Spanien.
Santander, 19. Mai. Bei Bilbao haben ernsthafte Scharmützel stattgefunden. Die Carlisten besetzten und befestigten die Archanda-Höhen und trieben zuerst die Republikaner zurück. Nachdem letztere aber Verstärkungen erhalten, wurden die Carlisten mit großem Verlust wieder verjagt; 30 Gefangene blieben in den Händen der Regterungstruppen. Die Zieger selbst haben nahe an 100 lobte und Verwundete. Ein starles carlisttsches Corps steht noch immer dicht vor Bilbao. (Times.)
timerüuL
New-Hork, 21. Mai. Rochefort ist in San Francisco angekommen. — Gerüchtweise verlautet, daß drei engliche Kriegsschiffe gescheitert seien, zwei bei Palermo (in Maine?) und eine bei den Bermudas-Inseln.
Washington, 21. Mai. Das Repräsentantenhaus hat ein Gesetz, betreffend die Ausnahme des Territoriums Neu-Mexico als eines selbstständigen Staates in die Union, genehmigt.
New Orleons. Die Breite des Mississippi hat frei dem neulichen Austreien desselben zwijcheit ttaero und seiner Mündung 40 bis 60 engl. Meilen betragen. Die „New-Orleans deutsche Zeitung" vom 19. April summirt die Verheerungen der Ueberschwemmung in folgender Weise: Tic diesjährige Wasserfluth, die höchste seit Menschengedenken, hat namenloses Eleitd angerichtet; in Front der Stadt ist der Fluß so weit gefallen, daß keine Gefahr mehr zu befürchten ist, aber dieses Fallen rührt bloß daher, daß der Fluß oberhalb an vielen Plätzen seine Dämme durchbrochen hat und seine Fluthen über die fruchtbaren Ländereien au beiden Seiten ergießt. New-OrleaiiS ist gerettet — aus Kosten der Landdistricte! Die Crndten in 5 bis 6 Parishes sind rulnirt; das Vieh ist in den Wogen nmgckommeu und Zehntansende von Menschen sind dem Elend preisgegeben. Hunderte müssen dem Hungertode verfallen, wenn nicht schleunige Hülfe geleistet wird. Die ..Times" sagt, erst jetzt lerne man den Umfang des Schadens und der Noth kenne». Daß jener ein ungeheuerer , wußte man, daß er sich aber über 5.000,000 Acres uiid über eine Bevölkerung von 170,000 Personen erstreckle, hatte man seither nicht geglaubt, allein dies ist in Wirklichkeit der Fall, die größten und reichsten Baumwolle producirenden Parishes sind jetzt unter Waffer. Es sind dies die Parishes Carroll, Morhouse, Richland, Madison, Franklin, TensaS, Caldwell, Concordia und Catahoula mit 2,500,000 Acres Baumwollenland in wirklicher Cul- tivation und 100,000 Acres MaiS. Darunter sind bloß die großen Pflanzungen verstanden, und Hunderte kleiner Farmer nicht mitgcrechnet. Die Bevölkerung dieser neun Parishes beträgt 20,394 Weiße und 54,033 Schwarze. In den Zucker producirenden Parishes ist der Ruin womöglich noch größer. In Pointe Coupe, East Daton Rouge, West Baton Rouge, Jbervllle, Ascension,' Assumption, Lafourche, St. John The Baptist, St. Charles, Terrebonne und Plaquemiiies sind nahezu 2,500,000 AcreS, cultivirt und nicht cultivirt, mit einer Production von 30,000 Oxh. Zucker und mit einer großen Reisproduc- tion, unter Waffer._________________________________________________________________
Verwischtes.
Köln, 14. Mai. Nach einer un6 gestern von kompetenter Seite, Dombau>Meister Voigtei, gewordenen Mittheilung, »st die Kaijerglocke in keiner Beziehung gelungen und die be» treffende Kommission nicht in der Lage, dieselbe abzunehmen. ES schweben bereits zwischen hier und Frankenthal Verhandlungen um einen neuen Guß vorzunehmen. (Neuw. Z.)
