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nicht in die Kompetenz des Reichstages, da sie sick auf dem Boden der Dienstpragmatik bewege. Die Verordnung deS mecklenburgischen Ober Klvchen- raths über die Vollziehung der Trauung sei eine rein kirchliche Angelegenheit und entziehe sich dadurch völlig der Reichs-Kompetenz. Es folgt auf den Antrag Saucken-Tarputschen eine Besprechung der Interpellation.
Karlstadt am Main, 29. Januar. Die hiesige Gemeinde-Vertretung hat den sämmtlichen Kapuzinern dahier einstimmig bas Bürgerrecht verliehen.
3. Die Lenne-Lahn-Bahn betr.
4. Strettverkündigung an die S t a d t G i e ß e n Seitens der A c t i e n - rau e r e i betr.
5. Die Wiederbesetzung der Mitpredigerstelle an der höheren Mädchenschule.
6 Kaufvertrag zwischen der Stadt G i e ß e n und G ä r t n e r Schaum.
7 Förderlohn von Sand betr.
Lokal-Notiz.
Gießen, 2. Febr. In Nachstehendem lassen wir die Tagesordnung für btc Sitzung der Stadtverordneten Donnerstag, den 3. Februar 1876, Stack- mittagS 4 Uhr, im Rathhaussaale folgen:
1. Vergebung einer Pfründe der Stiftung des A n d r e a s Lö b e r. standes2* Ausführung des Reichsgesetzes über die Beurkundung des Personen-
Kesterreich.
Pesth, 30. Januar. Der König hat gestern folgendes Handschreiben an den Mimster-Präsibentcu Tisza erlassen: Das Ableben Deak's erfüllt das Land mit großer Trauer. Auch ich bin tief ergriffen und es drängt mich aus- zusprecheu, wie aufrichtig ich den allgemeinen Schmerz theile, wie sehr auch ich den Verlust dieses Mannes beklage, der sein ganzes Leben dem allgemeinen Wohle widmend, durch seine Treue für Thron und Vaterland, durch die leuchtende Reinbett seines Charakters und durch seine Bürger Tugenden des Ver- trauens und der Liebe seines Fürsten wie seiner Mitbürger in so großem Maße würdig war. Seine staatsmännischen Verdienste wird die Geschichte verewigen! Sein Ruhm wird im Lande und über dessen Marken hinaus sortlebeu, sein Andenken gesegnet sein! Meine dankbare Anerkennung folgt ihm in's Grab, für welches ich einen Kranz übersende.
Frankreich.
Paris, 29. Januar. Der zum dritten Seeretär der deutschen Bot- schäft ernannte Graf Arco ist gestern aus Madrid hier angekommen. — Der in Amiens commandirende General Schmitz hat zwei Hauptleute mit 30 Tagen Gefängn'ß bestraft und vier «Lergeauteu zu Untcrosficieren degradirt, weil sie am 10. Januar einer zu Ehren Napoleons 111. gehaltenen Messe in Uniform an wohnten.
Pari-, 30. Januar, Abends 7 Uhr 35 Min. Im ersten Scrutinium sind im Ganzen 146 Resultate erzielt worden. Davon kommen auf die Monarchisten etwa 40, auf die Bo napa Nisten etwa 20, auf die Republikaner ungefähr 80 Sitze. Von Letzteren haben die meisten eine conservative Nuance. Vow den Ministern sind Dufaure und Buffet nicht gewählt worden. Die Minister de Meaux, Caillaux und Leon Say sind gewählt. Im Departement Seine ist im zweiten Wahlgang nur Victor Hugo gewählt worden. Derselbe erhielt 115 Stimmen. Nach ihm die meisten Stimmen erhielt Dietz -Monnin vom linken Centrum.
Paris, 30. Januar, Abends 10 Uhr 10 Min. Die Resultate des zweiten Wahlganges sind 27 Monarchisten, 7 Bonapartisten und 7 Republikaner. Gewählt wurden in Paris Peyrat, in Pau Gontaut Biron, im Departement Eure Broglie.
Paris, 30. Januar, Nachts 12 Uhr 10 Min. Gegenwärtig sind fast alle Wahlresultate bekannt. Von den 219 Gewählten waren 130 von der
Regierung empfohlen; 8 gewählte Bonapartisten waren nicht empfohlen • 63 radicale Republikaner, 15 vom linken Centrum.
KmerilUr.
