Römlinge bekannten Satholikenvereinler I. Falk III. und N. Racke in Mainz, fcehtna kürzlich vom Papste zum Piusritter ernannt. Mit ihnen wächst die ultramontane Partei in der Sammer auf fünf Köpfe an. waS gegen die 45 übiißfii Stimmen, von denen 43 entschieden anti - ultramontan sind und ten Fortschritt in der nationalen Entwickelung des Reiches und die gründlichen Re» formen, welche die Regierung im Interesse deS Landes unternommen hat und «eiterführen wird, mit allen Kräften unterstützen.
Darmstadt, 14. Juli. Schluß des Großherzoglichen Regierungsblattes Rr. 34 :
12. Dienstenthebung.
13. Dienstentlassung. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnä- dizst geruht: am 2v. Juni den DistrictSeiimehmer der Districtseinnehmerei Groß-Umstadt, Ludwig Kriegt, auf fein Rachsuchen und mit Wirkung von dem Zeitpunkte der Enthebung von seiner jetzigen Stelle deS Dienstes zu entlassen.
14. Versetzungen in den Ruhestand.
15 Eoncurrenzeröfsuunzen. Erledigt sind: die Stelle einer Lehrerin an ter höheren Mädchenschule zu Gießen mit einem Gehalt von 1114 Mk. 29 Psg.; t(e evang. Pfarrstelle zu Merlau mit einem Gehalt von 1613 Mk 34 Psg.;
die evang Pfarrftelle zu Engelstadt mit einem Gehalt von 1822 Mk. 25 Pfg.;
tic evang. Pfarrstelle zu Hähnlein mit einem Gehalt von 1306 Mk. 28 Pfg.;
bie vierte Schulstelle an der Gemeindeschule zu Büdingen mit einem Gehalt
von 942 Mk. 86 Pfg.; dem Herrn Fürsten zu Isenburg-Büdingen steht daS Präsentationsrecht zu; die Gemeinde-Schulstelle zu Hebstahl mit einem Gehalt von 655 Mk 71 Pfg.; dem Herrn Grafen zn Elbach-Fürstenau stebt das PräseutationSrecht zu; die zweite Schulstelle an der Gemcindeschule zu Eschollbrücken mit einem Gehalt von 771 Mk. 43 Pfg.; die erste Gemeinde-Schnl- ftelle zu Wackenheim mit einem Gehalt von 857 Mk. 14 Pfg.; die Gemeinde« Schnlstelle zn Olsen mit einem Gehalt von 685 Mk. 71 Pfg.; dem Herrn Grafen zu Erbach-Fürstenau steht daS Präsentationsrecht zu.
16. Sterbefälle. Gestorben sind: am 27. März der Oberförster i. P. Emil von Klipsteui zu Darmstadt; am 10 Juni der Schullehrer Georg Schmecl zu Heisters. Streit Lauterbach; am 18. Juni der Schullehrer i. P. Heinrich Decher zu GrieSheim, Kreis Darmstadt; am 24. Juni der Landze- richtS-Actuar 'Acker zu Lorsch.
Darmstadt, 17. Juli. Dr. ParcuS, Director der Bank für Handel und Industrie hiersclbst und Präsident der Hessischen LudwtgSbahn, ist diese Nach? in Folge eines Schlagflusseö gestorben.
Mainz, 17. Juli. Diese Nacht bat ein heftiger, wolkenbrucharliger Regen einen Theil der Bahnböschung in der Gemarkung Ober-Jngeldeim weg- gerisien, wodurch das Geleise total versperrt wurde. In Folge dessen entgleiste an dieser Stelle ein gerade daher kommender Güterzug der Hessischen Ludwigs- bahn mit der Loeomotive und 3 Wagen, wobei ein Zugführer und ein Wagenwärter unbedeutend verletzt wurden. Gegen Morgen war das eine Geleise wieder fahrbar, während auch das zweite im Laufe dcü Tages wieder betrieb-«
Abgeordneten gesichert, da die Liberalen in allen 6 pfälzischen Wahlkreisen die Oberhand haben.
UcIlcnTidj.
