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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.
Mittwoch den 24. November
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mit Eifer und Treue geleisteten ersprießlichen Dienste in den Ruhestand zu versehen; sodann am 15. I. MtS. den Landgerlchts.Actuar Dämel Wackre! in Hirschhorn zum Landgerichts - Acwar bei dem Landgericht Seligenstadt zu
dem letzten Loche pfeift, ift Alles an dem Waffenstillstand gelegen. Der Prätendent will Kaperschiffe ausrüsten I ? Wenn wir auch einen Moment von der Frage i wovon? absehen, so unterliegt eS keinem Zweifel, daß carlistiscke Kreuzer, wenn wirklich ihre Ausrüstung gelingen sollte, nicht daran denken würden, die amerikanischen Handelsschiffe über den Ocean zu verfolgen, carlistiscke Kaper würden vielmehr Kriegsvorräthe an die cantabrische Küste zu schaffeir bemüht fein, um nach einigem Fischen im Trüben den Waffenstillstand kündigen zu können.
In dem vor wenigen Tagen dem Wortlaut nach veröffentlichten Briese des Don Carlos an seinen Petter finden wir allerdings Nicht» von anderen Vorschlägen, welche angeblich auch noch gemacht worden sein sollen Gestützt auf fein angestammtes Recht und auf daS Bewußtsein, daß ihm dieses Recht eines Tages werden muß, verlangt — wahrscheinlich in einem andern Briefe oder durch einen Unterhändler — der arrogante Prätendent die Anerkennun- als Thronfolger, wem, Alphonso kinderlos sterben sollte und bis dahin alS „Nationalbank" eine anständige Apanage.
Die Antwort Alphonso XII ist bereits mitgetheilt, sie lautet, daß mit Don Carlos in keine Unterhandlungen einzutreten sei, sie müßten denn deffen vollständige Unterwerfung zum Gegenstände haben. Ter junge König von Spanien hat damit eine würdige Antwort gegeben. Cs gewinnt überhaupt den Anschein, daß Alphonso's Cabinet gegenwärtig sich Mühe giebt, das Richtige zu treffen. Abgesehen von dieser ablehnenden Haltung gegen die lächerliche Zudringlichkeit des Don Carlos registriren wir als hierher gehörige Thaten, die Festigkeit, mit welcher die Anmaßung der römischen Curie zwar noch suaviter in modo, doch forliter in re zurückgewiesen wird, wir hebin die Energie her» vor, welche gegen die Königin-Mutter und deren Günstling Marfori entfaltet worden ist. Wenn Alphonso und sein Ministerium auf diesem Wege sortschrei- ten, dann dürfte voraussichtlich das zweite RegierungSjahr des jungen Königs glücklicher verlaufen, als das erste.
v. Röder.
Gießen, 23. November. Wir entnehmen dem „Frkftr. Iourn." „Seit Mittwock weilt der Mimsterial-Präsident v. Starck aus Darmstadt in unserer Stadt. Er hat nickt nur die Institute der Universität in Augenschein genommen, sondern auch bei den jüngeren von ihm berufenen Proscsioren in den Lorie,ungen hosp'tirt. Da er sich das Referat über die Universität für daS Gesammt-Ministerium Vorbehalten hat und von ibm die Vorlagen für die Universität ressortiren. so hofft man von seiner persönlichen Einsichtnahme eine Förderung der Jntereffen der Universität, namentlich der notbwendigen und von der Universität gewünschten Bauten, weil nicht nur die Unterbringung der Sammlungen an sich schwierig, sondern auch deren Gebrauch begreiflich er- sckwert ist. Man fürchtet übrigens nicht, daß in der zw itcn Kammer die Stellung und Aeußernng eines früheren ländlichen Abgeordneten bei den Ver-
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Gießen, am 22 November 1875.
Betreffend: Die am 1. December d. 3 stattfindende Volkszählung * r
Die Großberzogliche Kreis-Schul-Commisswn Gießen
an die ^rtdschulvorstandc des Kreises.
Mit Ermächtigung Großherzoglichen Ministeriums deS Innern, Abtheilung für Schulangelepenheitcn, benachrickttgen wir Sie, daß es durchaus keinem Anstande unterließt, die Lehrer bei der am 1. December d. I. stattfindenden Volkszählung als Zähler zu verwenden und für die nöthige Zett tn den betreffenben Schulen und Schul.
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Als ziicrst von dem Schreiben des spanischen Thronprätentzenten Don Carlos an den anerkannten König von Spanien Alphonso XII. in der Presse und in politischen Kreisen etwa- verlautbarte, war man wohl geneigt, selbe für eine Mystifikation zu halten. Als bann einige Tage darauf die stenz des Briefes als erwiesen angesehen werden mußte, da ergoß sich Sündfluth von Hohn und Spott über den Inhalt deS Schreibens und den allerlegitimsten Briefsteller. Ter Vergleich zwischen Don Carlos Don Quixote, dem Ritter von der traurigen Gestalt, lag verzweifelt nabe, die Epistel selbst wurde allgemein als ein verfrühter Fastnacktsscherz bezeichnet. Wir wollen nun keineswegs bestreiten, daß Don Carlos mit seinem Briefe dem Fluche der Lächerlichkeit verfallen ist. Es fehlt ja vor allen Dingen die Wahrscheinlichkeit eines Krieges zwischen den Vereinigten Staaten und Spanien, eS ist also lächerlich, die DundeSgenoffenschast für einen Krieg anzubieten, der beinahe vollständig außerhalb des Bereichs politischer Berechnung liegt. Wenn ein auf allen Punkten geschlagener Feind seine» siegreichen Gegner Waffenstillstand und Waffenbrüderschaft anträgt, so haben wir es mit einer naiven Idee zu thun, welche unbedingt die Geißel der nachsichtslosen Satyre verdient, und doch bat der Brief auch eine tiefere Bedeutung.
