b "’1 d'° M on bewährtem kiii melche
ien.
5,/öe Wmtnbttfi
5 v°n 8—11 , »erQ
zu-ückg^ * 60m Stimm»
Preis vierteljährig 1 fl. 12 kr. mit Bringerlohn. Durch die Post bezogen vierteljährig 1 fl. 29 kr.
Githmer Anzcigtr.
Erscheint tnflh'cb, mit Aus' nalnnc MontagS.
Expedition: Canzleiberg, Llt. B- Nr. 1.
Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.
Mo. 1<»4. Samstag Heu 18. Juli SSXt.
rtZrodpreise vom IS, dis 24. Zuli 1S74,
ho cd eigener Erklärung der
2 Kilo gemischtes Brod 24 kr. 1 .Slilo gemischtes Brod 12 fr. 2 Kilo Roggenbrod: erste Sorte 21 kr., zweite Sorte 18 kr.
)er der Gemeind
ob^ugeben w mitzubrinzrn.
lrchenWiftalld:
lllü, Pfarrer.
iuniM
Stahl!
d auf den fäm hiejlgen (Sinwobna Hauten zu unfeift
)mit6 gelang, Äj Ar Henle kaum >- ui die Wohnutz 1 geworben finb,1 wr einiger Sem: ehrlichen Pcwohm ien werden VW lustnerssanr gemai Nachtlager h rne bereit lind, si m, und alle ®11^ t zu erfüllen. 8 lisßon in den M ng solcher SW Vergütung
W 68 w
tertrauen der Zewohner W
b„s Vorhabens hierauf .er aller &««‘f
turtb niäl^ l
,isr*
Itssclw*11
-it°s
politischer Theis.
Deutschland.
Darmstadt, 16. Juli, Der Badegast, welcher in Kissingen zuerst deiii Attentäter Kullmann ergriff und weschen der Bericht der „Nat.-Ztg." als „Hos schauspieler Lederer von Darmstadt" bezeichnet, war nach anderen Zeitungen in der That der bis vergangenen Februar hier engagirt gewesene Hofopernsänger Lederer. Die fraglichen Berichte bestätigen, daß Lederer von dem Attentäter in die Hand gebissen wurde.
Darmstadt, 16. Juli. Ministerpräsident Hofmann hat auf eine von VetheiligttN an ihn ergangene Anfrage erklärt, daß die Negierung nach reiflicher Erwägung aller Verhältnisse nicht in der Lage sei, dem Verlangen den Art. 13 der Städteordnung dahin zu interpretiren resp. abzuändern, daß Jeder, der sich zur Zeit im Besitze des Unterstützungs-Wohnsitzes befindet, schon bei den bevorstehenden Wahlen, stimmberechtigt sein soll, zu entsprechen.
(N. Hess. Dolksbl.)
Berlin, 14. Juli. Ein Extrablatt zum Magdeburger Tageblatt und Neustädter Anzeiger bringt Folgendes:
Neustadt, 14. Juli. Eduard Kullmanu, welcher gestern in Kissingen auf Fürst Bismarck geschossen hat, ist m Neustadt - Magdeburg ortsangehörig und von katholischen Eltern geboren, jedoch gehört seine Mutter nur der Neu stadt von Geburt an, während der Vater, der Fischwaareuhändler Kull- mann, wohnhaft Neustadt-Magdeburg, Charlottenstraße 16, auS dem Eichsfelde, uud°zwar aus dem Drte Brnlenbach bei H. iligenstadt, nach der Neustadt verzogen ist. Der Vater ist ein harmloser Meirich und vielen Neustädtern und wohl Magdeburgern wegen seines Hausirens mit Spickaalen und Bückingen persönlich bekannt. Der Sohn Eduard Kullmann lernte bei den Böttchern'ei stern Gebr. Wetjch in der Neustadt das Böttcherhandwerk, war schon damals ein frecher Bube, der schon in der Lehre mit Vistolen umging, die ihm sein Meister wegnahm, und an der Wuth schmiß er einst nach seinem Nebenlehrling Gustav Welsch mit dem Schnitzer und wurde, ohne ausgelernt zu haben, von Herrn Welsch enilassen. Im Herbste des Jahres 1873 stach er im Vereine mw seinem Cumpan Gustav Welsch seinem jungem Lehrherrn Philipp Welsch aus Rache mit einem Messer, nachdem sie vorher denselben in die Goffe getreten hatten, wofür sie beide vom Kreisgericht in Magdeburg mit Gefängniß bestraft wurden. Schon zu Pfingsten d. I. soll sich Kullmann in der Werkstatt der Gebr. Welsch in der Neustadt geäußert haben, daß er nach Berlin reisen und den Fürsten Bismarck ermorden wolle. Gestern Abend spät fuhren die- Herren Polizei-Präsidentjv. Gerlach und der StaatSanwali Angern in einer Droschke' nach der Neustadt, um zu recherchireu. In der Neustadt nahmen sie den Herrn Poltzeicommisjär Mosenhauer mit, welcher die hohen Beamten nach der Wohnung des Kullmanu geleitete.
