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Samstag, den 2 September

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. u ,. Die Universität Heidelberg, sowie die ärzt­

liche Wissenschaft und Praxis hat einen schweren Verlust erlitten durch den Tod des erst 53jährigen Professors der Chirurgie und berühmten Operateurs Dr. Simon. Der Verstorbene war 1868 an die Stelle seines ebenfalls im besten Maunesalter verstorbenen College», Prof. Otto Weber, getreten und harte sich bald durch seine ausgezeichnete Lehrgabe und liebenswürdigen Charak­ter die vollste Zuneigung von Schülern und Hülfesuchenden erworben. Simon hat nicht nur Chirurgie und Medicin mit werthvollen diagnostischen Hülfsmit- teln bereichert, sondern auch für eine Reihe sonst für unheilbar gehaltener, durch ihn der Heilung zugänglich gemachter Gebrechen theils neue Operations- Methoden erfunden, theils alte verbesiert. Einer chronischen Krankheit wegen

Scaffdifanh.

Darmstadt, 30. August. Seine Excellenz der Präsident des Großh. iJesammt-Ministeriums Minister Freiherr v. Starck haben, von einer vierwöchi­gen Urlaubsreife gestern zurückgekehrt, die Leitung der Geschäfte wieder

Erscheint täglich mit Ausnahme der Montags.

Expedition: Schulstraße, Lit. B. Nr. 18.

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II 1*9' Adresse.

, Aus Baden, 29. August

übernommen.

Berlin, 30. August. Bekanntlich standen den Bestrebungen der west­falischen Bergwerksbesttzer, Kohlen-Extrazüge nach Kiel und Altona zu senden bisher die auf der Hamburger Verbindungsbahn zur Hebung gelangenden Expe­ditionsgebühren im Wege. Durch das Entgegenkommen der Betheiligten ist es unter Vermittlung des Handels-Ministers gelungen, den Wegfall dieser Gebüh­ren herbeizuführen, so daß tu Zukunft nur noch der Str-ckensatz erhoben wer­den wird. Es wird nicht gezweifelt, daß hierdurch dem Absatz der westfälischen Steinkohle ein neues Gebiet eröffnet ist, zumal das Eisenbahn-Commifsariat zu Coblenz nunmehr aus's Neue vom Handels-Minister Auftrag erhalten haben soll, eine weitere Ermäßigung der Tarife für den Transit! der Ruhrkohle nach den genannten Plätzen schleunigst anzubahnen.

Berlin, 30. August. DerReichs-Anz." ist zu der Erklärung ermäch­tigt, daß die Meldung einiger Blätter, Feldmarschall Graf Moltke habe Abdul Kerim Pascha zu seinem Feldzugs-Plane beglückwünscht, lediglich auf Ersin-

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düng beruhe.

Vom Rhein, 28. August. DerGermania" wird geschrieben:Das katholische Amsterdamer Blattde Tid" hat bekanntlich eine Sammlung für die nothleidenden deutschen Priester veranstaltet. Am 15. August nun hat das genannte Blatt diese Sammlung geschloffen; die Ziffer beträgt 22,000 Gulden und wird in Folge einiger pro memoria noch ausstehender Posten wohl aus 25,000 Gulden gebracht werden. Dieser Betrag ist dem Erzbischof von Köln zur Verfügung gestellt und es hat nun die Redaction derTid" von diesem Kirchen-Fürsten ein Dankschreiben erhalten."

Fulda, 28. August. DieFuld. Ztg." schreibt:Am heutigen Tage hat sich das Institut der Englischen Fräulein Hierselbst nach einem hundertsünf- zehnjährigen Bestände aufgelöst. Die Mehrzahl der Conventualinnen hat heute die Reise nach Ungarn angetreten, um in Erlau und Veszprim sich einen neuen Wirkungskreis zu suchen." Wie das Blatt mittheilt, überreichte Tags zuvor der Ober-Bürgermeister Rang den Frauen im Namen des Stadtrathes eine

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KrauLreich.

Paris, 29. August. Victor Hugo veröffentlicht einen Aufrnffür Serbien", d. h. für Einstellung der türkischen Grausamkeiten und des Blutver­gießens. Das Schriftstück unterscheidet sich nicht von ähnlichen aus Victor Hugo's Feder.Auf die entzweiten Regierungen", schreibt er,mögen die ge­einigten Völker folgen. Knebeln wir die Fanatismen und d« Despotismen. Brechen wir die dem Aberglauben uulerthänigen Schwerter und die Dogmen mit dem Säbel in der Hand. Keine Kriege, keine Metzeleien, keine Schlächte­reien mehr freier Gedanke, freier Austausch, Brüderlichkeit. Die Abscheu­lichkeiten in Serbien stellen es außer allem Zweifel, daß Europa einer euro­päischen Nationalität, einer einzigen Regierung, eines ausgedehnten brüderlichen Schiedsgerichts bedarf; die Demokratie in Frieden mit sich selbst, alle Statio­nen Schwestern, als Stadt und Hauptort Paris, d. h. die Freiheit, welche als Haupt das Licht besitzt. Mit einem Worte die Vereinigten Staaten von Europa. Das war das Ziel, das ist der Hafen. Gestern war es nur eine Wahrheit, Dank den Henkern Serbiens ist es heute Augenscheinlicheit. Den Denkern reihen sich die Mörder an. Von den Genies war der Beweis gelie­fert, jetzt ist er auch von dem Ungeheuern erbracht."

