1896.
Samstag, dm 9. September
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aus den großen Jahren 1870/71 in seiner Mitte zu sehen. Damals wollten Ew- Majestät von dem Zustande des Corps sich nach einem langen blutigen Feldzuge überzeugen, deute hoffen wir gezeigt zu haben, daß die fünf verflossenen Friedensjahre keine arbeitslosen waren, daß die Waffen, nicht gerostet find, daß das sächsische Corps bereit ist, jedem Rufe Ew. Majestät jederzeit für die Ehre und Sicherheit des deutschen Vaterlandes freudig zu folgen. Durfte ich damals als Führer dieser Truppen deren Dank für die anerkennenden Worte, die Ew. Majestät an sie richteten, aussprechen, so habe ich heute als ihr Landes- Krieasberr auf's Neue zu danken für die Anwesenheit m unserer Mitte und das gnädige Wohlwollen, mit dem Hochdieselben die heutigen Leistungen aufgenommen. Dies auszuführen, fordere ich die Anwesenden auf,. die Maser zu erheben und zu leeren auf das Wohl des deutschen Kaisers; Se. Majestät Kaiser Wilhelm lebe hoch! Hierauf erwiederte der Kaiser: Erlau^n mir Ew. Majestät, daß ich Ihnen sofort für die überaus freundlichen Gestnnnngeu, denen Sie eben so beredten Ausdruck gegeben haben, meinen Dank aussprewe. Sie haben der Zeit gedacht, wo ich auf dem -Lchlachtfelde von Villiers Ihre von Ew- Majestät und Ihrem Herrn Bruder rühm- und siegreich geführten Truppen zum letzten Male auf dem Schauplatze ihrer schweren Kämpfe sah, und haben dabei geäußert, daß ich eben heute die Wirkung der fünfjährigen reorganlsirenden Arbeit hoffentlich bemerkt haben würde. Ich kann darauf nur erwiedern daß ich Ihnen gern mit voller Freude am Gelingen meine Anerken- . nung für die Leistung dieser fünf Jahre, und zugleich meinen Dank für die Freude ausspreche, die es mir gemacht hat, die Truppen in so vortrefflicher Verfassung gefunden zu Haden. Wenn mei» Dank sich an Alle richtet, die dabei thätig gewesen, so gebührt derselbe doch vor Allem Ew. Majestät, da Sie den Grund dazu gelegt, dann aber Ihrem Herrn Bruder, der das Werk so erfolgreich fortgeführt hat. Ich fordere Sie auf, meine Herren, mit mir und mit derselben Herzlichkeit, wie ich, auf das Wohl des Königs von Dachsen und des ganzen königlichen Hauses zu trinken.
8 sBerlin, 6. Septbr. Zur Salonichi-Affaire bringt der „Reichs-Anz.
Darmstadt, 7. Septbr. Se. Großh. Hoheit der Prinz Ludwig haben g.stcrn der Detachements-Uebuug der Großh. (50^) Infanterie-Brigade bet Mörlenbach bcigewohnt und sind heute früh nach Merseburg abgereist zu den Ma- növern des 4. und 12. (König!- Sächsischen) Corps.
Berlin, 5. Septbr. Der „Reichs-Anz. schreibt : „Se. Mafestat der »aiser Alexander von Rußland hat dem bekanntlich zur Zeit irr Warschau wel- lmden Feldmarschall Frhrn. v. Manteuffel das 4. Dragoner-Regiment (Kathe- rmoslarv) verliehen. Letzter Inhaber dieses Regiments war die verewigte Großfürstin Marie Nikolajewna."
Berlin, 6. Septbr. In Bezug auf die Mission des Feldmarschalls r. Manteuffel wird der „K- Ztg." aus Berlin vom 3. d.^telegraphirt: Die Aufmerksamkeit der politischen Kreise richtet sich auf dieSendung des Feld- Marschalls Frhrn. v- Manteuffel nach Warschau zum Kaiser Alexander. Derselben ging eine mehrstündige Audienz unmittelbar voraus, welche der General- Mdm-M-ll b-, dem Kaiser ha«.. Es braucht md)t barnn !" w»d,u.
tzaß Frhr v. Manteuffel persona gratissima am Russischen Hofe ist und wiederholt in politischen Missionen sich in Petersburg befunden hat: und es heiß - wie weit mit Grund, lasten wir dahingestellt - daß, die Reste m Folge eines Rathes des Fürsten Bismarck erfolge und hauptsächlich bewirken soll, den Kaiser Alexander in dem Widerstand gegen die Einflüsse der Kriegspartei
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Gießener Anzeiger
l AuMk- Md Amtsblatt fit den Kreis Gießen.
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Wien, 5. Septbr. Einem Telegramm der „Deutschen Zeitung" aus Bazias zufolge hätte der englische Consul White an Bord des in Belgrad an- gekommenen Dampfers einem nach Konstantinopel reisenden englischen Courier Mittheilung über den angeblich gestern erfolgten Fall von Alexinatz gemacht.