(Mittel gegen Polygamie.) Ein hochgestellter türkischer Staatsmann erklärte jüngst bei einem ihm zu Ehren in Paris gegebenen Diner in sehr heiterer Stimmung, er glaube jetzt ein vorzügliche- Mittel gefunden zu haben, um die Polygamie in der Türkei zu beseitigen. Jeder Muselmann hat bekanntlich da- Recht, sieben Frauen rechtmäßig zu heirathen. Der tun ktsche Staatsmann meinte nun, er wolle ein Gesetz erlassen, wonach von der zweiten Frau an jede weitere gezwungen ist, ihre Mutter mit in bas Haus des Gatten zu bringen. Er meint an der Wirksamkeit der Maßregel brauche man nicht zu zweifeln.
— Ein furchtbares Verbrechen soll nach der „R. SB.* in den letzten Tagen in Moskau entdeckt worden sein, das in seinen Hauptzügen sehr an die vor einigen Jahren stattgefundene Ermordung dcS Hofraths v. Sonn erinnert. Der Hergang wird folgendermaßen erzählt. Als vor einigen Tagen der Abendzug der Moskau-Brester Bahn in MoSkau angelangt war, begab sich einer der Passagiere in die Bagage Abtheilung, um sein Gepäck in Empfang zu nehmen. Nachdem er einen anscheinend sebr schweren Reisesack von großem Umfangt erhalten, übergab er ihn an der Ausgangsthür einem Eisenbahnwärter, um ein Fuhrwerk zu mietben. Der Wärter hütete den Sack, der Paffagier aber zeigte sich nicht wieder. Am zweiten Tage wurde der Sack von dem Vorstand der Eisenbahn geöffnet, weil er üblen Geruch verbreitete, und man fand den verunstalteten Leichnam eines jungen Frauenzimmers in demselben. Der Berichterstatter fügt hinzu, dieser Vorfall werde von so vielen Personen besprochen, daß dem Gerücht jedenfalls einige Wahrheit zu Grunde liegen müsse.
322) Das Annoncen BÜreau von Rudolph Moste. vertreten durch B. Heidingsfelder, Walllhorstraße 96 tn (.8 11 p c n, ist für die Beförderung von Inseraten jeden Inhalts, als Enrpfehlungtzan;eigen, Kaur- und Verkauiqefuche, Stellengesuche, Familiennachrichten u. s. w. als besonders zuverlässig »u empfehlen.
»*■* Ein praktischer Arzt, bei Dvcior medicin. A Tropen Stabsarzt a f in Hamburg giebt nach einem Redactions Artikel d- BreSl. Int Bl über Dr liebe mannü vielfach empfohlene chinesische kov-wao-Präparate gegen Schwächeznslände nach- ftedendes mcdleinische llrtbeil ab: Die schwere Aufgabe, aegen Schwächezustände ein sicher wirkende- Mittel zu erfinben, hat Herr Dr ü. Tiedemann in Stralsund in glänzendster Weise gelöst Ich kann der Wahrheit gemäß altestiren, baß ich die Dr. Tiedemann'fchen Pen-tsao JD/Ittel, bestehend aus einem Elixir und Balsam*), für die weitaus beftcn, wirksamsten und zugleich nützlichsten aller bis jetzt vor kommenden gleichnamig rr Präparate balle. Es finden sich nämlich keine Stoffe, welche momentan reizen, scheinbar die Schwäche beseitigen, sondern solche, welche in der That im Stande sind, durch Verbesserung der Blutmasse und Stärkung des Nervensystems indirrcl eine rasche und sichere Wirkung hei beizuführen. Diese bcioen Präparate verdienen somit in den ersten Rang aller bis jetzt bekannten und bewährten Mittel dieser Art gestellt zu werden und find besonders den Patienten, welche nutzlos andere Mittel gebraucht haben, als em heilbringendes und fast unentbehrliches Krafimittel mit Recht zu empfehlen.
*) In Betreff der Bezugsquelle verweisen wir gleichzeitig auf den Inseraten- theil d. Bl- D- Red.
Kirchliche Anzeige
der evangelischen Gemeinde zu Gießen.
Kotte-dtensl.
Am ersten Psingstseiertage, den 24. Mai.
Morgens: Pfarrvikar Schlosser. Nachmittags: Pfarrer Landmann. (Eollecte für den Prooinzial-Schulfonds.) Am zweiten Psingstseiertage, den 25. Mai.
Morgens: Confirmation der Knaben, Pfarrer Dr. Seel
(Feier des heiligen Abendmahls.) Nachmittags: Schulinfvector Vigelius
(Eollecte für die Stadtarmen.)
Die Pfarrgeschäfte für die Woche vom 24. bi« 30. Mai besorgt Pfarrvikar Schlosser.
