Ausgabe 
28.2.1874
 
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Gießener Anzeiger

Anzeige- und Mmtsötatt für den Lreis Hiessen

5 Nr. lig,

Slimftag den 28. Februar

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Paris, 25. Februar. Die Kaiser-Zusammenkunft in Rußland hat hier

!. Wenn der Kaiser von Rußland Frankreich unter den Ländern,

Nach demselben hielt Mac Mahon eine Besichtigung der Versailler

Die Blätter geben den Brief des Deutschen Kaisers an Lord Russell

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tMlfl »iwttllftbrig 1 ft 12 fr. «it Bringerlohn. Durch die Post bezogen vtertellährig 1 fl. 29 fr.

»011 dem allgemeinen Frieden ausgeschlossen sein sollte. Wohl aber kann eine solche Auslassung durch einen Blick auf die gegenwärtigen Bestrebungen Frank-

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Erscheint täglich, »nlt Äu6- n^hme SonntagL.

Expedition: Lanzletber«, 9iL B. Rr. 1.

Die Budget - Commission hielt heute Sitzung und vernahm mehrere Fabrikanten betreffs der Steuer auf die Claviere. Dieselben sprachen sich gegen dieselbe aus, , da sie der musikalischen Erziehung in Frankreich schaden Die Zahl der Claviere, die jährlich in Frankreich fabricirt werden, auf 10,000 an, wovon 2000 in's Ausland gehen und 8000 in Frankreich bleiben.

tern die Erklärung lesen, daß Frankreich hoffte, sich selbst über kurz oder lang von dem allgemeinen Friedens - Concert ausznschließen und einen Revanchekrieg zu beginnen; auch jetzt weiß noch Niemand, wie weit die Regierung davon Ab­stand genommen hat, auf ihre Art an der Revanche zu arbeiten, und einen Staat, der eine solche Stimmung zur Schau trägt, zählt man im Allgemeinen nicht zu den Stutzen des Friedens, auch wenn man ihm auf der anderen Seite die Möglichkeit gern eröffnen würde, sich zu einer solchen emporzuarbeiten. Genug, als dieTimes" ihre auf einer falschen Deutung der kaiserlichen Worte beruhenden Vorbehalte zu denselben machte, jubelte man hier wieder auf, weil man darin eine moralische Unterstützung von Seiten Englands sah. Jetzt ist man auf's Neue mehr niedergeschlagen, weil sich immer deutlicher herausstellt, daß an dem herzlichen Einverständniß zwischen Deutschland, Ruß­land und Oesterreich nichts zu ändern ist. Und man glaubt nun wieder, es müsse nothwenoig etwas gesponnen werden, was der französischen Politik im Orient zum Schaden gereiche. DerMonde" z. B- enthält einen klagenden Brief über diemöglicher Weise" getroffenen Verabredungen. Die Türkei werde dem Schisma preisgegeben werden! Alles das sind unnütze Aufregun­gen ; wenn die französische Politik im Orient etwas zu fürchten hat, so hat sie es nur von ihrer eigenen Einmischungslust; Beweis die Affaire Vogue.

Paris, 26. Februar. Die Negierung wird ihren constitutionellen Ent-

Jch war gewiß und freue Mich, daß Ihre Kundgebung es Mir bezeugt, daß Mir in diesem Kampfe die Sympatlneen des englischen Volkes nicht fehlen würden, mit welchem Mein Volk und Mein Königliches Haus seit der Zeit Wilhelms von Oranien durch die Erinnerung an so manche gemeinsam bestan­dene schwere und ehrenvolle Kämpfe, sich verbunden wissen.

Ich bitte Sie, dieses Schreiben mit Meinem aufrichtigen Danke zur Kenntniß der Herren bringen zu wollen, welche die Resolutionen unterzeichnet haben, und verbleibe

Eurer Herrlichkeit wohlgeneigter Wilhelm.

Berlin, 18. Februar 1874.

