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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen
Ucllnfl dcu 19. März
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sie Halle Momente, wie sie im Theater von Versailles nicht dramatischer bdthn
eigentlich nur schwachen Kaiser Diocletian, dem grausamen Verfolger der Chri-
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indeß erneuert, worauf die neuerliche Entschließung des Königs noch nicht er-
Reichs-Anz.
— Don Alpbons von Bourbon (Bruder Ton Carlos) ist mit seiner
Wien, 17. Mär; Tie „Presse" meldet: Gestern theilte das „Vater-
verlaufen montanen
sten, und immer „
Mk 86 Pfg.; die Gemeindc-Schulstelle zu Rülfenrod 685 Mk 71 Pfg.; die fünfte Schulstelle zu Arheilgen 9 12 Mk. 86 Pfg. nebst 171 Mk. 43 Pfg. Wohnungs-
Halte von 685 Mk. 71 einem Gehalte von 942 mit einem Gehalte von mit einem Gehalte von
vierteljährlich 2 Mark 20 Pf mtt ®T*n|(tlobn. Durch W VvE lxzogn, »laeeljahrlich 1 Mark 60 Pfnrnig.
Thlr. 13,333,333.1 h 1,666,666.2
1 seinem entsetzlichen Kanzler Marcns Trebonius, der aber abgekürzt —Mark genannt wird, einem Menschen von abscheulicher Bosheit
können. Herr von Sybel hatte soeben aus den Schriften drö ultra- Conrad von Bolanden eine Erzählung zum Besten gegeben von dem
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T em Frhrn. Schenck zu Schweinsberg in Nülfeurod steht das Präsentations- r«cht zu dieser Stelle zu; zwei Lehrerstellen an der Stadtschule zu Worms ii it je 1200 Mk. Gehalt ; die Gemeinde Schulstelle zu Obrncs mit einem Ge- -• Pf. 6ie fünfte Gerneinde-Schnlstelle zn Kostheim mit
und wie vom Teufel besessen, sechs Fußhoch, ohne Haare auf dem Kopf u. s. w. Natürlich weiß Jeder, wer mit diesem Mark gemeint ist. Tie Erzählung war kaum am Ende, wo Mark, von der Strafe ereilt, vor den Augen der christ lichen Soldaten in einem Sumpfe versinkt, als, wie auf sein Stichwoit, Fürst Bismarck erschien und sich die jubelnde Bewegung, mit der sein Kommen ausgenommen wurde, Anfangs gar nicht eiklären konnte. Bismarck ergriff, nachdem der Abgeordnete von Gerlach gesprochen hatte, d s Wort und war, wie immer, in der Abfertigung seines ehemaligen Freundes recht glücklich. Er meinte, Gerlach habe aus seinem alten Wahlspruch: „Mit Gott für König und Vaterland" König und Vaterland so ziemlich verloren. Der Cultusminister erlegte sich heute die Anstrengung einer zweistündigen Rede auf, obgleich er das Krankenbett erst soeben wieder verlassen hat. Man merkte es seiner Rede an, daß er durch daS Aufgebot feiner Kräfte im Cultarkampf und durch die vielen gegen ihn gerichteten heftigen Angriffe selbst wohl etwas gereizt ist. Wir machen hiermit dem hochverdienten Mann weiter keinen Vorwurf, sondern sehen darin nur ein Symptom, wie sehr der Minister durch die Anstrengungen und Kämpfe der letzten Jabre angegriffen worden ist. Noch leidenschaftlicher als Herr Falk war Neichenfperger aufgetreten. Als den vorliegenden Gesetzentwurf einen Act der Rache nannte, ließ der Präsident von Bennigsen es hingehen, als er aber so weit ging, zu behaupten, das Gesetz werde nur eingebracht, um mit Bewußtsein Unrecht zuzufügen, wurde er vom Präsidenten zur Ordnung gerufen. Aus gut unterrichteten Kreisen wird die Nachricht bestätigt, daß die Regiee-nng keineswegs schon beschlossen habe, tn dieser Session keine weiteren kirchenpolitischen Gesetze einzubringen In der Berliner Correspoudenz der Wiener Montags-Revue liest, man heute Folgendes: „Den österreichischen Bischöfen ist der Gehorsam gegen die österreichischen Gesetze gestattet worden — um des katholischen Staates und deS katholischeii Herrscherhauses willen. Den preußischen Bischöfen wird der Gehorsam untersagt, ihre Auflehnung gegen ihren König und Herrn gesegnet: geht dieser protestantische Staat darüber in Flammen auf — dann desto bester! Und