Gießener Anzeiger
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.
Samstaq den 21. August
veutschlaiik).
(Äoäaü 16 August. Ueber tcn Tod von 6 güftlienn vom 58. In- fpüun n.ch, ehrwürdig genug erlernt. »r'Nr. Vt.j
fant.rie-R-ft.ment'fckr.ibt der V 8°lg-»de« : Nach ten uns zugegangenen /raNÜretch.
Rachrichlen wurden scbon ^^Be" Bwnemüb"würde °em! Paris, 19. August. Tie Börse war heule der Schauplatz eines aus-
1 Bienemühl 5 Füsiliere von Umrcb.|t n sn/nnnfAnftfti (SSplricnbcit ae-'regenden Vorfalls. An Folge eines heftigen Wortwechsels feuerte der Makler
«inständige« Rendezvous abgehalten, wo ured dc ' ' ' fübl8en Courson-Müller auf einen Ingenieur in zwei kur, auf einander folgenden An-
twt* wirrtriltirltd, 2 Darf MW. mit ^nwyrlubn. Txrtrt * Poß »mtdlibiUd? • Ä*rf M Wrnn-e.
fcli'ifr* taAltdi, mit 'M» TK—me Montags.
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di»" darzubringen.
— Dem Beispiel ihres erlauchten Gemahls folgend, bat auch die Kaiserin der Wittwe deö Ober -Bürgermeisters Nebelthan in Kassel ihr Beileid
Königin Amalie von Griechenland in der Theatinergrnst die Todtendame der Dynastie — sie ist freilich nicht weiß, sondern- schwarz — gesehen haben. Man deutete damals auf ein anderes Mitglied des königlichen Hauses; auf welches? ist jetzt gleichgiltig. Der gestern so plötzlich verstorbene Prinz Karl von Bayern war seit 186b nur eigentlich noch eine yistonsche Reminiscenz; früher hat er aber eine große Rolle gespielt. Sehr begabt wie sein älterer Bruder König Ludwig 1. und dabei schön und liebenswürdig, zog er in den letzten Rheinbiindsjabren die Aufmerksamkeit Napoleons L auf sich; derselbe soll ,hm auf Kosten des genannten älteren Bruders eine selbstständige dynastische Stellung zugedacht haben. Großherzog wie Ludwig I. bei allen Fehlern im Grunde war, trug er dem Bruder diese Velleität eines Andern nicht nach, vielmehr stieg derselbe ziemlich schnell zum Oberbefehlshaber der bayerischen Armee. Bis zu dem verhängnißvcllen Jahre galt der greise Prinz für einen vorzüglich begabten Feldherrn; 1840 war ihm eine erste Stelle gegen Frankreich zugedacht, die späteren Erfahrungen lasten allerdings nicht bedauern, daß damals diese ernsthafte Probe nicht gemacht wurde. Immerhin ist das 1866 gefällte Urtheil über seine militärische Capacität gewiß viel zu hart gewesen; mit der damaligen Kriegsverfasjung hätte auch ein begabterer Feldherr gegen Talente wie Falkenstein nichts auszurichten vermocht. Es war gewistermaßen ein tragisches Verhängiuß, daß ter leidenschastlictste Vorkämpfer der vollen bayerischen Mili- tärsouveiänetät an den nothwendigen Consequenzen der mittelstaatlichen „selbst- ständigen" Soldatenspielerei, seinen militärischen Rus zu Grunde gehen sah. Bekannt ist, daß er die Sache sehr ernst nahm; er legte seine Würden und außerbayerischen Regiments - Jnhaberschaften nieder und verweigerte hartnäckig ihre Wiederannadme. Seine poliNiche Gesinnung blieb sich unverändert gleich; starr eonservativ und weißblau, nicht eigentlich franzosenfreundlich, aber so ausgesprochen particulanstisch, daß eine Situation wie diejenige des Juli 1870 ihn als Landeeberrn voraussichtlich wo anders gefunden hätte, als sie seinen Großneffen glücklicher Weise fand. Er war übrigens menschenfreundlich, wohl- tbätig und liebenswürdig, eine fürstliche Ruine ans einer Zeit, deren ganzes Wesen ten Nachlebenden nur noch halbverfiändlich ist und für ein genaues Nachspüren nicht ehrwürdig genug erscheint. (N. Frkftr. Pr.)