Brodpreise vom 27 Februar bis ti. März 1874, nach eigener Erklärung der Bäcker;

2 J?i,o gemischtes Brod 24 fr. I Kilo gemischtes Brod 12 fr. 2 Kilo Roggenbrod: erste Sorte 2l fr zweite Sorte 17 fr

von

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und Uiw Herren und Dam« hem(le»)we;t ,1IL Muster sind b e in Giessen: W MäusburgÖ# ierkt wird noch, ®- he Montags e< i fügenden Sonnt«,

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Berlin, 26. Februar. Die Reichstags-Commission für den Preß- Gesetzentwurf nahm den § 1 in folgender Fassung an:Die Preßfreiheit un­terliegt nur den durch gegenwärtiges Gesetz vorgeschriebenen oder zugelassenen Beschränkungen. Dieselbe nahm die §§ 2 und 4 in der Fassung der Vorlage' oivmui. ivuv ujicn confitlunoneuen ($nt>

an,, strich § 3 und nahm dafür die vorjährigen bezüglichen Commissions-Vor-,wurf vor dem des constitutionellen Ausschusses der Kammer vorlegen. Heute schläge an. Die Commission für das Militär-Gesetz berieth den Abschn. 3! fand eine Sitzung des obersten Kriegsratbes statt; General Ciffey war anwe- dnrch, welchen sie genehmigte, und begann dann die General-Debatte über die send. Nach demselben hielt Mac Mahon eine Besichtigung der Versailler das Gesetz-Princip enthaltenden §§ 14. Die Weiterberathung findet mor- Cavallerie.

gen statt. Die Blätter geben den Brief des Deutschen Kaisers an Lord Russell

Coblenz, 26. Februar. Was man in der frommen Stadl Coblenz ohne Betrachtungen. Nur die legitimistischeUnion" will darthun, daß der nicht für möglich hielt, wird nun doch geschehen; die hiesigen Altkatholiken ^Kaiser die Wahrheit verkenne, wenn er behauptet, die päpstliche Kirche bedrohe haben sich zu einer Gemeinde constituirt und werden am 25. März in der die Gewissensfreiheit und die Wohlfahrt der Völker, evangelischen Florins-Kirche den ersten Gottesdienst abhalten. Bischof Reinkens LautFigaro" hat der kaiserliche Prinz an einen der hiesigen Führer hat seine Anwesenheit zugesagt und wird die Predigt halten. Der gesperrte der bonapartistischen Partei ein Schreiben gerichtet, worin er seine Freunde Pfarrer von Niederberg ist heute Nachmittag abermals in's hiesige Gefängniß auffordert, die für den 18. März beabsichtigte Kundgebung zu unterlassen. Der abgeliefert worden, diesmal jedoch nicht zu Wagen, sondern zu Fuß und in. Prinz wolle keinen Vorwand zu einer politischen Demonstration abgeben, die Begleitung von vier Gensd'armen und gefolgt von einer Anzahl weinender ungeachtet des besten Willens der Organisatoren Frankreich in einem Augen- Frauen. j blicke, wo cs so nothwendig sei, sich zu sammeln und zu arbeiten, in Unruhe

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versehen könne. Wie derFigaro" hinzufügt, war das Schreiben des kaiser- # liehen Prinzen von einem Briefchen der Kaiserin begleitet, worin sie sagt, daß

Wien, 27. Februar. Ter Kaiser ist heute Morgen in bestem Wohl- der kaiserliche Prinz sein schönes Schreiben ganz allein redigirt habe.

sein hier wieder eingetroffen und auf dem Nordbahnhofe von dem Kronprinzen,- Beim Papierhändler Laporte, 95 Avenue des Champs Elys^es, wurde

dem Minister-Präsidenten, sämmtlichen übrigen Ministern, dem Polizei -Präsi- gestern von der Polizei eine Anzahl von Photographieen weggenommen, welche

denten und dem Director der Nordbahn empfangen worden. den kaiserlichen Prinzen mit einer mit Bienen besäeten Fahne darstellen

Das officielle Blatt kündigt an, daß die Marschallin Mac Mahon

! bestimmt habe, daß die 100,000 Frcs., welche ihr der Director derPreffe",

Bern, 26. Februar. Die spanische Gesandtschaft meldet dem Bundes- Hubert Töbrousse, zur Verfügung stellte, zum Auslösen von Matratzen aus rathe, daß die cantabrische Küste, vom Cap de Penas bis Fuenterrabia, aus-'dem Mont de Piöte verwandt werden sollen.