so ist denn der Augenblick herangekommen, mit welchem das Gebot der Selbsterhaltung dringend und zwingend sich geltend macht und jede fernere Rücksicht zur Schwache würde. Die tpiscvpale Organisation der kath. Kirche Preußens erweist sich als unvereinbar mit dem Bestände der Monarchie. Es entspricht der Würde der Krone und der Regierung nicht länger, im geschäftliche!» und amtlichen Verkehr mit Untertanen zu stehen, welche, in hoher Stellung, eid- und pflichtvergesten das gefährliche Beispiel der Nichtachtung der Krone, der Gesetze und deS öffentlichen Friedens geben. Die Glaubensfragen, um die es sich ja überhaupt nicht handelt, werden staatlicherseitk nach wie vor unberührt bleiben, aber die äußere Organisation der katholischen Kirche Preußens wird sich in Zukunft nicht nach den Wünschen und Dedürfnisten einer feindlichen Macht, sondern nach den Bedürf- msten und Existenzbedingungen des Staate- zu regeln haben. Das Gesetz über die Verwaltung des katholischen Kirchenvermögens bahnt die Einführung des Gerncindeprincips, die Vertretung der kirchlichen Angelegenheiten gegenüber dem Staate und der Oeffentlichkeit durch die Laienwelt an. So wenig einer fremden protestantischen Macht eine Einwirkung auf die Stellung der evangelischen Kirche in Preußen zugestanden werden kann, so wenig wird dies in Zukunft auch bei der katholischen Kirche der Fall sein. Die Parität nicht minder wie das Intcresie des Staates an seiner Existenz erfordert, daß auch die Organisation der katholischen Kirche aus Mitwirkuiig der Gemeinden hervorgebe und und ihre gesetzlich anerkannte Vertretung aus taten beruhe, für welche es kein anderes Gesetz als das preußische gibt. (K Ztg
Breslau, 16. März. Der Fürstbischof Dr Förster ist beute Vormittag vor dem Untersuchungs-Richter erschienen. Der Grund der Vernehmung ist noch U'. bekannt.
Schweidnitz, 16. März. Bei der heutigen Ersatzwahl zum Abgeordnetenhaus wurde der Candidat der national-liberalen Partei, Kreisgerichtsrath Siemens aus Brandenburg, mit 125 von 186 Stimmen gewählt.
München, 16. März. Das Entlastungs-Gesuch des Kriegs-Ministers wurde vom König zunächst nicht angenommen. Ter Minister hat sein Gesuch
DeulfcfjCaiii).
Darmstadt, 15. März. Die Nr. 11 des Großherzoglichen Regierung- blatt« hat folgenden Inhalt:
1. Regulativ, betreffend den Geschäftsgang bei den Kreisausschüsten.
2. Regulativ,'betreffend den Geschäftsgang bei den Provinzialausschüsteu.
3. Eoncnrrenzeröffnungen. (Erledigt sind: die evang. Psarrftelle zu Ober- Breidenbach mit einem tavon abhänge,»den jährlichen Gehalte von 1371 Mk.
w-15,268,161:; ; 1X543.?
Vergütung; die zweite Gememde-Schulstelle zu Stadecken mit einem jährlichen Gehalte von 771 Mk. 42 Pfg.
Berlin, 15. März. Ter Cultusminister Dr. Falk ist in Folge einer listigen Erkältung erkrankt. Es haben sich asthmatische Beschwerden gezeigt unb der Minister hütete gestern das Bett.
— Tie Nachrichten über das Befinden des Abg. Lasker lauten heute nid)! günstig; die Temperatursteigerung erreichte gestern den höchsten Grad feit der Erkrankung; Schmerz im Unterleibe und in der Seite ist ziemlich heftig ausgetreten. Man hofft diese Erscheinungen bald vvrüberg'hen zu sehen.
Berlin, 15. März Der Kaiser ist von seinem Unwohlsein fast vollständig hergestelll uub erledigt alle seine Geschäfte mit Entgegennahme der Verträge. Tie Feer des kaiserlichen Geburtstages wird im Palats in der Üblichen Weise stattfinden. Zu den fürstlichen Gästen des Hofes am 22. März werben sich auch der Erbprinz von frafrr Millern uiib*(&wablin gefeiten.
— Fürst Bismarck veranstaltet heute ein parlamentarisches Diner, wie eS heißt, d s letzte in dieser Session. Der Fürst wird, der ursprünglichen Annahme entgegen, sich an der Debatte des Abgeordnetenhauses über die Ent- rifhung der Staats-Dotationcn für den katholischen Elerus nicht betheiligen.
