Samstag, den 28. Oktober
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Ktel, 25. October. Die Einweihung des Universitäts-Gebäudes ist, vom herrlichsten Wetter begünstigt, dem Programm gemäß vor sich gegangen. Der Cultus-Minister Falk übergab dem Rector, Consistorialrath Weiß, unter dem Donner der Geschütze und den Klängen der Nationalhymne das Gebäude. Die Studentenschaft brachte gestern Abend den, Professor Thaulow, dem intel- lectuelleu Gründer des Gebäudes, einen großartigen Fackelzug.
Bayreuth, 26 October. Das hiesige Bezirksgericht verurtheilte den Bismarck-Attentäter Kullmann wegen Widerstandes gegen seine Aufseher au zweijährigem Gefäuguiß.
Karlsruhe, 24. Octvber. Der Erbgroßherzog, welcher im letzten Sommer tu Heidelberg seine Universitäts-Studien begonnen, hat sich zur Fortsetzung derselben im kommenden Wintersemester am Sonntag dahin znrückbegebcn. — Am 20 d. Mts. wurde das neue akademische Krankenhaus iii Heidelberg eröffnet. Die dazu gehörigen Gebäude (Kliniken, Hörsäle, Apotheke rc.)' bilden einen sehr umfangreichen Häuser-Complex, welcher bei aller architektonischen Ein- achheit nach Außen im Innern so zweckmäßige Einrichtungen zeigt, ivie sie sich kaum bei einer andern Heilanstalt Deutschlands siuden dürften. Die mcdicini
24/ °IL $or ewiger Zelt stellte, wie früher mitgetbeilt, der Abg Hirschhorn in bei aweiten Äamtncr bin Antr-g, die Großh Staatsregierung zu ersuchen, noch eine nochkragliche Anforderung für Berufung eines ordentlichen Prof.ssortz de. Augenheilkunde an die Landesnnive.sität durch Ausnahme .tnes DotatiouSzuschusses von etwa 57i4 und zwar schon für die Finanzperiode 1876—1878 an die Stände
öeS ^ndes zu richt.n. Der Antrag wurde der Negierung zur Meinungsäußerung mit- grtheilt und bic Folge war die Vorlage, welche vor -wenigen Tagen an die zweite Selangte und deiselben bie Bewilligung der zur Errichtung undTotirung einer ordentlichen Professur für Augenheilkunde an der Landesuniversilät in Verbindung mit einer ophthalmologlschen Klinik erforderlichen Mittel ansinnt. Der Finanzausschuß der L^^mer beantragt nach dem von dem Abg. Theobald deßfalls erstatteten Be- r'cht, für diesen Zweck vom 1. Januar 1877 an für Besoldungen und persönliche Aus- gaben dre ^umme von jährlich 10,000 D-1, sowie den einmaligen Betrag von 5000 Mk. zu bemOltgen und den Antrag des Adg. Hirschhorn für erledigt zu erklären.
». r. Oct. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wird nr
m n -öerathung des Finanz-Gesetzes fortgesahren. Nach der Ne^erungs-Vorlage soll die zur Verzinsung und Tilgung der provinzial: Straßenbau' Schulden auf dem der birecten Besteuerung stattgefundene Erhebung der Beträge von 3 Hellern aus dm Gulden Steuer^Cap tat für 1877 und 1878 ausgesetzt, und a soll der nur noch sür die Provinz Oberhessen erforderliche Nettobetrag dieses nicht zur Erhebung kom- u enden Ausschlags aus den Mitteln der Staats-Schulden Tilgungscasse entnommen ""b «n den ProviNjial-Straßenbau-FondS jviicr Provinz abgegeben werden. Die Hälstc des Ausschusses ist für Annahme, die andere Hälfte will dafür gefetzt haben: Für Obcr- ^ssen sollen die seither zur Verzinsung und Tilgung der Provinzial-Straßenbau- ^chul^en aus dem Wege der birecten Besteuerung erhobenen Beträge von 1* 4 Pfennig ™ ^Normal-Steuer Capital wieder forterhoben und zu diesem Behufe bem
^euer'. befonberS zugesctzt werden. Hierüber erhebt sich eine mehrstündige
Darmstadt. 25. Octbr. Die Nr. 45 des Großherzoglichen Regrerungö- dlatts hat folgenden Inhalt:
1. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums des Innern, das Maßlind Gewichtswesen betreffend.
2. Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Justiz, die Aus- sthrung des Berggesetzes betreffend-
3. Dtenstnachrickten. Se- König!. Hoheit der Großherzog haben aller- Wädigst geruht: am 3. Octbr. dem Schulamts-Aspiranten Wilhelm Meyer aus «lensungen die Gemeinde-Schulstelle zu Bleidenrod, dem Schulverwalter Martin Maurer aus Hackenheim die zweite Gemeinde-Schulstelle zu Büdesheim zu über ^agen; am 5. Octbr. den Schullehrer ffarl Armbruster zu Bensheim zum -chrer am Gymnasium daselbst und unter Belassnng deffelben in der Kategorie 'a Polksschnllchrer, am 7. Octbr. den provisorischen Lehrer an dem Gymnasium ^Büdingen, Friedrich Trefz aus Bonfeld, im Königreich Württemberg, zum chrer an dem Gymnasium zu Büdingen und mit den Rechten eines Bolksschul-
lehiers, dcn provisorischen Lehrer an dem Gymnasium zu Büdingen, Schullehre Ludwig Fink daselbst, zum Lehrer an diesem Gymnasium und unter Belastung desselben in der Kategorie der Volksschullehrer, am 16. Octbr. den General- Sitaatsprocurator bei dem Oberuppellations- und Eastationsgerichte, Dr. Joseph Röder, zum Oberappcllatious- und Eassationsgerichtsrath bei diesem Gerichtshöfe, zu ernennen.
Am 18. Leptbr. wurde dem Georg Rupp aus Oderuheim das Patent als Geometer der 2. Klaste für den Kreis Alzey, am 2. Octbr. wurde dem Heinreich Braunewell aus Ober-Ingelheim das Patent als Geometer der 2. Klasse für den Kreis Oppenheim, erthetlt.
4. Namensveränderungen.
5 Charakterertheilnngen.
Darmstadt, 25. October. Die Regierung hat auf Grund angestellter Ermittelungen erkannt, daß die demnächstige, wenn auch nicht auf einmal ju bewerkstelligende Erweiterung des Gießener Bahnhofs der Oberhefstschen Bahnen eine Nothwendigkeit ist. Der desfallsige Kosten-Voranschlag beläuft sich auf etwa 700,000 Mk., die theilweife im nächsten Budget eingestellt werden sollen.
Wkainz, 21. October. Durch den Tod des kath. Pfarrers Bonssiers ui Pfeddersheim ist dem Mainzer Bischof wieder eine neue Verlegenheit erwachsen. „Der Verlust", schreibt das „Mainzer Journ.", „ist für die Katho- lifcn von Pfeddersheim um so größer, weil wegen der Maigesetze kein neuer Pfarrer angestellt werden kann." Die Maigesetze, d. h. die hessischen Kirchen- zesetze, verliiudem die Anstellung eines Pfarrers gar nicht, sie verlangen mir bie An-eige der Ernennung Seitens des Bischofs bei der Regierung, etwas, ?va" - B. iß Württemberg von den Bischöfen von jeher geschehen ist. Wenn alsö s.etT Bischof v. Ketteler die Gläubigen in Pfeddersheim und anderwärts ohne Pfarrer läßt und dadurch das kirchliche Leben schwer schädigt, so ist daran iiiiht eie hessische Gesetzgebung schuld, sondern lediglich und allein der Herr Bischof von Mainz.
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24. Oktober. Die bei einem Kaufgeschäft erfolgte Vorspiegelung eines mehrbietenden Concurrenten, um den Käufer zur Zahlung eines den Werth des Gegenstandes übersteigenden Kaufpreises zu veranlaffen, ist nach einem Elkenntniß des O)ber-Tribunals vom 27. September d. % als Betrua resp. Betrugsversuch zu bestrafen. ö'
Berlin, 25. October. Die „Prov.-Corresp." meldet, der Kaiser gedenke den Reichstag in Person zu eröffnen und habe gestern eine Sitzung des Minister- Con,etls abgehalten, um vor Beginn der Reichstags-Session sich über einige der w'cht'üeren schwebenden Fragen mit dem Staats-Ministerium zu verständigen.
Berlin, 26. October. Die „Nat.-Ztg." schreibt, anknüpfend an die Behauptungen des Pcsther „Lloyd" über die Haltung Deutschlands in der Waffeilstlllstands-Frage: Gegenüber den mehr als leichtfertigen Behauptungen, daß Deutschland IN einseitigem Verfolg einer ruffenfreundlichen Politik sich von O esterreich-dlngarn zu isoliren suche, darf daran erinnert werden, daß die deutsche Regierung in dieser Frage nicht den russischen Vorschlägen beigetreten ist, sondern lediglich an der von den sechs Mächten feierlich angenommenen Proposition festgehalten hat, welche dahin ging, der Pforte zunächst die Annahme eines vier- bis sechswöchentlichen Waffenstillstandes zu empfehlen. Ueber den türkischen Gegenvorschlag einer sechsmonatlichen Waffenruhe habe die deutsche Regierung einfach Stillschweigen beobachtet und sei damit den Grundsätzen gefolgt, welche ihr ihre Stellung im Drei'Kaiser-Bündniffe vvrgezeichnet: möglichst zu sauctioniren, worüber Oesterreich und Rußland einig sind, sich aber zurückziihalten, so lange ein Einverständinß zwischen diesen bei der orientalischen Verwicklung zunächst betheiligten Mächten noch nicht erzielt ist. Daß übrigens jene Haltung der ungarischen Presse die vorsichtige Reserve, worin Deutschland sich bewegen, nur bestärke und in ihrer Angemeffenheit rechtfertigen könne, liege auf der Hand.
