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Branddirektor Weiser in Mainz. 4) DaS Lärmen der Signalisten und Tamboure einzelner Eorps bei Fruerwrhrtagrn resp. Abstellung destelben. Berichterstatter i Weiser. 5) Beisteuer zu den Kosten der Feuerwehrtage. (War bei der vorjährigen Versammlung unerledigt geblieben.) E, werden voraussichtlich noch andere Anträge von den übrigen Hess. Feuerwehren Eingehen.

__ In einem Postwagen, der zwischen einer größeren Kreisstadt der Mark und einem benachbarten Städtchen fährt, erlebten die Passagiere vor Kurzem folgenden ergötzlichen Vorfall. Eine Dame mit augenscheinlichem Selbstbewußtsein saß still in einer Ecke und streichelte ihr Sckooßhündchen. Ihr gegenüber I' sich ein kräftiger Landwirth oder Gutsbesitzer kurz vor Abfahrt nieder. Er war eben bemüht, c8 sich bequem zu machen und zur Vermehrung seiner Behaglichkeit die Pfeife in Brand zu setzen, als die Dame auffuhr:Ich kann das Rauchen nicht vertragen; in einer kaiserlich deutschen Post darf nicht geraucht werden!" Sie sagte daS mit entschlossener Geberde, und daS Hündchen knurrte dazu. Der Mann achtete das Gesetz und steckte die Pfeife ein. Bald darauf rief er den Postillon mit kräftiger Stimme an und gebot: Halt:Bin ich hier in einer kaiserlich deutschen Post, oder in einem Hundestalle?" fragte der Mann. Dabei zeigte er auf den Schooßhund und verlangte die Aussetzung des Thieres. Der Schwager begütigte, die Dame bat, Alles vergebens.In einer kaiserlich deutschen Post dürfen keine Hunde sein, und ich kann den Geruch nicht vertragen", sagte der Mann. Die Dame erklärte, sich von ihremThierchen" nicht trennen zu können, und empfing den Rath mit auszusteigen. Natürlich hatte sie nach weniger Lust zu einer Fußwanderung auf der Land­straße. In dieser kritischen Lage aber kam ihr ein versöhnlicher Gedanke:Würden Sie, mein

Herr, nicht von ihrer Forderung zurücktreten, wenn ich Ihnen erlaube zu rauchen?", fragte sie

mit süßer Stimme. Der Mann machte ein ernste« Gesicht, während die übrigen Paffagiere vor Lachen platzen wollten, dann sagte er:Da« wäre freilich eine andere Sache!" Er griff

nach Pfeife und Zündhalz, der Postlllon schwang sich auf den Bock, und die Fahrt ging ohne

Ohnmächten, aber in wohlthuendster innerer Heiterkeit weiter.

Wittgenstein. Nach einem ausführlichen Bericht in demWlttgensteiner KreiSblatt" über den Brand in Berleburg am 21. und 22. Juli ist die Roth und da« Elend der schwer Getroffenen sehr groß und soll rasche und nachdrückliche Hülfe hier nothwendig sein. Dem be- aüterten Menschenfreunde erschließt sich hier ein dankbares Feld, seinen WohltbätigkeitSsinn zu bethätigen. 110 Gebäude, darunter 17 Wohnhäuser, eine große Maffe Mobilien und land- wirthjchaftltche Geräthe, sowie 68000 Ctr. Heu, Stroh rc. sind ein Raub der Flammen geworden. Das Feuer soll aller Dermuthung nach durch ruchlose Hände entstanden sein und mit einer wahren Wuth sucht man den Brandstifter zu entlarven. Mildthätige Gaben sind in- desten schon in erfreulicher Weise etngegangen aus nächster und weiterer Entfernung, ohne daß indessen dadurch die Noth gestillt wäre.

Berlin. Ebarlottenburg, die Nachbarstadt der Metropole der Intelligenz, erfreut sich eine« Hundesteuerreglements, das ein wahre« Meisterstück von redaktioneller Arbeit zu sein scheint. Wörtlich (§ 10) heißt es darin:Persönlich befreit von der Hundesteuer sind nur die bet dem königlichen Hofe accreditirten fremden Botschafter, Gesandten, Geschäftsträger rc." Aachen. Dem Jahresberichte der Handelskammer für Aachen und Burtscheidt für 1873 entnehmen wir Folgendes: Wenn in anderen Fabrikorten Ausdrücke der Rohheit in dnem Maße vorgekommen sind, daß sie Stoff zu einer förmlichen Brutalitätsstatistik dargeboten, so können wir zur Ehre unserer zahlreichen «rbeiterbevölkerung sagen, daß derartige Exceffe nur «usnahmswerse hier Statt gefunden haben, da« Messer wenigsten« nicht an der Tagesordnung ist. Dagegen hätte man erwarten dürfen, daß die eingetretenen höheren Löhne auch zu befferen Leistungen anspornen, vor allen Dingen aber, daß die Arbeiter die guten Zeiten zu benutzen trackten würden, um ihre Lage zu verbessern, zu sparen, sich besser zu nähren und zu kleiden und solchen nackzueifern, die unter weniger günstigen Verhältnissen aus ihren Kreisen sich empor- geschwungen haben. Dies ist jedoch nur ausnahmsweise der Fall gewesen. Was die bessere Arbeit betrifft, so versichern die Arbeitgeber, daß gerade das Gegentheil Statt gefunden, und wa« die Verbesserung ihrer eigenen Lage anlangt, so mögen allerdings manche unter den ständig in den Fabriken beschäftigten Arbeitern hierauf bedacht gewesen sein; dagegen haben solche Arbeiter, die durch Conjuncturen nur zu gewissen Jahreszeiten die höchsten Löhne erzwingen konnten, die günstige Lage blos benutzt, um weniger zu arbeiten, das heißt einen oder mehrere Tage zu feiern, und wie der Müssiggang aller Laster Anfang ist, so haben sie dem Trünke sich ersetzen, und der Polizeibehörde mehr al« genug zu schaffen gemacht."

