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hat seine Sitzungen in guter Ordnung beendigt und wird nächstes Jahr in Lyon zusammentreten.

Paris, 11. October. DieAgence Havas" veröffentlicht folgendes Telegramm aus Konstantinopel vom 10. Octbr. Abends. In dem heutigen außerordentlichen Ministerrathe machte sich im Anfänge eine lebhafte Oppo­sition gegen einen Waffenstillstand von sechs Wochen, wie er verlangt wird, welcher wegen der kurzen Dauer ernste Gefahren für die Türkei in sich berge, für den unwahrscheinlichen Fall, daß die Verhandlungen scheitern sollten. Die Pforte hat auf alle Fälle beschloffen, den Mächten die Bedingungen mitzutheilen, unter welchen sie in einen Waffenstillstand von fünf oder sechs Monaten willigen würde, welcher ihrem Dafürhalten noch einen dreifachen Vortheil für die Türkei haben würde. Erstens: die Pforte könnte in der Zwischenzeit den lebhaft auf­geregten moslemitischen Fanatismus besänftigen; zweitens: die Pforte befände sich nicht in der üblen Lage, die Feindseligkeiten in einem Augenblicke wieder aufzunehmen, wo die Witterung die Operationen erheblich erschweren wird; endlich: diese Frist würde es erleichtern, übet? die Friedens-Bedingungen und die allgemeinen, im Reiche einzuführenden Reformen zu einer Einigung zu ge­langen. Die Mittheilung dieses Waffenstillstandes an die Botschafter wirb morgen in diesem Sinne erfolgen. Man glaubt, daß die Bedingungen der Pforte werden angenommen werden.

tngtanb.

London, 9. October. Lord Elliot hat abermals in der Audienz den Sultan aufgefordert, die Waffenruhe zuzugestehen. Der Sultan ist angeblich bereitwilliger. Die Aussichten auf eine Conferenz sind ebenfalls besser, obwohl keine Regierung bisher die Formulirung des Conferenz-Programmes übernehmen wollte und Rußland die Türkei gern ausschließen möchte. Osman Pascha ergriff mit 20,000 Türken die Offensive von Saitschar aus, um im Morawa- Thal vorzudringeu.

London, 10. October. Gladstone hat sich in einer soeben veröffent­lichten Schrift abermals gegen die Politik der Regierung ausgesprochen, welche sich zwar in der Form nicht, aber bezüglich ihrer Ziele veiändert habe. Er unterzieht die Vorschläge Derby's, die die verschiedenartigste Auslegung znließen, einer nicht wohlwollenden Beurtheilung, und besteht auf der Einberufung des Parlaments, weil die Regierung nur in Uebereinstimmung mit der Nation eine wirksame Autonomie Bosniens und Bulgariens, welche durchaus nothwendig sei zur Verhütung einer Wiederkehr der Unruhen, verlangen könne.

London, 11. October.Reuter's Bureau" meldet aus Belgrad von heute: Der serbische Ministerrath beschloß, einen regelrechten Waffenstillstand anzunehmen, sobald die Consuln der Mächte einen bezüglichen Antrag stellen.

Spanien.

Madrid, 10. October. General Martinez Campos ist zum Befehls­haber der Armee auf Cuba ernannt worden. Derselbe wird in Bälde mit 25,000 Mann nach Cuba abgehen. Ebenso wird die cubanische Flotte durch Kreuzer, die neu construirt sind, verstärkt werden. Das JournalEpoca" tadelt das Circular-Schreiben des Bischofs von Minorca, worin die Prote­stanten und deren Freunde excommnnicirt werden.

Madrid, 11. October. DemTiempo" zufolge hat sich die Regie­rung das Recht Vorbehalten, den Beschluß der General-Junta von Biscaya, bctr. die Aufhebung der Gehalts-Zahlungen an Geistliche, zu modificiren und zu anuulliren, da die freundschaftlichen Beziehungen Spaniens zur römischen Curie dadurch beeinträchtigt werden könnten.

Türkei.

Konstantinopel, 10. October. Die hiesigeAgence Havas" meldet: Die Pforte wird, vertrauend auf die Absichten der Mächte, wahrscheinlich den von allen Mächten übereinstimmend verlangten eiumonatlichen Waffenstillstand bewilligen.