Washington, 29. Januar. Am Montag wird im Repräsentanten- Hause eine Resolution dahin beantragt werden, den Präsidenten Grant zu fragen, welche Antworten von den Vertretern der Vereinigten Staaten im Auslande auf die Note bezüglich Cubas eingetroffen seien.
Vermischte s.
Frankfurt, 27. Jan. Auf der Verbindungsbahn wurde am Mittwoch nuf ergangene telegraphische Anzeige hin ein Wos,en mit Steinkohlen pol-z.il'ch säfirt. Bei dessen Abladung fanden sich einige Beutel mit Sprengpulver vor. — Die W-rthschast „Zur Bavaria" wurde an die Herren Gedr. Ludwig, welche seither das bekanntlich sehr schön autzgestattete und durch die Tüchtigkeit der Wirthe rasch zur Vlüthe g. langte „Restaurant Holland" betrieben, verpachtet. — VeNaust wurde die Hollhos'sche Liegenschaft (Bavaria) am Schille.platz an Herrn Schwager, Bierbrauermeiste-, und das Geißler'sche Haus in der Klostergassc
Mainz, 27. Jan. Unter der hiesigen Jugend grassirt die Duellwuth. Roch ist es erst kurze Zeit her, daß ein Schuibube einen Mitschüler erstochen hat. und schon wieder sollen sich zwei noch sehr jugendliche Gymnasiasten wegen einem Mädchen duellirt haben Unseres Erachte s wäre es besser, derartige Kampflustige in Zukunft mit einer derben Tracht Piüiel heunzuschicken, als imcn Festungshaft zu dictiren; durch letztere Strafe wird mancher dnmm: Junge erst hochnäsig und renommirt mit seiner Albernheit.
Essen, 3 > Jan. Ein cigenthümliches Diebstahlsobject hatten sich, wie dieser Tage entdeckt worden ist, vor längerer Zc:r zwei Arbeiter ausiewählt, indem sie von dem Hof eines Wirthes in dem benachbarten Altendorl ein Oxdoft Branntwein von '40 Li'er stahlen Die beiden Diebe — so erzählt die Barmer Ztg. — roiren bei d r Ausführung dieses ..Geniett'eiches' angetrunken: sie rollten das Faß einfach auf der Ehaussec vor sich h r und kirnen in Folge kbreS Strauchelns mehrmals in Gefahr, selbst unter das Faß zu gerathen und zerquetscht zu werden Obgleich es spät Abends war, so begegneten den Dieben doch noch mehrere Leute weiche sich um den sonderbaren Trai.sport aber nicht roe-ter bekümmerten. Das Faß brachte man in die Wohnung des einen Arbeiter', wo der fuselige Inhalt im Laufe von vier Wochen mit noch zwei anderen Zeckgcuosscn geleert wurde. Es vertilgte also im Durchschnitt jedes Mitglied dieses vierblätterigen lustigen Kleeblattes ungefähr täglich l’/4 Liter. Kurz nachher ereilte den Gauner, der das Faß beherbergte, d'e schwerste Strafe, welche ihn treffm konnte, indem er bei der Entwendung eines Wäschestückes von dem Eigenthü- mer desselben, einem Bergmann, mit einer — Tabakpfeife erschlagen wurde Die deswegen eingeleitae gerichtliche Untersuchung hat u. A. auch den obigen cigenthümlichen Diebstahl zu Tage gefördert._______________________________________
Literarisches.
