Ausgabe 
16.3.1874
 
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National-Liberalen, Conservativen und Freiconservativen gegen die^Stünmen der Fortschrittspartei und des Ceutrums angenommen. Bei der Dtscufsiou des $ 1 war ein Antrag des Centrums, wonach die zweijährige Dienstzeit die (Grundlage der Friedens-Präsenzstärke bilden soll. abgelehnt worden. Für den Antrag stimmte nur das Centrum. Ein von Bethusy-Huc eingebrachter An­trag, die dauernde Friedens-Präsenzstärke von 385,000 anstatt 401,659 Mann zu bewilligen, wurde mit allen Stimmen gegen dre der Conservativen. imb der Freiconservativen abgelehnt. Die National-Liberalen forderten die Regierung auf, sich über die Zulässigkeit der Mrnimalziffer von 360,000 Mann bis zur zweiten Lesung zu erklären. Ein den § 2 modificirender, vom Abg. Richter (Fortschritt) eingebrachter Antrag wurde mit allen Stimmen gegen die des Centrums und der Fortschrittspartei abgelehnt.

Berlin, 13. März. Ucber den Zustand des Fürsten Bismarck schreibt diePost" :Die gestern gemeldete Besserung in dem Befinden des Fürsten Bismarck bat nicht in bei:' gehofften Weise Angenommen. Vielmehr sind die Schmerzen in gesteigertem Maße wiedergekehrt und der Kraukheitsanfall dies­mal so heftig, als es seit dem Jahre 1866 nicht mehr der Fall gewesen ist." DieSpener'sche Ztg." dagegen meidet solgente Freudenbotschaft;In dem Befinden des Fürsten Bismarck ist eine erhebliche Veffernng eingetreten. Er hat nach längerer Schlaflosigkeit in den letzten Nächten gut geschlafen."

Berlin, 14. März. DerReichs-Anz" dementirt die Minheilung, daß das Handelsministerium wiederholt den von Eisenbahn-Gesellschaften nachgesuch­ten Bewilligungen von Prioritäts-Anleihen unberechtigte Schwierigkeiten berei­tete. Betreffs Unternehmungen, mit deren irregulärer Fmanzirung bereits der Bericht der Untersuchungs-Commission sich befaßte, seien Schwierigkeiten in den Verhältnissen der Unternehmungen nicht in der Haltung der Behörden zu suchen, welche sich der Pflicht, die Landesgesetze zu handhaben, nicht entziehe, können. DerReichs-Anz." meldet ferner die aus Gesundheitsrücksichten erfolgte mehrmonatliche Beurlaubung des Vorsitzenden der Ostbahn-Dircctiou, Mutms, welcher sich am 15. März nach dem Süden begibt, und die Beauftragung des Geheimen Raths Wex mit interimistischer Geschästöleitung der Ostbahu- Direction.

Berlin, 14. März. Die siebente Criminal-Deputation des Stadtgerichts verurtheilte den Abg. v. Schrötter wegen Beleidigung des Reichskanzlers, be­gangen durch einen Artikel in Nr. 170 derGermania", mit der Ueberschrist: Zu den Enthüllungen Lamarmora's", zu 2 Monaten Gefängniß, den mitan geklagten Redacteur Kosiclek aus § 37 des Preß-Gesetzes zu 100 Thalern Geldstrafe.

Berlin, 14. März. Der Reichstag lehnte § 14 des Impf-Gesetzes, betr. den Reoaccinations-Zwang, mit 141 gegen 140 Stimmen ab. Ein An­trag Lowe's, wonach die in den Einzelstaaten vorhandenen Impfzwangs-Gesetze bei dem Ausbruche von Epidemien in Kraft gesetzt werden sollen, wurde mit 160 gegen 122 Stimmen angenommen, desgl. wurde eine Resolution auf Er­richtung cilus Reichs GesundhUts Anues genehmigt. Die Schluß - Abstimmnng über das gesammte Gesetz wurde auf Montag vertagt, für welchen Tag das P, eßgcsetz zur Berathung steht.