Konstantinopel, 10. October. DieAgence Havas" meldet: Der heutige Ministerrath hat beschlossen, einen sechsmonatlichen Waffenstillstand, bis Ende März, zu bewilligen. Diese Ent­schließung und die Bedingungen des Waffenstillstandes sollen morgen den Mächten durch Circular-Depeschen mit- getheilt werden. Die Pforte wird für schleunige Einführung neuer Refor­men Sorge tragen. Der ehemalige Präsident des Staatsraths, Kiamil Pascha, ist gestorben.

Amerika.

New-Uvrk, 10. October. Die Wahlen in Ohio uxb Indiana sind unter beispiellos lebhafter Betheiligung der Wähler vor sich gegangen.

Vermischtes.

(Hubert's Verfahren der Conservirung des HolzeS.) Nach Hubert besteht das beste Mittel, Holz, welches der Feuchtigkeit ausgesetzt ist, besonder- das Holz der Eisen- bahnschwellen, vor der Zerstörung durch Vermodern 2C. zu schützen, darin, lange und dünne eiserne Nägel mit breiten, flachen Köpfen hineinzuschlagen. Legt man so vor- gerichietes Holz in die Erde, so rosten die Nägel, und der Rost verbreitet sich gleich­mäßig und dauerhaft durch das Holz und schützt dasselbe. Man kann die Schwellen auch mit Eisendraht umwickeln. Hubert hat durch dieses Mittel Hölzer, welche er in die feuchte Erde versenkt hatte, fast '5 Jahre lang unversehrt erhalten.

Man schreibt auS P a r i S : Ein hiesiger Geschäftsmann besitzt einensehr gescheidten" Affen und liefe denselben einige Augenblicke allein in seinem Kassenzimmer. Ein Kassenbote kommt und legt einen Wechsel von 1375 Fr. vor. Der Affe, welcher seinem Herrn gut nachahmt, nahm einen Bündel Banknoten auS der Schublade und gab sie dem Boten, der heute noch gesucht wird. In sein Geschäft ist er nicht zurück­gekehrt und hat sich jedenfalls aus dem Staube gemacht, denn die erhaltenen Bank­noten übersteigen die Summe von 50,000 Fr.

(Noah'S Bleistift.) Ein Engländer prahlte einem Yankee gegenüber damit, dafe sich im Britischen Museum ein Buch befände, welches ehemals Cicero angehört habe. O das ist Nichts", erwiederte der unerschrockene Yankee,wir haben im Museum in Bostoy einen Bleistift, den Noah benutzte, um von den in die Arche hineinrnarschirenden Thieren ein Register auszunehmen, damit sich von keiner Sorte mehr als ein Paar einschletche.

Ein bayrischer Bierwirth auf dem Lande behauptete, dafe er an jeder Mafe viar 6 Kretlzer profitire. Da aber die Mafe nur 6 Kreuzer kostete, so fragten die Gäste erstaunt, wie das möglich sei.Ja", antwortete der Wirth,da« geht so zu: 1 Kreuzer hab' ich vom Bräu, um 1 Kreuzer sind meine Krüge zu klein gemacht, um 1 Kreuzer schütt' ich Wasser d'runter, um 1 Kreuzer schenk ich zu schlecht ein, um 1 Kreuzer trink' ich selber mit und um 1 Kreuzer läßt jeder gern noch stehen, der mein Bier trinkt. Macht also 6 Kreuzer.

Same!

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Em wichtiges Schriftchen für alle Mütter erschien soben in dem Berlage »» E- Herrig in Elberfeld unter dem Titel: Die künstliche Ernährung d,4 Kindes im ersten Lebensjahre von Dr. Th. Rtesenstahl, Brunnenarzt cm Kaiser-Wilhelm-Bade zu Driburg. Preis 1 M. 25 Pfg.

Mit Recht kann dieses hübsch ausgestattete Schriftchen zu denjenigen roenigti Erscheinungen gezählt werden, die eine wirklich allgemeine Beachtung verdienen, beim das behandelte Thema berührt die innersten Interessen unseres Volks- und Familien.fl lebens. Das Büchelchen ist aus der Feder eines tüchtigen, bewährten Arztes hervor- gegangen; je weiter man in den Inhalt ctndringt, desto mehr gewinnt man die liebe:- zeugung, dafe der Herr Verfaffer tn allen seinen Mtttheitungen auf sicherem Bodm langjähriger, practischer Erfahrungen steht. Es werden hier keine trockenen, fttcnjd! wissenschaftlichen Lehrsätze aufgestellt, denen der Laie kein Interesse abgewinnen fani, j sondern in klarer, Jedermann verständlichen Weise bietet der Herr Verfasser eine an­genehme, belehrende, und zugleich unterhaltende Lectüre. Zuförderst wird die Aai- menfrage, sodann die Theorie der künstlichen Ernährung erschöpfend behandelt, die « practische Anleitung zur künstlichen Ernährung gegeben und endlich die künstliche Er­nährung in der Grofestadt besprochen und Alle« finden wir mit gründlichster Sach- kenntnife dargestellt. Ein erfrischender Zug warmer Liebe zu unseren kleinen Lieb- lingcn durchweht aufeerdem die ganze Schrift und zeichnet unS oft wirklich packende Situationen

Zur Erläuterung des Texte« sind dem Werkchen künstlerisch auSgeführte, litho- graphirtc Zeichnungen beigegeben.

