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Ho. 115. Donnerstag, den 18. Mai L8V6
Kichener Anzeiger
Anreige- und Arntsdintt für den Kreis Gießen.
Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Expedition: Schul st raße, Lit. B. Nr. 18.
Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf. mit Bringerlohn.
Durch die Post bezogen vierteljährlich 2 Mark 50 Pf.
Amtlicher H h e i l.
Nr. 12 des Reichs-Gesetzblatts, ausgeqeben den 11. l. Mts., enthält:
(Nr. 1133.) Gesetz, betreffend die Beseitigung von Ansteckungsstoffen bei Viehbeförderungeu auf Eisenbahnen. Vom 25. Februar 1876.
Gießen, den 16. Mat 1876.
Großherzogliches Kreisamt Gießen.
__________________________________________________________________________ v. Röd er._____________________________________________________________________________________
Gießen, am 16. Mai 1876.
Betreffend: Die Statistik der Bewegung der Bevölkerung im 1. Quartal 1876.
Das Großhcrzogliche Kreisamt Gießen
an die Standesbeamten der Standesamtsbezirke Mendorf a. d. Lda., Beltershain, Burkhardsfelden, Ettingshausen, Garbenteich, Grüningen, Lauter, Münster, Nieder-Besflngen, Obbornhofen, Ober-Bessingen, Stangenrod und Wieseck.
Wir erinnern Sie daran, daß Sie die ausgefüllten Zählkarten über die Geburten, Eheschließungen und Sterbefälle vom ersten Quartal dieser Jahres ohne Verzug an das Secretariat der Großberzoglichen Centralstelle für die Landes-Statistik einzuschicken haben.
________________________ v. Röder.
Bekanntmach u n g,
die gesetzlichen Forderungen an Studirende ans dem Winter-Semester 1875/76 betreffend.
Die in diesem Semester entstandenen gesetzlichen Forderungen an Studirende müssen bis den 8. April d. I. mittelst specifictrter Rechnungen zur Anzeige gebracht und längstens bis den 20. Mai b. I. geltend gemacht werden, widrigenfalls dieselben den ihnen durch Art. 136 der Disciplinar-Statuten zugewiesenen Vorzug verlieren.
Gießen, den 21. März 1876.
Großherzogliches Universitäts-Gericht.
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politisch
Darmstadt, 16. Mai. Das Großh. Regierungsblatt Nr. 25 enthält das Reglement, die Beschaffung der Mobilmachungspferde betr.
Berlin, 14. Mai. Nach einer kürzlich ergangenen Anordnung des Finanz-Ministers sollen die bei den Staatskassen eingehenden Halb-, Drittel-, Viertel-, Sechstel- und Achtel-Thalerstücke kurfürstlich und landgräflich hessischen Gepräges nicht wieder ausgegeben, die Drittel-Thalerstücke mit den übrigen Drittel Thalerstücken deutschen Gepräges in die nächstgelegene Postkasse gegen Ersatz abgeliefert, die übrigen vorbezeichneten Münzstücke an die Regierungs- (Bezirks)-Hauptkaffen zur einstweiligen Aufbewahrung abgeführt werden.
Berlin, 14. Mai. Die „Kreuz-Ztg." meldet: Herr Gabriel Wassilitzki, der mehrgenannte Vertreter der Insurgenten in der Herzegowina, ist in Berlin eingetroffen und im British Hotel abgestiegen. Herr Wassilitzki ist ein junger Mann von scheinbar vielleicht 30 Jahren und durchaus seinem Aeußeru. Derselbe hat bereits dieser Tage seine Visitenkarten bei den hier anwesenden Ministern des Auswärtigen abgegeben. Die eigentliche Stellung des Herrn Wassilitzki, der früher als russischer Agent auftrat, ist noch nicht recht aufgeklärt. Derselbe wurde heute von Berichterstattern Wiener Blätter förmlich überlaufen; ob er dieselben auch angenommen hat, ist uns nicht bekannt.
Berlin, 14. Mai. Der königliche Baurath Röder, welcher sich vorzugsweise mit Canal-Angelegenheiten beschäftigt, hat dem Magistrat Mittheilung von einem großartigen Canalproject gemacht, bei dem die auszusührenden Arbeiten etwa doppelt so groß sein werden, als beim Suezcanal. Es handelt sich um einen Canal von Odessa nach Hamburg, also vom Schwarzen Meere nach der Nordsee. Der Name, welchen der Canal führen soll, ist Alexander- Wilhelm-Canal Welche Schritte zu Gunsten des Projects beabsichtigt werden, ist dem Magistrat bisher nicht bekannt geworden.
Berlin, 15. Mat. Der „Reichs-Anz." meldet: Nach den neuesten Meldungen aus Salonichi sind daselbst am 13. Mai die erwarteten Verstärkungen der Garnison aus Konstantinopel, ferner zwei italienische Fregatten und eine französische Corvette angekommen. Die Stadt wurde militärisch besetzt. Die Commiffäre der Pforte haben sich mit den Delegirten Deutschlands und Frankreichs, sowie mit den Consuln Englands und Italiens vereinigt. 36 Verhaftete wurden auf eine türkische Panzer-Fregatte gebracht. Die Leiche des deutschen Consuls ist bis zur Beisetzung einstweilen in die Kirche gebracht, die sich bei dem deutschen Consulate befindet. — Aus Konstantinopel sind, wie der „Reichs-Anz." weiter meldet, in den letzten Tagen keine beunruhigenden Nachrichten eingelaufen.
