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80(1 (ICD TcCtTT TTTuuJTC, yuiu^urvi/i uvu miv muii (Ulin ,w|*n »<"jjworwn unifr* in der Presse unbesprochen blieb.

Del tm Gesetze über bie Vorbildung und Anstellung der Geistlichen hakte die zweite Kammer bet Art. i, im Einverständniß mit der Regierung, den Zusatz beschlossen: der Geistliche, welchem ein Kirchenamt übertragen werde, sei vor dieser Ueberkragung verbunden, den Verfassnngsnd abzulegen, wofern er dies noch md)t gethan habe. Nach dem hessischen Verfaffungseid dar nun der Schwörende neben Treue d.m Herzog und Beobachtung der Ltaalsverfasinng Gehorsam dem Gesetze" zu geloben. Als nun jener Zusatz in der Kirchengesetz Debatte erster Kammer zur Derathung stand, erklärte der Vertreter des Bischofs von Mainz, Dorncapitular Dr- Mousang: .Der katholische Geistliche habe seither den Versasinugscid geleistet, jedoch nicht in dem Sinne, daß er damit alle einzelnen £bcilc ter Verfassung als richtig anerkenne, sondern nur dieser im Ganzen gehorche. Auch in Zukunft werde wohl nicht die Absicht bestehen, daß dusch die Ableistung deS (ÄdeS das Detail der Verfasiung gebilligt werde Auch sei der in dem Verfassungseid vorkommende AusdruckGehorsam dem Gesetze" nur in der Bedeutung des Gehorsams gegen das Pnncip der legrsla tiven Gewalt, nicht gegen jedes einzelne Gesetz zu nehmen. Die Ueberlretung eines Gesetzes sei daher kein EidcSbrnch Er constatire bie6, damit nicht etwa bei Ungehorsam gegen einzelne Gesetze von einem Eldcsbruch gesprochen werde." Die Derathung bei Art. 12 führte nochmals auf das nämliche Gebiet. Hier bemerkte Dr. Mousang:Ein formell zu Stande gekommenes Gesetz sei em legales, allein damit sei die Frage, ob cS gerecht sei, nicht entschieden. Ein formell zu Stande gekommenes Gesetz muffe man entweder befolgen. ober die Folgen deS Ungehorsams auf sich nehmen. In dem Verfaffungseid schwöre nian Gehorsam dem Gesetze, d. h. dem legislativen Princip. Deshalb brauche man noch nicht jedes Gesetz zu bewundern, wie ja die Regierung selbst schon Gesetze geändert habe. Ebensowenig brauche man die Verfassung, deren Beob« achrung man beschwöre, zu bewundern es seien vielmehr nur Agitationen und Aufruhr gegen dieselbe ausgeschlossen. Bei einer andern Auffassung könne Nie- mand den Verfaffungseid ableisten. Nicht immer sei eine Übertretung eine innere Sünde. Man müsse sich vor der Autorität nur beugen." Dieses Auftreten des Vertreters des Bischoss von Mainz ist gewiß geeignet, Sensa- tion hervorzurufen.

Also der EidGehorsam dem Gesetze" ist nicht gleichbedeutend mit dem EidGehorsam den Gesetzen"; ui jenem Falle schwört man nur Gehorsam dem legislativen Princip in abstracto, nicht dem einzelnen coucreten Gesetze; viel­mehr ist es beim einzelnen Gesetze in daS Gewissen deS Betroffenen gestellt, ob er demselben glaubt gehorsamen zu sollen, und wenn er zu der verneinenden Ueberzeugung gelangt, so darf er das Gesetz, ohne seinen Eid zu brechen, ver* letzen, sofern er nur die auf die Richtbesolgung gesetzte Strafe übernimmt! Er hat einfach die Wahl, ob Gehorsam oder Strafe! Mau denke nun. zu welchen Cousequeuzen solche Lehren, wenn man sie in'S gewöhnliche Staats- und Völkcrleden überträgt, führen müssen. Alle objective Rechtsordnung, die dem durch Jahrhunderte geklärten RechtSsinne der Menschheit ihre Entstehung verdankt, wäre damit negirt zu Gunsten einer persönlichen Auffassung, die die leider nicht immer mit jener Rechtsordnung zusammentreffenden Lehren der ullramontancn Geistlichkeit nur um so gefährlicher erscheinen läßt.