Auszug au9 firn Kirchenbüchern der Stadt Gies,en. Evangelische Gemeinde.
Ä o t> u l i r t c.
Den 17. Mai. Friedrich Euler, Bürger und Schuhmacher dahier, dcS hiesigen Bürgers und Fuhrmanns, Philipp Euler, ehelicher Sohn; und Helene Henriette Pflichter, oes hiesigen Bürgers und Maurers, Bernhard Pflichter, eheliche Tochter-
(Getaufte.
Den 16. Mai Dem Bürger zu Nieder Eifenhausen und Schäfer dahier, Jakob Iendt, ein Sohn, Konrad Jakob, geboren den 30. April.
Denselben. Dem Bürger zu Greifenste n und Bremser an der Eölir-Gießener- Bahn dahier, Peter Erle, ein Sohn, Heinrich Emil, geboren den 23. April.
Den 17. Mai. Dem Hautboisten I. Elasse im 2 Großherzoglrch Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 116 dahier, Georg Klinger auS Reichenbach, eine Tochter, Auguste Rudolfine Elisabeth, geboren den 1. Mai.
-Den 20. Mai. Dem Grobherzoglichen Professor, Dr. Ferdinand Adolf Kehrer, ein Sohn, Erwin Adalbert Karl, geboren den 19. April
Den 22. M ai. Eine uneheliche Tochter von hier, Johanna Martha, geboren den 19. Mai.
Beerdigte.
Den 15. Mai. Bernhard WeifeS aus Laubach, Kreis Schotten, alt 26 I. , gestorben den 13. Mai.
Denselben. Julius Johann Otto Graf, deS Bürgers zu Rebstein, Eanton St. Gallen in der Schweiz und WerkführerS in der Hombergerschen Weberei dahier, Johann Graf, ehelicher Sohn, alt 9 M 12 D, gestorben den 13. Mai
Den 16. Mai. Johann Philipp Schwarz, Musketier im 2. Großherzoglich Hessischen Infanterie-Regiment Nr. 116 dahier, aus BellerSheim, Kreis Nidda, alt 20 I 6 M, gestorben den 15. Mai.
Denselben. Elisabeth Iendt, geborene Krämer, Ehefrau des Bürgers zu Nieder - Eisenhausen, Kreis Biedenkopf und Schäfers dahier, Jakob Iendt, alt 30 I 4 M 17 T-, gestorben den 15. Mai
Den 17. Mai. Elisabeth Völker, geborene Kunz, Wittwe des verstorbenen Bürgers und Schuhmachermeisters Wilhem Völker, alt 62 I. 4 M. 20 T-, gestorben den 14. Mai.
Den 19. Mai- Katharine Helene Philippine Luise Beith, des Schreiner- dahier, Georg Veitb aus Gaulsheim bei Bingen, eheliche Tochter, alt 3 I. 5 M- 2 T-, gestorben den 18. Mai.
Denselben. Ein ungetauft verstorbener Sohn, des hiesigen Bürgers, Lackirer« und Vergolders, Karl Leib, alt 3 T-. gestorben den 18. Mai-
Denselben. Karl Theodor Ludwig Lang, Forst- und Gutsoerwalter zu Husen in Westphalen, alt 67 I 9 M. 20 T-, gestorben den 17. Mai.
Den 20. Mai. Christian Icke, Stations-Assistent an der Main-Weser-Bahn dahier, alt 38 I 7 M 21 T-, gestorben den 18. Mai.
Allen Ärantcn Äraft und Gesundheit ohne Medicin und ohne Koste».
„Revalesciere Du Barr) von London.“
Keine Krankheit vermag der vorzüglichen Revalesciere du Barry zu widerstehen und bewährt sich dieselbe ohne Medicin und ohne Kosten bei allen Magen, Nerven-, Brust-, Lungen-, Leber-, Drüsen-, Schleimhaut-, Athem Blasen- und Nierenleiden, Tuderculose. Schwindsucht, Asthma, Husten, Unoerdaulichkeit, Verstopfung, Diarrhöen, Schlaflosigkeit, Schwäche, Hämorrhoiden, Wassersucht, Fieber, Schwindel, Blutauf- steigen, Ohrenbrausen, Uebelkeit und Erbrechen selbst während der Schwangerschaft, Diabetes, Melancholie, Abmagerung, Rheumatismus, Gicht, Bleichsucht. — Auszug aus 80,000 Certificaten über Genesungen, die aller Medicin widerstanden: Eertisicat Nr. 79,810. Düsseldorf, 9. November 1872.