Der von Don Carlo« gethane Schritt verräth neben der Lächerlichkeit auch die Verzweiflung deS Briefstellers über seine trostlose Lage und ist dem- selben zudem eine gewisse politische Schlauheit nicht abzusprechen. Der carlr ftischc Aufstand geht mit aller Bestimmtheit seiner Auflösung entgegen, bie Kräfte erlöschen, für die Sache des Prätendenten schwindet die Unterstützung im Innern, sowie der Zufluß an Geldmitteln von Ailßen. Mali kann bem König der Schluchten und Berge fanatische Ausdauer und rücksichtslose Ver- wendiing aller erreichbaren Mittel nickt absprechen, aber es ist für die ver« brauchten Kräfte an Mannschaft und Geld fein Ersatz mehr aufjuneiben. Mit dem Fall von Seo de Urgel ist das Unglück über Don Carlos herelngebrocheu; Desertionen lichten die Reihen der carlistischen Banden, die Generale haben Unglück und conspiriren lheilweise gegen den Prätendenten. Die verzweifelte Lage, in welcher Don CarloS sich befindet, läßt keine genaue und gewiffenhafte Prüfung der tatsächlichen Perhältniffe zu, das gegenseitige Vertrauen ist erschüttert und so gilt heute im carlistischen Lager das Unglück als Verrath, die Niederlage als Verbrechen. Ein Hauptmoment, welches das Erlöschen deo carlistischen Aufstandes fast garantirt, ift daS veränderte Verhalten der fran- zösischen Regierung dem Prätendenten gegenüber. „T)te französische Grenze bil- bete bis vor wenigen Monaten bie Tperationsbasis der aufständischen Bande, jetzt ist sie nur die letzte Zufluchtsstätte versprengter und verschlagener ober ermatteter und enttäuschter Carlisten, welche des Kampfes müde und überdrüsug, das bisherige Räuberleben aufzugeben entschlossen sind. _
Ein Erlöschen des Carlismus bedingt mcht allein ein großes Glück für Spanien, sondern bat auch eine internationale Bedeutung. Der verbrecherische fl,u7nn$I5b$Le5anrk/ Ä"U"n Ä< Gymnasium, ei fei früher' in weniger prägen
a9a ,ürop1if£ ^'r gerietet. Tiit tem Untergänge de. C.rlismus erler- Gebäuden genug gelernt worben, her den Nachbew.ll.gungen für t.e Umrerftot ssMSAW Nicht an den Patriotismus eines Don Carlos, welcher über sein Vaterland mehr Unglück gebracht hat, als je ein Krieg Spaniens nut Amerika bringen könnte. Hätte Don Carlos den Bürgerkrieg in Spanien nicht angesacht und lange Jahre unterhalten, so wäre der Aufstand in Cuba längst niedergeschlagen und jeder Vorwand einer Intervention der Vereinigten Staaten beseitigt.~jLon Carlos muß, wie erwähnt, als Generalagent der Reaction und als Lchild- knappe des Pavstthums gelten. Dieser, seiner hohen Wurden beroupt, greift der ertrinkende Rebell nach einem Strohhalme, Don Carlos wendet sich an
ernennen. _ , L
Darmstadt, 22. November. Die zweite Kammer der staube wird am Freitag den 26. November, Vormittags 9 Uhr, zu einer Sitzung zinam- mentreten, deren Tagesordnung lautet: L Neue Eingaben. II. Berichtsanieigen. III. Berathunz über : 1- die Wahlen zum Landtag, insof-rn bie Dringlichkeit von der Kammer anerkannt wird; 2) bie Vorlage Großh. Ministeriums bet seinen Vetter Alphonso. . . . 5inic qesckla Finanzen, bie Erhebung der Staatsauflagen in den ersten 6 Monaten des
Es ist nun gerabeiu läcber.ch ^^ ^e7n r e-neu zu-,Jabr/s 1876 bett'; 3) die Vorlage Großh. Ministeriums der Fmanze. Ne
gene Prätendent sich in bochtrabendcu Phrasen "och ergebt wum n e.nm z v d d. t. Juli 1865 bett.
rechtweisenden Schulmeisterton amummt und^zu a°em Ueberfluß n j3 - Berlin, 20. Noember. In dem weiteren Verlaufener Debatte weift
sicht heuchelt, infam ,st es a er, die'Wiederaufnahme des Bür- der Finanzniin-ster Eampbausen das in der Rede Kardorff's bervortretenbe
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