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Der Madonna von Lourdes hat ein französischer Offizier einen preußischen Degen gewidmet, den er im letzten Kriege erbeutet. Wie war's wenn sich Jemand'» Marpingen revanchirte! 1 w 10 111

(Der Eid eine? Kardinal«) Ehe den Kardinalen und päpstlichen Leaate ihr Barett überreicht wird, haben dieselben nächstfolgenden Eid zu leisten von welchem sich der englische Staatsmann Palmerston im Jahre 1850 eine Abschrift?u v 7- chaffen gewußt hat.Ich--, Kardinal der Heiligen Römischen Kirche, gelobe und

chwore, dafe ich von letzt ab bis an's Ende meines Lebens, St. Peter der Seihen apostolischen Kirche zu Rom und unferm Heiligsten Herrn, dem Papste, sowie den Nack solgern desselben, die kanonisch und gesetzlich erwählt sind, treu und gehorsam sein werde; dafe rch nie meinen Rathschlag oder meine Zustimmung oder meinen Beistand zu @twa_3, daS gegen die Pontifikafische Majestäst ist, geben, und niemals wtssentlicd Rathschlage, Mahnungen oder Instructionen des apostolischen Stuhles die mir im Vertrauen zugetherlt wurden, übertreten oder veröffentlichen werde; sowie dafe ich iea- lichen Beistand leisten werde zur Vertheidigung des Papstthums zu Rom und der Re' galia von St. Peter; daß ich pflichtschuldtgst und um der Ehre roiflcK in allen mir untergeordneten Kirchen, Klöstern und wohlthätigen Anstalten Botschaften und Erlasse des Heiligen Apostolischen Sitzes verkündigen und oertheidigen, und päpstliche Nuntien und Legaten, wenn sie kommen, so lange sie bleiben und wenn sie gehen, mit 6err üdjfeit und Ehrfurcht unterstützen, und das ich bis aus's Blut Allen die gegen bie- selben Etwas unternehmen sollten. Widerstand und Kampf entgegensetzen werde- dak ich auf jebe Weise und mit allen Mitteln bestrebt sein werde, die Rechte, die Ehren die Privilegien und da« Ansehen des Heiligen Bischofs von Rom, des Papstes, unseres Herrn, zu vermehren, zu befestigen und zu befördern." Zum Schluß helfet es' Dan ich Ketzer, Schismatiker und Widersacher gegen unfern Heiligen Herrn, den Papst,"auS. findig machen, bekämpfen und verfolgen werde mit aller meiner Macht und mit allen meinen Mitteln." Diesen Eid, der kein Wort von Christus enthält, hat auch der jetzt in Rom weilende Erzbischof Ledochowskl vor seiner am 3. April ftattaehabten ^ns al- latio* als Kardinal leisten müssen. P iiuuBe»uDten

fl. Die Concurrenz der Religionen ist der Weltlauf der Völker nach der aötfi !

und nach der praktischen Bewahrheitung der höchsten Menichentuamd, der Bruderliebe. S» berichtet man aus China, wie die Schüler des Consucius mit syoBem Elfer Predigthallen und Liebesanftalten errichten; neulich wurden 200 chinesische Missionare öffentlich examinirt. Ein chinesisch-heidnischer Prediger ist selbst in Amerika ausgetreten. Die H r n d u p ri est er drucken auf eigener Presse eine Menge religiöser schritten für s Volk. In Constantin ope l hat sich eine muhamedanische Mission» gesellschast gebiloet, welche bis zum Kap der guten Hoffnung und bis nach Brasilien träumt die muhamedanische Sekte der Mcchabiten von einer WlederhenteUuna der alten muhamedanischen Herrlichkeit. So sehr nur in Christa; den Gipfel und Knotenpunkt der religiösen Entwickelung für die ganze Menschheu er- dilcken, jo erkennen mir doch gerne auch in den außerchcistlichen ReltkionSsystemen ge- br °ch en e Strahlen des reinen Gotteslichtes, wie ja auch unter den christlichen Son-. e£t0^r?en selbst noch genug Frnsternife und falsches Licht herrscht. Jeder mensch liche Jrrchum sacht sich eine religiöse Form zu schaffen : so auch jede stufe der Wahrheit. Das Gewand der Religion aber heißt Kirche.

