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Gießener Anzeiger

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen

Mittwoch Len 19. August

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politischer Theis.

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Darmstadt, 16. August.

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wo in Folge des Kammerbeschlusses unsere ohne Ber­

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li'tis vurteljährig 1 ft 12 fr. u; Bringerlohn. Durch die 4icft bezogen vierteljährig 1 fL 29 fr.

die Siege von Weißenburg und von Wörth, von Saarbrücken und Spicheren, in der ja auch tagelang lodernden Königsschlacht von Metz.

Wenn wir Jüngeren aber in dankbarem Aufblicke zu Gott mit freudigem Stolze solcher reichen Siegesgaben denken wie herrlich muß sich dieser

gen, we/lhe ten alsbald

auch in Bezug auf den Antrag des Abg. HeidenreiG, betr. die Abgabe von Waldstreu aus deu Communalwaldungeu nach dem Gesetze vom 2. Juli 1839 ter Fall ist; der von der zweiten Kammer angenommene Antrag ging hier da­hin : die Negierung zu ersuchen, für Aufrechthaltnng der die Waldstreu betref­fenden gültigen Gesetze Sorge zu tragen und somit den Gemeinden die Ber- werthung der Streu aus ihren Waldungen in von dem Ortsvorstand zu bestimmenden Loosen und namentlich auch in Flächenloosen zu überlassen.

(N. Frkftr. Pr.)

Berlin, 15. August. Die Wendung in der Politik der Großmächte gegenüber Spanien hat den Prätendenten Don Carlos zu den verzweifelten Anstrengungen veranlaßt, sich und seine Sache vor Europa weiß zu waschen. Zuerst vernicht er es durch das Medium eines New-Zorker Correspondenten; jetzt hat er em, wie es scheint, an die Mächte selbst gerichtetes Manifest er lassen. Bezüglich des erschossenen Hauptmanns Schmidt wird in demselben er­klärt, jeder Fremde, der an einem Bürgerkriege theilnehme, gehe der Rechte verlustig, die ihm sonst durch das internationale Recht gewährt würden, und setze sich sofort Repressalien aus. Dou Carlos behauptet also, daß Schmidt an dem Bürgerkriege als Combattanl theilgeuommen habe. Selbst die Wahr­heit dieser Behauptung angenommen, würden die Carlisten nach dem zwischen civilisirten Nationen geltenden Kriegsrecht doch keineswegs befugt gewesen sein, den in ihre Hände gefallenen Kriegsgefangenen zu erschießen. Es ist aber durch die glaubwürdigsten Zeugen, u. A. noch neuerdings durch den Correspondenterr derTimes", ausdrücklich bestätigt worden, daß Schmidt nie und nirgends an den Operationen der spanischen Regierungsarmee thellgenommen hat, und arrch in dem Augenblicke seiner Gefangennahme einen derartigen Anschein nicht Hal erwecken können. Der Prätendent wird sich also wahrscheinlich vergebens be mühen, seinen völkerrechtlichen Deductioneu, außer etwa in jenen Kreisen, denen sein Wort als Evangelium gilt, Geltung zu verschaffen. Die von ihm ausge­sprochene Hoffnung, daß die europäischen Mächte in Spanien nicht interveniren würden, wird übrigens jedenfalls in Erfüllung gehen, nur wird unter diese Mächte auch eine gewöhnlich nicht zu denselben gerechnete eingereiht werden müssen, die bisher in der offenbarsten Verletzung völkerrechtlicher Gr -udsätzc eine Intervention thatsächlich ausgeübt hat, für die Zukunft aber hoffentlich daran verhindert werden wird, nämlich der Ultramontanismus.

Berlin, 16. August. Zur August-Mitte ist ein schwungvoller ^Artikel desMilitär-Wochenblattes" überschrieben, welchen wir unverkürzt in Folgen-

Erscheint tttglich, mit In*» nähme Montag«.

Expedition: Lan-letber«, *t. B. Nr. 1.

ÜcftciTeidj.

Wien, 17. August. Justizminister Glaser tadelt in einem morgen offi- ciell zu veröffentlichenden scharfen Erlasse die gerichtliche Praxis und das bureau- kratische Formel-Wesen in Concurs-Angelegenheiten.