-OB

baä deutsche Original des Allerhöchsten Lwhreibeus zur Kenntiiiß gebracht: Lieber Graf Rüssel I t r

Das Schreiben Eurer Herrlichkeit vom 28. o. Mts. ist Mir mit den Reso- ,^rde Intioncn der großen Versammlnngen in London nnd mit den Berichten Meines gaben dieülb. Botschafters über den Verlauf der letzteren zugegangeu. 8

Ich danke Ihnen aufrichtig für diese Mittbeilnng nnd für den sie beglei­tenden Ausdruck Ihrer persönlichen Gesimumg. , ...............,......____ 7. 7,

Mir liegt die Führung Meines Volkes in einem Kampfe ob, welchen cfne Menge confnsester Aenßerungen Hervorgernfen. Anfangs wallten überall schon frühere Deutsche Kaiser Jahrhunderte hindurch mit wechselndem Glücke sanguinische, ^unbestimmte Hoffmmgeu ans; man glaubte, es werde irgend ein (jc$en eine Macht zn führen gehabt haben, deren Herrschaft sich in feinem 13icfuIteit >u L-tande kommen, welches sich gegen Dentschland verwertben ließe. Lande der Welt mit dem Frieden nnd der Wohlfahrt der Völker verträglich Dann kam die Abknhlung; es kam vor Allem der bekannte Toast des Kaisers erwiesen hat, und deren Sieg in unfern Tagen die Segnungen der Reform«- Alexander, der sehr erkältend wirkte. DieTimes" knüpfte an jenen Toast tion, die Gewissensfreiheit nnd die Autorität der Gesetze nicht blos in Deutsch- i(,re gleichfalls bekannten Bemerknugen, die, nebenbei bemerkt, prineipiell uu- land in Frage stellen würde. ' l richtig waren. Wenn der Kaiser von Rußland Frankreich unter den Ländern,

Ich führe diesen Mir aufgedrnngenen Kampf in Erfüllung Meiner König-! auf die er in erster Linie für die Erhaltung des Friedens rechnet, nicht nannte, lichen Pflichten und in festem Vertrauen ans Goires siegbringenden Beistand'^ f° liegt darin feine Feindschaft gegen Frankreich, feine Andeutung, daß dieses aber auch in dem Geiste der Achtung vor dem Glauben Anderer nnd der von dem allgemeinen Frieden ausgeschlossen sein sollte. Wohl aber kann eine evangelischen Duldsamkeit, welchen Meine Vorfahren dem Rechte nnd der Ver- fold-'c Auslassung durch einen Blick auf die gegenwärtigen Bestrebungen Frank- waltung Meiner Staaten aufgeprägt haben. Auch die neuesten Gesetzvorlagen rci$s motivirt sein; bis vor Kurzem konnte man noch ans allen hiesigen Blät- Meiner Regiernng tasten die katholische Kirche nnd die freie Religionsübung *"r"" lE " ' " ' -

lhrer Bekenner nicht an; sie geben nur der Unabhängigkeit des Landes und seiner Gesetzgebung einige der Bürgschaften, welche in vielen andern Ländern seit lange bestehen und in Preußen früher bestanden, ohne von Seiten der römischen Kirche für unverträglich mit ihrer freien Religionsübung gehalten zu werden.

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per W 6*rlm aritw tu Köln.

konische iS

Deulfcfifllllö ! genommen die Orte Gijon, Santander und San Sebastian, vom 5. sMärz an

Darmstadt. 27. 8,6. af w

hat das Finanz-Ministerium die Einziehung der Sechs-Kreuzer- und Halbgnlden-s r - . ,

Stücke süddeutschen Gepräges verfügt. Für dieselben werden Zwanzig-Pfemug- JnUlärClCQ.

Stücke und Ein-Markstücke, welche theilweise aus preußischen Münzstätten ent-^ VariÄ 2-;^,,,^ K . o t

nommen werden, in Umlauf gesetzt. ifrrfcr ' 5ebtuaro. DiePreffe meldet, daß Herr Loyseau, Ver-

Bcrlin,25. Februar DerReichs-Anz." schreibt^ Da das d's bekannten Armee-Lreferanteu Cahei,-Lyon, verhaftet worden. Ebenso

schreiben Sr. Majestät des Kaisers und Königs an den Grafen Russell in bie rl,bn diä ver"'tfcIt felL Der Kriegsmimster

Oeffentlichkeit gelangt ist, jedoch in der Form einer Rücküb rseknna die als^ b Slcteu verlangt, um sich von der Schuld derselben zu