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Samstag, den 23 September

1826

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Austige- uuö AMsblatt fit de« Kreis Gießen

Erscheint tLgttch mit AuLnechme de« MontBgK Expedittoor Schulstrahe, Sit. B. Nr. 18.

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8ürst ibm keinen Dank wisse, zur Rede zu stellen. Derselben Korrespondenz

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Brüssel. In Lüttich störungen stattgefunden. Eine von Montaigu zurückkchrten,

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haben gelegentlich einer Wallfahrt einige Ruhe- Schaar von Pilgern, die am 18. d., Abends, sind bei ihrer Ankunft vom Volke verhöhnt und

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hin nnd wieder sogar thätlich mißhandelt worden. Das herausfordernde Be­nehmen einiger Geistlichen hat zu dem Tumulte beigetragen, bei welchem leider ein Polizeibeamter lebensgefährlich verwundet worden ist.

KrauLreich.

Paris, 19. Septbr. Die algerischen Juden stellten in diesem Jahre

Oaglarrd.

London, 20. Septbr. Die Gesammtzahl der ermordeten Christen wird dem Berichte des Botschafts - Secretärs Bartng auf 12,000 geschätzt, wäh­

rend nur 200 Türken getödtet seien; die Gesammtzahl der niedergebrannten Dörfer betrage 58. Am Schluß des Berichtes heißt es: Die Art und Weise der Unterdrückung des Aufstandes war höchst unmenschlich; für jeden Schuldi­gen litten 50 Unschuldige.

London, 21. Septbr. Bei einem Banket in Aylesbury äußerte Lord Beaconsfield in Erwiderung auf einen ihm ausgebrachten Trinkspruch, es würde von Voreingenommenheit zeugen, wenn man behaupten wollte, die Regierung habe gegenwärtig die gewohnte Unterstützung des ganzen Landes hinter sich. Die Gedanken einer großen Partei seien viel mehr von anderen Dingen, als von der Aufrechterhaltung des permanenten Landes-Friedens in Anspruch ge­nommen. Die schwebende Angelegenheit fände Seitens der Regierung fort­dauernd ernste Erwägung. Leider sei ein großer Theil des englischen Volkes zu Schlüssen gelangt, welche nach Meinung der Negierung verderbenbringend für die Interessen Englands und schädlich für die Aufrechterhaltung des Frie­dens wären. Beaconsfield sprach sich ferner tadelnd gegen Diejenigen aus, welche die gegenwärtige Situation zu Parteizwecken mißbrauchen, und theilte mit, daß Lord Derby nach der Ablehnung des Berliner Memorandums an den Prtncipien festgehalten habe, welche die größte Aussicht auf Wiederherstellung der Ruhe im Orient gaben; indeß sei damals der serbische Krieg ausgebrochen. Nie habe eine abscheulichere Verleumdung circulirt, als die Behauptung, daß England allen von Rußland ausgehenden Vorschlägen widerspreche. Sämmt- liche Mächte Europas ständen in den freundschaftlichsten Beziehungen zu Eng­land, doch bei keiner Macht finde England herzlichere und vollständigere Unter­stützung, als bei Rußland. Indeß habe man seit Beginn des Krieges auf geheime Gesellschaften Rücksicht nehmen muffen. Gegenwärtig konnte von Setten Englands nichts weiter geschehen, als sich dem von den Großmächten einstim­mig getroffenen Uebereinkommen anzuschließen. Der serbische Krieg, so fuhr der Redner fort, sei ein schlimmes, durchaus nicht zu rechtfertigendes Unter­nehmen. Gleichwohl sei von England das Möglichste für Serbien gethan. Derby habe sein Vermittlungswerk vollendet und habe es nicht allein zu Stande gebracht, alle Mächte zu einem gemeinsamen Vorgehen zu veranlassen, sondern auch Versicherungen zu Gunsten eines Waffenstillstandes zu erhalte», deren Er­langung schwierig war. Die Pforte habe gegenüber dem Vertreter Englands erklärt, sie sei zu einem liberalen großmüthigen Frtedensschluß bereit, für wel-