3fd)l, 16 Juli. Kaiser Wilhelm, welcher im Lause des Vormittags noch die Besuche deS Grohderzogs von Toskana und des General. Adjutanten Mondel empfing, fuhr nach dem Diner um 4 Ubr in einem sechsspännigen Hos wagen nach Salzburg ab Unmittelbar vorher erschien der Kaiser von Oester- reich in preußischer Husaren-Uniform im .Hotel Elisabeth", um herzlichen Abschied zu nehmen.
Jron&reidj.
Paris, 16. Juli. Von der spanischen Grenze wird gemeldet, daß eS dem Hauptcorps von Dorregaray gelungen sein soll, nach Eatalonlen zu tnb kommen — Der Sultan von Zanzibar ist hier eingetroffen.
Paris, 17. Juli« Die Eoinmission, welche mit der Vorberathung des Vertagungs-Antrages betraut ist. besteht aus 9 Mitgliedern, welche dem An« trage günst'g gestirnmr, und 6 Mitgliedern, welche ihm abgeneigt sind. Man glaubt, die Ratioual-Versammlung weroe in Uebereinftirnmung mit dem Wunsche der Regierung den Wieberzusammentritt aus den Anfang November fest'etzen, um den Anschein zu vermeiden, alS werde der Entscheidung der «uflösungö- rage vorgegriffen.
CnQfanö.
London, 16 Juli. Unterhaus. Dilke bringt seinen Antrag zur Vor- nähme einer Enquete behuss einer Parlaments-Reform ein. DiSraeli bekämpit den Äntrag. Die Anomalien der englischen Versaffung würden immer besteheu, man müsie sich dem gegenüber erinnern , daß die englische Verfasiuug allem eine lange Dauer auszuweisen habe. Das Resorm - Projekt Dilke's bezwecke Gleichheit deS Wahlrechts, eine neue Eiutheilung der Wahlbezirke und Vertretung der Minoritäten; die Regierung werde die Versaffung Englands nicht zum Gegenstände philosophischer Phantasieen machen lafien. Der Antrag Dilke'S wird mit 190 gegen 120 Stimmen abgelehnt.
London, 16. Juli. Sitzung des Unterhauses. Aus eine Interpellation von Waits erwidert der Unlerstaats Srcretär des Aeußern, Bourke daß der von den Delegirten zur Brüffeler Eouserenz über die Zuckerzölle im Juni d. I. beschloffene Vertrags-Entwurf von Frankreich, Holland und Belgien "genehmigt ei und jetzt der englischen Regierung zur Bejchliißsaffuug vorliege.
Türkei.
5rviiftantiiiopcl, i? Sphäre de Bosphore" thellt mit, dal der Großvezier zur Reduciion der Gehälter der hübercn Beamten die Jmhaiive ergriffen hat, indem er fein eigenes Monats Gehakt von 2500 auf 600 Pfund Sterling herabsetzte.
fähig hergestellt werden wird.
Berlin, 16. Juli. Der ReichS-Anz." bemerkt über die Reise des Kaisers durch Bayern, daß die irrthümlicher Weise auch von hiesigen Blattern als bevorstehend gemeldete Begegnung des Kaisers mit dem Könige Ludwig bei ter diesjährigen Reise deS ßatjerei überhaupt von keiner Seite in Aussicht genommen war, der Kaiser vielmehr von vornherein das strengste Jiicogiiito zu bewahreii gewünscht hatte.
Berlin, 16. Juli. Die „Presse" meldet auS Prag, 14. Juli: Das Testament des Kaisers Ferdinand dann ans dem Jahre 1859. Seitdem wurde eS nur geringfügig geändert. Kaiser Franz Joseph tritt in den Besitz sämmk- licher Herrschaften und des beweglichen Vermögens ein, ausgenommen eine Herrschaft in Niederösterreich, welche Erzherzog Franz Karl, der sich dieselbe schon zur Zeit der Abdikation aiiebediingen hatte, übernimmt. Die Kaiserin Maria Anna verbleibt definitiv in Böhmen. Das Testament enthält feine besonderen Legate.