So verwerflich nun auch jene EideSauslegnng, namentlich wenn sie aus geistlichem Munde kommt, erscheint, so kann man die Aenßerung derselben doch insofern begrüßen, als sie den dünnen Schleier vollends zerreißt, welchen der IesiiitiSrniis bisher über seine EideSrestnckionen und Mentalreservationen zu bereiten für gut sand, und uns dafür dessen Principten in voller Nacktheit ent­hüllt. Regierung und Land wissen denn doch jetzt, woran sie sind, und die ehr­liche deutsche Presse ist in der Lage, solche importirten römischen Geistesver- innngen unbarmherzig zu geißeln. ES versteht sich übrigens von selbst, daß sowohl der Ministerpräsident, wie der Director deS Ministeriums des Innern, den richtigen Standpnukt sofort in jener Sitzung sehr energisch gewahrt haben."

Berlin, 5. Januar. Während dieGermania" in Betreff der spani­schen Angelegenheiten sich bis jetzt noch einer großen Zurückhaltung btfleißigt, läßt dasBäuerische Vaterland" seiner kühnen Phantasie alle Zügel schießen, indem eS die alsoiisiftische Restauration mit folgenden Worten ankündigt:

Das Ereigniß M Tages, nut dem der Telegraph alle Welt überrascht, ist die neueste wie sollen wir doch sagen? sagen wir: Haupt- und Staats action, welche Bismarck und Serrano ansgedacht und soeben in Spanien in Scene gesetzt haben: die Ausrichtung eines liberalen Königthnms von Bis- marck's und Serrano's Gnaden und ansgestattet mit dem Segen der Logen. Dieser KönigSknabe Alphons ist alsKönig" von Spanien nichts weiter als die Marionette BiSmarck'S, eine Figur, durch welche lediglich die Wieder­herstellung der katholischen und legitimen Monarchie in der Person des katho­lischen und emsig rechtmäßigen Königs Carl VII. hintertrieben und verhindert werden soll. Die Sache ist von eminenter Bedeutung: wir ersehen darin das Vorspiel zum Kriege von 1875, dem Gewitter, welches voraussichtlich die euro­päische Atmosphäre gründlich reinigen und manches hinwegfegen wird, das bis­her als erdrückender Alp auf dem Herzen Europas gelastet hat. Wir ersehen darin den Anfang vom Ende, den Beginn einer Weltkataftrophe, die sich voraussichtlich zunächst über Frankreich al- nächstes Object der internatio- nalen Jntriaue der Logen entladen wird "

®erÜH, 5. Januar Der Reichstag- Abgeordnete Majunke ist auf Ver­anlassung des Justiz-Ministers dahin ärztlich niitersucht worden, ob die Gefan­genenkost in Plötzensee seiner Gesundheit nachtheilig sei. DaS Ergebniß soll ein derartige- sein, daß der Befehl zur Zurückfüdrung Majunke's nach dem Stadlvogtei-Gefängniß, in dem bekanntlich auch Selbstbeköstigung zulässig ist, demnächst erwartet wird.

Ätrl, 6. Januar. DerKieler Ztg." zufolge wird das diesjährige UebnngS Geschwader anS den Panzer FregattenKönig Wilhelm",Kronprinz", Hansa" undKaiser" und dem AvisoFalke" bestehen.

tfranftreidj.

Paris, 5. Januar. Der Lord Mavor von London und der Bürger­meister von Amsterdam sind bter angekommen, um der Gala - Vorstellung in der großen Oper anzuwohnen. Die Deputirten sind ungehalten, daß man ihnen nur 250 Plätze Vorbehalten hat. Unter ten Eingeladenen befindet sich auch d,e ^'Königin von Spanien. Seltsam findet man eS, daß die Singela- denen, sogar die Deputirten, ihre Plätze bezahlen müssen Der Er »Königin stellte man eine Loge von sechs Plätzen zur Verfügung, für die man ihr 180 Frcs anrecknet.

Minister - Präsidenten der spanischen Armee und dem Volke gedankt und die Hoffnung einer günstigeren Gestaltung der Zukunft Spaniens ausgedruckt. Der König reift beute Abend nach Marseille ab, woselbst er sich sofort einschifft.

Paris, 6. Januar. Die Einweihung der neuen Oper ist gestern Abend vollkommen gelungen. Alle Zugänge waren lUuminirt, der Saal glän­zend , die höheren Beamten. Würtentrager mit das diplomatische EorpS, ter Vorb Manor von London, ter König AlphonS u. s. w. waren zugegen; Zwi- schenfälle kamen nicht vor. Der Architekt ter Oper wurte zum Officier ter Ehrenlegion ernannt

ZbncrifuL

??ew Orleans, 6 Januar. Rachkern tte conservativen Deputirten sich ans der gesetzgebenden Versammlung zurückgezogen, begaben fie sich in ein Privathaus und constituirten dort eine neue gesetzgebende Veijammlwng.