^TaiiHreidj.

Auch für die Zukunft darf das Reich auf gute Ernte hoffen."

Berlin, 16. August. Wie traurig es gegenwärtig um die Eisenindustrie Rheinlands und Westfalens steht, erhellt aus einer Nachricht aus Hagen, welche sagt: Die sämmtlicheu Eisen- und Stahlwerke Rheinlands mkd West­falens haben an deu Haudelsministec eine Vorstellung gerichtet, um denselben zu veranlassen, die ihm vom Landtage eröffneten Credite für Eisenbahubauten zetzt theilweise zum Ankäufe vou Schienen rc. zu verwenden. Es wird in dieser Vorstellllug hervorgehoben, daß einerseits die Staatsregierung bei dem gegen­wärtigen Stande der Preise, welche weit unter den Productionskosten stehen und genau die Hälfte der vorigjährigen betragen, ein sehr günstiges Geschäft mache, andererseits die bedenklich trübe Lage der Industrie dies erfordere. In ganz detaillirteu Aufstellungen über alle gegenwärtig vorliegenden Aufträge wird nachgeivieseu, daß die Schienenfalzwerke nur noch für 6 Wochen beschäftigt werden können. Einzelne Werke sind nur noch für 2 bis 3 Monate mit Be­stellungen versehen, andere reichen dagegen nicht bis zum Schluffe des Monats August aus. Unter diesen Umständen muß jetzt, bei trüben Aussichten und nach schweren Verlusten, die Nothwendigkeit in Erwägung gezogen werden, noch vor dem Herbste mindestens die Hälfte aller Hüttenwerke außer Betrieb zu setzen, wodurch annähernd 26,000 Arbeiter ihre Beschäftigung verlieren würden. Seit dem Bestehen der rheinisch-westfälischen Eisenindustrie hat dieselbe niemals einer so ernsten Situation gegenüber gestanden.

Kassel, 17 August. Gestern wurde abermals eine Versammlung der hiesigen Soeial-Demokraten aufgelöst.

Creseld, 17. August. Der 15. volkswirthschaftliche Cougreß ist heute Vormittag 10 Uhr eröffnet worden. Zum Präsidenten ist Braun-Wiesbaden, zum ersten Vice-Präsidenten Herbertz-Uerdingeu, zum zweiten Frhr. v. Kudech- Wien gewählt worden.

. Officiösen Blättern zufolge beloben alle Berichte der General-Jnspec-

18. August 1870 erfochten' wurde, in eine so" kurze Spanne Zeit gedrängt; toren an den Kriegsminister die Fortschritte der Truppen aller Waffengattungen, seltener noch ist es, daß eine solche Folge von Einzelsiegen zusammengefaßt ihre Disciplin und gute Führung.

wurde in einem großen gewaltigen Abschluß, der die L-umme alles vorausge- LautLiberty" verließ Thiers gestern in sehr angegriffenem Zustande gangenen Glückes zieht und zugleich die Grundlage wird für ein neues Vor- Cauterets.

wärtSdringen, neuen Ruhm. Und doch, die preußische Kriegsgeschichte hat Am Mittwoch den 19. d. soll im officiellen Blatt ein nach den Er

Paris, 16. August. DerFran^ais" sagt: England, Deutschland, Belgien und Frankreich haben die spanische Regierung in den nämlichen Aus­drücken anerkanilt. Laut der MadriderEpoca" erkannten diese Mächte die Regierung Serrano's als thatjächliche Regierung an. Die Anerkennung Ruß­lands, Oesterreichs und Italiens war am 12. d. noch nicht erfolgt.

Mac Mahon verläßt heute Abend Paris. Er wird wäbrend^der

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taä U«' * l . Schlitten * . Bewußtsein

