Mo. 158, Dienstag, den II. Juli 1876.
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Expeditionr vchulstraß», Sit. S. Nr. 18. Durch die Poft d-zogen vierteljährlich » Mars s» Pf.
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Darmstadt, 7. Juli. Die Interpellation des Abg. Edinger wegen Haltung der Regierung in der Reichs-Eisenbahn Frage wurde bekanntlich Anlaß eines Antrages des Abg. v. Rabenau, die hessische Negierung zu ersuchen, die Reichsregierung in ihrer Bestrebung, das Eisenbahnwesen in die Reichshand zu mhmen, zu unterstützen. Dieser Antrag wurde dem vierten Ausschuß zur Berichterstattung überwiesen und in diesem wurde Abg. Hirschhorn zum Bericht eist«tter ernannt. In dem Ausschuß tauchte die Frage aus, ob cs angezeigt erscheine, die Berichterstattung über diesen Antrag in der Art zu betreiben, daß dieselbe und damit die Verhandlung in der Kammer in der Herbstsession vor- genommen werden könne. Man hat sich für Bejahung entschieden und wird also im Herbste d. I. die Kammer Gelegenheit haben, sich über diese für Hesj-en höchst wichtige Frage auszusprechen.
Darmstadt, 7. Juli. Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben mittelst allerhöchster Entschließung vom 5. l. Mts. den Ministerialrath Dr. Carl
WWKWjß Reidhardt auf sein Rachsuchen von den Functionen als Großherzoglicher Bevoll- iüryauM^ mächtigter bei der Rbemschifffahrts-Central-Commission zu entheben und solche
bei der ihr! dem Ministerialrath im Gesammt - Ministerium, Carl v. Werner, zu übertra- cin FamilienW gen geruht.
Wimpfen, 8. Juli. Heute Mittag ist hier ein zweistündiger furcht- Wr Wolkenbruch gefallen.
Berlin, 6. Juli. Die wenigen hier studirenden Serben haben die rfaiflift wn Universität oerlasien, um an dem Kriege gegen die Türken Theil zu nehmen, -m Tarmfiabfnt- Auch andere von Serben besuchte wissenschaftliche Anstalten sind von denselben
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Wien, 7. Juli. Der Kaiser und Graf Andrassy reisen heute Abend
'duke, deren Anlage beabsichtigt sein soll, haben noch nicht begonnen. Die Ätti Forts, welche auf dem rechten Ufer liegen, sind in ihrem Bau auch so gefördert, daß deren Vollendung zum Schluß dieses Jahres in Aus-
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zu gleichem Zweck verlasien worden.
Berlin, 7. Juli. Der russische General-Admiral, Großfürst Konstan- tin Nikolajewitsch, der heute hier angekommen ist, hat in vergangener Woche Kronstadt besucht und daselbst die Festungswerke und die Schiffe eingehend in- spicirt. Der Großfürst begibt sich, wie es heißt, zum Kaiser, um demselben Bericht zu erstatten.
Aus Kurhessen, 6. Juli. Die königl. Eisenbahn-Directimr zu Frank- (nrt a. M. hat gestern bei der Staats-Anwaltschaft zu Kassel Strafantrag gegen die Redaction des dortigen „Tageblattes" gestellt, weil dieses Blatt einen gegen die von der Frankfurter Behörde gegen die niederen Beamten beliebte Behandlungsweise gerichteten Artikel aus dem „Heff. Beob." entnommen hat. Die Redaction wies die Anschuldigung in einer sachlich motivirten Ant- "Wort zurück und stellte sofort gegen die Eiseubahn-Drrection Gegen-Strafantrag, veil diese in dem Schreiben behauptet, „das „Tageblatt" Hetze die unteren Neamten auf und übe auf dieselben einen demoralisirenden Einfluß aus."
Kiel, 7. Juli. Gestern Nachmittag 12J/4 Uhr hat auf der norddeut- slhen Werft der Stapellauf der daselbst erbauten Kaiser-Pacht stattgefunden. Die Pacht erhielt in der Taufe den Namen Hohenzollern, der Taufact ward um Contre-Admiral Henck vollzogen. Die Ankunft der Panzer-Fregatte „Pr<ußen" dürfte in den ersten Tagen Hierselbst zu erwarten sein. Für die «Korvette „Victoria" sind Briefsendungen bis auf Weiteres nach Rio Janeiro z« richten.
Strassburg, 7. Juli. Die linksrheinischen Forts sind nunmehr voll- Pitdig fertig gestellt und die Abnahme derselben von den Unternehniern durch Hie Baubehörde hat stattgefunden. Die Arbeiten zum Bau einiger Zwffchen-
) Reichstadt ab, woselbst Kronprinz Rudolph bereits eingetroffen ist. — Die Meldung der Lemberger „Gazeta Narodowna" von der Berufung des Grafen Potocki als angeblicher Nachfolger des Grafen Andrassy entbehrt jeder
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lhatsächlichen Unterlage.
Wien, 7. Juli. Die „Polit. Corresp." meldet aus der Herzegowina: Die Montenegriner bivouaktrtey vorgestern Nacht in Volemija, welches im Distrrct von Banjani liegt. Gestern marschirteir dieselben gegen Gacko, Corrita O Nevesinje und sollen in letzterem Orte eingerückt sein. Der Fürst von .Montenegro wäre gestern Abend vor Gacko eingetroffen, woselbst türkische kuppen in beträchtlicher Zahl verschanzt sind. In Albanien haben, wie schon dichtet, 1500 Miriditen^ gegen Montenegro die Waffen ergriffen. — Aus deinen meldet die genannte Korrespondenz: Die katholischen Bosniaken sind großer Bewegung gegenüber den Absichten Serbiens auf die Eroberung Bos- • W, und beabsichtigen einen Appell an Oesterreich wegen Schutzes ihrer Knteieffen.
