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drpebition: (Stnihtbtrg, 8U. v. Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hießen.
Ho. 35. ' Doiliicrstlisi den 11. Februar llM5e
politischer Theis
Untersuchung über die Ücchlheit der Geburt Don Älphouso's anstellcn will-
«goffanh.
ZU einem Infanterie-Regiment versetzt worden.
Pcsth, 8. Februar. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses hielt der Minister-Präsident eine längere Rede, worin er die Erhöhung ter Steuern als einziges Mittel für die Herstellung des Gleichgewichts bezeichnete, und große Ersparnisse an der gemeinsamen Armee einfach für unmöglich erklärte. Die Rede wurde mit großem Beifall ausgenommen.
Sinne der Kammermehrheit ausfallen, da zwei National-Liberale und ein Regie- rung- Candidat aufgestellt sind; letzterer ist der Minister des Innern, v. Sick, welchem das Mandat von Blaubeuren voraussichtlich zu Theil werden wird.
Deulschtand.
Berlin, 8. Februar. Der Bundeßrath wird in dieser Woche seine Sitzungen schließen und erst Ende August wieder aufnehmen. Die Schrift des Erzherzogs Johann Salvator, der zu Temesvar in Garnison steht, fährt fort, großes Aufsehen zu macken. Ueber den Ercherzog wurde wegen seiner Broschüre, die in zweiter Auflage erschienen ist, Hausarrest verhängt. Cs bestätigt sich, daß der Ministerwechsel in Serbien und die Entfernung der jungserbischen Partei aus dem Ministerium als eine Bürgschaft für Erhaltung der Ruhe an- zuschen ist. Tie „Nordd. Allg. Ztg." bespricht den Gesetz-Entwurf über die Verwaltung des Vermögens in den katholischen Kirchengemeiuden. Sie sagt, der Gesetz Entwurf entspreche dem Brauch und den Rechten der alten christlichen Gemeinden. Tie ullramontanen Organe wüßten noch nicht recht, wie sie dagegen Stellung nehmen sollten, die Partei wühle aber im Stillen gegen den Entwurf. Tas ministerielle Blatt erklärt sich gegen die Atresie, die dem Papste durch eine Deputation überbracht werden solle, die Anordnungen deS Staates würden in der Adresie verhöhlit und nur pflichtvergessene Staatsbür- ger könnten sie unterzeichnen.
Berlin, 9. Februar. Ter „Nat.-Zkg." zufolge beabsichtigt die Fortschrittspartei, einen Antrag wegen einer Kreis- und Gemeinde-Ordnung für Rheinland-Westfalen im Abgeordne^euhause einzubringen. Nach ter „Voss. Ztg." hat dieselbe bereits gestern durch Virchow einen Antrag eingebrackt, die Staats Regierung auszusordern, noch in der gegenwärtigen Session einen Gesetze Entwurf über die Reform ter Gemeinde-, Kreis- und Provinzial-Ordnung für Rheinland Westfalen vorzulegen.
Berlin, 9. Februar. TaS Abgeordnetenhaus begami heute die erste Berathung der Provinzial-Ordnung für die östlichen Provinzen. Frhr. v. Heere- mann (Centrum) spricht gegen, Koller (neuconservativ) für die Vorlage. Beide Redner verlangen Ueberweisuug au eine Commission. Miquel und Schlüter wünschen auch bie Einführung des Entwurfs in den westlichen Provinzen. Virchow spricht gegen die Vorlage, namentlich gegen die Stellung der Regierungs-Präsidenten, fordert größere Unabhängigkeit der Regierungs-Instanz und constarirr, daß die Fortschrittspartei ihre Zustimmung zu dem Gesetze von dem Veriprechen abhängig'', machen möchte, daß die Regierung noch in dieser Session betreffs Rheinlands und Westfalens in gleicher Weise wie in den östlichen Provinzen vorgehe. Der Minister des Innern hebt hervor, die Absicht der Regie ruug sei es zunächst, ein geschloffenes Verwaltungs-System zu schaffen, ein all- mähligcs Vorgehen für die einzelnen Provinzen sei unerläßlich gewesen; man könne sich deshalb mit der Durchführung dieses Systems in den Provinzen begnügen, wo die Kreisordnung bereits wirksam sei. Die Frage, ob die Regierung neck in dieser Session Organisations Gesetze für Rheinland unb Westfalen vorlegen werde, sei im Staatsministerium uock nicht entschieden. Unter Bezugnahme aus ben anerkannten Willen der Regierung, das Organisationswerk im Sinne der Kreisordniing fortzuführen, fordert der Minister schließlich auf, das Haus möge der Regierung betreffs der Frage: Wann und Wie die Initiative überlassen. Tie Sitzung wird darauf vertagt und morgen fortge-
im Mindesten. Ter „Northern and Castern Examiner" weiß jetzt übrigens noch hinzuzufügen, daß bie Königin Isabella an ihren Sohn seit desien Thronbesteigung schon starke pecumäre Anforderungen gestellt hab« und daß ihr Gemahl Don Francisco diesem Beispiele gefolgt sei. Mag sein ; der junge König von Spanien ist allerdings, um ein Scherzwort zu gebrauchen, in der Wahl seiner Eltern nicht sonderlich glücklich gewesen. (Köln. Ztg.)
