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Gießener Anzeiger.
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Spedition: Eenzleiberg, Ltt. v. Nr. 1.
"Anzeige- und Amtsktatt für den Kreis Hießen.
Sonntag den 14. Februar
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denken, wonach die Regierung sich demnächst veranlaßt sehen werde, im Abge- ordnelenhause die Vertrauensfrage zu stellen, daß diese Aeußenmg im Prival- gespräche gethan sei, und fügt ergänzend bei, daß mehrere Abgeordnete den Minister Präsidenten ausgefordcrt hätten, ohne Zögern die Vertrauensfrage zu stellen; er werde sich dabei überzeugen, daß die ganze Verfassungs-Partei dem Ministerium nach wie vor ihr volles Vertrauen entgegenbringe.
Wien, 12. Februar. (Proceß Osenheim.) Ter Staatsanwalt zieht die Anklagepui kte betreffs der Ablösungs-Summe dcS VetrirbS - Materials (ad 6 der Anklagepunkte) und des Richterlcken Anlehens (ad 9 der Anklagepunkte) zurück. Tie übrigen Anklagepunkte werden nur unwesentlich nach dem Ergebnis der Schlußverhandlung modificirt.
Pesth, 11. Februar. Betreffs Bildung eines neuen Ministeriums ist bisher kein Schritt geschehen. Thalsache ist nur, daß der Minister. Präsident unverzüglich nach Wien reist, um bm Kaiser Bericht zu erstatten und gleichzeitig mit Hinweisung auf die geänderte Situation durch Eintritt der TiSza- Partei auf den Boden des staatsrechtlichen Ausgleiches, die Temission des
Frankreich.
Paris, 10. Februar. Tie hiesigen ministeriellen Blätter betonen die Anwesenheit des Tcutschen Kaisers und der Kaiserin auf dem Balle des französischen Botschafters in Berlin. DaS vom schönsten Erfolge gekrönte Fest lieferte, wie der „Fran^air" äußert, den Beweis, „daß die Gefühle der gegenseitigen Aussöhnung und des Wohlwollens, wenn auch langsam, zwischen beiden Ländern im Zunehmen begriffen sind."
Paris, 11. Februar. Seit dem Kriege von 1870 bis 71 ist in Frankreich vielfach die Rede davon gewesen, Schützengesellschaften zu bilden, wie die, welche in der Schweiz bestehen, aber die Sitten des französischen Volkes und besonders die Umständlichkeiten der Verwaltungsbehörden sind bisher immer hinderlich gewesen. Tie Schweizer, welche das internationale Schützenfest zu Macon besucht haben, werden sich aller der Schwierigkeiten erinnern, welche sie mit den französischen Zollbehörden wegen der Einführung ihrer Waffen gehabt haben. Wie will man übrigens Schützengesellschaften errichten in einem Lande, wo ein Erlaubnißschein nöthig ist, um eine Büchse im Hause zu haben?
bend sind."
— Der Reichskanzler Fürst Bismarck gedenkt, wie es heißt, gegen Ende
Pf- 77-82 57-62 52-57 26-Z
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dazu fehlt noch gar Vieles.
Versailles, 11. Februar Tie National-Dersammlung begann heute die zweite Berathung des Senats-Gesetzes. Ein Amendement von Pascal Tuprat, welches besagt, daß die Bildung des Senats durch Wahl erfolgen und die Wahl durch dieselben Wähler, welche die Mitglieder der ^eputirten- kammer ernennen, vollzogen werden solle, wird mit 322 gegen 310 stimmen angenommen. Der Präsident der constitutionellen Commission, Batbie, beantragte hierauf, indem er darauf hinwies, daß von dem durch die Commission
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nach eigener Erklärung der Backer:
2 Kilo gemischtes Brod 60 Pfg, 1 Kilo gemischtes Brod 30 Pfg., 2 Kilo Roggenbrod: erste Sorte 52 Pfg., 1 Kilo do. 26 Pfg., 2 Kilo zweite Sorte 43 Pfg.
1 Kilo do 22 Pfg.
nächste Sitzung morgen.
