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Gießener Anzeiger

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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen

Io. ÄÄI

Mittlnoch den 23. September

18J4

die Abonnenten in der

ereiNen.

liest, welchen dieGermania" ihnen dafür spendet. Merken denn die Herren

tauen Mühlen klappern machen?

ier.

Wen Serben aus wngiesserei uihelm.

111 Giessens

Breffl vierteljährig 1 fl. 12 kr

Mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 kr.

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wird das Unmöglichste geleistet, um den Nimbus der Macht zu retten. Mit welchem Hohn fällt auch stets der ganze wohlgeschulte Chorus über jeden gut gemeinten, aber gegenwärtig so übel angebrachten Versuch milder Anwen­dung und schonender Auslegung der Gesetze her! Daß manche hohe Beamte immer noch dem Vertrauen leben, durch sanfte Mittel könnten sie'den Gegner

7 |iunv- x-.1t Uivyvii uuw HU4JC1 licyciiuc gelten ein wenig ourcy-

'gehen und z. B. Sybel'sKlerikale Politik im 19. Jabrhnndert" durchblättern, dann werden sie darüber beschwichtigt werden, daß nicht binnen zwei drei Jah­ren festgegründete und durch Tecennien unter dem Schutze einer arglos ver­trauenden Staatsgewalt ausgerichtete, feste Institutionen'des Ultramontanis- mns wie Kartenhäuser zusammenfallen.

Wie in sicherer Ruhe, und ohne irgendwie gefährlichen Widerstand nie- derwerfen zu müssen, die Staatsgewalt vorwärts schreitet und wie ihr Gesetz überall die Macht hat, trotz der ohnmächtig knirschenden Abwehr der Gegner, das sollte doch Jedermann erkennen, der einen ungetrübten, ruhigen Blick be­sitzt. Jeder aber, der es redlich meint, mit dem Wohle des Vaterlandes, muß froh sein, daß der gewaltige Kampf so ruhig fortschreitet. Beherrschte ibn Leidenschaft auf der Seite der Siegenden, dann würden freilich bald Trümmer unser Land bedecken, aber Trümmer und gewaltsame Zuckungen, das ist es nicht, was dem jungen deutschen Reiche wohl thäte-

den, daß solcher nächste Woche gedruckt an die Abgeordneten gelangt. Auch die Theatervorlage, über welche Abg. Möllinger berichtet, soll ihre definitive Erledigung finden.

Bezug einer Remuneration verbunden sei", abgelehnt und bezw. die Bestimmung des Entwurfs adoptirt hatte, wonach das Ministerium die Betheiliguna soll gestatten können, wenn dasielbe solche mit dem Jnteresie des Dienstes nicht widerstreitend erachtet. Neuerdings hat nun der Gesetzgebungs-Ausschuß die fragliche Angelegenheit einer wiederholten Prüfung nnterworfen und ist dabei ausweislich des von dem Abg. Buff erstatteten weiteren Berichts zu dem Re­sultat gelangt, der Kammer Beitritt zu dem Beschlüsse der ersten Kammer zu empfehlen. Dem seitherigen Rechtszustand gegenüber liege in dem von der zweiten Kammer bcschloffenen Zusatz eine Härte, nicht blos was die Beamten selbst, sondern auch was die Vereine betreffe, denen die Beamten seither ihre Dienste gewidmet hätten. Außerdem habe die einschlägige gesetzliche Vorschrift des Entwurfs nur eine transitorische Bedeutung, namentlich auch insofern, als z. B- ein nach den Bestimmungen der betr. Gesellschaft ausscheidender Beamter nicht wiedergewählt werden könne _u- s. w. Abgesehen von diesen Gründen, ist übrigens die fragliche Meimmgsdifferenz zwischen beiden Kammern nicht so be-. deutend, um das ganze Gesetz daran scheitern zu lassen.

Lrscheint tügltch, m*t «ufr nahmr Montag-.

Expedition: Lanzletberg, *t. B. Rr. 1.

ch meinen Naini Merordnetkn.U ) eine Wiedern^ und kann, it welche dazu gehn jufüllen.

