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Mo. »3. Freitag, den 3. März. 1826.

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A»M. W AmtÄM für ira Kreis Gießen.

Erscheint täglich mit Ausnahme des Montags. Preis vierteljährlich 2 Mark 20 Pf- mit Bringerlohn.

Expeditionr Schulstraße, Lit. B. Nr. 18. Durch die Post bezogen viertelzährlrch 2 Mark 50 Pf.

Amtlicher H h e i l.

Gießen, den 2. März 1876.

Betreffend: Das Landgestüt, hier den Abgang der Landgestütsbeschäler

auf die Landgestütsstationen. , , ~

Das Großhxrzogllche Krelsamt Gießen

an die Großherzoqlichen Bürgermeistereien.

Wir weisen Sie an, in Ihren Gemeinden bekannt machen zu laffen, daß die Großherzoglichen Landgestütsbeschäler für die Landgestütsstationen Berstadt und Grün berg bereits abgegangen sind.

v. Röder. ______________

Gießen, den 2. März 1876.

Großherzogliches Kreisamt Gießen, v. Röder.

Nr. 5 des Reichs-Gesetzblatts, ausgegeben den 26. v. Mts., enthält:

(Nr. 1116.) Gesetz, betreffend die Controle des Reichshaushalts und des Landeshaushalt« von Elsaß-Lothringen für das Jahr 1875. Vom 14. Februar 1876.

(Nr. 1117.) Gesetz, betreffend die weitere Anordnung über Verwendung der durch das Gesetz vom 2. Juli 1873 zum Retablissement des Heeres bestimmten

106,846,810 Thaler und die zu diesem Zwecke ferner erforderlichen Geldmittel. Vom 16. Februar 1876.

(Nr. 1118.) Gesetz, betreffend die Verwendung aus der französischen Kriegskosten-Entschadigung. Vom 17. Februar 1876. u a

(Nr. H19.) Gesetz, betreffend die zur Erwerbung und Herrichtung eines Schießplatzes für die Artillerie-Prüfungs-Cowmffston, zur Erweiterung des Dienstgeb audes

des Generalstabes der Armee zu Berlin, und zu Casernenbauten in Leipzig und Bautzen ferner erforderlichen, aus der französischen Krregskosten-Entschadigung zu deckenden Getdi.nttel^Vo 0bie roe(tere geschäftliche Behandlung der Entu-ürfe einer Deutschen Concurs-Ordnung und des dazu gehörigen Einführungsgesetzes. Bom 20. 5e&ruar^l87^ cn Abänderung des Gesetzes vom 23. Mai 1873, betreffend die Gründung und Verwaltung des Reichs-Jnvalidenfonds, und des Gesetzes

vom 18. Juni 1873 , betreffend den außerordentlichen Geldbedarf für die Reichs-Eisenbahnen in Elsaß-Lothringen und für die im Großherzogthum Luxemburg belegenen Strecken der Wilhelm-Luxemburg-Eisenbahn. Vom 23. Februar 1876.

o 1 i i i l m e r H tj e i l.

Etat des Finanzministers bis zu der PositionUeberschuß aus dem vormaligen kurhessischen Hausschatze", wurde genehmigt; über die Petitionen des Landgrafen von Hessen wegen Teilhaberschaft an dem Familien -Fideicommiß, für welche Windlhorst (Meppen) eintrat, beschloß das Haus zur Tagesordnung überzu­gehen. Nächste Sitzung morgen.

Berlin, 29. Februar. DerNeichs-Anz." äußert sich bezüglich des Zusammenstoßes derFranconia" mit dem DampferStrathclyde" dahin, bevor man sich ein bestimmtes Urtheil bilde, sei das Ergebniß der Untersuchung des britischen Handels-Amts abzuwarten; die beteiligten deutschen Seeleute hätten behufs Vertretung vor den englischen Behörden den Beistand der deutschen Reichsbehörden nicht erbeten; gleichwohl habe das auswärtige Amt verfügt, daß ein Beamter des deutschen General-Consulats der Untersuchung beiwohne, wel­cher nicht nur den Betheiligten nützlich sein werde, sondern durch dessen Bericht­erstattung, zusammengehalten mit den Gerichts-Verhandlungen und der Urtheils- fällung, auch eine sichere Grundlage zur Beurtheilung der Katastrophe für Deutschland gewonnen werde. Ferner enthält derReichs-Anz." eine Bekanntmachung, wonach die Einfuhr von Rindvieh aus Holland, Belgien und Luxemburg wegen der dort herrschenden Lungenseuche verboten wird.

Berlin, 1. März. Die Kaiserin ist heute früh nach Magdeburg ge­reist und wird daselbst einer Sitzung des Vaterländischen Frauenvereins behufs Unterstützung der Ueberschwemmten präsidiren.

Berlin, 1. Mürz. Das Reichs-Gesundheitsamt wird am 1. April d. I. in's Leben treten und eine seiner ersten Aufgaben wird der Entwurf eines die obligatorische Leichenschau betreffenden Gesetzes sein, das hinwiederum nicht ohne Einfluß auf einzelne Landesgesetzgebungen, namentlich in Preußen, sein wird. Im Geltungsbereiche des allgemeinen Landrechts haben mit Aus­schluß von Berlin, wo eine solche ärztliche Leichenschau bereits lange besteht, die Geistlichen über die Beerdigung Entscheidung zu treffen, und es ist ja be­kannt, daß unlängst erst der Minister der geistlichen u. s. w. Angelegenheiten den Consistorien mitgetheilt hat, daß die neue Gesetzgebung über die Beurkun­dung des Personenstandes nichts geändert hat. ,

Magdeburg, 29. Februar. DerMagd. Ztg." zufolge trifft die Kaiserin morgen hier ein, um das schwer heimgesuchte Schönebeck zu besuchen.