Berlin, 16. März. Abgeordnetenhaus. (Fortsetzung.) v. Sybel spricht sür die Vorlage als eines ActeS der Notbwehr. Er illufhirl das grundsätzliche Auf Hetzen der Bevölkerung durch die Ultramoutanen gegen die Staatsge- sktzc und sogar gegen des Kaisers Person durch Beispiele und theilt aus dem von dem Boromäns-Derein unter der katholischen Bevölkerung des Rheinlandes
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J verbreiteten Roman Bolanden'ö eine Stelle über die Christen - Verfolgungen Mlie Änzeißk, 1 ^iocletian's, namentlich einen auf den Kaiser und den Fürsten Bismarck bin- k -‘ ^liteuden Paffus mit, worin es heißt: . Diocletian's Minister Markus Tre bvnis, von Bolanden schlecktwcg immer ^Mark" genannt, mußte fliehen und versank im Angesichte der christlichen Soldaten in einem Sumpf." — In diesem Augenblick öffnet sich die Thür hinter dem Ministertisch und cs tritt Fürst Bismarck ein Das ganze Hans, ausgenommen das Zentrum, erhebt sich und bricht in stürmischen, minutenlang anhaltenden Jubclruf aus. — Sybel schließt nut den Worten: Quem deus perdere vull prius dementat. Gerlach spricht
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I Director der Welt-Ausstellung in Philadelphia der hiesigen Reichs-Commiision folgt ist. - Ton Alphons von Bourbon (Bruder Ton Carlos) ist mit feiner klmitgetbeilt, daß nach dem Ausspruch des amerikanischen Attorney-Gemahlin hier eingetroffen.
; Gcneral die Beschlagnabme der Ansstellungs-Gegenstände durch die Gläubiger^ ßcfletTClCÖ.
b" Berlinmr"wert-?ja°skh«nE'wie morqen die De-! Wien, 16. Mär;. Das Abgeordnetenhaus erledigte in der General- >' «t, tot» (im Abgeordnetenhaus-)"verläuft. ^ Das sollen bei dem gestrigen varla- Debatte den G-sehentwurf b-tr. di- Regelung t-r Derbaltnifle der Aitkathol.ken, uj ^incr beim Reichskanrlcr, wo es an der Tafel unt na* derselben nackdem mehrere Redner dasur und mehrere dagegen aelprochen.
M Ä fo lrnÄ einzigen Worte gewesen sein, mit denen Fürst Wien, l7. Mar; Tie „Presse" meldet. Gestern .heilte das Vater- jMlm.nct die Politik streifte. Die Weise, wie heute die Debatte über das land' mit, Dollmger sei aus der altk-tbolischen Sirchengem-mde auSgesebnden, -genannte Brodkorbgesetz verlief, war allerdings sehens- und hörenswerth, ja, was in der gestrigen Debatte über das Alttatboliken-Ge,ctz von dem Te*an,-n
Atflen die Vorlage Die Rede ist unverständlich. Fürst Bismarck nimmt das i?ort unt sagtIch muß solcher Anwendung der vom Vorredner gebrauchten Worte entgegentreten, „man muß Gott mehr gehorchen als den Menschen"- ich glaube meinem Gott zu diene«, indem ich meine Pflicht thue, meinem Könige diene, das Gemeinwesen schütze gegen fremde Einflüffe.' Hier handelt es 'ich nicht darum, ob man Gott mehr dienen soll als bcu Menschen, sondern ob man dem Papste mehr gehorchen soll als dem König (stürmischer Beifall), unb ich erblicke einen wesentlichen Unterschied zwischen Gott unb dem Papst, luf ben Erfolg kommt eS bei diesem Gesetz nicht an, wir thnu bannt nur unsere Pflicht, inbem wir die Geistes-Freiheit des deutschen Volkes gegen den Druck Roms unb gegen bie Universa 1-Herrschaft der Jesuiten und des von den Zesuiten geleiteten Papstes schützen. Wir tbun das mit Gott für König und • 1«»i' I Vaterland." (Stürmischer, lang anhaltender Beifall) Kapp für die Vorlage pierauf Schluß der Debatte. Tcr Antrag des Centrnms auf Commissiv -- ‘t Bcratlmng wird abgelehnt unb zweite Lesung im Plenum beschloffen. Nächste m' Litzung morgen 12 Uhr.
. uni-.' t Berlin, 16. März. Tas Herrenhaus setzte die Deratbung der Vor- r " miindsckafts-Orbnung fort unb nahm die 12 bis 22 nach den Commissions-
yVwerbW . Anträgen an.
' Berlin, 16 März. Dem „Reichs-Anz." zusolge hat der General
1L Schiilvochand s, linspkctor.
utile,