London, 8. Febcuar. Im Unterhause erstattete Stanhope über den Entwurf der Antwort-Adresie auf die Thronrede Bericht. Im Laufe der Debatte widerlegte Tisraeli mehrere Angriffe der Opposition, besonders die Behauptung, daß bie Armee sich nicht in gutem Zustande befinde. Der Premier- Minister begründete sodann des Nähern die Stelle der Thronrede, welche von den guten Beziehungen Englands zum Auslande handelt, indem er die Ueber- zeugung aussprach, daß der europäische Friede bewahrt werden wird. Die Regierung sei unausgesetzt bestrebt, dieses sehnlich gewünschte Ziel zu erreichen. Tie Adreffe wurde hierauf angenommen. Sodann kam die Verbreitung des
wird vom 3. Februar gemeldet: Die Holländer nahmen Mandarsa Poeti mit unerheblichen Verlusten. Der Gesundheitszustand der Truppen ist höchst ungünstig.
Lcydcn, 8. Febriiar. Tie dritte Säcnlar-Feier dcr^Gründung der hiesigen Universität wurde heute in der Peterskircke festlich b>gangen Es waren der König, die Königin, die Prinzen Friedrich unb Alexander, der Prinz unb die Prinzessin von Wied und zahlreiche Deputationen von Corporation en der Wiffenschast und Kunst aus dem In- und Auslande zugegen. Die Festrede hielt Prof. HcynsiuS. Nach der Feier war Empfang beim Könige im großen Saale der Universität.
Oesterreich.
Wien, 8. Februar. Das hiesig» „Tagblatt" bringt einen sehr inter- effanten Auszug aus einem vertraulichen Rundschreiben des preußischen Cultus- ministers Falk an die Regierungs-Präsidenten über die Niederlassungen der geistlichen Orden und Congregationen in Preußen.
Wien, 9. Febuar. Erzherzog Johann Salvator ist, wie das „Arm.. Verordn.-Blatt" meldet unter Aufhebung seiner Verwendung bei der Artillerie
Die Carlisten halten noch die Stellungen vor Estella besetzt. Neue Unterhandlungen über einen Convenio sind mit ihnen eingeleitet; der Abschluß desselben soll nahe bevorstkhen. König Alphous wurde in Pampelona enthusiastisch empfangen , Samstag kehrt derselbe nach Madrid zurück, um sich mit dem Grafen Molins zu besprechen, welcher am 20. Februar als Gesandter in Paris ein- treffen wird.
