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Prei« vlertelsLhrlich 2 Mark rv P^mÜBrlngcrlohn. Durch U. Post bezogen vierlrljährttch 1 Mark 60 Pfennig.

Gittzentr Anzeiger.

6xt*rint tätlich, mit W*t* nobmi Montags.

SxpidtNon: Lanzletberg, 8iL v ®i 1.

"Anzeige- und Amlsl'latt für den Kreis Hießen.

üo. " Lamstag den 13. Februar ISU,

Amtlicher Tsteil.

Beran u tmach u n g.

Tie im Abdruck nachstehende Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern vom 4. d. M. zu Nr. M. d. I- 1905 wird hiermit zur Kennt- ntß der Interessenten gebracht.

Gießen, am 10. Februar 1875. Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Röder.

Zu Nr. M. d. I. 1905. Darmstadt, am 4. Februar 1875.

Betreffend: Das ^andgestül, insbesondere das Bedecken von Stuten au Sonntagen.

Das Groß herzogliche Ministerium des Innern

an die Großherzogiichcn Krrisämtrr.

Wir benachrichtigen Sie, daß die Landgestütsdiener angewiesen worden sind, Stuten zum Bedecken durch die Landgestütsbeschäler an Sonntagen regelmäßig nicht mehr zuzulasten und Ausnahme hiervon nur in dringenden Fällen, dann aber immer erst nach 4 Uhr Nachmittags zu mache».

Sie wollen dies zur Kcnntuiß der Jnteresienteu bringen.

v. Starck.

R a u t e n b u s ch.

politischer Th ei l.

Deulfcfjlani).

AuÄ dem GroHherzogthum Hessen, 9. Febr. DieWormser Zeitung" schreibt auS Worms vom 7. d.: Wie heute durch mikroskopische Untersuchung constatirt wurde, so ist die Reblaus durch Ankauf amerikanischer Reben auch schon in unserer Gegend und zwar in dem benachbarten Dorse Hochheim eing«schleppt worden. Bei der furchtbaren Verheerung, welche das kleine Insekt auzurichlen im Stande ist, können wir unsere Weinbergbesitzer nicht genug vor Erwerbung und Pflanzung amerikanischer Rebsorteu warnen. Jedenfalls gebietet es die wissenschaftliche Klugheit, alle in unserer Gegend von Anierika eingeführten Rebsetzlinge durch Verbrennung zu zerstören. Der Boden, worin mau solche Setzlinge eingeschlagen hat, ist durch Ausbrennen zu deSin- ficiren- In Frankreich hat die Reblaus in kurzer Zeit ca. 3 Millionen preuß Morgen Weinland ergriffen, zum Theil vernichtet, wie Herr Dr. L. Wittmack in seiner Schriftdie Reblaus" sagt. Es ist daher Pflicht, die Aufmerksam­keit auf die große Gefahr zu lenke», welche dem Wei»bau durch die eventuelle Verbreitung dieses kleinen Thierchcns droht.

Einen drolligen Schnitzer hat dieTimes" gemacht, als sie i» einem Artikel ein Ereigniß aus unserem Großherzogthum besprach. Es handelt sich nämlich um die Entlassung von 17englischen Fräulein" auS dem Schuldienst, welche Maßregel der Großh. Regierung in derKöln. Ztg." rühmend aner- kannt wurde. DieTimes" brachte nun schleunigst ein Telegramm, »ach wel­chem 17 Engländerinnen in Hessen von ihren Lehrstellen entlassen worden seien. DieKöln. Ztg." klärte aber sofort das Mißverständlich aus, daß unter de» englische» Fräulem nichtenglische Ladies", sondern die Mitglieder eines seit dem 17. Jahrhundert bestehenden Nonnenordens zu verstehen seien, die sog. virgines anglicae oder Engelsschwestcr». TieTimes", als eine Weltzeitung wird nicht wenig über diesen Beweis von Unwiffenheit, den sie damit geliefert hat, verlegen sein.

Darntstadt, 10. Februar. Auf die Zusendung des jüngst verösfent. lichten Vereins-Programms und Rcchenschffls-Bcrichts des hessischen HülfSver- eins (u. d. T.Wollen und Wirken des Hülfsverems im Krieg und Frieden") hat Ihre Maj. die Deutsche Kaiserin an den Vereinsvorsitzenden solgendes gnä­dige ^Handschreiben erlaffen:Ich habe den Bericht des Hülssvererns im Groß­herzogthum Heffe» für die Krankenpflege und Unterstützung der Soldaten im gelbe" mit der warmen Theilnahme entgegen genommen, welche Ich dieser hohen Aufgabe der Humanität stets widme. Diese Gesinnung wird aber im vorlie­genden Falle durch die volle Anerkennung erhöbt, welche Ich speciell Ihrem Vereine, seinen Leistungen und dir überaus gelungenen Berichterstattung widme, welche für de» allgemeinen deutschen Verband belehrend ist.

Berlin, den 18. Januar 1875.

Augusta."

An den Vorsitzenden des hessischen Hülfsvereins und Landes-Delegirte» für die freiwillige Krankenpflege, Hofgerichtsrath Weber in Darmstadt.