£rfrQraptjiMjr Depeschen.

Berlin, 6. Jan DieProvinzial Eorrespondenz" schreibt, die m Spanien emgetretene Wendung fei zwar nicht unvorhergesehen, aber rascher als erwartet eingetreten. Daß die bisherige RegierungSgewalt nicht -*on langer Dauer, sondern nur überleiten' sein werde, habe man von der Seite, von welcher ihre Anerkennung auSgegangen, von vornherein angenommen und aus­gesprochen. Als die Aufgabe der Anerkennung habe man angesehen, ,ben Rest von Grundlagen staatlichen Wesen- für eine künftige staatliche Ordnung zu er­halten." Alle Anzeichen scheinen dafür zu sprechen, daß diese Hoffnung durch die neueste Gestaltung der Dinge in Erfüllung gehe.

Berlin, 6. Januar. DieNorkd. Vllg Ztg * reproducirt ein Protokoll des EonsnlatS in Bavonne über die Zeugenvernehmung ter Matrosen der Rostocker BnggGustav," durch welches die Thatjache der Beschießung deS Schiffes durch die Earlisten, welche die Auswerfung des dritten Ankers un­möglich machte, bestätigt, und fernerroeit docnmeimrt wird, daß die Matrosen, alS sie zwei Tage später dem Schiffe sich nähern durften, die Ladung gelöscht, selbst die Privatkoffer aller Kleider und werthvollen Gegenstände beraubt fanden, und daß em deutsch redender (artistischer Officier wiederholt versuchte, Qe zur Unterschrift eine« Schriftstückes zu veranlassen, in welchem stand, daß die Brigg von den Earlisten nicht beschossen und von den Earlisten gut behandelt sei. DieNational-Zeitnng" veröffentlicht ein Schreiben Lasker'S, worin dieser be­treffs des ehrengerichtlichen Spruches über den Fürsten Putbus erklärt, daß feine Angaben auf amtlichen Ermittelungen beruhten, daher in dem ehrengericht­lichen Verfahren nicht widerlegt sein könnte«.

Washington, 6. Jan. DaS Erbinet b.it die Ereignisse in Louisiana bereits erörtert; dasselbe scheint geneigt, den Gouverneur Kellog zu unterstützen. Seitens des Congresses wird eine Interpellation betreffs des bewaffneten Ein­dringens in die Legislative von Louisiana vorbereitet

DermiscdteS.

Groß « Linden, 4. Ivnuar. Dei der heute bin staitgehadten Bürgerineisterwabl stimmten 114 Bürger ab und erhielt der seitherige Bürgermeister Zörb 141 Summen ist da- Re. füllet dieser Abstimmung der beste BeireiS für die treue und qewistenbafte «mtsfübrung dieses anspruchslosen ManneS Möge er in diesem Lertreuen seiner MUbürgrr seine höchste Belohnung finden.

Grünberg, 2. Ian. Wir geben im Rachstebendni nach autbentischen Quellen einen SuSzug aui dem Marktprotocoll über die tm I»bre 1874 auf dem Wochenmarlt zu Gründerg verkauften Yrückte 6S wurden verkauft: Iö6n2> , Malter Wnzen a 100 Ätloq für 2()9**oifL 38 kr. 4700' 4 Malter Korn a 90 Ktlog. für 4* UH st 1* kr 472 i , Malter Onflt HO Kilog. für 40784 fl 3 kr 7124' < Malter Hafer a 60 Ktlog. für 43941 f! 36 kr 6L2J , Malter ürbsen a 110 Kilog. für 8301 st. 48 kr. 1216' , Malter allerlei sirücbte tm Baamen und Lein für 15060 st 15 kr 2571 Malter Kartoffeln a 100 Ktlog. für 8175 st 28 kr Zu lammen 36620^/4 Malter für 375391 st 6 kr. Gegen daß Jahr 1M73 wurden a) mehr ver« kaust : 3069 Malter Weizen, 718' , Malter Korn, 1433', Malter Gerste, 1378' . Malier Hafer, 1103 4 Malter Erbsen und 963' 4 Malter Kartoffeln ; b) weniger verkauft: 412' 4 Malter allerlei Früchte im Saamen und Lein

Im vonqen Jahr betrug der SrlS- für 29359»/4 Malter 359766 st 11h. In diesem Jahr beträgt derselbe für 3662»/, Malter 375391 st 6 h. also mehr 7261 Malter und 15624 st 55 h. Im vorigen Iabr betrug der Durchschnittspreis, für ein Malter Weizen 16 st 18 h , für 1 Malter Kern 12 st 11 h . für 1 Malter Gerste 9 st 28 kr, für 1 Malter Hafer 5 st. 57 h. und für 1 Walter Kartoffeln 3 st 27 kr