Berlin, 15. Juli. Aus Anlaß des Attentats gegen den Kanzler des deutschen Reichs geht der „Spen. Ztg." folgende Mittheilung zu, welche eine, wenn wir nicht irren, schon ihrer Zeit bekannt gewoidene Aenßerung des Fürsten Bismaick fehl passend in Erinnerung bringt:
„Es sind jetzt mehr als zwei Jahre, daß eines Abends in einer der parlamentarischen Soireen, welche damals Fürst Bismarck gab, die Rede auf die Gefahr kam, m welcher Fürst Bismarck während des französischen Krieges geschwebt habe, in welchem die furchtbare Aufregung, welche ganz Frankreich beherrschte, und die jeder Gefahr trotzbietende Art, wie sich der Fürst unter Beiseitletzuug aller Vorsichtsmaßregeln überall expoiurte, die Möglichkeit eines meuchelmörderischen Ueberfalls von feindlicher Seite nicht ausscbloß. Der Fürst äußerte darauf, sein Leben stehe in Gottes Hand und er sei stets bereit, dasselbe der Sache Deutschlands zu opfern. Uebrigens, fügte er hinzu, gebe es Meuchelmörder leider auch im Frieden so gut, wie im Kriege. Als darauf eine sehr ernste Stimmung in der Gruppe entstand, welche den Fürsten umstand und mit welcher er die Unterhaltung führte, fügte der Reichskanzler scherzend hinzu: „Es wäre vielleicht gar feine üble Einrichtung, wenn man wie für das Wild, auch für expoiurte Minister eine Schonzeit einsührte, während deren nicht auf sie geschossen werden dürfte, dann wüßte man doch, woran man wäre." Diese Aeußerungen erregten große Aufmerksamkeit. Alle waren der Meinung, es handle sich um eine sehr ernsthafte Sache. Der Humor des Kanzlers vermochte Niemanden zu täuschen. Einige meinten, der Kanzler sehe zu schwarz; kurz vorher hatte die Geschichte eines gewiffen Westerwelle gespielt, wachem mau die Absicht eines Attentats auf den Fürsten zur Last legte; die klerikalen Blätter hatten sich damals sehr über vieles „Attentat" mokirt, welches sie für „eine Erfindung Stieber's" ausgaben. Andere aber waren der Ansicht, daß allerdings das Leben Bismarck's, bei foitgesetzter Appellation an den religiösen Fanatismus, bedroht sei." Der Einsender constatirt zum Schluß
„mit Schmerz und Beschämung", daß ein Deutscher sich mit einem jo infamen Verbrechen, zu welchem sich selbst ein Franzose während des für sein Vaterland so unglücklichen Krieges nicht hergab, befleckt hat.
Berlin, 16. Juli. Die „Prov. Corresp." schreibt: Eine Botschaft des Schreckens und doch zugleich der Freude hat von Kissingen aus Deutschland, Europa und zur Zeit bereits die civilisirte Welt durchflogen: das Leben Bis- marck's war von einem ultramontanen Meuchelmörder bedroht, aber Gott der Herr hat mit seiner schützenden Hand den Frevel vereitelt.