Kassel, 12. März. Das evangelische Consistorinm für den Regierungs­bezirk Kassel veröffentlicht soeben im AmtSblatte die Namen derjenigen nieder und oberhessischen Pfarrer, Pfarr-Assistenten u. s. w.,welche wegen Auf lehnung gegen die landesherrliche Kirchengewalt und wegen hartnäckigen Unge­horsams gegen die ihnen vorgesetzten kirchlichen Behörden unter gleichzeitiger Entziehung jeder Befuglliß zur Vornahme geistlicher Amtshandlungen innerhalb dcS Consistorial- Bezirks ihrer Aemter enthoben worden sind." Es sind dies sämmtliche Unterzeichner des Juli Protestes gegen das Gesammt-Consistorilim mit Anönahme der von demselben schon früher zurückgetretenen Pfarrer Bürge ner und Gerlach, sowie des Pfarrers Roux, der thatsächlicheii Widerstand nicht geleistet hat.

Bochum, 12. März. DerWests. Volks Ztg." geht die erschütternde Nachricht von einem Unglück zii, welches sich gestern Morgen ans der benach­barten ZecheKarl Friedrich" ereignet hat. In einem der dortigen Schachte arbeiteten 6 Arbeiter, von denen 3 diirch schlagende Wetter sofort getödtet, du andern schwer verwnndet sind. Nach einer andern Version sollen sog r 14 Per jenen sich in dem erwähnten Schachte befunden haben. Nähere Einzelheiten fehlen noch.

DefleureicQ.

Wien, 14. März. DasVaterland" veröffentlicht eine päpstliche En- cyclica vom 7. d. Mts. an die österreichischen Bischöfe, welche gegen die con sessionellen Vorlagen gerichtet ist. Letztere zielten, so führt d^r Erlaß aus, darauf ab, daß die katholische Kirche in die verderblichste Knechtschaft unter die Willkür der Staatsgewalt gebracht werde, und, mit den preußischen Gesetzen verglichen, gemäßigt zu sein schienen, in Wirklichkeit aber von demselben Geiste und Charakter wären inib der Kirche in Oesterreich dasselbe Verderben beren­teten. Der Papst protestirt gegen deii Bruch des Concordats und nennt die angebliche Aenderung der Kircke durch das Unfehlbarkeits-Dogma einen unseli­gen Borwand, spricht die Hoffnung aus, die Bischöfe würden die Rechte der Kirche schützen und zeigt zugleich an, er habe in einem neuen Brus vom 7. d. Mts. au den Kaiser von Oesterreich denselben beschworen, er möge nicht diilden, daß die Kirche unehrenhafter Knechtschaft überliefert und die katholischen Uuterthauen in die höchste Bedrängniß gebracht würden.

Wie«, 14. März. DasVaterland" erfährt, die versammelten Bi­schöfe hätten dem Papste für die Encyclica vom 7. d. Mts. gedankt und bc- riethen ein umfängliches vom Cardinal Rauscher verfaßtes Memorandum als Grundlage für den Protest gegen die Kirchen-Gesetze. Jndeffen dürste wahr­scheinlich^ nur ein kurzer Protest erlassen werden.

iranlircid).

Pari-, 12. März. Der Herzog Decazes hat von den Bischöfen der Grenzdepartements Mittheilungen über die Grenzen ihrer Bist Immer verlangt Nach Eingang derselben wird Decazes Unterhandlungen mit Berlin und dem Papste anknüpfen.

Die Wallfahrt nach Cbiselhurst bat bereits begonnen, Ronber ist gestern dahin abgereift.

Das sog. Arbeiter Comitö sendet eine gewisse Anzahl Mitglieder aus seine Kosten nach Cbiselhurst.

Bien Public" widerlegt die Nachricht derPatrie", daß ThierS an Ledru-Rolli geschrieben und Beide eine Unterredung gehabt.

PariS, 13. März. Die Lyoner Blätter theilen folgende Einzelheiten über die neuen Festungswerke mit, welche um diese Stadt errichtet werden ollen:Es handelt sich bei der Erneuerung der Festungswerke um die Errich­tung detachirter Forts, die in einer solchen Entfernung von den Städten zu liegen kommen sollen, daß keine feindliche Armee m deren Nähe gelangen kann. Die Vorstudien für Lyon sind beinahe beendet und die Arbeiten sollen nächstens beginnen. Das eine der Lyoner Forts soll auf einer der Spitzen des Gebirge- Mont d'Or, wahrscheinlich auf dem Berge Verdun, erbaut werden und ist be- timmt, den Norden Lyons zu beschützen, und das Thal der Saone, das der Azeraue und die in der Nähe liegenden Hochebenen zu beherrschen Im Osten werden auf den Höhen Poyzin und Bron zwei Forts und ein drittes etwas nördlicher errichtet, um die Rhone und Umgegend zu beherrschen."