(Einer, der sich nicht fürchtet.) Einst hatte ein Herzog von Würtemberg angeordnet, seine Mattresse, die Grävenitz, in's Kirchengetzet einzuschließen; es wurde nicht beachtet. Warum bat er nicht befohlenermaßen auch die Grävenitz in's Gebet eingeschlossen?" herrschte der Fürst den zur Audienz befohlenen Hofprediger an.Ist ja geschehen, Durchlaucht", er­widerte der Geistliche.Wo? Wann?" rief der Herzog.Im Vaterunser", versetzte der Hofprediger,bei der Stelle: erlöse uns von dem Uebel!" , ,

- Ein schwieriger Auftrag. In Heidelberg hält sich gegenwärtig. wie dieHeidelb. Ztg." meldet, ein Gelehrter aus Nordamerika auf, der von der Negierung der Vereinigten Staaten den Auftrag hat, Deutschland und die Schweiz zu bereisen und alle Fische, die in den Gewässern dieser Länder vorkommen, zu sammeln und in Spiritus nach Hause zu schicken.

Nachstehende Todesanzeige ist wörtlich demRatibvrer Kreisblatt" entnommen:In Stunden dieses Monats entschlief nach schweren Leiden unser vielgeliebter Sohn, Vater und Bruder, der Schneidermeister Richard Jakutsch zu Natibor. In hochedler Moral seine« Daseins wandeln, verlieh er auf Gefallen deS Herrn sein 34steS LetzenSjahr für du Zeit de« Jenseits. Der tiefe Trauerschmerz von die ©einigen möge die Kunde an die Verwandten und Freunde seine Vorjahre beflügeln zum treu und unermeßlichen Andenken seineS Scheiden«. Der hinter, bli eben e trauern de Familienkreis."

Es ist von Seiten der Minorität mit allen Kräften und den ihr zu Gebote stehenden I Mitteln die Beseitigung der Folgen des zweiten GemeinderathßbeschlusseS, welcher die Bestim« lmung des vorhergegangenen, daß der Platz dem botanischen Garten gegenüber, zwischen Wall« jthor und Neuenwegerthor für den Bau der Aula definitiv bestimmt sein solle, wieder aufhob, angestrebt worden; sie hat nicht nur bei den höchsten Vorgesetzten und maßgebenden Behörden das Verderbliche der Erbauung dieser für die gedeihliche Fortentwickelung der Innern Stadt mit bestimmende Anstalt in ein mit dieser noch nicht verbundene«, noch wenig bebautes Terrain dargethan, sondern auch die an die betreffenden Stellen gerichtete Eingabe mit einem damit ver« bundenen energischen Protest in das Archiv der Großherzogl. Bürgermeisterei niedergelegt.

Eingesandt.

Verehrliche Redaction wird wohl die Freundlichkeit haben und einem kleinen Artikel, welcher abermals in reinem Interesse unserer Stadt mit ein paar Worten die bekannte, fatale Wasserangelegenheit bespricht, die Aufnahme nicht versagen.

In Nr. 183 des Gießener Anzeigers finden wir eine Bekanntmachung der Großherzogl. Bürgermeisterei in dieser Angelegenheit, und wir freuen uns, daraus zu vernehmen, daß der verehrliche Magistrat mit uns der Ansicht ist, daß der durchfließende Bach eine wahre Wohlthat für die Bewohner Gießen« , und daß der regelmäßige, ungestörte und reichliche Durchfluß de« Wasser« von hoher Bedeutung, sowohl in sanitätlicher wie feuerpolizeilicher Hinsicht ist. Wenn aber in dieser Bekanntmachung behauptet wird, daß das Ausbleiben des Wassers hauptsächlich darin begründet sei, daß von Seiten der Anwohner dieses Baches zu viel Schmutz in den Stadtgraben geworfen werde, so müssen wir dieser Behauptung doch einigen Widerspruck ent« gegensetzen. Wir geben zwar zu, daß viel Unrath frevelnder Weise sich in dem Graben an­gehäuft, und daß dieser Schmutz das Wasser hemmen kann, allein das gänzliche Ausbleiben de« Wassers kann der angehäufte Schlamm unmöglich verschulden.