mcht wünschen, ihr Gebiet zum Schauplatz religiöser Zwistigkeiten ihrer Nach barn gemacht zu sehen." Das wird den Grafen Franz Stolberg allerdings fthwerlick abhalten, der heil. Jungfrau von Lourdes sein „Opfer des Verstau
c / 8nanaerrh b Reineclauden, ckosen, Kirnen cn/ Zmelschen, orrte« Obst in iund Bamberger a unb Malle
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aussprechen lasten.
Berlin, 18. August. Zur Geburtstagsfeier des österreichischen Kaisers sand Nachmittags größeres Diner bei den Majestäten auf Babelsberg statt. Eingeladen waren Die österreichischen Bolschaftsmitglieder und Militärbevollmächtigter Prinz Lichtenstein. — Graf Münster ist heute früh nach Varzm zu Bismarck abgereist und kehrt Freitag zurück.
Berlin, 18. August. Der „Reichs-Anz." enthält folgende, bereits kurz m.tgetbeilie Notiz: Tie zum hessischen Hausftdelcommiß gehörige Silberkammer, welche der letztverstorbene Kurfürst Friedrich Wilhelm von Hessen mit nach Prag genommen hatte, war bekanntlich nach dem Tode des Kurfürsten durch die österreichischen Behörden dem Bevollmächtigten der deutschen Botschaft in Wien und von diesem an ten jetzigen Ches des bessischen Fürstenhauses, den Landgrafen Friedrich von Hessen-Cassel, ausgeantwortet worden. Tie betr. Verfügung war von dem kaiserlich königlichen Oberst Hosmarschallamte in Wien, dem für die Exterritorialen in Oesterreich zuständigen privilegirten Gerichtsstand ausgegangen. Tie Seitenlinien des hessischen Fürstenhauses, die Limen Hkffei'i-Philippsthal und Hesien-Pbilippethal-Barchseld halten Einspruch erhoben uiid in zweiter Instanz einen in so weit günstigen Bescheid ausgewirkt, als durch denselben daS Oberst-Hosmarfchallamt für incompeteut erklärt und deffen Verfügung über die Silberkammer ausge. oben wurde. Vor Kurzem ist nun das Erkenntniß deS kaiserlich königlichen obersten Gerichtshofes in der Sache eraanaen durch welches die Competenz des kaiserlich königlichen Oberst-Hos- marschallamts zur Verfügung über die Silberkammer anerkannt, und m yolge dessen die Veisügung. durch welche die S'lberkammer an die kaiserlich deutiche Boischast ausgeantwortet wurde, bestätigt worden ist. Ä
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und G^mtz'nach Alt-'.'.'d Neu Bi.awe, «.ne Tour von zwei Mellen. Schon Cour,°n-M..ller wurde verhaftet.
vor AI, Kranz wurde eine bedentende Anzahl von Mann,chas,-n krank und muß- 31(11101.