zum ersten Mal Recruten zur französischen Armee. Ein großes Fest wurde vor ihrer Abreise nach Frankreich im Theater zu Algier zu Ehren der Ausgehobenen gegeben und dabei eine Unzahl von Reden und Lebehochs auf Frankreich, die Republik, Mac Mahon rc. gehalten. Cr^mieux wurde ein Toast ausgebracht. Bekanntlich war er es, der, als er Mitglied der September-Regierung war, die Emancipation der algerischen Juden decretirte. Dieselben waren bis dahin keine französischen Bürger, sondern nur französische Schützlinge gewesen.

Paris, 19. Septbr. Nach dem Eindruck, den der von derFrance" veröffentlichte Vertrag auf gut unterrichtete Kreise gemacht hat, glaubt man, daß bis jetzt keine schriftlichen Abmachungen wegen der Türkei unter den euro­päischen Mächten bestehen. Europa sucht jetzt ejne Einigung Über den Waffen­stillstand. Alle Mächte wollen der Türkei den Waffenstillstand aufzwingen, nur England sucht noch diese Maßregel zu mildern; aber man hofft doch, daß eine Einigung erzielt werde, welche Waffenstillstand im Gefolge habe.

Paris, 20. Septbr. Die neuen Forts von Paris sind jetzt alle fertig und bewaffnet, fast alle haben auch bereits Garnisonen. Diese Forts haben ohne Ausnahme Hinterlader erhalten, welche nach dem neuen, für das Belage­rungsgeschütz angenommenen System angefertigt wurden. Die neuen Festungs­werke, welche man im Osten Frankreichs gebaut, sind ebenfalls sämmtlich fertig, so daß man das, was man hier dieHerstellung der neuen Grenze" nennt, als eine vollendete Thatsache betrachten kann.

Paris, 21. Septbr. Gestern früh hatte der Minister des Auswärtigen, Herzog v. Decazes, eine längere Unterredung mit dem türkischen Botschafter. DemTcmps" zufolge wären nach dieser Conferenz die Aussichten für einen baldige, Friedensschluß erheblich gewachsen. DasJournal des Dsbats" ver­öffentlicht den Text des Memorandums, durch welches die türkische Regierung die Vermittelung der Mächte angenommen. Dasselbe stimmt mit den bereits bekannten Angaben überein und enthält eine Darstellung der Ursachen des Krie­ges, sowie der Mittel, den Wiederausbruch desselben zu verhüten.

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Wien, 18. Septbr. Waffenruhe zwischen der Türkei und Serbien. Nachdem die Pforte allen Militär-Commandanten befohlen, die stricte Defensive einzuhalten, erthrilte Fürst Milan gleichen Befehl, so daß de facto Waffenruhe «ingetreten ist.

Wien, 19. Septbr. DieDeutsche Ztg." meldet:Der Statthalter in Prag hat die Abhaltung von Meetings zu Gunsten der Serben, welche in Prag, Prziban und Kolin beabsichtigt waren, als der österreichischen Neutrali­tät zuwiderlaufend untersagt."

Wien, 20. Septbr. Aus Paschkany, 18. Septbr., telegraphirt man

terNeuen Fr. Pr." : Arn Freitag sind abermals dreißig Russen, meist hohe Chargen, theilweise in Uniform mit Säbel, hier durchgereist. In einem stark besuchten öffentlichen Garten Jassys brachten zehn derselben, darunter einige Oberste, beim Champagner Toaste in französischer Sprache auf den Czar und Lschernajeff,den Kämpfer für heilige Interessen", aus, worauf die Militär- niusik die russische Nationalhymne zweimal spielte. Die Russen hörten sie stehend wd mit entblößtem Haupte an. Auf Fürst Karl und Rumänien brachten sie ebenfalls Hochs aus. In ihrer Gesellschaft befanden sich mehrere rumänische Officiere.