Einsender dieies hat sich die Mühe genommen und hat seit Montag dieser Woche der Schleußt, durch welche das Wasser in die Stadt fließt, jeden Tag einen Besuch abgestattet, und kann in Wahrheit versichern, daß während dieser ganzen Zeit aber auch kein Tropfen Wasser durch dieselbe geflossen ist, und daß das unmittelbar unter dieser Schleuße stehende Wasser so pfuhlig und riechend geworden, daß die armen Fische darin ihr Leben nicht mehr fristen konnten und zu Dutzenden tobt dorten liegen. Durch besagte, aufgezogene Schleuße fließt also kein Wasser in den Stadtgraben, und daran kann doch unmöglich der Schmutz in demselben schuld sein, denn wo kein Wasser fließt, da kann auch keins zurückgehalten werden, und die Ursache, welche das gänzliche Ausbleiben des Wassers verhindert, kann demnach nicht innerhalb der Stadt, sondern muß außerhalb derselben gesucht werden. Wo nun dieselbe steckt, daS können wir freilich nicht untersuchen, allein wir hoffen zuversichtlich von verehrlichem Stadt« vorstand, der gewiß auch mit uns der Meinung ist, daß die Stadt ein Recht auf besagte« Wasser hat, daß derselbe alle Mittel anwendet, welche dahin führen, daß den Bewohnern bitte« Recht nicht mehr länger verkümmert wird. Die verehrlichen Vertreter unserer Stadt haben ja selbst in ihrer Bekanntmachung die Gründe bezeichnet, welche sehr dringend die schleunigste Beseitigung diese« Mißstandes fordern, und wir erwarten daher, daß dieselben mit aller Energie diese hochwichtige Sache in die Hand nehmen, da sie gewiß nicht verschulden wollen, daß namentlich der gesundheitliche Ruf unserer Stadt, welche eben so prächtig in ihrer Weiter­entwickelung begriffen ist, dadurch gefährdet wird.

Literarisches.

Wir erlauben uns, auf die im Großherzoglichen Staatsverlage zu Darmstadt erschienenen handlichen, billigen Ausgaben folgender Gesetze aufmerksam zu machen: Die neuen Verwaltungs­gesetze, die Landgemeindeordnung, die Städteordnung, das Volksschulgesetz, Anleitung zur Wahl de« Gemeinderaths rc. für die Landgemeinden, Anleitung zu Wahl tzes GemeinderathS rc. für die Stadtgemeinden. Wir können deren Anschaffung im Interesse der Sache nur empfehlen. Die Gesetze sollten in keinem Hause fehlen.

Frischbäcker Gießen.

Sonntag den 16. August. Chr. Noll Wwe. in der Neustadt, H. Röder in der Wallthorstraße, Zülch Wwe. auf dem Seltersweg.

Kirchliche Anzeige deMevangelischen Gemeinde zu Gießen. Gottesdienst.

Sonntag den 16. August Morgens: Pfarrvicar Schlosser. Nachmittags: Schulinspector Vigelius. Künftigen Sonntag Feier des heiligen Abendmahls.

Eingesandt.

Ohne auf die in dem ,,Eingesandt" vom 11. August im Gießener Anzeiger Nr. 185 beliebte Kritik über die Wirksamkeit unseres Gemeinderaths näher einzugehen, fühlt man sich veranlaßt, eine der Wahrheit zuwiderlaufende Behauptung zu berichtigen. ______

Die Pfarrgeschäfte für die Wocke vom 16. bis 22. August besorgt Pfarrvikar Schlosser.

Geldcourse des Wechselniakler-Syndicats zu JFrankturt a. JM., vom 14. Awgust

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------------ Pfandbriefe, Aetlen und Prioritäten.

Bayerische Hypothekenb.

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do. Em. v. 1862 |5 855/sP

do. Em. v. 1872 fl. 200 5 9P/Sb

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Franz-Joseph fl. 200 5 94'/4P94G

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do.lll. Em. v. 1871 fl. 300 5

Oesterr. Nordwestb. fl.200 5 88V4bG do. Lil. B. fl.200 5 741/4P1 56

Oest. Süd-Lomb.-Bs. 1874 6

do. Süd St. Lomb.Pr.in Silb. 5 873/6?i/8G

do. in Fr. 3 49' ,P3 46

do. Em. v. 1871 3 49-bbG

Oest.Fr. Staatsb. in S. fl. 200 5 973/öb

Livorn. LU. c, u u. u z rr. Toscanische Central Frankfurter Bank fl. 500 Darmstadter Bank fl. 250 Mitleid. Creditb. Thlr. 100 Oest. Nationalbank . .

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