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fiuir Mcnldueire <bitweise erregte Debatte, b te schließlich die Annahme ber Negierungs-Vorlage mit 26 rZhn iSsl S>e0in 8 Fm'T" 'Ur Folge hat. An ber Debatte betheiligten sich IM Sinne bei ^Sprungs-Vorlage außer Ministerial-Präsident Schleiermacher und Geh. Finanzrath blC ^Elcker, Theobald, Pfonnstiel, Ellenberger, Königen, u. SRubaiau, Hufchhoin, Hallwochs und Gorz, wahrend für den gegenlhetligen Antrag, die Provinz Oberhesfen schon z.tzt zur Zahlung heranzuzfehen, Dumont, Möllinger, Falck, Franck, Schulze und Äugler eintrettn. Die übrigen Bestimmungen des Finanz-GesetzeS geben ;u Beanstandupgen keinen Anlaß. Bezüglich ber „Oberhessischen Bahnen" wird, trotz der eingehenben Ausführungen des Ministerialraths Fink, bie Negtnung ersucht, mit den bei ber Verlegung ber Haltestellen Mittel-Grünbau und Ranstabt betheiligten Ge^ meinben und etwaigen sonstigen Interessenten wegen Aufbringung ber erforderlichen ■Drittel in Verhandlung zu treten, und weiter bie Negierung ermächtigt, falls bie Ge- metnbe Langsdorf die Hälfte der Kosten, also 7286 Mk. leiste und sich zur Herstellung deö Zusuhrwegs verbindlich mache, die andere Hälfte aus Staatsmitteln zu verwenden. Nach Abweisung zweier weniger interesstrenben Beschwerden wird in die Berathung des v. Rabenau'schen Antrags, bas NeichS-Eisenbahnproject delr., eingetreten, bte Dis- cuffion aber wegen eines von Dumont eingebrachten präjubiciellen — vorerst zu druckenden — Antrags auf mstivtrten Uebergang zur Tages-Ordnung auf morgen vertagt. — SettenS der Abgg. Wolz, Franck, Pfannsttel, Schmalbach, Werth, Sturm-^ fcls rst, mit Rücksicht auf die schlecht ausgefallene Stroh-Ernte, ber Antrag eingebracht morben, die Regierung zu ersuchen, eine verstärkte Streu-Abgabe innerhalb ber Grenze M y 1 der Verordnung vom 3. October 1848 burch bie Forstbehörben aus ben $)o manralwaldungen veranlassen zu wollen.
. ntwftabt, 25. Oct. Der in ber gestrigen Sitzung der zweiten Kammer von -"Ogeorbneten Dumont gestellte präjudicielle Antrag bezüglich bes Antrags des nogeordneten Frerherrn v. Nordeck zu Rabenau, bie Ausführung bes Titels VII. der rtceichsoerfassung, das Eisenbahnwesen betreffend, hat folgenden Wortlaut:
« , .7?^ beantrage, daß es ber Kammer gefallen wolle: in Anbetracht, daß Zwecks des Titels VII. ber Reichsverfassung bis jetzt keine Vorlage burch bas Steichskanzleramt beim Bunbesrathe erfolgten, baher auch eine nach bem Anträge ar r5?0rl^c ^uterstützung etwa crfolgenber Vorlagen jeher Grunblage entbehrt; ^^uibetracht, baß auch der Antrag des Ausschusses, 1) den Erwerb ber preußischen durch Reich bei deßfallsiger Vorlage beim Bunbesrath zu unter-
nugen; 2) beSgl. ben Erwerb anderer Bahnnetze durch daS Reich bei jeder sich erhe- ^^^/senheit zu unterstützen und bei Erwerb ber preußischen Eisenbahnen burch das Reich sofort auch wegen Uebernahme ber hessischen Staatsbahnen in Verhanblung pr treten, ebenso jeder Grundlage entbehrt, indem selbst der bisher öffentlich befpro’ Wie Gedanke der Schaffung von Reichseisenbahnen durch Uebernahme bestehender 1/1 ilü ia cn weder seinem Umfange, noch seinen Modalitäten nach irgend eine concrete Ge- j k Lkvounen hat, welche sich zn einer Antragstellung an die Negierung eignen könnte, \ u es in dieser Sachlage nicht opportun erscheinen kann, in eine Verhandlung über ~ gestellten Anträge einzutreten, aus diesen Gründen zur motivirten Tagesordnung
über die Anträge von Rabenau und des Ausschusses überzugehen. (Der Antrag des «bg. v. Rabenau wurde mit allen gegen 8 bezw. 10 Stimmen von ber Kammer angenommen. D. 9t.)
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