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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.
He». 187.“ __ Samstag den 14. August 1*75,
Ämtsicher Theil.
• Pvlizcilicht' Bekanntmachung.
Der Bürger und Färber Adolph Vogt von hier beabsichtigt hinter seinem in der Sonnenstraße gelegenen Hause 8it. B. Nr. 60 eine Dampfma- schine aufstcllen zu lassen.
Diejenigen Nachbarn, welche etwa Einwendungen hiergegen Vorbringen wollen, haben sich binnen 8 Tagen bei uns anzumelden.
Gießen, den 12. August 1875. Großherzogliche Polizei-Verwaltung.
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Meins.
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Urteil.)
Auguß 1875;
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Oeffentliche Aufforderung.
Der Füsilier Carl Christian Schmehl vom 1. Nassauischen Infanterie-Regiment Nr. 87, gebürtig aus Gießen, hat sich heimlich aus seiner Garnison entfernt und ist bis jetzt noch nicht zurückgekehrt.
Derselbe wird hiermit aufgefordert, sich spätestens in dem aus
Samstag den ri. December 1873,
Vormittags 11 Uhr,
im Gerichtslokale des Gouvcrnements-GerichteS
Schillerstraße 9h:. 21 Hierselbst
O"6eioumten Termin zu gestellcn, witrigenfalls die gegen ihn eröffnete Untersuchung geschloffen, er für fahnenflüchtig erklärt und auf eine Geldstrafe von 150 big 3000 Mark erkannt werden wird.
Mainz, den 6. August 1875. Königliches Gouvernements-Gericht.
politischer Theil
Deutschland.
Darmstadt, 12. August. Wie verlautet, sind auS Rothenberg und Reichelsheim im Odenwald, sowie aus Ulfa, Usenborn und Climbach in Oberdessen Austrittserklärungen aus der hessischen Landeskirche bei dem Ministerium des Innern eingelaufen. Die Eingabe von Climbach ist blos von sieben Familienvätern unterzeichnet und schließt mit nachfolgender Erklärung : „1) Wir nehmen die unsere lutherische Kirche auf's Schwerste schädigende Verfaffung vom 6. Januar 1874 nicht an. 2) Wir schließen uns an diejenigen Gemeinden unseres Landes an, welche gleich uns jene Versasiung abgelehnt haben. 3) Wir wahren aber unser Anrecht aus alle rechtlich unserer lutherischen Kirche zustehcn- den — event. für sie gestifteten Güter — insbesondere das Kirchengut des Kirchspiels Londorf und der Gemeinde Climbach. Endlich erklären wir, allen Anordnungen der hohen Obrigkeit, welche unseren Glauben und unsere Kirche nicht betreffen, im Gehorsam gegen Gottes heiliges Wort allen schuldigen Gehorsam leisten und uns wie seither so auch fernerhin als treue Unterthanen mit Gottes Hülfe beweisen zu wollen." Den sich neubildenden Religionege- sellschaften sollen allerdings nach der bestehenden Gesetzgebung, auf den Nachweis der entsprechenden Ersordernisie hin, Corporationsrechte verliehen werden; es ist aber sehr fraglich, ob die Bildung neuer lutherischer Gemeinden innerhalb der bestehenden Gemeinden ohne wesentlichen Unterschied des Bekenntnisies die ministerielle Zustimmung findet. Was das beanspruchte Miteigenthums'
storp, der zuvor dem Oberkirchenrath gegenüber sich zu einem pater peccavi verstanden hatte. hat sofort Berufung angemeldet.
Gaffel, 12. August. Der vierte Delegirten-Tag des Vereins selbststäu- diger Handwerker und Fabrikanten wurde heute eröffnet. 162 Deputirte waren anwesend, welche von Herrn Bürgermeister Weise begrüßt wurden.
Bonn, 11 August. Die Unions Conferenzen werden uiorgen unter dem Vorsitze Töllinger's eröffnet werden. Es sind bereits mehrere Angehörige der morgenländischen Kirche eingetroffen, unter Anderen die rumänischen Bischöfe Gcnnadios und Melchisedek, der Archimandrit Sabbas aus Belgrad und die Archimandriten Anastasiades und BryennioS aus Konstantinopel, ferner die Pro- fefforen Ossinin und Iongshew und die Herren Filippow und Kirejeff aus Pe- tersbura. Alle verstehen deutsch.
München, 11. August. Wieder „Kurier für Niederbayern" vernimmt, soll es dem Bezirksamtmann Schilling in Straubing gelungen fein, einen Geist, lichen zu entdecken, der schon längere Zeit Jabrtagsgelder unterschlägt. Tas genannte Blatt erwähnt hierbei, daß das bischöfliche Ordinariat in Regensburg ziemlich lange von diesem verbrecherischen Treiben Kunde haben soll, ohne mit Amotion vorzugehen, und es liefere dies einen merkwürdigen Contrast zu den Maßregelungen des unterfränkischen Ordinariats dem Tomcapitular Hohn gegenüber. Dieser werde, weil er ehrlich gehandelt und liberal gewählt habe, disciplinirt, der ultramontane heuchlerische Pfarrer aber habe von seinem Bischöfe nichts zu fürchten.