Posen, 29. Februar. Nachdem die Warthe heute früh bis zu 18 Fuß 3 Zoll gestiegen war, hielt sich das Wasser Tags über auf diesem Niveau; seit Nachmittag 5 Uhr fängt es jedoch wieder an zu steigen und ist auch noch weiteres Steigen zu befürchten. Am Pogorzelice wird ebenfalls hoher Waffer- stand, aus Russisch-Polen bevorstehender Eisgang gemeldet. Die von Glogau hierher berufenen Pioniere rücken nach Birnbaum aus, von wo Gefahr in Folge Eisgangs gemeldet worden ist, so daß die Ueberfluthungen in dieser Stadt bereits große Ausdehnung gewonnen haben.

München, 28. Februar. Stiftsprobst Dr. v. Döllinger erhielt heute zu seinem 77. Geburtstage von Sr. Maj. dem König dir besten Glückwünsche in huldvollster Weise. ~ f

__ In den beiden letzten Nummern desDeutschen Merkur , des Central- Organs des Altkatholicismus, veröffentlicht Stiftsprobst v. Döllinger die ersten Abschnitte einer Abhandlung überdie vaticanischen Decrete", welche diesen und

Deutschland.

Darmstadt, 29. Februar. Bei der Wichtigkeit der Frage wegen des Ankaufs der Oberhessischen Eisenbahnen dürften einige Notizen über den bau­lichen Zustand dieser Bahnen von allgemeinem Jntereffe sein. Wir entnehmen dieselben dem den Landständen vorgelegten Material und insbesondere den Gut­achten der Herren Professor Sonne, Oberbaurath Renner, Obermaschinenmeistcr Thomas und Kreiebaumeister Wetter. Hiernach entspricht die Ausführung des Baues allen billigen Anforderungen und gibt zu erheblichen Ausstellungen keine Veranlasiung; insbesondere macht der Bau der freien Bahn und der zugehöri­gen Bauwerke im Allgemeinen einen recht guten Eindruck. Die Erdarbeiten, der Oberbau, die Kunstbauten laffen im Ganzen wie im Detail eine solide Aussührung erkennen. Dagegen haben bei der Anlage und der Ausrüstung der (Stationen fast überall sehr große Sparsamkeitsrücksichten obgewaltet. Bei der Nidderbrücke sind Nisse im Mauerwerk entstanden, über deren Bedeutsamkeit die Eisenbahngesellschaft mit der Bauunternehmung in Dissens sich befindet; die Nidderbrücke ist deshalb von der Ersteren noch nicht übernommen; ein Ver­gleich wird aber in der Art angebahnt, daß die Bauunternehmnng wegen dieses Risikos sich einen Abzug von 10,000 Mk. gefallen laffen soll. Die Betriebs- sähigkeit der Bahnen für einen größeren und namentlich für einen durchgehenden Verkehr scheint den Sachverständigen nicht zweifelhaft; jedoch würden hierzu noch bedeutende Ausgaben für Beschaffung einer größeren Zahl Locomotiven und Wagen, für Anlage weiterer Geleise, Wafferstationen u. s. w. erforder­lich sein.' , (N. Frkftr. Pr.)

Berlin, 29. Februar. Dcr Allgemeine Postverein wird vom 1. Juli 1876 ab nach Hinzutritt von British - Indien, Aden und den französischen Besitzungen in fremden Welttheilen 837,000 Quadratmeilen mit 628 Mill. Einwohnern, umfassen. Die Wirkungen des Vereinsvertrages haben sich bereits in einer außergewöhnlichen Vermehrung der Correspondenz bemerklich gemacht, welche bei den Sendungen aus dem Reichspostgebiet 9,7 pCt., nach dem Reichs- postgebiet 6,6 pCt-, und bei den durch das Reichspostgebiet transitirenden Sen­dungen 10,6 pCt. betragen- hat. Von dem gesammten Correspondenzverkehr des deutschen Reichspostgebiets nack anderen Ländern entfallen auf die Lander, welche dem Allgemeinen Postverein angehören, etwa 99 pEt., auf die übrigen, dem Allgemeinen Postverein nicht angehörenden Ländern nur 1 pCt. Abgesehen von den Postkarten, Drucksachen, Waarenproben, welche bei der Versenoung mit der Post dem Frankirungszwange unterliegen, wurden von den Portopflich tigen Briesen aus dem deutschen Reichspostgebiet nach anderen Ländern 97^ pCt. frankirt und nur 2V2 pCt. unfrwifirt abgesendkt. Es erscheint daher der ^-itpunkt nicht fern, daß im internationalen Verkehr unfrankirte Briefe über- t nicht mehr, oder doch nur in ganz vereinzelten Fallen zur Absendung .gen werden. , Q r . . L £ . .

Berlin, 29. Februar. Das Abgeordnetenhaus erledigte heute die c Berathung des Etats des Handelsminifteriums. Die Position für die anlagen aus der Insel Wangeroge wurde an die Budget-Commission ver -a ; die zum Neubau einer Dienstwohnuug für den Regierungs-Präsidenten inzig geforderte erste Rate wurde abgelehnt, alles Uebrige bewilligt. Der