Wohl muß es überall Schrecken und Abscheu Hervorrufen, daß auch in dieser Zeit und in unserem Volke die Macht des Wahns und der Glaubensverirrung noch stark genug ist, um unter dem Deckmantel der christlichen Religion und (allem Anscheine nach) unter dem Einflüsse von Priestern einer christlichen Confession die schwersten Verbrechen zu erzeugen, — wohl muß das deutsche Volk es tief betrauern, daß sich unter seinen Söhnen solche finden, deren Geist und Hand sich zu solchem Frevel mißbrauchen läßt, — wohl müssen alle Patrioten mit schwerer Sorge auf die Feindschaft und den Haß blicken, womit ein irregeleiteter Theil der Bevölkerung den großen Staatsmann an der Spitze des deutschen Reiches verfolgt; — aber alle diese Empfindungen werden zunächst überwogen durch den Dank gegen Gottes Gnade, die sich an dem Fürsten und an dem deutschen Volke von Neuem bethätigt und uns damit eine neue Bürgschaft und Zuversicht für die erfolgreiche Durchführung der hohen Aufgaben dieser Zeit gewährt hat.
Schon einmal hat Gott in ähnlicher Gefahr das Leben Bismarck's wunderbar behütet, und die damalige Rettung fiel fast zusammen mit dem Eintritt der ersten glorreichen Erfüllung der gewaltigen Politik, zu deren Rüstzeug der deutsche Staatsmann ansersehen war; und zugleich nut der Wendung des Volksgeistes zur freudigen Anerkennung seines mächtigen Schaffens. Seitdem sind von dem Kanzler neue nicht minder bedeutsame Aufgaben für Staat und Volk aufgenommen worden, und in den geistigen Kämpfen, welche entbrannt sind, steht wiederum Fürst Bismarck mit feiner unvergleichlichen geistigen Macht und Thatkraft als Führer voran. Wenn eben deshalb neue Gefahr fein Leben bedrohte, so möge die erneute Rettung durch Gottes Hand wiederum als Anzeichen gelten, daß auch der jetzige Kampf bald zu einer günstigen Wendung gelangen werde.
Fürst Bismarck wird in den Kundgebungen der innigen Theilnahme und Verehrung, die ihm auch auf diesen Anlaß von allen Seiten, von den Thronen ebenso wie aus den Hütten dss Volkes zugehen, einen Ersatz für die schmerzliche Erfahrung, die ihm diese That von deutscher Hand bereiten mußte, und neue Ermntbigung zur kräftigen Fortführung seines mit voller patriotischer Hingebung erfaßten Werkes finde». Die wunderbare' geistige und sittliche Spannkraft, die ihn so oft in Augenblicken tieferer Erregung die Schwächen feiner im Dienste des Vaterlandes erschütterten Gesundheit überwinden ließ, wird hoffentlich auch die Störungen, welche feine so dringend wünschenswerthe Badekur erfahren bat, wieder ausgleichen uad ihn trotz des schweren Zwischenfalls die g suchte Stärkung in Kissingen finden lassen.
Für die Regierung aber wird der Mordversuch vou Kissiugeu mit Rücksicht auf die Umstände, die ihn charakterisireu, ein dringender Anlaß sein, den Duellen, aus welchen der Fanatismus ungebildeter katholischer Volkskreise immer neue Nahrung schöpft und schließlich bis znm Verbrechen des Meuchelmordes getrieben wird, näher zu treten, um die Mittel und Wege in Betracht zu ziehen, ihrer unheilvollen Wirksamkeit zum Wohl deS Vaterlandes Einhalt zu thuu.
Berlin, 16. Juli. Die „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Die vorgestrige Sitzung des ^.taatsministeriums befcbäfiigte sich auch mit durch das Attentat gegen den Fürsten Bismarck angeregten Fragen. Auch gestern fand eine Miui- stersitzung statt.
Hannover, 16. Juli. Prinzessin Albrecht ist von einem Prinzen entbunden worden.
München, 16. Juli. Die Reichsrath-Kammer beharrt auf ihren Beschlüssen bezüglich der Bahn Treuchtlingen-Donauwörth, die Abgeordneten- Kammer stimmt zu, die Linie wird demnach gestrichen. Es ist nunmehr bezüglich aller Vorlagen ein Gesammtbeschluß erzielt. In der Reichsraths-Kammer kommt noch die Beschwerde des Jesuitenpaters Grafen Fuggers wegen Verletzung der Verfassung zur Verhandlung; dieselbe wird mit 27 gegen 11 Stimmen als unbegründet zurückgewiesen. Hierauf verliest Minister Pfretzschner ein königliches Decret, wonach der Landtag bis auf Weiteres vertagt ist.
Kissingen, 15. Juli, Abends, Der Polizei-Präsiden. von Madai ist hier eingetroffen. Die bayerischen Prinzen Leopold und Max Emanuel werden erwartet.