Berlin, 11. Februar. Tie Mittheilung des „Neuen Wiener Tageblattes" vom 9. d. Mts., betr. den Auszug eines vertraulichen Rundschreibens des preußischen Ministeriums an die Regierungs Präsidenten über geistliche Tr- ben und Congregationen in Preußen und Deutschland, welche dem Blatte auf außerordentlichem Wege zugekommen sei, ist unbegründet. Ein solches Rundschreiben existirt gar nicht. Das betreffende angebliche Actenstück ist, wie von unterrichteter Seite constatirt wird, von Anfang bis Ende Ersindung, deren ganze Tendenz aus den Bemerkungen über befreundete Regierungen sich erken-
I..o_. ..... Dennoch ist in Paris eine Gesellschaft im Begriffe sich zu bilden, welche die bemängele Angelegentuit in die Hand nehmen will. Eine Gruppe von Osficieren, Tepu- ~ - Wirten, ehemaligen Lsftciercn und Liebhabern ist zusammengetreten, hat Statuten entworfen und hofft durch eine Pariser Schützengesellschaft die Provinz zur Nachahmung reizen zu können. Tie Pariser Gesellschaft würde dann in gewifler Weise die Central- und die in den Provinzstädten Succursal Gesellschaften sein. Tarin zeigt sich nun auch wieder die Neigung zu übermäßiger Centralisation, welche in Frankreich vorherrscht. Tann werden die Anforderungen des Kriegs- ~ " . Schon beanspruchte er, die
des Monats nach Lauenburg abzureisen.
Berlin, 11. Februar. Fürst Bismarck ist von seinem letzten Krankhetts 1*2 i 'M, wie wir der „D. R. C-" entnehmen, vollständig wieder hergestellt, so daß !tr die schon längst projectirte Reise nach seiner lauenburgischcn Besilung noch zu Ende dieses Monats anzutreten gedenkt. Die Nachricht, Fürst Bismarck werde zum 1. April das Radziwill'sche Palais beziehen und es soll alsdann das Gebäude Wilhelmsstraße 76, in welchem sich seine gegenwärtige Dienstwohnung besindet, abgebrochen und neu aufgebaut werden, ist, wie wir erfahren, " nicht correct. Dies geht übrigens schon daraus hervor, daß von dem Reichstage die für einen Neubau erforderlichen Gelder bisher nicht bewilligt sind und demselben eine hieraiif bezügliche Vorlage bisher liicht gemacht ist Tie etats- mäßigen Fonds würden höchstens zu einigen Reparaturen, in keincm Halle zu
einem Neubau ausrcichen.
Berlin, H. Februar Das Abgeordnetenhaus setzte heute die Bera- thung des Entwurfs der Provinzial Ordnung für die östlichen Provinzen fort. Berger spricht in emstündiger Rede für die Vorlage im Ganzen, l nur Einzelnes und bekämpft hauptsächlich die gestriger' Ausführungen Svbel s. (?t bebt hervor, die Majorität der Rheinländer und Westfalen wünsche die Einführung der Kreis- und der Provinzial-Ordnung. Die Reform-Gesetzgebung muffe auf die westlichen Provinzen ausgedehnt werden. Gneist ist im Ganzen für die Vorlage, welche einen bedeutenden Fortschritt bilde. Das Haus beschließt die Verweisung der Vorlage an eine Commission, deren Mitgliederzahl«~ —- -- ....... ...