Meine Tochter litt seit mehreren Jahr.m periodirch an sehr heftigen Kopfschmerzen und Erbrechen. Nach kurzem Gebrauch Ihrer Revalesciire ließen beide liebel nach und erfreut sich meine Tochter seither einer ganz beneidenswertben Gesundheit Bei einer anderen Dame, die an gänzlicher Llppetitlosigkeit litt, reichten einipe Pakete Revalesciere bin, um sie tn den Stand zu fetzen, alle Speisen zu genießen und zu verdauen. Ich kann daher diese köstliche Nahrung mit bestem Gewissen empfehlen.
C- A. Klemm, Wwe.
Ccrtificat <Rr. 73,800. Mohacs, 40. Tecember 1871.
Nachdem ich Ihre berühmte Revalesen-re drei Monate lang genossm und dadurch mein vieljährig gehabtes Hämorrhoidal-Leiden gänzlich geheilt ist, sehe ich mich veranlaßt, dieses ausgezeichnete Heilmittel einem meiner guten Freunde, der an Schwindsucht leidet, zum Gebrauch anzuempfehlen. Jos. Ul lein, Baumeister.
Nahrhafter als Fleisch, erspart die Revalesciire bei Erwachsenen und Kindern 50 , Mal ihren Preis in anderen Mitteln und Speisen.
In Blechbüchsen von >/, Pfund 18 Sgr., 1 Pfund 1 Thlr 5 Sgr., 2 Pfund 1 Thlr. 27 Sgr., 5 Pfund 4 Thlr. 20 Sgr., 12 Pfund 9 Tblr 15 Sgr-, 24 Pfund 18 Thlr. — Revalesciere Biscuilcn : Büchsen a 1 Tblr. 5 Sgr und 1 Thlr 27 Sgr-, — | Revalesciere Chocolat^e für 12 Tasten 18 Sgr-, 24 Tassen 1 Thlr. 5 Sgr., 48 Tasten 1 1 Thlr 27 Sgr-, 120 Tassen 4 Thlr. 20 Sgr, 288 Tasten 9 Tblr. 15 Sgr-, 57b Tasten ’ 18 Tblr — Zu beziehen durch Barry du Barry Eomp. »' Berlin, 178Friedrichs- j straße, und in allen Städten bei guten Apothekern Droguen-, Specerei- und Delicatessen- t bänblem. In Gießen bei Müller 4k Schwager. (2590) I
flffgemetner Anzeiger
defondere Bekanntmachungen. Oeffentliche Aufforderung.
2594) Laut Eintrags im Hypotbeken- biiaje von Watzenborn-Steinberg entliehen unterm 23. Mai 1835 Johannes Weis und Ehefrau Marie Katharine geb. Philipp von Watzenborn vom Geheimen-Me- dicinalratb Profestor Dr. Nebel in Gießen ein zu 5% verzinsliches Kapital von 450 fl.
werden wird.
Gießen, am 19. Mai 1874.
Großherzogltches Stadtgericht Gießen.
Bötticher.
Obligation selbst nicht vorzulegen, weil sie angeblich verloren gegangen, und werden darum auf deren Antrag alle, welche Ansprüche aus gedachter Schuldoerschreidung
und verpfändeten dafür 40 in der Gema» erheben zu können glauben, hiermit aufge- kung Watzenborn Steinberg gelegene Par- fordert, solche kogewiß binnen 8 Wochen cellen. Schuldner, refp. deren Erben haben von heute an, bei dem unterzeichneten Ge- nachgrwiesen, daß der im Hypothekenbuche richte anzumelden, als sonsten die Obligaeingetragene Gläubiger refp. dessen Erben Hon für erloschen erklärt und die Löschung wegen des Kapitals und der Zinsen befrie- i be3 betreffenden Pfanderntrags angeordnet digt, dieselben vermögen aber die errichtete
Cbfrbefiifd)c Eisenbahnen.
In dem Aahrtenplan vom 1. Juni b. I. sind als Züge, welche auf der Haltestelle Brrsdorf anbalten die Züge Nr. 13, 17, 12, 14 und 18 bezeichnet Es sollte aber heißen die Züge Nr. 13, 17, 10, 12 und 16, was hiermit öffentlich bekannt gemacht roirb-
Gießen, ben 21 Mai 1874.
(2528) Die D irection.