Wien, 6. Septbr. Ein neuerdings von dem officiell türkischen Armee- ournal „Djeridei Havadis" veröffentlichter Artikel, welcher die militärische Situation auf dem Montenegrinischen Kriegsschauplätze untersucht, anerkennt zwar die von Den Montenegrinern errungenen Vorthelle, lagert aber daraus nichtsdestoweniger die Notbwendigkeit, daS Fürstenthum zu der Stellung eines Paschaliks herabzudrücken und es mit der Herzegowina zu einem Vilazet zu vereinigen, dessen Hauptstadt Cettinje werden müsse, als Sitz eines muselmännischen Gouverneurs. Nebenbei besitzt der „Djeridei Havadis die Stirn, zu behaupten, daß er seine Forderung im Namen der Civilisation stelle! Tscher- kesten und Baschi-Bozuks als Pioniere der Civilisation I Weiter kann dre Unverfrorenheit allerdings wohl kaum getrieben werden. Angesichts solcher Pro- vocationen fann man auch dem Montegrinischen ofsie,ellen Journal Glas Ceinagora" seine kriegerischen Anwandlungen kaum verübeln, welche sich znle^t in dem bereits erwäbnten Artikel vom 28. August Luft machten. Dieser Ar- tikel wendet sich gegen alle Friedensverhandlungen, welche nur den Status quo ante bezwecken sollen und spricht die Ansicht a»s, daß, wenn die Großmächte jemals die ernstliche Absicht zu interveniren gehabt hätten, der Zeitpunkt hierzu damals, als es sich um die Reformen handelte, der geeignete gewesen wäre.
Die Mächte haben sich nicht bemüht, den Christen auf der Balkanbalbmsel ein menschenwürdiges Dasein zu verschaffen und nun mögen sie sich auch nicht “.Z X' bk b.r Kimpfmdm ir.t.n. Di. 3.« d,.
guten Dienste" ist vorüber, nachdem die Mächte versäumt haben, w,e vor fünfzig Jahren nach der Schlacht bei Navarin, dem Mohamedanischen Fanatismus und der Babaret ein Ende zu machen. Von „Mediation" unb- Frieden»
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H Am "21" August, Nachmittags zwischen 5 und 6 Uhr, ist die Derkundlgung des Urtheils gegen die drei bei dem Consulmorde compromittirten türkischen Militärpersonen, die Degradation derselben und hierauf der u für deutsche und französische Flagge in feierlicher Weise vollzogen worden. 5 Uhr waren zu diesem Behufe die in Uniform befindlichen Delegirten der Botschaften von Deutschland und Frankreich mit je einem Consulats-Beamken und die zur Theilnahme commandirten Vertreter der Geschwader, beiderseitig der Chef des Stabes und ein Capitän, von berittenen Zapties (Polizeisoldaten) in ihren Wohnungen abgeholt und nach der Citadelle geleitet worden, an deren Eingang sie vom Gouverneur und seinen Beamten empfangen wurden. Der Act selbst fand in dem Hofe der Citadelle statt, wo ein Truppen-Detachement von etwa 400 Mann Aufstellung genommen hatte- Gegenwärtig waren die turkl- scheu Behörden und die Mitglieder der drei Medjlisz (Provinzralräthe), ferner . mehrere fremde Consuln, dabei die von Oesterreich-Ungarn, Rußland und den Niederlanden, endlich ein Theil der Bevölkerung, welchem ungehinderter Zutritt gelassen war. Nachdem die drei Verurtheilten in Civilkleidung von 50 bewaffneten Matrosen vorgeführt waren, erfolgt, die fast eine halbe Stunde an- dauernde laute und vernehmliche Verlesung des Urtheils, in welchem auch dw Degradation ausgesprochen ist, bei lautloser Stille der Versammelten. Nach diesem Vorgang wurde der Ex-Polizrichef von einer Abtheilung Zapties m das Sefängniß von Salonicki, wo er zunächst drei Monate Strafe verbüßen soll, geführt, während die beiden anderen Verurtheilten auf die türkische Fregatte „Selemie" gebracht wurden. Wie man hört, sollen die Letzteren nach Rhodus unb Mytilene geschafft werden. Während der Verlesung des Urtheils stand die Wachtmannschast unter angefaßtem Gewehr. Nach Beendigung dieser £a>'v- langen wurden sodann gleichzeitig auf zwei Flaggenstöcken die deutsche und >e französische Flagge gehißt und mit 42 Kanonenschüssen von den türkischen Forts saluiirt. Die Admiralschiffe beider Nationeii erwiederken den Gruß gleichzeitig mit je 21 Schüssen. Hiermit hatte der Sühneact für daS traurige Erelgmß vom 6. Mai d. I. seinen Abschluß gefunden.
Leipzig, 7. Septbr. Bet dem gestrigen Mtlitär-Gala-Dmer im Schutzen- Hause brachte König Albert folgenden Toast aus: Kaiserliche Majestät! Seit dem unvergeßlichen Tage von Villiers, am 7. März 1871, hat das Corps nicht die Ehre und Freude gehabt, seinen siegzekrönten Oberfelvherrn
। Gießen, am 8. September 1876.
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KÄ«! n.b.» E-Ltz, b.. Leistunaen und Strebsamkeit der Lehrer maßgebend sein.
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einsenden, auck dabei angeben, ob der Lehrer früher schon einmal den Zcichenkursus besuch u öffentlichen Anstalten dem Kursus anwohnen können, so wollen Sie unS
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unverzüglich einzureichen haben- v g) ß b e r.
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