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Einladung Mm Abonnement

auf den

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cher rühmlichen Ausnahme grollend oder seufzend fern blieben und Glocken und Kirche verschlossen.

Die Katholiken thaten mit e pur si muove !

Die ultramontanen Kanzel- und Vereins-Redner erbauen ihre Zuhörer sehr gern mit der Macht und Siegesfrage zwischen Staat und Kirche. Wenn die irdischen Beweismittel nicht so recht die Gewißheit des Sieges klar zu stellen vermögen und hinfällig werden, dann kommt immer und immer das Kraftwort hinterdrein als unwiderlegbares Argument.Und die Pforten der

(Neue Frkftr- Pr.)

Darmstadt, 21. September. Hierselbst nehmen die Plenarsitzungen (ain 28. d. Mts. ihren Anfang und soll alles Material aufgearbeitet werden. In erster Reihe kommen die Kirchengesetze. Der Ausschuß hielt am Samstag mit dem Ministerium eine sechsstündige und heute eine weitere Sitzung, worauf

einer Neiße bebm ebtr durch ein AM ich aber niemals an: er Mitglieder sein Li , bei welchen sich ins verständlich nur auf» >hrers Henn Giftrif daß der Lehrerstand - völlig nnbegrünM.^

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idnner Gießens, beginnt, welche Verführnng und Terrorismus auf die Massen ausübte aux* Lahnfti» ***** "** ° "

6r. Comtte^

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Kaufmann

fircbcitppltft)cfccn Streit. nen gu sehen vermeinen. Diesen Eintagspolitikern möchten wir dringend rathen,

Das Gebühren der ultramontanen Prefle giebt für die Nichtigkeit der.«ne kurze Zeit, anstatt der Tagesblätter einen Band Geschichte des Mittel- Behauptung, daß der Gegner erfahren muß,daß der Staat der Stärkere Mers zu lesen, um zu lernen, was damals die römische Macht gewesen und lsi", den sichersten Beweis. Ihre tönendsten Phrasen, ihre raffinirtcste Sophi-jwas sie heute ist; um sich darüber zu belehren, was damals der Klerus für stik, ihre besten Entstellungskünste verschwendet sie stets auf die Maskirung -Machtmittel unbedingt zur Verfügung hatte und wie schwächlich der Staat jedes Streiches des Gegners, der gesessen, und jeder Niederlage, die ihre schm gegenüber stand. Sie mögen auch näher liegende Zeiten ein wenig durch- Sache erlitten hat. Niemals ist sie jesuitischer, als wo es heißt, eine Schlappe .......k *'* ' ' ......* -

tu einen Erfolg umzudeuten, eine verlorene Position als eine gewonnene Schlacht zu interpretiren. Und gut, wenn es gilt zu verbergen, daß die bisher ge- tteuen Kampfgenossen schwierig und lässig werden, daß die Macht zu schwinden

nv unv mttleiverregenv tst es, wenn rm rercysrreuen rmger uugp- In Mainz find die Gemeinderaths-Wahlen aus den 9. October ver- i-",- jvtvvyi, als leidenschaftliche Stimmen laut werden, welche immer noch schoben. . (Neue Frkftr. Pr.)

ketne, oder zu geringe Erfolge im Kampfe des Staates gegen die Ultramonta- Kiel, 21. September. In dem gestern Abend bei dem Festbanket aus-

Mit welchem Trotze wurde sogar der Gedanke zurückgewiesen, der im ~

Bewußtsein sicherer Macht und Kraft von reichstreuen Parteien ausging, am XlCUtfu) 1(1110,

Tage der nationalen Feier von Sedan allen Parteihader schlummern'zu lasten! Darmstadt, 21. September. (Teilnahme der Beamten an Erwerbs- und em Fest der Macht und Enugkett Deutschlands zu feiern. Sogar Herr Genossenschaften.) Das über den ftaglichen Gegenstand den Ständen vorae- v. Ketteler verlor da den Kopf und entpuppte sich so recht als ! legte Gesetz konnte bis dahin nicht zum Abschluß gelangen, weil die erste Kam-

Ein Theil von jener Kraft, smer den von der zweiten Kammer beschlossenen Zusatz,daß den activen

