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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiessen.

Nr. HO

Samstag den 20. Juni

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ZUM Abrmnement

auf den

Gietzener Anzeiger.

Derselbe erscheint täglich, mit Ausnahme Sonntags, und kostet für die Abonnenten in der Stadt Gießen vierteljährlich nur 1 st. 12 fr., frei ins «Haus geliefert.

Den seitherigen Abonnenten in der Stadt Gießen werden wir, wenn vorher keine ausdrückliche Abbestellung erfolgt, das Blatt auch im III. Quartal 1874 zusenden und den Abonnementsbetrag durch Quittung erheben lassen.

Für alle außerhalb Gießen wohnenden Abonnenten beträgt der vierteljährige Abonnementspreis 1 st. 29 fr. incl. Postaufschlags. Dieselben fönnen nur bei der Post oder den Landpostboten abonniren. Damit wir nun in den Stand gesetzt sind, die Auflage des

Blattes bestimmen zu können, erfuchen wir Alle, welche auf den Gießener Anzeiger abonniren wollen, dies sofort bei der ihnen zunächst gelegenen Postanstalt oder den Landpostboten zu thun, da wir uns sonst nicht verbindlich machen können, vollständige Exemplare zu liefern. Die Redaction.

Amtsicher Theil.

Die Herren Bürgermeister des Kreises werden eingeladen, sich nächsten Mittwoch den 24. Juni, Vormittags 11 Uhr, zum Zweck einer dienstlichen Besprechung in dem Saale des Rathhauses dahier einznfinden.

Gießen, den 20. Juni 1874. ' Großherzogliches Kreisamt Gießen.

v. Röder.

politischer Theis.

wurde gestern des Landes verwiesen.

(H. R.)

rom 10. d. Mts. bemerkt, derartige Marken, soweit sie unentwerthet sind, nur aus unrechtmäßigem Wege in die Hände des Publikums gelangt sein. Die Postanstalten werden dahier wiederholt veranlaßt, auf das Vorkommen unent-'

wird, demN: W. Tagbl." zufolge, angeführt, daß gelegentlich der vorwöchent­lichen Truppeninspectton in St. Pölten, die bekanntlich nicht zur vollen Zufrie- idenheit des Kaisers ausgefallen sein soll, Herr v. Kuhn für Vorkommnisse ver­antwortlich gemacht worden ist, die er im Hinweis darauf, daß die Armee-

vertheter Freimarken Du 10 und 30 Sgr. außerhalb des Postbetriebes genau zu achten und in jedem Falle derartige vom Publikum vorgelegte Postwerth­zeichen anzuhalten. Dabei ist der Einlieferer um eine nähere Mittheilung zu er- ten

Deflerreich.

Wien, 16. Juni. Als ein Grund des Zurücktretens des Herrn v. Kuhn

Personalzulage von 2000 fl. jährlich.

Frankreich.

Deutlet) (and.

Darmstadt, 18. Juni. Die zweite Kammer der Stände begann in ihrer heutigen (68.) Sitzung die Fortsetzung der Berathung des Gesetzentwurfs über die Pensionirung der Civilstaatsbeamten. Zunächst wurde Art. 2 des Entwurfs, bei desien Berathung die letzte Verhandlung über diesen Gegenstand aufgehört hatte und der das Minimum der Pensionen auf die Hälfte der Be­soldungen nebst Steigerung von 2 pCt. für das 6. bis 10. Dienstjahr und einer solchen von 1 pCr. für jedes weitere Dienstjahr normirte, zur Discussion gezogen. Abg. Möllinger beantragte dagegen die jährliche Steigerung ter Pensionen von vornherein auf 1 pCt. zu beschränken und nur bis zu 85 pCt der Besoldungen eintreten zu lassen. Die Abgg. Greim und Edinger hatten beantragt, die Pensionssteigerung mit 9/io der Besoldung bei Zurücklegung des 40. Dienstjahres aufhören zu lassen und die volle Besoldung als Pension bei Vollendung des 50. DienstjahreS zu gewähren.

Nach längerer Discussion wurde sowohl die von dem Ausschuß der Kam­mer gebilligte Negierungsproposilion, als auch der Antrag Greim Edingens mit 24 gegen 18 Stimmen abgelehnt; der Antrag Mölliuger's erhielt nur 26 gegenüber 18 dissentirenden Stimmen und galt sonach in Ermangelung einer zu Verfasiungsäuderungen erforderlichen Zweidrittelmajorität ebenfalls als ab­gelehnt. Die Regierung zog hierauf den Entwurf eines Pensionsgesetzes zurück, sich die Vorlage eines veränderten Entwurfs vorbehaltend. Sodann wurde für das Jahr 1874 eine Erhöhung der Minimalgehalte der evangelischen und katho­lischen Geistlichen auf 1000 fl. beschlossen, ferner die Negierung zur Herricb tung des seitherigen Kriegsministerial-Gebäudes behufs Aufnahme des Stadt- und Landgerichts dahier ermächtigt und endlich der Ankauf eines Gebäudes in Worms für das dasige Kreisamt zum Preise von 30,000 fl. genehmigt. Der Gesetzentwurf, betr. Ergänzung des Gesetzes vom 10. Qctober 1871 (Haftung der Eltern für Forst- und Feldfrevel ihrer gesetzlich nicht strafbaren Kinder), wurde ebenfalls genehmigt.

