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Oießmer Anzeiger.

Erscheint täglich, Mit 81* nähme SonntagS.

Spedition: Canzletbera, Lit. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.

Nr. LV.Freitag den 23. Jamiar , L8V4.

Amtlicher £ f) e i L

Gießen, am 21. Januar 1874.

Betreffend: Die Beiträge der Gemeinden zu der Gelände-Ent chädigung für die Oberhessischen Eisenbahnen.

Das Gr»s-!>rr)ügliche Kreis amt Kietzen

an die Großherzoglichen Bürgermeistereien Gießen, Garbenteich, Hansen, Watzenborn, Steinbach, Trohe, Alt-Buseck, Groß- Buseck, Oppenrod, Hattenrod, Burkhardsfelden, sowie den Gemarknngsvorstand von Ober-Steinberg.

Mit Bezug auf unser Ausschreibcn vom 19. v. Mts. in Nr. 1 des Anzeigers von 1874 sehen wir baldigster Einsendung der vollzogenen Schuld' Urkunden und zwar längstens innerhalb 8 Tagen entgegen.

v. Röder.

Gießen, am 17. Januar 1874.

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Unterm 29. December v. I. habe ich neuerdings von Ew. Hochwohlge­boren die Aufforderung erhalten, für das Probstei-Beneficium in Dobrzyca,

von ihr zu lassen. Ew. Hochwohlgeboren wollen also zu der Ueberzeugung gelangen, daß weder wiederholte Aufforderungen, noch Drohun-

Dorrrrerstag den 20. Januar 1874, Vormittags 10 Uhr,

wird auf Grund des §. 21 der deutschen Gewerbeordnung und des §. 14 der Großherzoglichen Verordnung vom 1. November le69 eine öffentl iche Sitzung der unterzeichneten Behörde im Regiernngsgebäude dahier stattfinden.

OeuMlaiw.

Darmstadt, 20. Januar. Bekanntlich Posten, welche fürDenunciations - Gebühren"

Ehre, ohne Rücksicht auf die Würde der Volksvertretung die Tribüne des Ab­geordnetenhauses zu den schimpflichsten Verleumdungen mißbrauchen und scham­los vov der ganzen gebildeten Welt sich nicht nur als Feinde des Vaterlandes, sondern auch als Feinde der Wahrheit bloßstellen." Und zum Schluffe des Artikels wird die Frage aufgeworfen:Wer wollte sich nicht Angesichts der tödtlichen Niederlagen, die der Fürst Bimarck dieser Partei immer und immer wieder beibringt, des bekannten Wortes Friedrichs des Großen erinnern: Sehen Sie, mir solchen Leuten muß ich mich herumschlagen"!

Posen, 19. Januar. Wie bekannt, hat der Ober-Präsident den Erz­bischof Grafen Ledochowski vor einiger Zeit aufgefordert, die seit Jahren nur von einem Commendar verwaltete Probstei Dobrzyca definitiv zu besetzen und ihm hierzu einen geeigneten Candidaten in Vorschlag zu bringen. Statt dies zu thun und vielleicht einfach den Geistlichen Ruszczynski, den" jetzigen Verwal­ter der Stelle, als die geeignete Persönlichkeit zu nennen, sendet der Erzbischof dem Ober-Präsidenten folgendes Schreiben:

Reichskanzler aufzureizen und seine Stellung allmählich zu unterhöhlen. Wie ost haben die preußischen Bischöfe den Versuch gemacht, sich zwischen den Kaiser und seinen ersten Rathgeber zu drängen? Welche Mittel find in Bewegung haben die Stände die beiden gesetzt word-n, um den Fürsten Bismarck zu verdächtigen und das Vertrauen im Budget in Ansatz gebracht>sei..es Gebieters zu ihm zu erschüttern? Es gehört zu den schönsten Charakter- wgren, vorerst nicht bewilligt, indem sie zuvor eine völlige Lösung des ZusilM-izü^eu Kuiser Wilhelms, daß er diesen elenden Jntriguen stets mit dem ficht- menhangs zwischen Demmciation und Remuneration durchgeführt wünschten.'lichen Ernste des Monarchen entgegentrar und ihren Anstiftern den Rücken Jetzt hat die Regierung eine Vorlage an die Stände gebracht, durch welche!wandte. Immer', wenn eine recht diabolische Jntrigue in Gang gesetzt war, jene Lösung herbeigeführt werden soll, ohne andererseits das Aufsichtspersonal > konnten sehr bald darauf Eingeweihte in den ultramontanen Organen die mehr in seinen bisherigen Bezügen zu schädigen. Die Dritttheile der erkannten undsoder weniger verblümte Ankündigung lesen, daß die Glücksgöttin nun endlich wirklich eingegangenen polizeilichen Geldstrafen sollen von nun an den betr. den Herrschgelüsten der römischen Hierarchie lächele und den Fürsten Bismarck Kreisämtern zur Verfügung gestellt werden, um dieselben zu Belohnungen an zu Falle bringen werde . . . Jetzt hat die wilde Leidenschaftlichkeit der Partei­besonders pflichttreue Beamte der betr. Kategorien aus der Zahl der im ganzen führer einen solchen Grad erreicht, daß sie ohne Rücksicht auf ihre persönlich Kreise Angestellten zu verwenden. Bezüglich der wegen Entdeckung von Con-'"^c **« - ~ - -