Darmstadt, 10. Februar. Tic vorn Landes-Ausschuß der Protesta»' ten-Vereine auf den 8. l. Mts. nach Darmstadt berufene Versammlung war von protestantischen Geistlichen und Laien der drei Provinzen besucht. Nach längerer Verhandlung einigte man sich über einen Wahlvorschlag für die nächste Landes-Synode und beauftragte den LandeS-Ausschuß, denselben mit einer An­sprache zu veröffentliche». Zu allgemeinem Bedauern beharrte Bürgermeister Ohly auf seiner Erklärung, daß ihm seine neue amtliche Stellung fernere Be theiligung an be» Arbeiten des Landes-Ausschusses nicht erlaube. Die Vev sammlunq ermächtigte den Landes-Ausschuß, sich durch Cooptatioir provisorisck zu verstärken, und erklärte sich mit der Berufung deS Herr» Reuning vor Nidda, nun in Gießen, sowie des Herrn Major Reh und Vr v. Dedekind ir Darmstadt, allseitig einverstanden. (M.-Ztg.)

Berlin, 10. Februar. Von der WienerNeuen Fr. Pr." wird die Schrift deS Erzherzogs Johann Nepomuk ebenso scharf verurtheilt, wie von den deutsche» Blätter». DieNordd. AUg. Ztg." hört, eS sei nicht der erste publicistiscke Versuch, welcher von dem Prinzen ausgehe oder unter seinem Namen gemacht sei. Ein Angriff auf seinen Vorgesetzten (Grasen N . . .) habe seine Versetzung nach Tcmesvar zur Folge gehabt. Uebrigens sei der Erz­herzog 22 Jahre alt und habe sich bei Abfaffung der Schrift vielleicht fremder iHülfe bedient.

. Berlin, 10. Februar. Tie Eisenbahn zwischen Frankfurt a. M. und ! Limburg a. d. Lahn ist auf der Strecke zwischen Limburg a. b. Lahn und Nie- derselters eröffnet worden. Die Leitung und Beaufsichtigung deS Postdienst- Betriebs auf bei genannten Bahnstrecke ist bem Bahn-Postamte Nr. 19 in Frankfurt a. M. übertragen worden.

Berlin, 10. Februar. Man schreibt derVoff. Ztg." : .Mit Pauken- unb Trompetenschall wird überall verkündet, daß der große Empfang, welchen der deutsche Botschafter in Paris vor einigen Tagen abgehalten, von der Cröme der französischen Gesellschaft besucht worden sei. Man erblickt darin be» ange­nehmen Nachweis, baß b:e Stellung des Vertreters der deutschen Nation in Frankreich nunmehr wieder eine gesellschaftlich angemessene geworden. Allein es scheint, als habe man, um dieses erfreuliche Resultat zu Stande zu bringen, bie Qualität der Einzeladenen nicht eben sehr peinlich abgewogen; mindestens rufen einzelne von den Pariser Gästen der deutschen Botschaft, die Kaiser und Reich in Pari- zu vertreten hat, für uns Deutsche höchst unliebsame Erinne­rungen wach." In derVoff. Ztg." werden als solche zweifelhafte Gäste Baron Alpbons v Rothschild, Baron Gustav v. Rothschild mit grau Gemah­lin, Herr Lachaud. Emil de Girardin und Herr Balfrey aufgeführt. Alle diese Persönlichkeiten haben sich allerdings in der Vergangenheit mehr oder weniger deutschfeindlich gezeigt; aber da wir wünschen, daß sich die feindselige Stimmung zwischen den beiden Nationen lindern möge, so scheint es uns un- nöthig, jene unliebsame Erinnerung wieder aufzufrischen. Nachdem der Krieg vorüber ist und die ernste Erbitterung nach dem Kriege sich gelegt hat, kann ma** *--cr stillschweigend eine Amnestie ergehen lasten.

rlin, 11. Februar. Der Bundesrath hat dem Bankgesetz - Ent- : er aus den Beschlüsten des Reichstages hervorgegangen, seine Zu- ertheilt.

Oesterreich.

ien, 9. Februar. Die Streitschrift des Erzherzog- Johann Salva- etrachtungeu über die Organisation der österreichischen Artillerie", ist )at ein Zeichen gewisser Strömungen in der Umgebung des Kaisers, er tapfere Artillerist weit ab vom Hofe seine Schrift versaßt hat.

Albrecht ist wieder im zunehmenden Viertel des Einflustes; und m.nungen pflanze» sich weithin fort wie elektrische Strömungen an Sommertagen. DasVaterland" begrüßt dieses Zeichen der Zeit Krieche weiland die rosensingrige Eos. Es ruft aus:Auch in höch- ärischen Kreisen scheint man auf eine Aenderung unserer Politik zu Eine Flugschrift (Betrachtung über bie Organisation der österreichi- llerie"), bie dieser Tage erschienen und deren Autorschaft einer erlauch- anderer Seite gar einer durchlauchtigsten Persönlichkeit zugeschrieben dert nachdrücklich das Verlasten der bisherigen politischen Bahnen." -ien, H Februar. Meldungen hiesiger Blätter aus Suczawa zu- gestern ui der Station Buda der Lemberg-Ezernowitzer Bahn em Last- eist, wobei 7 Lastwagen zertrümmert und zwei Personen verwundet rsth, 11. Februar. Unterhaus. Nach einer Rede TiSza's, worin Tflärte, von seinen jüngsten Auslastungen nichts wegzunehmen, noch