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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.

^o. 230. Donrirrfta« bcu 14. Oktober IM9&.

Ql hnttttomotlf A tU,f den Gieftener Anzeiger werden noch fortwährend anae- 4IVUIIIIIIIU IIIV nominal. Die Erpedition.

nmlsicher Theik

a6 und Lotbringk».

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11873) i anrikannt, Dmnö? tr Äiflft, sowie wtgr fidmungtn, Preist btt! ) empfiehlt gleichzeitix!;

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einige Lichranten ifr tuherordenllich billigt:

(H AM» Sera (ReA und die LLwru Mädchen zu Jfinbm lohn.

tsanwalt Wolss, I te Anlage 6- 25.

Theater

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den 13. Oktober:!

Gießen, den 11. October 1875.

Betreffend: Die Errichtung und Einrichtung der Fortbildungsschulen.

Die Grvßherzogliche Kreis-Schul-Commissivn Gieße«

an die Sct'nlvorstande dcS Kreiseg.

Sie erhalten die eingesandten Verzeichnisse der Schüler, welche die Fortbildungsschule zu besuchen haben, in den ersten Tagen zurück. Zugleich bringen wir hiermit die Bestimmung *ub VI. c. der Instruction vom 13. Juli 1875 in Erinnerung, wonach die Schulvorstände verpflichtet sind, die Namen derjenigen Schüler, welche in fremde Gemeinden übergetreten sind resp. sich daselbst zeitweise aufhalten, bei dem Vorstand der Fortbildungsschule dieser Gemeinden anzuzeigen. ___v. N ö d e r.____________________________________

Bekannt m a ch u n g.

Durch Erlaß deS NetchSkanzler-Amts vom 1. Juni d. I. wurden:

1) die Halbguldenstücke süddeutscher Währung,

2) die vor dem Jahr 1753 geprägten Dreihig-Kreuzerflücke und Fünfzehn-Kreuzerstücke deutschen Gepräges

mit dem 1 Juli 187h außer EourS gesetzt und durch Bekanntmachung Großherzoglichen Ministeriums der Finanzen vom 15. Juli l I. bestimmt, daß der Umtausch von da an bei Grobherzoglicher HauptstaatSkasse-Direction, den Grobherzoglichen Oberemnehmereien, Nentämtern und DistrictSeinnehmereien biS Ende October 1875 stattfinden kann. Da dieser Endtermin in der Kürze abläuit, aber immer noch eine größere Anrahl dieser Stücke nicht zur Einlösung gekommen ist, so wird hiermit noch besonders darauf aufmerksam gemacht, daß die Einlösung nur noch bis zum 31. I. M erfolgen kann.

Gießen, den 11. Oktober 1875. Grobherzogliches Kretsamt Gießen.

___________________________________________________v. Röder.

Gefundene G e g e n ft ä n d e:

Ein Tragriemen, 2 Meerschaumspitzen, 1 Sonnenschirm, 1 goldenes Medaillon, 2 Portemonnaie, 1 Notizbüchelchen, 1 Paar Glacehandschuhe, 1 Henkelkörbchen, 1 Medaillon von blauem Stein mit Goldrand, 1 Stalllaterne.

Die Eigentümer werden aufgesordert, sich binnen 3 Wochen bei uns zu melden, widrigenfalls diese Gegenstände auf Verlangen an die Finder zuiückgegeben ober spater zu Gunsten der Armenkasse werden versteigert werden.

Gießen, den 13. Octobcrber 1875. Großherzogltche Polizei - Verwaltung der Provinzial-Hauptstadt Gießen.

Nover.

politischer Theil.

von L. A. Görna

rauf:

der

ir naen K auf ftühzei-'der neulich hier abgehaltenen Control - Versammlung beinahe zu heftigen Aus- Anhangrgkett zu bringen von cer mitrai jru9j rRmnhl -in Armee-Nes-bl vnm 6 Wi 1848 ausdrücklich

-Stücke

-Abgeordnete Schröder von auf Beseitigung des Patro- iii Einklang steht mit dem

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bitten gekommen. Obwohl ein Armee - Befehl vom 6. Juli 1848 ausdrücklich vorschreibt, daß sämmtliche Mannschaften mitSie" anzureden sind, hat der die Versammlung leitende Officier doch die Leute mitIhr" und ..Er" titulirt, was bei den zum Theil bochangesehenen und theilweise sehr begüterten Land­wehrmännern des Bezirks böses Blut erregte. Da der Ofsicier trotz der deut­lichen Zeichen des Unmuths bei seiner Redeweise verharrte, kam es gegen den Schluß der Versammlung zu Austritten, die nur durch die Bemühungen der

Besonneneren nicht zu Ausschreitungen führten.

Bremen, 11. October, Nachm. Die hiesigen Asiecuradeure haben ein Telegramm erhalten, nach welchem der Dampfer des Norddeutschen Lloyd, Nürnberg", der am 9. d. Mts- von Southampton nach Baltimore abgezan- gen war, im Canal mit dem SchiffeLady Alice" zusammengestoßen und letz­teres gesunken sein soll. Näheres fehlt noch.

veuischsaiw.