ten diese in ten Straßengräben zurückbleiben. Hinter tem 4_orrc murte nochmals ein einstüntiges Rentezvous abgehalten, und brach man alsdann gegen 2 UbT Nachmittags wieter auf. Vor Alt- und Neu-Bilawe stellte stch^ ie schreckliche Katastrophe ein. Die Mannschaften, durch die an dieiem -tage herrschente Hitze abgemattet, fielen massenweise^ nieder, die Graben waren wie besäet. Sechs Mann blieben sofort tobt, es sind dies: der Gefreite Vierecker von der 9. Compagnie, die Füsiliere Tepper unb Pasictel von ber 10. Eom- pagnie unb Luczka. Labenba unb Sygmanowski von ber 11. Compagme. AD\e bedauernswcrthen Opfer bat man auf dem Kirchhofe von Bllawe Ib-erdigr (Siutge dreißig Mann befinden fick noch ,n ärztlicher Behandlr>i,g. Erst Segen
des rühmlichst 6r irust-Honig von ter in Main; /
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Rom, 16. August. Man liest im heutigen „Fanfulla": Mit dem nöthigen Vorbehalt veröffentlichen wir folgende Nachricht in der Form, wie sie uns mirgethtilt wurde. Der vor Kurzem verstorbene Kaiser Ferdinand von Oesterreich vermachte tem heil. Vater zehn Millionen Gulden, sowie alle heiligen Geräihe seiner Eapelle. In einem Anhang- seines Testamentes fügte er noch das Geschenk der Glas- und Porzellan-Geschirre, die er besessen hatte, bei. Die Testamentsvollstrecker haben sich beeilt, diese Anordnung auszuführen. Tie zehn Millionen sind jammt den heiligen Geräthen in Rom angelangt. Tie Sachkundigen, denen die Schätzung der letzteren übertragen wurde, geben ihren klinge vitiyig xhuh» ibTe Werth auf mehrere Millionen Lire an, ohne die Vollkommenheit der Arbeit
5 Uhr Nachmittags e"eicht«n d,e gesund geblnben [ die höckste gormalc ganz in Rechnunz zu ziehen. Er ,'Äeinl Absicht des
Quartiere. Es steht fest daß da- Bataillon erst Morg-ns g g-n 7 Uhr °°n । «jn< einlge tle,-cr @eldt^e| blt am schönsten und am reichsten
Fraustadt abgeruckl ist. Man erzählt sich, daß Breie 5 n t-ld, mtt Edelsteinen besetzt sind, tm Museum für -dristliche Kunst ,n der vaticam-
Tage vor dem Ausrücken bis m die spate .ia$t hinein i 9 • wie f<±en Bibliothek ui depouiren. Tie Glas- und Porzellansachen werden für die
aufgehalken hätten unb stark angetrunken nach H^use Sekomm i • - vneitc Hälfte oie,es Monats erwartet. Es gebt aus bem Inventar hervor, weit dieses Gerede Beachtung verdient, lasten wir dahin gestellt fern. 3 '
Gießen, am 17. August 1875.
Betreffend: Die Voranschläge der Gemeinden :m Äreife Gießen für 1876. , ,
Das Großherzogliche Kmsmnt Gletzell
au die Moscherzoalicluu Bürqermeistereien.
Indem wir unter Hinweis auf die Instruction vom 20. Oktober 1874 und die fonst influirenden Borfchriften die Stellung der rubririrten Boraii schläge in' Erinnerung bringen, macken wir insbesondere auch daraus aufmerksam, daß diesmal das Vermögensverzeichniß zergliedert anfzustelleii ist unb tie eingetretenen Veränderungen in dem ErlänterungShest einzeln nachgewieseu und begründet werden müffen.
Wir empfehlen Ihnen genaue Beachtung ber vorliegenbeu Bestimmnugeir, iusbesoubere auch wegen Einladung und Zuziehung der gorenfenöertreter, gegen welch' Letztere zu den vorsährigeu Voranschlägen häufige Verstöße vorkameu, welche diesmal zu vermeiden sind.
Als Einsendungstermiu bestimmen wir den 3u. September d. I , in ber Erwartung, baß Sie diesen genau emhalteu werben.
v. Röder.
- München, 18. August. Zum dritten Male in einem Jahre ist das
Deut|a)l(ino. bayerische Königshaus um ein Mitglied ärmer geworden- Ter alte VolkS-
Dcrlin, 18. August. In Frankreich scheint man gerade nicht sehr er- oder auch dynastische Aberglaube, daß ein Todesfall in der wittelsbach'schen baut zu sein über die bevorstehende Ankunft deutscher Wallfahrer, wenigstens Familie in demselben Jahre zwei andere im Gefolge haben muß, wirb jefct idireibt der „Moniteur": „Wir gestehen unumwunden, daß bie Franzosen neuen Spielraum "halten; man wollte übrigens ichon bei dem Begrabniß r