Die Kriegsgerichte haben wieder einmal einen Theilnehmer an der Commune zum Tode verurtheilt. Genaueres über dessen Handlungen während des Aufstandes war nicht festgestcllt worden, aber man wies nach, baff et der Mann heißt Marin und ist Vater von 2 Kindern eine Zeit lang Dtrector des Personals der Artillerie gewesen war und in dieser Eigenschaft einen Be­fehl zum Transport von Kanonen, Pulver und Petroleum unterzeichnet hatte. DerRappel" meint bei dieser Gelegenheit, daß,falls Frankreich wegen der Grausamkeiten in der Bulgarei rcclamiren wollte, die Türkei sehr gut erwtedern könnte, daß sie nicht fünf Jahre warten würde, um das Erschieße«, Erhängen usb Deportiren einzustellen, sondern die Absicht hätte, schon füher eine allge­meine Amnestie zu erlaffen."

Paris, 30. August. Ein Beamter des italienischen General-Consulats in Marseille, Narducci, hat den Huissier des Consulats, über den er Grund zur Klage hatte, durch einen Revolverschuß schwer verwundet; er ward sofort verhaftet. |

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die Versammlung eine Resolution an, welche dem dortigen Protestanten-Verein den Dank für sein Ausharren im Kampfe für Wahrheit und Freiheit ausspricht. Die Zustände in Hannover werden in einer besonderen Broschüre dargestellt werden. Um 2 Uhr schließt Blumschli den 10. Protestantenlag.

Oesterreich.

Wien, 30. August. General Campbell hat der englischen Regierung einen überaus düsteren Bericht über den Zustand der türkischen Armee über- eudet. Namentlich herrscht furchtbarer Proviant-Mangel, der geradezu auf- lösend wirke.

Wien, 30. August. Vorliegenden Nachrichten zufolge entschied sich das Gefecht bei Popovo zwischen den Türken und Montenegrinern zum Vortheil der ersteren. Gegenwärtig findet ein neuer blutiger Kampf bei Bilek statt, woran der Senator Vukotic mit 8000 Montenegrinern betheiligt ist. Aus Kon­stantinopel wird gemeldet, der Ministerrath werde heute den Mediations-Vor­schlag berathen.

Wien, 30. August. Sicherem Vernehmen nach suchte Hurst Ntktta schon vor vier Tagen die Vermittlung des russischen Cabinets behufs Einleitung von Friedens-Unterhandlungen nach. Graf Andraffy ist heute in Zistersdorf eingetroffen. m

Pesth, 30. August. Den hier internirt gewesenen 68 Ruffen wurde heute freigestellt, abzureiseu wohin es ihnen beliebt; dieselben reisen morgen nach Belgrad.

Salzburg, 30. August. In der heutigen zweiten Plenar-L-itzung des Juristentages trugen die Sections-Refereuten die Beschlüffe der Sectionen vor. Gneist referirte über den Entwurf der Strafproceß-Ordnung und hielt die Schluß-Rede. Bet dem Fest-Bankette toastirte Gneist auf den Kaiser von Oesterreich, Ruttner auf den deutschen Kaiser, Jacques auf die Allianz zwischen Deutschland und Oesterreich.

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hatte er schon seit längerer Zeit seine Vorlesungen aussetzen muffen.

Heidelberg, 31. August. (10. Deutscher Protestantentag.) Der gestrige Vortrag Wendt's über den Religions-Unterricht in der öffentlichen Cchule will die Ober-Aufsicht über diesen Unterricht dem Staate, die Ertheilung desselben dem Lehrer übertragen wissen, ohne jedoch die Mitwirkung des Geist­lichen auszuschließen. Die Methode der Behandlung des Religions-Unterrichtes soll die geschichtliche sein, wodurch dessen confessioneller Charakter von selbst leine Schärfe verliere. Kiefer (Mannheim) will die Ober-Aufsicht des Staates nur in der Art, wie sie in Baden geübt werde. Die ausschließliche Leitung des Religions-Unterrichts durch den Staat bringe die Gefahr einer Staats- Religion, die jedem Wechsel des Regimes unterliege. Die heutigen Verhand­lungen über die Sonntagsfeier eröffnet Redacteur Lammers (Bremen), welcher die Nothwendigkeit der Sonntagsruhe vom santtätlichen und national-ökonomi- lchen Gesichtspunkte aus beleuchtet, während Ltc. Hoßbach (Berlin) die religiöse Seite der Frage fern vom engherzigen Puritanismus beleuchtet, iluf Grund der Vorträge der Hannoveraner Klapp und Hergenhahn nimmt

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die aesetzlicken Forderungen an Studirende aus dem Sommer-Semester 1876 betreffend.

Die in diesem Sommer entstandenen gesetzlichen Forderungen an Studirende müssen bis zum 23. September d. 3« mittelst specificirker Rechnungen zur Anzetge «bracht und längstens bis zum 11. November d. I. geltend gemacht werden, widrigenfalls dieselben den ihnen durch Art. 136 der Statuten zugewiesenen Vorzug verlieren. (Niesten, den 28. Auaust 1876.

W B ' 0 Grobherzogliches Umversitäts - Gericht.

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