Wien, 7. Juli. Der Kaiser ist heute Abend 9 Uhr mit Graf An- Nh zur Zusammenkunft mit dem Kaiser von Rußland nach Reichstädt
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Pesth, 6. Juli. Der „Pesther Lloyd" meldet ofsichös, Miletics sei nicht wegen eines Zeitungs-Artikels, sondern wegen Landesverrats verhaftet worden.
Pesth, 6. Juli, Abends. Der gestern früh um 6 Uhr in Neusatz verhaftete Reichstags-Abgeordnete und serbische Agitator Dr. Miletics wurde unter militärischer Bedeckung nach Bazias gebracht und von dort mittelst Bahn nach Pesth befördert.
Lemberg, 6. Juli. Dem „Dziennik Polski" wird telegraphirt: Wei Luck, unweit der galizisch-russischen Grenze, ist ein russisches Militär-Corps in der Stärke von 50,000 Mann mit vollständigem Artilleriepark eingetroffen. Auch 40 Waggons mit Kosaken wurden dahin entsendet; auf jeder Station der Bahnstrecke Zytomir - Radziwilow wurde je ein Waggon zur Besetzung der Bahnlinie zurück gelassen.
Bodenbach, 8. Juli. Der Kaiser von Rußland ist heute früh um 71/* Uhr eingetroffen.
Bodenbach, 8. Juli. Beide Kaiser sind Vormittags hier eingetroffen und haben sich auf das Herzlichste begrüßt. Der Kaiser von Oesterreich hatte russische, der Kaiser von Rußland ungarische General-Uniform angelegt. Demnächst begrüßte Kaiser Alexander den Grafen Andrasse und den russischen Gesandten in Wien, v. Nowikoff, unterhielt sich auti) längere Zeit mit dem Grafen Franz Thun; Kaiser Franz Joseph begrüßte den Fürsten Gortschakoff. Beide Monarchen fuhren sodann gegen 93/4 Uhr auf dem russischen Hofzuge nach Böhmisch-Leipa.
KÄmeiz.
Bern, 7. Juli. Bei einem Eisenbahn-Zusammenstoß bei Palezieux, zwischen Bern und Lausanne, kamen 6 Personen ums Leben.
Iranüreich.
Paris, 7. Juli. Die durch ein Provinzblatt nach Versailles gelangte Kunde von einem auf den Herzog von Chartres verübten Attentat war, wie sich heute herausstellt, ganz aus der Luft gegriffen. — Der Großfürst Constantin von Rußland ift gestern Abend mittelst der Nordbahn in Paris eingetroffen. — Durch Erlaß des Bauten-Ministers Christophle vom 6. Juli ist eine Commission eingesetzt worden, welche die Frage des Wiederaufbaues der Tuilerien und des Palais der Rechnungs-Kammer und des Staatsraths am Quai d'Orsay prüfen soll.
Versailles, 7. Juli.. In der Deputirten-Kammer entspann sich heute eine lebhafte Debatte über die Gültigkeit der Wahl des Deputirten Peyruffe (Bonapartist), welche von Cassagnac eifrig verfochten wurde. Die hierbei von Letzterem gegen das Ministerium gerichteten Angriffe wurden vom Minister des Innern widerlegt, worauf das Mandat Peyrusse's mit 334 gegen 139 Stimmen für ungültig erklärt wurde. Gegen eine Aeußerung Caffagnac's über das gute Einvernehmen zwischen den Bonopartisten und Legitimisten protestirte der Deputirte Keller (Legitimist), indem er ausführte, daß diese guten Beziehungen lediglich auf dem Gebiete der Vertheidigung der socialen Grundsätze beständen. Die Kammer vertagte sich bis Montag.
ZLelgien.
Brüssel, 8. Juli. Der deutsche Kronprinz wird Brüssel am Sonntag Abend verlassen. Heute besucht derselbe Waterloo.
Brüssel, 8. Juli. In der Ausstellung wollte Dr. Günther dem deutschen Kronprinzen die Ambulanzen zeigen. Der Kronprinz entgegnete, er habe deren schon zu viele gesehen und ziehe vor, die Instrumente des Friedens zu betrachten. König Leopold begleitete heute den Kronprinzen beim Besuch des Schlachtfeldes von Waterloo.
Kugland.
London, 7. Juli. Russell Gurney hat angekündigt, er werde im Unterhause eine Resolution einbringen, wodurch die Regierung aufgesordert wird, sich mit Frankreich darüber zu benehmen, ob dieses geneigt ist, gemeinsam nm England einen Druck auf die Pforte auszuüben, um diese zur vollständigen Erfüllung der Bedingungen anzuhalten, unter welchen die türkische Anleihe von 1854 gezeichnet wurde. Jetzt ist zu solchen Maßregeln wohl eine schlechte Zeit.
Rußland.
Petersburg, 6. Juli. Kaiser Alexander trifft am 10. Juli um 2 Uhr Nachmittags hier ein; der auf mehrere Tage in Aussicht genommene Aufenthalt in Warschau ist auf einige Stunden eingeschränkt — Ritter Nigra ist hier eingetroffen.
— Die Fürstin von Serbien, Natalie, geborene Keschko, hat soebeir erst das 17. Lebensjahr erreicht. Die Fürstin bittet, nach dem „Neuruss. Tel gr.", in dem sie die Odessa'sche adelige Vorn'.undschafisbchörde von diesem Umstand unterrichtet, ihren Mann Milan Obrenowitsch zu ihrem Curator zu ernennen