Darmstadt, 9. October. Der Landtags

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Präsentirte nur das seinem Dienstalter entsprechende Gehalt bezieht, so werden trotzdem alle Mißstände nicht beseitigt. Denn abgesehen von der sonstigen An­nehmlichkeit, welche, unabhängig vom Gehalte, eine Pfarrstelle bieten kann, wird nach wie vor der Wunsch und das Bedürfniß der Gemeinde ignorirt und dem Geschmack und der Glaubensrichtung des Einzelnen hintenansetzt. Eine gründliche Abhülfe der berührten Uebelstände wird nur erzielt werden durch die gänzliche Aufhebung des Patronats- und Präsentationsrechtes, stehe es Einzel­nen oder ganzen Gemeinden zu. Tie Entschädigungs-Leistungen, welche durch die rechtlich begründeten Forderungen sichergestellt werden können, muffen sich nach dem Nachweis der Dotation und den materiellen Lasten richten, welche in Wirklichkeit getragen werden. Das Besteuerungsrecht der evangelischen Kirche wird das Mittel fein, die Entschädigungen zu ermöglichen.

Nach diesen Ausführungen erscheint es gewiß der Zeitforderung ange­messen und der Fürsorge für da- Wohl unserer evangelischen Landeskirche ent­sprechend, wenn die Landessynode zu dieser Frage Stellung nimmt und das moralische Gewicht ihrer Anschauung in dem Anträge an dal Kirchen-Regiment in die Wagschale legt.

Das hohe Kirchen-Regiment wolle die Großh. Staats-Regierung darum ersuchen, daß dieselbe das Patronats- und Präsentation-recht auf gesetzlichem Wege abschaffett möge.""

Weimar, 11. October. Wie dieWeim. Ztg." meldet, hat sich tie Prinzessin Marie von Sachsen Weimar mit dem deutschen Botschafter in Peters­burg , Prinzen von Rcuß, verlobt.

Stuttgart, 12. October. Nach vorhergegangenem Gottesdienste in der Stiftskirche fand heute die Eröffnungs-Sitzung der evangelischen Landes- Synode im Stände-Saal statt.

Stuttgart, 12. October. Staatsrath Goppelt, Großhändler in Heil­bronn, im März 1848 Finanz-Minister und Mitglied des ersten deutschen Reichstages, ist gestorben.

Teltow, 10. October. Wie dieVolkS-Ztg." berichtet, wäre es auf

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Worms hat in der zweiten Kammer einen Antrag nats und der Präseutatiousrechte gestellt, welcher von dem Landessynodal-Mitglied Pfarrer Müller in Alsfeld denselben Gegen­stand betreffenden und von Herrn Schröder und anderen freisinnigen Mitglie­dern der Synode unterstützten Anträge. Die Motive zu dem Anträge des Laudessynodal-Abgeordueteu Müller lauten folgendermaßen:

Es liegt in der Natur der Sache, daß die Abschaffung von Mißständen, die auf Grund altherkömmlicher Rechte beruhen, nur von dem Staate und seinen gesetzgebenden Organen vollzogen werden kann, und eingedenk dieses Rechtsgnmdsatzes verwahren sich die Unterzeichner dieses Antrags von vorn­herein gegen den Vorhalt der Jncompetenz der Landessynode in vorliegendem gaQe, indem sie auf den von ihnen betretenen Weg der moralischen Einwirkung verweisen. Das Pväientationsrecht berührt das innere und äußere Leben und Interesse der evangelischen Kirche so tief, daß es ihr nicht blos gestattet, son­dern auch zur Pflicht gemacht fein muß, durch ihr einflußreichstes Organ, die Landessynode, mit dem moralischen Gewichte ihrer Anschauung an den Staat zu appelliren. Wenn die Antragsteller die Gefühle Derjenigen, die an ihren Rechten mit Zähigkeit und Treue festhaNen, verletzen müssen, so bedauern sie dies aufrichtig, denn sie fühlen sich frei von dem Einfluß von Vorurteilen gegen Stand und Person, sie sind sich der reinsten Beweggründe bewußt und glauben einem entschiedenen Zeitbedürfniß zu entsprechen und ihrer Kirche in deren Erneuerungs-Bestrebungen einen wirklichen Dienst zu leisten. Das Patro­nats' und Präsentationsrecht gehört zu den Ucberkommenheiteu auS den Zeiten feudalistischer Zustände und verursachte von jeder Unzufriedenheit und Klagen über Zurücksetzung und Benachtheiligung von Seiten derer, welche vermöge ibres Dienflalters höhere Ansprüche auf materielle Verbesserung und Erfüllung sonstiger billiger Wünsche erheben konnten, als Jüngere und Bevorzugte der Patrone. Dazu kommt, daß nicht Wenige in Versuchung geführt werden, ihre

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theologische Richtung in o o-- - u-, tiae Versorgung, und nichts ist ja beklagenswertster und gerade deS geistlichen Standes unwürdiger, als das Beugen der innersten Ueberzeugung unter die materielle Rücksicht. Die Erfahrung lehrt aber, daß groß die Gewalt der äußeren Verhältnisse ist, verführerische Lockungen m dem Winken sorgenfreier Eristeiuen gegeben sind und ein Charakter stark und sittlich durchwirkt sein muß wenn er wahr gegen sich selbst und die Welt bleiben will. Also schon die Grundsätze der Gerechtigkeit, Billigkeit und Sittlichkeit reden laut gegen Hag Fortbestehen jener alten Rechte. Aber auch praktische Hindernisse werden dkl freien Entwickelung unserer kirchliche» Zustände durch das Patronat bereitet, .»mal iefct, wo die Classisicirung der Pfarrstellen im Lande eingerichtet werden soll, und glaubt man diese Hindernisse dadurch beseitigen zu können daß man die.Patrone in ihren Präsentatio,wrechie» in der Weise belchränkt, daß sie nur Geistliche aus entsprechenden Dienstaltersklasien auswablen dürfen, oder .er

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