, Uebelfett uns r bredjen se bst während der Schwange scha t, Diadetes, M lancholie, Ab rauerun . Nhumttismus, Gicht, Bleichsucht; auch ist sie als Nahrung für Säuglinge schon von er Geburt an selbst Der Ammcnmilch oorzuzieden. Ein Auszug auo 80,000 (Svitt- traten über Genesungen, die aller Medicm widerstanden, worunter Certificate vom 15- ofeffor Dr. Wurzer, Medicinalrath Dr. Angelstein, Dr Syoreland, Dr. Campbell, jhofeffor Dr. Däd4, Dr. Ure, Gräfin Castlestuan, Marquise de Bröhan, und vielen anderen hochgelellten Personen, wird franco aus Derlana>u r ngeianbt.

Abgekürzter AuSzug aus 80,000 Certificatcu.

Nr. 62476. Dem lieben Gott und Ihnen sei Dank. Tie Revaleeciere hat meine 18jährigen Leiden im Magen und in den Nerven, verbunden mit allgemeiner Schwäche und nächtlichem Schweiß gänzlich beseitigt.

I. Comparet, Pfarrer, Sainte Romaine des Ilea._

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Nr. 45270. I. Robert. Von seinem 25 jährigen Leiden an Schwindsucht, Husten, Erbrechungen, Verstopfungen und Taubheit gänzlich bergestellt.

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