Berlin, 16. Juli. AuS Brünn wird vom 15 d. Mts. telegraphisch gemeldet, daß überall vollständige Ruhe herrsche und die Garuisonsbereitschast aufgehoben sei.
Muncftcn, 16. Juli Ultramontan haben ferner gewählt: Sendling, Beuerberg, Gossingenmoos, Ornbau, Freising, Pfaffenhofen (Stadt), Hohen kammer, Varzttng, Reustift, Reichenhall, Ampfing, Mittenwald, Kelheim und
Mitttcften, 16. Juli. Der Domkapitular Dr. Kagerer. Redakteur deS Pastoralblattes der Erzdlöcese München-Frevsing, ist wegen des Vergehen- der fortgesetzten Belcidigung des AppellrathtS Dürfchmidt durch gegen denselben gerichtete Angriffe im Pafioralblatt zu einer Geldstrafe von 40 Tdalern verur- tbeilt wordeii. Dem Appellrath Dürschmidt ist in dem Erkenntlich die Befug nch zugesprocheu, das Urtbetl un Pastoralblatk und in der Augsburger „Allg. Ztg." veröffentlichen zn lafien.
ÜOtüiieben, 17. Julu Die Begrüßung des Deutschen Kaisers auf dem diesigen Bahnhöfe durch sämmtliche hier anwesende Prinzen und Priuzessinne» ist sicherem Veri>chmcu nach auf ausdrückliche Anordnung deS Königs von Bayern erfolgt.
Änifer^Liutcrii, 16. Juli. Jin Wahlkreis Zweibrücken«Pirmasens sind von ten 201 Wadlmänner Wahlen, deren Resultat bisher bekannt ist, 177 für die liberale Partei ausgefallen.
Salzburg, 16. Juli. Kaiser Wilhelm ist heute Abend 73/t Uhr von Ischl hier emgetroffeii und vom Statthalter im Hotel begrüßt worden. Mor gen Vormittag 10 Ubr wird Se Mazestät die Reise nach Gastein fortsetzen.
Ztempten, 16. Juli. Die Wiederwahl der vier liberalen Abgeord neteu für das Algän darf nach dem Ausfall der Wahlmänner Wahlen als gesichert betrachtet werden. In Kempten ist kein einziger ultramentaner Wadi- mann gewählt.
B^nrzburg, 16. Juli. Der Wahlkampf ist hier noch nicht entschieden. Morgen, am dritten Tage desselben, hat ein Wahlbezirk, von dem das Resultat ab binar, das vierte Scrutuuum.
BZürzburg, 17. Juli. Rach einem sehr hartnäckigen Kampfe stellt sich das Wahl-Resultat nunmehr alS ein glänzender Lieg der Liberalen heraus. Von iinterrichteter Seite wird angenommen, daß dadurch daS gejammte Wahl- Ergebniß zu Gunsten der Liberalen entschieden sei.
(^rruacrobcim , 17. Juli. Jm Wahlkreise Germersheim - Bergzabern Haben die Liberalen gesiegt. Somit ist die Wahl von 20 pfälzischen liberalen
tot ai '.v et i v
(diesen , 17. Jub. Jn den rort. cirlitcn Linungen deS SchwurgerichtSHof^. der Provinz Oberdessen wurde weiter in folgenden Lnllagejachen erkannt.
Den 1o Jul, gegen
a. ffrievrich Schmidt von Bodendausen, wegen Mord», und
b. ^odanne« Vöcher II, Wittwe von Höckersdorf, wegen Anstiitung zu diesem V't; brrdjin,
die Todesstrafe; sowie gegen
c. Johann Wcorg Bocher, der Letzteren Sohn von da, wegm rodtschla-§, Zuchthaussttase von 1U Jahren;
den 12. Juli .rtiebrrtft Permond, genannt Marschall von Mainz, wegen Brandstiftung, Zuchthausstrafe von 1 Jahr;
denselben gegen
a. Friedrich Edelmann von Ramrod, wegen Vrandsnfiung, Ätfängnitzstroie von 7 Monaten, unter Ausrechnung der UntersuchungSha'i vom 12. Mai bis 13. Juni;
b. Au uft b*onrab von da, wegen Anstiitung zu jenem Verbrechen, Gerangnltz- strafe von 4 Monaten, unter Ausrechnung der UntersuchungSbast vom 21 Mai bis 13 Juni;
den 13. Juli gegen (tonrab Fischer II. von Schwickartshausen, loejen einfachen Dieb» stahls, Gefängn'tzstrase von 4 Wochen;
denselben gegen (Sbriftum Schupp von 2'etzberg, wegen ^landstisiung, k^esängnih« strafe von 6 Monaten, abzüglich der Untersuchungsdafl vom 2 Juni d. J an.