Wien, 20. Septbr. DerPolit. Corresp." wird ans Belgrad von heute gemeldet: Der Kriegsminister wird sich nach Deligrad begeben, um den General Tschernajeff wegen der in dessen Lager stattgehabten Manifestation

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Darmstadt, 21. Septbr., Mittags. Der Kaiser und der Kronprinz sind soeben bei der Durchreise am Bahnhof von der Fran Prinzessin Karl be­grüßt und von dem zahlreich versammelten Publikum mit Hochrufen empfangen worden.

Berlin, 19. Septbr. ©eit einiger Zeit sind falsche Eiilthalerstücke preußischen Gepräges mit der Jahreszahl 1867 in Umlauf, die aus Zinn- und Bleicomposition bestehen und an ihrer schlechten Prägung und namentlich dem abgefeilten Rande erkennbar sind. Das Publikum möge sich daher vor Nach­theil wahren und etwa vorkommende derartige Falschstücke anhaltcn. In diesem Jahre finden wieder Herbst - Controlversammlungen für Landwehrleute, Reservisten, zur Disposition der Ersatzbehörden Entlassene und zur Disposition der Truppentheile Beurlaubte statt. Die Gestellungspflichtigen, welchen beson­dere persönliche Gestellungs-Ordres nicht übersandt werden, dürfen ohne Ent­schuldigung nicht ansbleiben, widrigenfalls sie nach der Strenge der'Militärgesetze bestraft werden. Nur in ganz besonders dringenden Fällen darf Dispensation nachgesucht werden, und zwar wegen Krankheit und plötzlicher Todesfälle in der Familie, doch sind dahin gehende Entschnlcigungen gehörig durch Amtsatteste ju belegen.

DerReichs-Anz." veröffentlicht das Gesetz, betr. die Geschäftssprache der Behörden nebst Verordnung, wonach auf fünf Jahre der Gebrauch der pol­nischen, litthanischen, dänischen und französischen Sprache für mündliche Ver­handlungen der Schulvorstände, Gemeindevertretungen und Gemeindeversamm- Imigen in mehreren, namentlich aufgezählten Land- und Stadtgemeinden der resp. Provinzen Posen, Preußen, Schleswig und Rheinland als Geschäftssprache gestattet wird.

Berlin, 20. Septbr. Bezüglich der Betheiligung Deutschlands an der 1878 in Paris stattfindenden Weltausstellung sind, wie dieA. A- Ztg-" hört, bereits Verhandlungen unter den deutschen Regierungen im Gange, und wurden dieselben auch ersucht, ihre Bevollmächtigten im Bundesrathe mit der entspre­chenden Instruction zu versehen, da sich derselbe alsbald nach dem Wiederbe­ginn seiner Sitzungen mit dem Gegenstände zu beschäftigen hat; eventuell ist auch eine die vom Reiche zu tragenden Kosten der Ausstellung betr. Vorlage oh den nächsten Reichstag in Aussicht genommen.

Gotha, 19. Septbr. Dr. Petermann erhielt aus Hammerfest telegra­phische Nachrichten über die glückliche Rückkehr von Nordenskjöld's Handels- Expedition durch das sibirische Eismeer nach dem Jenisei. Die Expedition war erst am 25. Juli von Tromsö ausgefahren, hatte zur Hinreise und Rück­reise blos etwa 5 Wochen gebraucht, den Weg schiffbar und eisfrei gefunden nnd sich 16 Tage in Jenisei aufgehalten. Somit ist die Ausführbarkeit eines schiffbaren Handelsweges von Europa durch das Eismeer nach Sibirien von Neuem eklatant nachgewiesen.

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TL wird aus Konstantinopel vom 20. d., Abends, gemeldet: Der Sultan bat heute W den österreichischen Botschafter, Graf Zichy, zur Entgegennehmung von dessen neuen Beglaubigungs-Schreiben empfangen, bei welchem Anlässe freundschaftliche ffsikp' (.Versicherungen ausgetauscht wurden.

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Prüfung des Fürsten Milan zum König von Serbien, für welche der jd^hI ' ' M L n " r " r" t