Mo 301. Zweites Blatt. Sonntag, den 24. December
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Versammlung vom lachtsfeiertage, Emil Wenzel fRächen- fintfn. Zm Empsaitg- i,!h atu äO Pfennigen laut 9uguft Wkikig, arl Öülltr, rflirt uoo tutet man, ■n« to tum 1. Feier
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An'.tige- ua» Amtsblatt für iicii Kreis Gießen.
Preis vierteljährig 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark SO Pf.
Erscheint täglich mit Ausnahme deS MontngS Gxpeditisn r Schulst raße, Lit. 8. Nr. 18.
Amtlicher Hheit.
Gießen, am 23. December 1876.
Betreffend: Die Vollziehung des Gesetzes vom 6. Juni 1853, die Versicherung der Gebäude gegen Feuersgefahr und die Vergütung der Brandschäden betreffend. r r
Das Großherzogliche Krelsamt Gießen
an die Großberroqlichen Bürgermeistereien Beltershain, Garbenteich, Geilshausen, Lauter, D?uschenheim, Reinhardshain, Röthges, Rüddingshausen, Stangenrod und Werckartsharn.
Wir erinnern Sie an Erledigung der Verfügung vom 1. December 1876 (Anzeiger Nr. 284) binnen 8 Tagen.
v. Röder.
Odenhausen, Rabertshausen,
Aokilischer H ö - i l.
schießung der Gedanken eil Instructionen )
Deutschland.
Darmstadt, 21. December. Der GefetzgebungS-Ausschuß der zweiten Kammer Hal tu den seit dem 19. d. Mts. abgehaUenen Sitzungen das gesummte vorhandene Material aufgearbeitet, indem er die Berichte über die Gehalte der Volksschullehrer und wegen des Schutzes der in sremde Pflege gegebenen klemen Kinder, sowie diejenigen zu dem Antrag Möllinger s^ auf Zuziehung der vollen Einkommen-Steuer bei Berechnung der Eommuual-Steuer und zu dem Antrag von Bieber und Genoffen wegen der Kirchensteuer festgestellt. Auch ist man zur Gesinde-Ordnung rücksichtlich der von der ersten Kammer beliebten
sind dadurch dem Ziel der nationalen Rechtseinheit wesentlich näher gerückt. Die gemeinsame Rechtsentwickelung aber wird in der Nation das Bewußtsein der Zusammengehörigkeit stärken und der politischen Einheit Deutschlands einen inneren Halt geben, wie ihn keine frühere Periode unserer Geschichte aufweist. Die Rechtseinheit auf dem Gebiete des gesummten bürgerlichen Rechts herbei- zuführen, wird der Beruf der kommenden Sessionen sein. Ich entlasse Sie, geehrte Herren, indem ich Ihnen für Ihre angestrengte und erfolgreiche Arbeit wiederholt im Namen der verbündeten Regierungen den wärmsten Dank ausspreche in dem festen Vertrauen, daß, auch wenn der Reichstag sich wiederum hier versammelt, eö uns vergönnt sein wird, unsere Arbeiten ausschließlich den friedlichen Aufgsben der inneren Entwicklung des Reiches zuzuwenden. Der bisherige Fortgang der Verhandlungen der europäischen Mächte über dre rm Orient schwebenden Fragen berechtigt mich zu der Hoffnung, daß es meinen Bemühungen und den einander entgegenkommenden friedlichen Jutentionen der an der Entwickelung der Dinge im Orient unmittelbar betheiligten Mächte gelingen werde, die schwebenden Fragen ohne Beeinträchtigung der guten Be- zikhuuaen zu lösen, welche gegenwärtig unter ihnen obwalten. Ich werde, ge- stützt von dem Vertrauen, welches Deutschlands friedliebende Politik sich erworben hat, im Wege freundschaftlicher und selbstloser Vermittelung mit Gottes Hülfe auch ferner dazu Mitwirken. t „ .... „
Berlin, 22. December. Dem feierlichen Schlußact der Reichstags- Session wohnten etwa 150 Abgeordnete, die Generalität und Stabsoffiziere, sowie viele hohe Staatsbeamte, sämmtlich in großer Gala, bei. In der Hofloge erschien Frau Prinzeisin Friedrich Karl mit den Prinzessinnen-Tochtern, in der Diplomaten-Loge die Botschafter Oesterreichs und Rußlands, ferner die Gesandten von Spanien und von Portugal. An der Spitze des Bundesraths erblickte pian den Fürsten Bismarck. Bald nach 2i/2 Uhr betrat der Kaiser den Saal, welchem der Kronprinz und sämmtliche hier anwesende Prinzen folgten: die Versammlung begrüßte den Kaiser durch ein von dem Präsidenten des Reichstags v. Forckenbeck ausgebrachtes Hoch. Die Thronrede ward mehrfach, namentlich bei Erwähnung der Justiz-Reformen, sowie bei dem die auswärtige Politik behandelnden Paffus von Beifall unterbrochen. Nach Verlesung derselben erklärte Fürst Bismarck die Session für geschlossen, worauf wiederum von dem bayerischen Minister-Präsidenten v. Psretzschner ein Hoch auf den Kaiser ausgebracht wurde.