Die Kammer vertagte sich hierauf auf unbestimmte Zeit.

Darmstadt, 19. Juni. Se. König!. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst geruht, mit Wirkung vom 1. Juli d. I. an, zu ernennen:

den Kreisrath Küchler zu Dieburg zum Provinzial-D rector der Provin- zial-Direction Starkenburg und Kreisrath des Kreises Darmstadt, und

Paris, 17. Juni. Das officielle Blatt enthält folgende Depesche: Algier, 16. Juni, 1 Uhr 40 Minuten.

Ein Theil nach Marokko geflüchteter, von Si-Sliman geführter Dissiden- konnte vor einigen Tagen die Duars der Trasi auf dem Schot-Scherqui juchen, auf welche Weise die Marken in seine Hände gelangt seien, und über berauben. Unsere zu ihrer Verfolgung abgesandten Gums erreichten sie im- foen Hergang soll eine Verhandlung ausgenommen werden. Die angehaltenen den von Djebel-Maloh; ein ernstlicher Kampf fand statt. Si-Maamer, Sohn Marken sind nebst den zur Aufklärung des Sachverhalts dienenden Schrift- von Sidi-Scheikli-ben Faieh, und dreißig feindliche Reiter wurden getödtet,

den Kreisrath Hallwachs zu Vilbel zum Kreisrath des Kreises Dieburg, antwortlich gemacht worden ist, die er im Hinweis darauf, daß die Armee- Berlin, 17. Juni. Nach den von dem General-Postamte gemachten.Jnspection gegen seinen (des Kriegs-Ministers) Willen fortbeftehe, abgelehnt Wahrnehmungen mehren sich die Fälle, daß Privatpersonen sich im Besitze vonhaben soll. Die Enthebung des Herrn v. Kuhn von dem Posten eines Kriegs- Freimarken zu 10 und 30 Sgr. befinden und dieselben zur Frankirrmg von. Ministers erfolgt in ehrendster Weise; er ist zum Großkreuz des Stephans- Postsendungen verwenden wollen. Da diese Freimarken lediglich zum Gebrauche,ordens, auf seinen besonderen Wunsch zum Landes Commandirenden von Steier- der Postanstalten im inneren Dienstbetriebe ausgegeben und nicht für den Ver- mark, Kärnten und Krarn ernannt und bezieht fortan neben seinen Bezügen kauf bestimme sind, so können, wie das General-Postamt in einer Verfügung eine ~

t stücken demnächst unverzüglich an die vorgesetzte Ober-Postdirection zur weiteren Veranlassung einzureichen.

Berlin, 17. Juni. DieProv.-Corresp." schreibt über das Befinden des Kaisers:Eine Zeit lang war die Hoffnung für die Wiederkräftigung des erhabenen Fürsten vorzugsweise aus die altbewährte Cur im Frühjahr gesetzt. Inzwischen hat die gute Natur des Kaisers nach Ueberwindung des eigentlichen Krankheitsanfalles sich über alles Erwarten rasch und wirksam in ihrer alten ' Kraft bewährt, und der Curgast kommt nicht mehr als Reconvalescent, sondern in alter Weise nur jii weiterer Erfrischung und Kräftigung an die heilbringen­den Quellen. Um so fester darf die Zuversicht sein, daß die Wirkung des Bades Ems und des erquickenden Aufenthalts in dem schönen Lahnthale, sowie die weitere Sommer-Cur an der wunderkrästigen Quelle von Gastein dem mächtigen Fürsten wieder volle Frische und Stärkung für die weitere Erfüllung seines erhabenen Berufes bringen werden."

Limburg, 17. Juni. Die dem Herrn Bischof Dr. Blum gepfändeten Gegenstände (Oelgcmälde, Cruzifixe 2C.) wurden heute von dem Kaufmann Ca- heusly von hier ersteigert und in öffentlichem Zuge, woran sich diesmal haupt­sächlich Frauen und Jungfrauen beteiligten, dem Gepfändeten wieder zu­rückgebracht.

Ems, 19. Juni. Heute Nachmittag 3 Uhr hat der Kaiser von Ruß­land Ems verlassen und sich zunächst nach Jugenheim begeben. Derselbe wurde vom Kaiser Wilhelm auf den Bahnhof begleitet, woselbst sich die beiden Mo­narchen auf das Herzlichste von einander verabschiedeten. Eine zahlreiche Menge von Kurgästen begrüßte die Kaiser mit herzlichen Hochrufen. Dem Kaiser Alexander ist seinem Aussehen nach die hiesige Kur auf das Beste bekommen.

Flensburg, 16. Juni. Der factische Redacteur derFreya" in Apen- . rade. der dänische Lieutenant Sörensen, Sohn des nominellen Redacteurs,