Das Buch der Gesundheit, desGlücksundderZufriedenheit. Unter diesem Titel erscheint, für den ungemein wohlfeilen Preis von 30 Pfg pro Lieferung, im Verlage von Elwin Staude in Berlin ein Werk, das sich nicht allein über alle Fragrn des körperlichen und geistigen Wohls dc. breitet, sondern das ebenso unsere gesellschaftlichen Zustände, wie die Hauptgesetze der politischen Oeconomie behandelt. Die Darstellung, obwohl auf streng wissenschaftlicher Basis ruhend, ist doch in edelster Weise populär gehalten. Standpunkt, Lebensanschauung, Erfahrung und warme Humanität richten eine thurmhohe Schranke auf zwischen diesem Buche und den ekelhaften Sudeleien ärztlicher Spcculation. Der Hausvater, welcher für die leibliche und seelische Gesundheit seiner Kinder eines zuverlässigen Ratbgebers nicht entbehren möchte, wird dem unbekannten Verfasser dieses Werkes nicht minder aufrichtigen Dank wissen, als der Lerneifrige, der sich über das Wesen der Gesellschaft, sowie über ihre ethischen und sanitären Verbältnisse in compeienter Weise zu unterrichten münfd)t
Richtigstellung iiijojan, als es sich hierbei keineswegs, wie cs scheinen möchlr, j um oificiclle Mittheilung eines von der Regierung gefaßten Beschlusses, sonder» i nur um eure im Finanz Ausschuß gethane gelegentliche Äeußerung handelte, daß nämlich, im Falle ein Wunsch in jener Richtung gestellt würde, die Regierung denselben in nähere Erwägung riehen wolle. Sodann darf aber auch nicht verschwiegen werden, daß bis jetzt selbst nicht einmal von einem „Antrag" ein- . seiner Mitglieder in obiger Richtung die Rede ist, geschweige denn, daß für einen solchen Antrag eine Mehrheit in der zweiten Kammer gewonnen werden könnte. Wenn Nachrichten wie die obige unter Umständen eine Anstalt schwer iu schädigen vermögen, insofern dadurch die Basis derselben in ein gewisses Schwanke» gebracht wird, so ist es gewiß Pflicht der Presse, die einschlägigen nterhälintsse svfort namentlich nach Attßcn hin richtig zu stellen. Hierorts hat tic fragliche Nachricht freilich nur die Wirkung gehabt, die Freunde der Anstalt enger zu schaaren, um deren weiteres Gedeihen in noch erhöhterem Maße als ieitbcr zu fördern.
SJlatnj, 28. Januar. Heute wurde Stadtverordneter Nicola Racke von hier in der gegen ihn angestrengten Klage wegen Herabwürdiguug des Alt- Katbolicismus, angeblich begangen am letzten Sonntag in einer Rede auf der Katvoliken-Versammluiig zu Wiesbaden, vor dem hiesigen Untersuchungs-Richter vernommen. Er wirb sich also demnächst vor der Strafkammer in Wiesbaden, bei welcher die dortige Staatsbehörde L-trafantrag gestellt bat, wegen Vergehens gegen § 166 des Straf-Gesetzbuches zu verantworten h'.ben. (M. I.)
Berlin, 29. Januar. Der Reichstag setzte beute die Berathung der Strafgesetz-Novelle fort. Es wurden abgelcbnt: § 348, betr. die Bestrafung der Beamten wegen falscher Beiirkundung; 92, betr. die Strafbarkeit Derer,
welche durch Veröffentlichung von Kundgebungen ausländischer Regierungen oder getstlttbcn Oberen zitm Ungehorsam gegen die Gesetze auffordern oder solchen Ungchoriam als verdienstlich darstellen; § 287a, betr. die Bestrafung Derer, die be> Verstctgcrungcn durch Gewalt oder Drodung, durch Versprechungen oder Vorspiegelungen vom Bieten abhallen. Angenommen oder nach vorauSgegan- gcnen Bescdlüssen mobificirt wurden die übrigen 12 Paragraphen des Art. 1 tet Novelle. Von Art. 2 wurden genehmigt § 103a, betr. Zerstörung, Besci- ltgung oder Beschädigung ausländischer Hobeitszeichen, und $ 296a, betr. die Bestrafung von Ausländern, die in deutschen Küsten-Gewäffern fischen. Es folgt sodann der sog. Arnim-Paragraph. Marqitardsen befürwortet die zwischen der frei-conservativrn Partei und den National Liberalen vereinbarte und bereits bekannte Fassung, mit welcher sich Staats-Secretär v. Bülow im Namen der Bitndes - Regierungen eventuell einverstanden erklärt. Vice - Präsident Häncl spricht in längerer Rede gegen die Vorlage; Abg. Treitschkc für den Antrag Marguardsen's. Der letzter- wird in Abstimmung durch Namens-Aufruf mit 179 gegen 120 Stimmen angenommen. Die noch übrrgen Paragraphen werden gleichfalls genehmigt und ist damit die zweite Lesung erledigt.