Die stets das Böse will und stets das Gute schafft! Staatsbeamten die Fortdauer des Verhältnistes, in welches dieselben als Mit-

Die Frage, welches Ideal im deutschen Volke entscheidend und allgewal- glied des Vorstandes, des Verwaltungsratbes oder des Gründungs-Comil^s tig überwiegt, das des nationalen Kaiserreichs, oder das der römischen Welt- einer Erwerbsgesellschaft bereits vor Erlaß des Gesetzes getreten sind über Herrschaft, ist am 2. September klar beantwortet worden. Die Katholiken den 1. Januar 1876 hinaus zu untersagen sei, sobald die Betheiliguna mit feierten den Festtag in größter Anzahl mit, wenn auch ihre Priester mit man- Bezug einer Remuneration verbunden sei", abqelehnt und bezw. die Bestimmnna

durch ihn ist jeder Zweifel für die gläubige Herde abgeschnitten. Er wäre ja ibtböjfGotteslästerung!" Und doch ist wohl selten eine ärgere Blasphemie ge- . " " ' schehen, als gerade durch diesen frevelhaften Mißbrauch einer Bibelftelle. Die Ordnung des Staates, so gut wie die der Kirche ist von Gott; das ist die ^<7Mi«'^Mristliche Lehre unverfälscht.

~ .'c.uWn Welche Stirn gehört also dazu, den einen Theil dieser göttlichen Obrig- fl(r leit als Höllenpfuhl darum hinzustellen, weil er dem Anderen Forderungen 193. ""d Anmaßungen verbietet, welche dem Himmel und dem Christenthum nimmer- wtfyr entsprossen sind.Mein Reich ist nicht von dieser Welt!" dieses gött- ...11 VI..I ^in.i,.ttit..n ttttc ,cu-vpuitvtge unv ycurc rtuc ivmtit: tsigung, woraus Me Wort ist freilich aus dem ultramontanen Bekenntniß auszemerzt und ge- die Berichterstatter Heinzerling, Schröder, v. Wedekind ihren Bericht so vollen- llllÖ ! Weltliche Macht, weltliche Herrschaft, weltliche Unterdrückung aller

fitn Äderen Überzeugungen, das ist das Ziel, nach dem die Verblendeten

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/ Bedauernd und mitleiderregend ist es, wenn im reichstreuen Lager ängst-

teOU!£<201?e sowohl. <

ttne, oder zu geringe Erfolge im Kampfe des Staates gegen die Ultramonta-

erscheint in den Vormittagsstunden täglich, mit Ausnahme Montags, und kostet für Stadt Gießen viertchahrlich nur l fl. 12 kr., frei ins Haus geliefert.

Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt and) im IV. Quartal 1874 zusenden und den Abonncmentsbetrag durch Quittung erheben lasten.

Für alle außerhalb Gießen wohnenden Abonnenten beträgt der vierteljährige Abonnementspreis 1 fl. 29 kr. incl. Postaufschlaas Dieselben können nur bei der Post oder den Landpostboten abonniren. 9

Damit wir nun in den Stand gesetzt find, die Auflage des Blattes bestimmen zu können, ersuchen wir Alle, welche auf den Gießener Anzeiger abonn.ren wollen, dies fofort bei der ihnen zunächst gelegenen Postanstalt oder den Landpostboten zu thun, da wir uns sonst nicht verbindlich machen können, vollständige Eremplare zu liefern.___________ Die Redaction.

V * Hölle sollen sie nicht überwältigen!"

, linb Daß dieser prophetische Ausspruch des Herrn auch nicht entfernt paßt

11 Mtilen ®evi4i unb nur mit den Haaren herbeigezogen werden kann, das schadet nichts, denn

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y ßnuferfdimit^ entwaffnen, ist schlechterdings unverständlich, wenn man den höhnenden Dank in^ liest, welchen dieGermania" ihnen dafür spendet. Merken denn die Herren }'t mibenil'M immer uoch nicht, daß Zweifel an der Macht der Regierung und Zweifel an "E'. aixtfa. ihrem consequenten Willen die nährendsten Quellen sind, welche die ultramon- orkonmenM tauen Mühlen klappern machen?