dws ungeheuere Schauspiel dreimal aufzilweisen in diesem Jahrhundert! Wenige Jahre nur rückwärts von 1870, und es tritt uns jene Reihe glorrei- 3n letzter Zeit sind einige Berichte des cher Siege in den schlesisch-böhmischen Pässen entgegen, die dann der Tag vierten Ausschusses der ersten Kammer im Druck erschienen, deren Inhalt wir von Königgrätz zusammensaßt, wie die Kette einzelner Perlen ein diamantenes kurz referireii. Bezüglich des vielbesprochenen inzwischen aiisgehobenen Gesetzes Schloß. Und nicht minder mahnt die Betrachtung der Augusttage von 1870 über die Verpflichtung der Gemeinden zur Aufbriliguug der Kosten für das an jene heroische Zeit nach dem Waffenstillstände von 1813. Ja, die Tage zur Erbauung von Eisenbahnen erforderliche Gelände hatte die zweite Kammer von Großbeeren, von der Katzbach, von Kulm und Deimewitz, sie fanden in namentlich auch beschlossen, die Regierung zu ersuchen, auf gütliche Festsetzung!der Völkerschlacht von Leipzig ganz ebenso ihren Abschluß, ihre Erfüllung, wie der den Gemeinden aus Grund des erwähnten Gesetzes zur Last fallenden Be- "' p ' L "" " . _

träge möglichst hiuzuwirken, und ferner die Frage, ob die den Gemeinden zur Last fallenden Beträge definitiv auf die Staalskasse übernommen werden sollen,

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in Erwägung zu ziehen , und eventuell deu Ständen Vorlage zu machen. In____v. , ... ........ ... ......~

beiden Richtungen beantragt der Ausschuß erster Kammer Beitritt zu Den Be- Segen vor einem Auge entfalten , das die drei Erntezeiten alle selbst'geschaüt; schlüsseu der zweiten Kammer. In gleicher Weise wird Beitritt zum Beschlüsse wie feierlich und groß muß er sich spiegeln in einer Seele, deren Wille und der zweiten Kammer rücksichtlich des bekannten Antrags der Abgg. Dumont Kraft ihm, nächst Gott, am meisten zeitigen und reifen half! Unser Kaiser und OechSner wegen Errichtung einer höheren Handelsakademie in Mainz be- und Köllig ist nach erfrischenden Sommerreisen, welche diesmal ein frecher Feind fürwortet, dahin gehend: jenen Antrag abzulehnen. In Betreff des Antrags zu störet wagte, gesund und neu gekräftigt in seine Residenz zurückgekehrt: des Abg. Heiiizerlmg auf Erlaß einer Gesindeordiiung hatte die zweite Kam-!Möge er sich in diesen Gedächtnißtagen einer rühm- und glorreichen Erntezeit mer wegen der Erklärung der Regierung:daß die für die Ausarbeitung eines-des Errungenen ruhig und glücklich erfreue», und.möge er sich, wenn der Herbst bezüglichen Gesetzentwurfs erforderlichen vorbereitenden Anordnungen bereits ge- ihn wieder in die Mitte großer Truppenmassen führt, bei ihrer prüfenden troffen worden seien", beschlossen, den Antrag zur Zeit für erledigt zu erklären. Betrachtung sagen können.

Auch hier erklärt sich der Ausschuß erster Kammer conform, wie dies endlich

dem wiedergebrn:

Abermals sind wir eingetreten in jene Reihe der Gedenktage, welche den August zu einer feierlichen Zeit für Heer und Volk erheben. Vom Tage von Weißenburg bis zu dem von Gravelotte welch' eine Folge großer Thaten! Welch' eine Wirkung auf die Nation! In furchtbarem Ernst, in düsterer Reise keine langen Reden halten, aber jede Gelegenheit ergreifen, um das Sep- Größe war der Krieg herangetreten an unser Volk; gefaßt und entschlossen tennium zu betonen und darznthun, daß es für Handel und Gewerbe alle war es ihm entgegengegangen nun entlud sich das Gewitter Schlag auf Bürgschaften der Ordnung und Stetigkeit gewähre. Die osficiösePreffe" Schlag; Blitz auf Blitz traf den Feind, und nach der gewaltigen Königsschlacht:schreibt: Mac Mahon wird im September und October Mittel-, Süd- und von Meg athmete Deutschland hoch auf; was nun auch noch kommen mochte^Ostfrankreich besuchen, r 2 \ ~ ~ ' '7 rr ° <n~

wir waren Sieger, wir mußten es bleiben! .theidigung gelassenen Grenzen befestigt werden sollen.

Selten ward eine solche Reihe von Siegen, wie sie vom 4. bis zum Officiösen Blättern zufolge beloben alle Berichte der General-Jnspec-