In diesem Iabr betragt derielbe, für 1 Malter Weizen 13 st. 26 kr., für 1 Malter Korn lo st. 18 h., für 1 Malter Gerste 8 st 38 kr., für 1 Malter Hafer 6 st. 10 h und für 1 Malter Kartoffeln 3 st. 10 kr

Darmstadt, 5. Ian Bei der gortsetzung der Ziehung »er Grcßbrrzoalich Hessischen 50 st Loose wurk-n folgende weitere böbere Ix.nn geieaen - Jh. 423*3 10.000 st.. Nr 61574 5000 st., 9h 61189 66058 101197 je 10tM> fl , Nr I2t»61 225*4 256** 27642 56032 66794 *9930 115229 116207 je 500 st

Die istnstelluna junger Mädchen tm Teleqrapbencienst bewährt sich varlrefflich; dem Beispiel der Telegraphen Direction in Berlin, cieselben in der Telegraphie auszubilten und m verwenden, ist bekanntlich die Direktion der Berlin PotStam Magdeburger iitimbabn gefolgt Sämmtliche von ihr vor etwa fünf Wo3en angenommenen neun jungen Mädchen haben nunmehr, wie die Bost Z mittbeilt, das (Stamm bestanden, so daß ihre Nnstellung als Telearaptlülnnen, nacddem die 4»ereidigung Statt gründen, in nächster Zett erfolgen soll Drei con ibnen ettal« ten Anstellung in Berlin, |wei in Pot-dam, eins In Brandenburg und drei tu Maadebvrg. Die Besoldung soll 20 Tblr pro Monat betragen.

Main». 1 januav. In der Enlvestmnacht ' ,1 Uhr ist im Epital dal |ung» Mädchm, das sich so schrecklich verbrannte, seinen Wunden erlegen. (A. kl )

Bon dem ühcbtSanwaU Dockborn, einem der vertheidiger des (Bräsen Arnim, erzählt man sich ein bübjebei Stückchen Die Universität tn Zürich harre vor etwa 20 Jahren eine Pt et-ausgabe über eine wisineschastlich, Arbeit ausgeschrieben e4 ging ern, An,all Arbeiten rin. von denen zwei für würdig ernchtet wurden, prämtiri zu werdn, Be, der Eröffnung de, Zetlel, welche tte Bezeichnung der Verfasser enthielten, la- man al4 den Ramen demjenigen, der die erste Prämie erhalten batte. .Dockborn, Ottmar er in Posen". Den »weiten Preiß erbielt rin Vrofestor in Zürich Die Preisrichter konnten sich nicht dazu entschltezen, zu glauben, daß ein Primaner es sei, der etn» wiffensehaftlich, Arbeit glänzender gel-st, all die bedeutenden GeleVr» «en, die mit ibm eoneurrirt hatten, und richteten daher an die Polizeibehörde in Poien an Schreiben mit der Anfrage, ob bett wirklich an Primaner Dockhorn eristire Die Antwort lautete, daß dies in 5er That der Fall sei, und der Primaner Dockhorn erhielt den ersim Prriö

lieber die jeit wieder in Norwegen häustg vorkommmden Wälfr wird uni Nachstehendes mitaribrilt:T<x Wolf ist bis jegt in Norwegen noch nie ganz auigerottet gewesen, denn die jährlichen stattstrichen Tabellen über die Tödtung von Raubtbieren hatten jedesmal auch ein« Anzahl Wölfe aufzuwerien Leit mehreren Jahren war man fcaiauf verfallen, die Wölf« durch tzletschstücke, die mit ktrvchnm rergi'tet und da. wo Dvlfsf^uren stch zeizten. ausgelegt wurden, zu tobten Auf dirie Weri, vertilgte man jährlich eine gröiier» Anzahl, als dies durch die Schusiwan» des Jabers möalich war , mdeffen wurden die durch Gifttödieten Wölfe mnüens nicht tn den Tabellen aufgriührt, da vergiftete Wölfe sich m ihre Schlupfwinkel verkriechen, da verenden und auf diese Weite oft spurlos verschwinden siür die Tödtung etn.es Wvlfes ist in (Norwegen eine Prämie von 5 Speeles, d h. 7' , Thlr prerrß., festgriepk Um solche zu er» ballen, muß das gerödtete Tbier oder auch desten Fell dem Landvogt vorqrzeizt werden, welcher aus dem rechten Borderfvste die zwn mittleren Klauen entfernt, damit dasielbe Fell nicht eulx