(Frkftr. Ztg.)
wiesen wurden.
ßelterreid).
Dänemark.
Es möchte, falls es dazu kommt, dann die Reise unmittelbar von Baden-Baden aus angetreten werden, wohin sich der Kaiser und das kronprinzliche Paarj wie alljährlich zum Geburtstage der Kaiserin am 30. September begeben! werden.
— Vom Starnberger See wird berichtet, daß es bei einem .Kreuzgange", den die Andächtigen der dortigen Gegend gemeinsam nach Forstenried unternahmen, zu argen Thätlichkeiten zwischen den Wallfahrern kam und dieselben mit den Fahnenstangen so muthig und kräftig dreinschlugen, daß dieselben absprangen. Der Scandal wurde dabei so groß, daß der den Kreuzzug be. gleitende Pfarrer seinen Chorrock ablegte und den Zug verließ.
München, 12. August. Die .Neuesten Nachrichten" melden, daß der König von Bauern in der vorletzten Woche des Augusts einer große Truppen- Revue beiwohnen werde. Dieselbe werde gutem Vernehmen nach am 22. August stattfinden.
— Das ..Vaterland" meldet voll Entrüstung: „Der Grazer Gemeinde- rath beschließt und vollzieht sofort die Wegräumung der Dreifaltigkeits-Säule. Mit Gene, migung Kaiser Leopolds I. (1680) wurde in Folge eines Gelübdes die Votivsäule aufgestellt. Durch beinahe 200 Jahre, nämlich bis auf den heutigen Tag, wurde die mit deren Errichtung verbundene jährliche feierliche Procession abgehalten. Im Jahre 1857 haben die Grazer Katholiken 10,905 Fl. zusammengebracht um die Votivsäule von Grund zu renoviren, auch eine von einem einheimischen Künstler gefertigte Marmorstatue der unbefleckten Empfäng- uiß Mariä derselben beifügen lasten. Bereits am 3. d. Mts. wandte sich das fürstbifchöfliche Ordinariat an die kaiserl. königl. Statthalterei um Sistirung ides willkürlichen Vorganges."
recht an dem Kirchenvermögen anbelangt, so erinnern wir uns, daß ein ähnliches Gesuch der altkatholischen Gemeinde in Offenbach um Auslieferung eines verhältnißmäßigen Autheils des katholischen Kirchenvermögens von der Verwaltungsbehörde abschläglich beschieden und die Petenten auf ^>en Rechtsweg ver-
Berlin, 11. August. Man schreibt der „Elberf. Ztg." von hier: „Bei dm andauernd günstigen Nachrichten, welche hier über das Befinden des Abg. Lasker einlaufen, rechnet man darauf, daß er zum September hierher zurück- fotnmen wird, um dann an den Arbeiten der Reichs > Justizcommission, welche im September wieder zusammentritt, Theil zu nehmen." So wünschenswertb tute solche Theilnahme Lasker's an den Arbeiten des Justizausschuffes ist, so wird dieselbe doch jedenfalls nur dann stattfinden dürfen, wenn der verehrte Abgeordnete seine Gesundheit wieder vollständig hergestellt hat.
Berlin, H. August. Der Gebrauch der Euren in Ems und Gastein ist, wie man in der Umgebung des Kaisers versichert, dem greisen Monarchen außerordentlich bekommen. Man will wahrnehmen, daß der Kaiser rüstiger uni frischer erscheint, als seit langer Zeit. Unter solchen Umständen wird denn jetzt wieder mehr von der längst beabsichtigten Reise nach Mailand gesprochen. Thatsächlich liegt dieselbe in dem lebhaften Wunsche des Kaisers, auch sollen Fürst Bismarck und Graf Moltke dann den Kaiser begleiten. Die Ausführung des Planes ist indeffen dem Rathe der Aerzte anheimgegeben.
Kopenhagen, 11 August. Das vegräbniß des Dichters Andersen
— Das Consistorium der Provinz Pommern hat den im „Kladderadatsch" > ist heute auf daS Feierlichste begangen worden. In dem zahlreichen Gefolge vielgenannten Pastor Ouistorp zu Ducherow wegen wiederholter grober Der- befanden sich der König mit feiner Suite, der Kronprinz, der englische und der gehen gegen die Kirchenordnungen und geistlichen Amtspflichten zur Strafver-! schwedische Gesandte, die Spitzen der Militär- und der Civil-Behörden, Depu- setzung in" ein anderes selbst mit geringerem Einkommen verbundenes Pfarramt tationen des Communalratbs von Kopenhagen und von Odense (dem Geburts- uud in die Kosten des Verfahrens verurtheilt. und dabei angenommen, daß er ort des Dichters), Vertreter der Kunst und der Wissenschaft und zahlreiche durch sein Verhalten das Vertrauen der Gemeinde verwirkt habe. Herr Our- Vereine. Tie Königin hatte den Sarg mit einem mit Lilien umwundenen Lor-