den 14 Juli gegen
a Ph'lippine, Heinrich Schwads Ehefrau von Eamdach, wegen schwerer Diebstahls, Zuchtdausstrase von 1', Jahr:
b. R tbartiid Schwad, deren Tochter von da, wegen desselben Verbrechens Gefangnibstrase von ß Monaten;
denselben gegen (Flifabetba, Johannes Rausch s II. Ehefrau von Lauterbach, roegei Meineids aut Freisprechung.
Ziesten, 19 Juli. Die Reiche des zu Saarlouis oerst.-rbinen Cbeti Kraus wulde H ute Rachmittag 4 Uhr mit allen militärischen fahren vom Bahnh» t ans auf den biefnen Fricdüof z:r letzten Ruhe geleitet
— TaS gestern in Vutzbach stattgedabte Feuerw hitest war von den bettel hiesigenFeuerwedren iehr jahlreich besucht Die Hebungen der Vutzdacher Feuer wehr wa:ei nameinl dj an der Ulmer Veiler, sehr gut auSgefüdrt Ter Festirubel tat Walde wurd durch ein heran, ehendeS Gewitter im Ru autgedoven unh eilte Groß und »lein ta schützendem Dache re{p. Den Vterhausein n der Lt.dt wieder zu Datz es dabet Into restante Jntermcno' genug gad, lützt sich leicht denken. Zic Feststtntmung war, ei del allen solchen Gelegenbeiten, sehr lebhaft und wurde sich nur über daS theure Vte auf dem Festplatze sehr mitzitedig ausgesprochen und bildere diese Iheuerung mit lei Preisen in der Stadt allerdings einen argen 6omrast.
S f r m i f d) t f
— Die am 2X Juni nach stattgehadier Genetalversammlung erfolgte gerichtlich Schltetzung der .Europäischen Lebenve'stcherunaS: und Rentenbank in Stuttgart konnte nach Allem, waS schon seit Monaten über diese nicht 2 Jahre alt gemordet -*ant oerlaufet batte, nn Publikum nicht mehr et. besondere) Aufsehen erregen Au< sollen sich die realvhten Versicherungen kaum aut eine Million Maik bezist rn uni wie man jetzt hört, war die Petheilrgung au» Süddeutschland eine sehr mäßige « wesen Cb m b welche Rückzadlung für die Versicherten sich ergeben wird, daruti ist dtS jetzt noch nicht» Zuverlässige» bekannt geworden. Die Aussichten aber, daß bi Versicherten sich bet den Aktionär» noch in ettre« erholen könnten, sind ziemlich düster da» GroS der Actten hatte ja die bankerotte ^ommissionSbank und der gleichfalls u sammengebrochene Lpor- und (ftebltrerrnt Üde nommen und werter war aus die Ä neu nicht einmal die gesetzlich erforderliche (^i^zahlung von 20* t erfolgt! Dera t Vorkommnisse sind gewiß höchst bedauerlich, daß aber hierdurch da» m den letzu Jahren defouder» rasch gen-achiene Jntereste für die nützliche Jnftitutien der Leben versicherrtng im Publikum abgeschwächt werden roüne, ist kaum anzunebmen. der wenn auch in einzelnen Füllet- Verwechslungen mit den beiden anderen, seit Jahrzebll ten am Stuttgarter Platze bestehenden und bekanntlich die höchsten Garantien bietc» den LedenSversicherungS-Anstalten vorgekommen fein mögen, so ist doch zur Lebens
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