Nach Berichten aus Marseille gehen die Geschäfte dort tagtäglich chlechter.

Paris, 13. März. Unter dem Pariser Haudelsstande cinulirt gegen- ? wärtig eine Petition an den Präsidenten der Repiiblik, in welcher letzterem der Wunsch von ganz Paris" atisgedrückt wird, oaß die Hauptstadt wieder der Sitz der Negierung werde und daß der Marschall, als Staatsoberhaupt, feine Residenz im Elysse nehme. Keine Maßregel, so barmherzig tmd menschlich sie auch sein möge, würde heute eine solche Tragweite haben, denn ihre sofortige Wirkung würde nicht allein die sein, die Handelskrisis zu beschwören und dem Elende ein Ende zu machen, sondern auch die, dem Lande das Vertrauen zu- rückzucrstatten und den Geschäften den Aufichwung zu geben, deffen sie bedürfen, um leichter die schweren Lasten der Steuer zu ertragen. Endlich würde darin Europa und das Ausland ein Pfand für unsere Beruhigung und der wahren Ordnung in den Geistent wie in den Gemüthern finden." Diese Adreffe hat bereits zahlreiche Unterschriften gefunden, obgleich kaum anzunehmen ist, daß sie einen Erfolg haben wird.

Spanien.

Madrid, 13. März. Die Armee Don Carlos' soll durch den Zuzug I des Generals Saballs, der in sieben Tagen von Tarragona nach Bckbao mar» schirt ist, eine Verstärkung von 5000 Mann erhalten haben. Unter dem Ober­befehl des Prätendenten stehen jetzt mit ihren Trnppenabtheilungen vor Bilbw die Generale Ollo, Dorregaray, Lizarraga, Andechaga, Velasco, Nada und SaballS; der Marquis von Valdespma leitet das Bombardement gegen die belagerte Stadt.

ZhniTifta.

New-Uork, 12. März. Aus Mexico liegen folgende bis zum 15. Fcbr. I reichende Nachrichten vor: Im Staate Vera-Cruz führten Uneinigkeiten zwi­schen den Bewohiiern der Städte Gnimixlan und Huascaleca zii einem Kampfe, in welchem 17 Personen getödtet wurden. Später überfielen die Huascalecaner die Giiimixlan tmd begannen ein snrchtbares Gemetzel; Kinder wurden getödtet, : Frauen die Brüste abgeschnitten und den barbarischen Scenen erst dnrch em Detachement Militär ein Ende gesetzt, welches aus einer benachbarten Stadt herbeigeeilt war. Die Polizei hat 47 Banditen verhaftet, welche der Betheili- i gtmg an der Entführung des Senor Salvaiierra beschuldigt sind. Der Un­glückliche wnrde von dem Chef der Bande ermordet, weil das große Lösegeld, das für feilte Freilassung verlangt worden war, nicht heibetgejchafft wurde. Die Jnsurrection in Incatan dauert fort. In den übrigen Theilen der Re­publik herrscht Riihe.

V t r ui i f cb t e

Dresden, 8. März. In Betreff der noch im Umlauf befindlichen polnisch ächsi-cbe« Münzen bringt das Dresdener Journal folgende Mittheilung: haben sich die erhnilitfccn