« - v V Sv ?0- Oct Heute kam vor der verstärkten Straskammer des hiesigen Krnsgerlchts die Untersuchungssache gegen die ledige Elisabeth Weilhard aus Maul- ! bach, wegen Mords zur Verhandlung. Die Angeklagte war geständig, am 22. August

3- 6^9en Abend, ihr ungefähr vier Monate altes Kind, um dasselbe zu tobten, vor- I satzttch m tue Lahn geworfen zu haben. Als Motiv gab dieselbe an, daS Kind fei kiank gewesen und habe sie geglaubt, es nich: unterbringen zu können, da sie selbst n.W ber gewesen, für dasselbe zu sorgen. Der Antrag des Staatsanwalt- ging dahm, die Angeklagte wegen Mords zum Tode zu verurtheilen- Der Gerichthhof erkannte demgemäß und wurde demnach die Angeklagte zum Tode verurtheill Sie Publikation dieses llrtheils schien auf dieselbe nicht den geringsten Eindruck zu machen.

Frankfurt, 8. Oct. Gestern Abend um 5 Uhr stieg der Lustschiffer Beuöet vo» derNeuen Manilust" in der Absicht auf, in einer Höhe von 4000 Fuß sich an öem JJ^irm feerab3ulaffen. In einer Höhe von sechshundert Fuji erhielt der Ballon zedoch Nisse und sank ichnell zur Erde. Etwa hundert Fuß vom Boden entfernt Tippte ' er um, so bad Beudet seitlich an da« Trapez zu hängen kam. Glücklicherweise blieb I der Ballon an einem Baum »es Blittersdorfplatzes hängen, doch verletzte sich Beu-et beim Fallen an einer eisernen Stakete leicht am Ooerschenkel.

Westerbauer bei Hagen, 26. Sept. Gestern wurde» hier zwei Falsch­

münzer in Hast genommen, als sie den Versuch machten, falsche Thalerstücke ausw- gebeu. Bei näherer Untersuchung fanden sich denn auch noch sechs solcher Thaler so ' wie ein großes rundes Stück Zinn bei ihnen vor, welches letztere dem Anscheine nach zur Anfertigung neuer Stücke dienen sollte. Die falschen Stücke haben die Prägung der preufeischen Thaler und tragen die Jahreszahl 1870, fin» ohne Rand und leicht an ihrer matten Farbe und dem fettigen Anfühlen erkenntlich. Die beiden Gamm, in der.Nähe von Iserlohn zu Hause, scheinen das Ausgeben des salschen Geldes mit großer Voisicht betrieben zu haben, denn nach einer Partie bei ihnen vorgefundene, Eiseiibahnbillets zu urteilen, läßt sich annehmen, daß solche von ihnen öfter gelöst aber nicht benutzt wurden, bloß um allenfallsigen Nachforschungen die Spur zu entjiebm

In Chath am sind in den letzten Tagen Versuche mit einem Brennmatei,il angeftellt worden, welches an und für sich zwar nicht als neu gelten kann, dessen Ar- Wendung in England zur Heizung von Dampfmaschinen indessen jedenfalls biefiS Prädicat verdient, nämlich mit Sägespänen. Die mehrfach wiederholten Versuche fin» über Erwartung günstig ausgefallen. Säzespäne erzeugen mehr Dämpfe al« Kohle-, und zwar stellt sich eine tüchtige Karrenladung d. h. der Inhalt eines zweirädrige, Karrens im Brenmverthe zehn Zentnern Steinkohlen gleich.

Southampton, 11. Oct. Das Postdampfschiff des Nordd. Lloyd Rhein, Capt. H. C- Franke, welches am 30. September von Newyork abgegaiige» war, ist 0» stern 10 Uhr Abends wohlbehalten hier angekommen und hat nach Landung bet fit Southampton bestimmten Passagiere, Post und Ladung .12 Uhr Nachts die Reise nah Bremen fortgesetzt. Der Rhein überbringt 199 Passagier und volle Ladung.

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5285) Ein Haufen geldlich abzugeben. Leiter

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2354) Hemden-Ei hfiehlt in reicher Ai

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