Berlin, 31. Januar. Im Reichstage kam heute die Interpellation von Wiggers, betr. die mecklenburgische Ausführungs-Verordnung zum Ci'ilehe- Gcsctz, zur Verhandlung Delbrück erklärte, der Reichs-Regierung sei die Eides- Formel, unter tvclcher die Staudes-Beamten in Dtccklettburg verpflichtet würden bekannt. Das Reichskanzler-Amt habe darin nichts Gesetzwidriges gefunden, weil es annahm, daß, wenn ein Israelit Staudes-Beamter würde, es feinem Ermcffen überlaffen wäre, die vorgeschriebene Eides-Formel tu ändern. In diesem Sinne habe sich auch die mecklenburgische Regierung, als ihr die Interpellation bekannt geworden, geäußert. Ebenso sei die mecklenburgische Mini jterial-Vcrordnung, betr. die kirchliche Trauung der Beamten dem Reichskanzler-Amt bekannt und nicht gesetzwidrig erschienen. Die Frage falle überdies
-. Gesuch des OrtSdt-n-rs Zörb von Hochelheim um Erhöhung bei" Besann rnachungS-iebuhren. ö
2. :L)le Beleuchtung des Gartfelds betr.
10. Äuwahme d s Hamm in den städtischen Bauplan betr.
Bauvorschr tten^° Wirth Carl H eil wegen Zuwiderhandlung gegen die
,2- Anzeige gegen Heinrich Scho mb er wegen Zuwiderhandlung gegen die Bauvorschrrften. ö
13. Gesuch des Carl Schneider und Carl Steinmüller von H e u ch c l h e l m um Bauerlaubnlß.
£'.e Anlegung von Kellerlöchern u. s. w. aus städtischem Eigenthum.
15. Die Parcellenoermessung betr.
16. Niederschlagung von Communalsteuer betr.
17. Fristgesuche wegen Communalrückständen.
Bebufs Verminderung von Schreibereien und Jncassokosten er- suchen wir die geehrten Inserenten dringend, kleinere Inserate bei der Änfgabe gefälligst baar bezahlen zu wollen.
Expedition de- GieDener Anzeigers.
Eine ^tmplare wurden in nicht ganz zwei Jahren von dem bt-
balbe •VllUlVH rühmten Buche: Dr. Airy's Naturheilmethode abgesttzl, jedenfalls der beste Beweis für die Gediegenheit desselben. ES darf daher dieS tttii* strikte Werkcken mit Recht, selbst den schwerst darniederliegenden Kranken, dringend als letzter Hoffnungsstrahl empfohlen werden. Zahlreiche unter ähnlichen Titel her- auSgegebene Nachahmungen veranlassen unS indeh, die geehrten Leser darauf aufmerksam zu machen, daß diese Empfehlung sich nur auf das illustrirte Originalwerk btc Richter'schen VerlagS-Anstalt in Leipzig bezieht.
Landwirthfchaftliches.
(Häcksel-Maschinen.) Die durch ihre vorzüglichen Dresch-Maschinm rühmlichst bekannte Firma Pb- M a y f a r t h <fc C o m p. in Frankfurt a. M. hat eine neue Häcksel-Maschine für Hand- und Göpelbetrieb conftruirt, welche alle bitzherigm Systeme bedeutend übertrifft. Diese Maschine, die größte unn leistungsfähigste Häcksel- Maschine für Handbetrieb, hat eine Schnittfläche von 32 Centimeter breit und 8't (Zentimeter hoch, eine Breite und Höhe, wie sie bet einer Häcksel-Maschine für Handbetrieb bisher nie erreicht worden ist, dabei gebt sie so leicht, daß ein Knabe sie anhaltend drehen kann. DaS Schwungrad, an welchem 2 Messer anaeschranbt sind, hat 105 Zentimeter im Durchmesser und wiegt 112 Pfund. Durch äußerst einfache Verstellung schneidet sie 5 verschiedene Längen Häcksel, ohne Unterschied ob Heu, Klee ober Gras Leistung per Stunde ca. 600 Pfund Häcksel. Die Maschine ist mit Ausnahme der Einlagelade ganz autz Stahl und Eisen gebaut, das Fußgestell aus Schmiedeeisen.
Mehrere Tausend Exemplare wurden von obiger Firma abgesetzt, welches genügender Beweis für vorMgliche Qualität und PreiSwürdi^keit.
Die Fabrikanten Ph. Mayfarth <t Comp. in Frankfurt a. M. ertheilen jede weitere Auskunft gerne, man schreibe nur dahin.
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Voi sollen im M die Straßmvitie Bauaufschcr^ 9 1876; 78 evfor Steinsuhrlohn, Handarbeiten fordernden in i , Nidda, am 3 ' Großherzogli
Hoh im Gie Montaa von Vc soll im Gießer Stolzenmorgcn Brunnen und zeichnetes Hol,
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