Blätter in neuerer Zeit mehrfach mit den sogenannten polnisch-sächsischen Achtgrosch^nstücken und mit der Frage beschäftigt, wem Die Verbindlichkeit zur iäinlöiung dieser Münzen obliege. Von einigen Seiten hat man Sachsen als dasHeimatlsiand" derselben bezeichnet; von andern ist behauptet worden, daß wenigstens ein Theil dieser Münzen sächsischen Ursprungs und daher al- sächsische Landesmünzen jetzt von dem Reiche cinzulösen |ci.Wir haben uns über Den Sach­verhalt genau zu unterrichten gesucht und können daher zur Erläuterung desselben Folgendes inittheilkn: (S8 sind in dieser Beziehung zweierlei ganz verschiedene Glaffcn von Münzen streng ;u unterscheiden: 1) Die in Den Jahren 1697 bis 1763 geprägten Dovpelgulden (Specke tbaler), Gulden und halben Gulden. Dieselben enthalten auf der einen Seite das Portrait des Königs mit der in Nebendingen manchmal differirenden, m allem Wesentlichen aber gleiche« Umschrift, in welcher sich stets die Worte sindrn: S. Rom. Imp. Eleclor und Rex Poionim, oft auch der Beisatz Dux Snx , so wie weitere Zusätze zu den Worten R< x Poloniae. Suf älteren Jahrgängen kommt auchRrx Puloniamm-* vor Auf per Wappenseite finden sich, wenn auch in verichiet-ener äußerer Gestalt, das sächsische und das polni'chc Wappen neben einander. Die Speciestbaler enthalten Die WoneZehn eine feine Mark-, die nur auf tm sogenannten Ausbeutethalern durch Die WorteSegen des Bergbaus^ erktzt sine Die Gullea und halben Gulden tragen die Bezeichnung 2 3 und 1 ,, ohne weiteren Beisatz. Diese Münze« sind nach dem Eonventionsfuße geprägte, vollgültige sächsische Landesmünzen und werden bei allen Kassen angenommen. Sie werden daher auch, wie Die übrigen Konventionsmünzen, jept vom Reiche eingelöst. 2) Davon streng zu unterscheiden sind die in den Jahren HO? bis Irt 13 in Dem Damaligen Herzogthumc Warschau geprägten Acht» und Liergroschenstücke Sn tragen auf der Portrauseite die Umschrift: Rex Sax. et Dux Varsov iae), so wie die Wertbs« bezeichnung 1 /talara und 1 talara. Auf der Wavvenieite befindet sich nur ein Wappen, wel­ches aus zwei Feldern beliebt, yen Denen das eine Die sächsische Raute, das andere cen Adler enthält. Selbstverständlich fehlen hier Die Kurichwerter gänzlich, eben so fehlt die Bezeichnung Eleclor. Diese Münzen sind keine sächsischen Landesmünzen; sie sind ebne alle Mitwirkung der sächsischen Regierung auf Rechnung der Regierung des Herzogtbums Warschau dort geprägt worden und Haden mit Sachsen gar keinen Zusammenhang. Sie sind auch schon durch eine besondere Verordnung der Ministerien des Innern und der Finanzen vom*. Juni 1842 aus» drücklich für d:n Umlauf in Sachien verboten worden, und zwar mit der Bestimmung, das; jede Ausgabe derselben mit der Strafe der münzpolizeilichen Uebenretungcn belegt werden kH Diese Verordnung ist von dem Ministerium des Innern unter dem 21. November 1x51 nc* besonders eingeschärft worden, üs kann daher auch von einer Einlösung dieser Münzen Seitens SachsenS oder des Deutschen Reiche- überhaupt nicht Die Rede sein. Da nach den oben an- gegebenen Merkmalen Die Unterscheidung der beiden Arten von Münzen ganz leicht ist, io wird nur einige Aufmerksamkeit dazu gehören, um sich vor Verlusten zu schützen, und selbst Diejenigen, Denen Die lateinische Sprache der Umschrift nicht geläufig ist, werden an dem auf den verbotene» und nicht einzulösenden Münzen stet- befindlichen Wortetalara, anstatt Thaler, ein leichtes Mittel haben, um beide Sorten zu unlcrid'eiDen.

Münster, 12 Mär». Der Westf. Merkur erzähU:Dieses Mal nicht bei Rakbt und Rebel, sondern am hellen lichten Tage ist der zweite Transport bisLöfiicher Möbel Zvm Pfandloeale vor sich gegangen. Bereits um 7> , Uhr sahen wir acht fremde Männer, die augenscheinlick nicht unserer Stadt angeboren, in Begleitung zweier Gerichtobeamten, eines Gendarmen mit Dem Gewehre und zweier i^endarmcn zu Rosie in der Richtung nach der Pferde.iasse rnarsckiren. Man hatte iben unter sicherer Bedeckung diejenigen Männer vorn Bahnhofe geholt, welche sich zur Abholung des Mobiliars bereit gefunden hatten. Münsteraner

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