PareÄ, 8. Februar. Auck unter der Republik ist der Credit willig und zu Kundgebuugeii aufgelegt! So legt die republikanische Presse den riesigen Erfolg der Zeichnungen für die Pariser Anleihe aus. Tie Geschäftswelt hat sagen wollen, daß sie es auch mit der Republik wagen wolle, wenn ihr nur Ruhe bis 18b0 gegeben unb der Uebergang der Executive so geregelt werbe, daß keine neue Krisis geradezu nothwendig in Aussicht gestellt sei. Nicht demonstrativ sollten die Zeichnungen für das Ausland werden; daS stolze Vergnügen, mit dem Gelde zu klimpern, kostete ohnehin so wenig. Freilich hat d>e Absichtlichkeit den Eindruck sehr geschmückt; man gönnt den Franzosen das O » 'ußtsein ihrer industriellen und commerciellen Tüchtigkeit um so lieber, als man weiß, daß hier der französische Volksgeist festen Boden unter den Füßen hat. Tbatsacke ist, daß über die augenblickliche Vorzüglichkeit der Stimmung in der Geschäftswelt die Royalisten höchst erbittert sind, während diese Wendung im Elysöe keinen Eindruck gemacht haben soll.
Paris, 9. Februar. Der „Agence Havas" wird aus Tafalla vom 8. Febr. gemeldet: Tie militärischen Operationen im Norden sind momentan eingestellt, der Angriff auf Sama Barbara ist verschoben, die Truppen befestigen die von ihnen besetzt gehaltenen Positionen. Der König ist heute hier ein» getroffen, derselbe reift morgen nach Logronno ab.
(Eiifllimö.
London, 7. Februar. Vor 14 Tagen brachte der „Northern and Castern Exannner" die Mittheilung, daß Schriftstücke vorbereitet würden, durch welche die Legitimität der Geburt des Köliigs Alphous bestritten werden soll. Tas genannte Wochenblatt bemerkt nun heute: „Mehrere deutscke Blätter, an ihrer Spitze die .Köln. Ztg.", sind arg über unsere Nachricht hergefallen. Wir können nur wiederholen, daß wir keinen Grund haben, dieselbe zurückzu- nchmen oder etwas an ihr zu ändern, und wenn die Ankündigung deutschen Journalisten nicht angenehm war, so ist das unsere Schuld nicht." Wir haben nicht angedeutet, cb jene Ankündigung uns angenehm oder unangenehm gewesen sei; es kann uns im Gegentheil vollständig gleichgültig fein, trenn Jemand eine
/rankreich.
Pari-, 8. Februar. Tie „Agence Havas" meldet aus Bayonne:
setzt werden.
Stuttgart, 7. Februar. Auch hier wird der Reichstags - Session ein parlamentarisches Nachspiel folgen : am 8. März, wie bis jetzt vorgesehen, wird unser Landtaa zusammentreten und hauptsächlich mit den Etats-Berathnngen sich zu beschäftigen haben. Zunächst ist in Folge des Todes bei Präsibenten - - o - _ c . . „ . , k k. 1Tt^
Weber bas Präsidium der Abgeordneten-Kammer neu zu bestellen, wobei ebne ^ir zogen daraus nur einen Lchlutz auf den Undank, bellen sich bie Ultra- Zweifel der bisherige Vicepräsident Abg. Hölder zum Präsibenten vorrücken montanen - denn von tiefen nut ihren getäuschten Hoffnungen ui Bezug auf wird. Drei Mandate. für Cannstatt, Tübingen und Blaubeuren, sind erle- Spanien rührt die Nachricht offenbar her — gegen ihre chemalige treue Be- digt: bie bierburd) erforbcrlichen Ergänzunaswahlen werben voraussichtlich im l'chützerin, bie Königin Isabella, schulbig machen. Einen Brief, nachzuweisen, Lini e ter ffammcrmtbrbctt au8hll«n, da -wei National-Liberale und ein Rea.e- »b Letztere die päpstliche Tu^endroie wirklich verdient habe, per puren wir nicht
Colorado-Käfers durch die Einfuhr amerikanischer Kartoffeln zur Sprache. ! Seitens ber Regierung wurde erklärt, daß man mit der Untersuchung des Uebelstanbcs beschäftigt fei, bis jetzt hätten nur Oesterreich unb Belgien Maß-
Haag, 8. Februar. Van Lansberge, der neue General - Gouverneur!regeln gegen die Verbreitung des Käfers thatsächlich ergriffen. Die Gefahr von niederländisch Ostindien, ist auf seinen Posten abgegangen. Aus Ätchml'scheine übertrieben zu fein.