später bestimmt werden soll. Es'folgt ein Antrag Virchow'S auf Vorlegung Munsters stch auch noch m den Weg stellen- von Gesetz-Entwürfen über Reform ter Gemeinte-, Kreis- und Proowzial- LchnOaute ter SchutzenzeseMLaften zu den Uebungen der Coltnten der Ter- Ordnung in Rheinland und Westfalen.' Der Minister des Innern ist gegen riwrml-Armee zu benutzen. Lobalt si-b einmal der Munster n die Sachten Antrag, testen Form inoppormn sei, d.e Regierung hab- den festen Willen! mischt, 1° wirt es Reglemems ans Reglements geben und Circulare auf Cir- tie geforderten Gesetze vorzulegcn, bei den zeitraubenden Vorarbeiten konnej culare; man wird ,v viele Erlaubmste und Autonialionennothig haben, datz jedoch die Vorlegung für diese Session nickt verbürgt werden. Ter Munstern das bürgerliche Element wohl bald encmutbigt werden und das militaritth Ele- erder- auf die vorgelegten Arbeite» zu erledigen und nicht auch diese zu eer. ment vorherrschen wird, kurz, anstatt Lchutzeng-iellschasten nach «"der .tteln weil nicht Alles zugleich erreichbar sei Der Antrag Virchow's wird Schweizer wird man militärische Institutionen gründen, d,e von allen Kr,egs- m namentlicher Abstimmung mit 292 gegen 28 Stimmen angenommen. Tic, Ministern mehr oder weniger willkürlich reglemenhrt werden wurden; statt namenrucver ei°,r,mu,u>.g » » 0 I clne: nationalen Institution eine gouvernementale. Um den Lchwerzern nach-
zuahmen, müßte Frankreich erü den Geist eines freien Volkes annehmen, und
Fulda, 10. Februar. Von beftunterrichteter Seite vermag ich Ihnen die Mtttheilung zu machen, daß sich das gelammte mit Beschlagnahme belegte,
Darmstadt. 12. Februar. S-. König!. Hoheit der Großherzog haben bischöflick- Vermögen auf die Summe von über 2 Millionen Mark berechnet. Allergnätigst geruht: am 30. Januar: ter am 14. Januar durch die Statt. Heidelberg. 10. Februar. Hier ist vor einigen a.agen tu Probe, verordneten »u Gießen erfolgten Wahl ! nummer hes hier erscheinenden ersten altkatbolischen Blatte« ausgegeben worden.
1) des Bnckdrncken,-Besitzers 2B. Keller und .Dasselbe heißt: „AltkathoUscher Bote" und wird von dem Pfaer-r Herrn Jo-
2) des Gassabrikanten August Heß Hannes Ri-ks redigirt.
zu Gi'ßcn als Bürgermeisterei-Beigeordneten der Provinzial-Hauptstadt Gießens ßcflcrVCicQ«
'^Berlin,' i^^Febrnar' "Dw^Nordd. Allg. Ztg." veröffentlicht einen; Wien, 11. Februar. Tas „Neue Fremdenblatt« bemerkt gegenüber sympathischen Artikel für Schweden, bei testen Reichstag drei Gcsetz-Entwürfe,; der Meltung der Blätter über eine angeblicke Aeicheruna des MinisterPräsi- betr. die Reorganisation deS Heeres und der Flotte, emgebracht sind. DaS Blatt empfiehlt die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht als einen nothwen- digen Fortschritt, zweifelt ober, daß während der gegenwärtigen Reichstags- Session die Vorlagen zur Annahme kommen werden.
— Das „Journal de St. PeterSbonrg" veröffentlicht das Budget Rußlands für 1875. Danach findet ein Ueberschnß der Einnahmen von drei Mill. Rubel Silber statt. Laut einer Mitthcilung deffelben Blattes ist Herr v. Ra- dowitz am russischen Hofe accreditirt in der Eigenschast eines Gesandten in außerordentlicher Mission und bevollmächtigten Ministers.
— Prinz Friedrich Karl ist heute zum ersten Male wieder ansgefahren.
Berlin, 11. Februar. An den Vundesrath ist Seitens des Reichskanzler-Amtes der Antrag gerichtet worden, das Zehn-Markstück „Krone", das Zwanzig Markstück „Doppelkrone" zu nennen.
— Der ..Deutsche Reichs-Anzeiger" schreibt: „Die von mehreren 3ci tungen gebrachte Notiz, daß die Kaiserin das goldene Kreuz an Dienstboten für langjährige ununterbrochen treu geleistete Tienfle nach 35 Jahren zu verleihen geruht, beruht auf einem Mißverständniß, da der Natur der Sache nach nicht in allen Provinzen der Monarchie dieselben Verhältniffe maßge-