Berlin, 15. Mai. Das Abgeordnetenhaus erledigte in heutiger Sitzung! mehrere kleine Vorlagen und verwies die Vorlage über Einrichtung des Zeughauses zu einer Ruhmes-Halle an die Budget Commission. Der Kriegs-Minister hob in einer Rede für die Vorlage hervor, man wolle, an der Schwelle einer neuen Zeit, wo das deutsche Heer sich gebildet habe und sich entwickeln solle, ^ie Denkmäler der Vergangenheit, in welcher das preußische Heer Ruhm erworben, zum Gedächtniß kommender Geschlechter sammeln, wie dies Seitens last aller größeren Staaten in ähnlicher Weise geschehen sei. Das Gesetz über w Amts Sprache wurde nach längerer Debatte im Wesentlichen unverändert 1n Zweiter Lesung, dasjenige über' die Staats-Aufsichtsrechte bei der Vermögens-
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Verwaltung in den katholischen Diöcesen in dritter Lesung in namentlicher Abstimmung mit 230 gegen 92 Stimmen angenommen. — Das Herrenhaus erledigte eine größere Anzahl kleiner Vorlagen und beschloß, die erste und zweite Lesung der Reichs-Eisenbahn-Vorlage durch Plenar-Berathung zu erledigen. Nächste Sitzung Donnerstag. Tagesordnung: Einverleibung Lanenburgs und Reichs-Eisenbahn-Vorlage.
Berlin, 16 Mai. Beim Abgeordnetenhause ist ein vom Finanz- und vom Handels-Minister gezeichneter Gesetz-Entwurf, betr. die Vollendung der Bebra-Friedländer Eifenbahn, eingegangen. In der heutigen Sitzung wurde der Antrag Hänel auf en bloe-Annahme der neu redigirten Geschäfts-Ordnung genehmigt und Die im Uebrigen wenig erhebliche Tages-Ordnung erledigt.
Gms, 14. Mai. Der Kaiser von Rußland ist heute um lO1^ Uhr hier eingetroffen und wurde am Bahnhofe vom Regierungs-Präsidenten v. Wurmb und den Spitzen der königlichen und städtischen Behörden empfangen. Die Stadt ist festlich geschmückt. Eine Stunde vor Ankunft des Kaisers wurde die neu erbaute russische Kirche eingesegnet.
Klei, 13. Mai. Auf Befehl des Chefs der kaiserlichen Admiralität wird das Tampfkanonenboot II. Klaffe, der „Komet", sofort in Dienst gestellt, empfängt am Montag in Friedrichsort seine Munition und geht am Dienstag unter dem Befehl des Capitän - Lieutenants v. Pawels nach Konstantinopel in See. Gestern wurde die Corvette „Gazelle" Hierselbst außer Dienst gestellt.
Nürnberg, 13. Mai. Die Kreisregierung von Mittelfranken hatte der Gemeindevertretung der Stadt Fürth die Genehmigung zur Anstellung von Lehrern mosaischer Religion an der dortigen confessionell gemischten Volksschule nicht ertheilt, da der christliche Charakter der Volksschule gewahrt werden muffe. Die Fürther Gemeinde-Collegien haben sich hierauf beschwerend an das Ministerium gewandt, und in einer soeben eingetroffenen Ministerial-Entschließung wird der Beschluß der Kreisregierung bestätigt und die Beschwerde abgewiesen. (21. Z.)
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Wien, 15. Mai. Die „Polit. Corresp." meldet: Der Großfürst Michael Nikolajewitsch und die Großfürstin Olga Feodorowna treffen von Odessa kommend übermorgen in Wien ein und setzen ohne Aufenthalt ihre Reise nach Stuttgart fort.
Wien, 15. Mai. Die „Polit. Corresp." meldet aus Konstantinopel: die Pforte sei gestern von der Behörde in Salonichi benachrichtigt, daß bisher 216 Personen verhaftet ^seien; die Verhaftungen würden fortgesetzt. Der Proceß habe sofort begonnen. Die Züchtigung werde eine rasche und schreckliche fein.
Pesth, 15. Mai. Heute trat eine Conferenz behufs Berathung über einen russisch - österreichisch - ungarisch - italienischen Eisenbahn - Verband zusammen; an den Verhandlungen nehmen 15 Vertreter von russischen und zahlreiche Dele- girte von deutschen, italienischen und österreichisch-ungarischen Eisenbahnen Theil.
Pesth, 15. Mai. Nachdem heute die Delegationen eröffnet waren, brachte die Regierung den Voranschlag des gemeinsamen Staatshaushaltes für 1877 nebst den Nachtrags Crediten für Heer und Marine, die Schlußrechnung für 1874 und Nachtrags-Credite für die den Flüchtlingen aus Bosnien und der Herzegowina gewährten Unterstützungen zur Vorlage. Von der österreichi-