traventionen gegen die Gesetze und Verordnungen über Staatsauflagen zu zah- leiiden Remunerationen soll ein besonderer Remunerationsfond für das Steuer- aussichtspersonal in das Budget von 2500 fl. eingestellt werden. Bezüglich der für Entdeckung von Defraudationen indirecter Gemeindeabgaben zu zahlen­den Gebühren wird ein den Kreisämtern zur Verfügung zu stellendes Aversnm vorgeschlagen und bezüglich der Feldstrafantheile sollen 14,000 fl. dem Mini­sterium des Innern für Belohnungen des Feldpolizeipersonals zur Verfügung gestellt werden, woraiif bann die Kreisämter die Remuneration an besonders pflichttreue FUdpolizeibedienstete auszufolgen hätten. Im Ganzen handelt es sich bei der fraglichen Neuerung nicht um eine Aenderung der Budgetposten, 15,000 Gulden und 14,299 Giilden an sich, sondern nur um einen an­deren Modus der Zuwendung an die betr. Bediensteten.

(Neue Frkftr. Pr.)

Darmstadt, 22. Januar. Tie zweite Kammer ist auf den 29. d. eitt- berufcn und wird voraussichtlich mehrere Tage versammelt bleiben. In der Zwischenzeit erwartet man eine Gesetz-Vorlage wegen Aufhebung des Gesetzes,---------------------o , .... ^ v^u,

über Ne Beitrags-Pflicht der Gemeinden zur Beschaffung des Geländes fürlwelches seit dem Jahre 1859 der Geistliche Leo Rusczynski als Commendarius Eisenbahnen. Eine befriedigende Lösung der Frage wegen der Erhöhung bcrpraesentatus verwaltet, einen anderen Geistlichen zu ernennen, den Erwählten VeamtenrBesoldungen steht in Aussicht, nachdem zwischen Finanz-Ausschuß und!namentlich in Vorschlag zu bringen und den Candidaten, nachdem ich Ew. ^^111111 eine Reihe von gemeinschaftlichen Sitzungen stattgefunden hat. Hochwohlgeboren Einwilligung erhalten, die canonische Investitur zu ertheilen.

Berlin, 21. Januar. Die von dem Vorort des nordamerikanischen.Ich habe schon in einem Schreiben vom 18. September v. I. erklärt, wie die Turnverbandes zu Baltimore angeregte Sammlung für die Erziehung der drei Sachen in dieser Beziehung stehen, und zugleich die Gründe angegeben, wegen in Baltimore lebenden Enkel Jahn's hat leider nicht denselben günstigen Fort- welcher ich für jetzt nicht zu einer anderweitigen Besetzung der obigen Pfarrei gang, tote die Collecte zur Sefdjaffnng einer Leibrente für die Wittwe des schreiten kann.

Alien im Barte. Tie deutsche Turnerschast beteiligte sich im vorigen Jahre Bei dieser meiner Erklärung muß ich verharren, denn die Grundsätze, an ersterer Sammlung mit nur 10 Dollars 32 Cts. Die Verhältnisse des nach betten ich als katholischer Btschos zu verfahren verpflichtet bin, erlauben nach Amerika nbergesiedelten Sohnes Jahn's sind so drückende, daß die drei mir es nicht, von ihr zu lassen. Ew. Hochwohlgeborett wollen also zu der Kinder nicht eilimal die Schule besuchen können- Ueberzeugung gelangen, daß weder wiederholte Aufforderungen, noch Drohun-

Berlin, 19. Januar. Das namentlich in auswärtigen Angelegenheiten gen, noch Verhängung von Strafen mit der Hülfe Gottes im Stand sein wer- stark officlöse Preußische Volksblatt bringt heute Abend einen bemerkenswerthen Den, mich zur Verletzung meiner Hirtenpflickten zu bewegen, so wie auch, daß Artikel über die Freitagssitzung des Hauses der Abgeordneten und das Auftreten ich nie die Hand dazu geben werde, daß der Staat, dem von der Vorsehung des Fürsten Bismarck in derselben. Der Artikel erzählt unter Anderem: -Es wirklich ein anderer rechtlicher Wirkungskreis angewiesen ist, in die geistlichen ist ein notorisches Factum, daß unmittelbar nach dem Frankfurter Frieden die, und rein kirchlichen Angelegenheiten eindringe. Ultramontanen an sämmtlichen Höfeii Deutschlands (vielleicht mit alleiniger Posen, den 9. Januar 1874.

Ausnahme des badischen) alle Minen springen ließen und sie besitzen deren Der Erzbischof von Gnesen und Posen,

äußerst gefährliche, um die persönliche Stimmung der Fürsten gegen den Mi e eis la ns."

Großherzogliche Provinzial-Direction Oberhessen, v. Röder.