Hesterreich.
Abweichungen schlüssig geworden.
Berlin, 22. December. Se. Majestät der Kaiser hat die Schluß- Session des Reichstages mit folgender Thronrede geschlossen: „Geehrte Herren! Bei dem Schluffe der vierten und letzten Session der zweiten Legislatur-Periode des Reichstags darf ich Sie auffordern, mit mir einen befriedigenden Rückblick auf die Ergebnisse Ihrer Thätigkeit zu richten, um uns zu vergegenwärtigen, in welchem Maße Ihre und der verbündeten Regierungen gemeinsame Urbeil im Laufe der letzten drei Jahre den Ausbau der verfassungsmäßigen Grundlage des Reiches gefördert hat. Durch das Reichs-Militär-Gesetz ist die Organr- iaticti des deutschen Heeres festgestellt und damit eine zuverlässige Gewahr für fcte Unabhängigkeit des Vaterlandes und für seine berechtigte Weitstellung ge- ichaffen worden. Aus dem Gebiete der wirthschaftlichen Interessen hat das Bank-Gesetz für die Regelung der Creditverhäitntffe und des Geldumlaufes einheitliche Ordnungen etngeführt, von deren Wirksamkeit Handel und Verkehr eine fletige und nachhaltige Förderung erwarten dürfen. Zugleich ist die Gesetzgebung darauf bedacht gewesen, der Fürsorge für die arbeitenden Elasten durch dte Oiganifation ihrer eingeschriebenen Hülss-Caffen zu beihätigen. Von mchl geringerer Bedeutung ist das in der abtaufenden Legislatur-Periode Geschaffene für dte Pflege der geistigen Jutereffen der Nation. Die Rechte und Psttchten, welche sich an die literarische Thätigkett knüpfen, sind durch das Gesetz über die Preffe neu geordnet. Der Schutz des geistigen Etgenthums hat durch die Gesetze über da« Urheberrecht an Werken der bildenden Künste, an Mustern und Modellen eine lange entbehrte Erweiterung erhalten. werth- voll aber auch die Ergebnisse Ihrer früheren Sessionen in den genannten und in anderen Beziehungen waren, so werden sie doch an Bedeutung überragt durch die große Aufgabe, welche Ihnen auf dem Gebiete der Iusttz-Gesetz- aebuttg gestellt war. Nachdem eine Revision des Straf-Gesetzbuch« m der vorigen Session stattgefunden hatte, fiel der heute schließenden die Erledigung der Gefetzenlwürse zu, welche die Gerichts-Verfassung, die Ewst-, und Str ff Proceß Ordnung und die Concurs-Ordnung regeln. Diese Entwürfe sind von Ihren Commissionen mit angesporntestem Fleiße und mit der etnget)enbften Sorgfalt geprüft worden und der Reichstag hat die Berathnng über diese Gesetze mit dem Eifer und der Hingebung gepflogen, wie sie großen nattm nalen Aufgabe würdig waren. Bei einem so umfangreichen und bedeutungs- vollen Werke mußten in der ersten Beurtheilung die Menningeni über viele und wichtige Punkte nothwendig in dem Maße auseinandergehen, wie es der Ve>> breitung und der Vielseitigkeit juristischer Durchbildung tn allen Theilen unseres Vaterlandes entspricht. Dennoch ist es zu meiner aufrichtigen Freude gelungen
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faßten 22. December. In Regierungskreifen erblickt man in .dem Rück- tritt des MinilleH 's Ristic nicht eine ausreichende Genugthuung für die Be- obwohl man den von der „Preffe" mehrfach angeregten n Okkupation Serbiens verwirft- Fürst Wrede's ■, ganz präcis formulirte Forderungen enthalten.
"-ugland.
«onbvn - '<c „Morning Post" meldet: Die Vorkonferenz verständigte wject eine europäische Commission zur
Ueberwachung der in -nben Reformen etnzusetzen. Derselben soll eine militari) 000 Belgiern beigegeben werden.
Salisbury trat dieser .lediglich um den Krieg zu »ermetben
der sonst sofort ausgebrochen wa.. Die Entscheidung der Pforte wird bis zum 25. December erwartet. - Wie verlautet, wird dte Königin das Parla- ment in Person eröffnen.
Türkei.
Konstantinopel. Der Pesther Correjpondent der „Daily News" will nach einer ihm aus Rustsckuk zugekommenen Nachricht wissen, daß zwischen Rußland und Rumänien ein Vertrag abgeschloffen sei, welcher sich auf das Legen von Torpedos in der Donau beziehe.


