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Gießener Anzeiger.

Erscheint täglich, Zrtt Hu8* nähme Sonntag-.

Expedition: Eanzletbrrg, Lit. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.

Mr. «2 Donnersing sm 15. Januar

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Polizeiliche Bekanntmachung.

Auf dem zwischen dem Hause des Herrn Lehrers Jung und der Wieseck angelegten neuen Wege darf von nun an kein Schutt mehr abgeladen werden bei Vermeidung der gesetzlichen Strafe.

Gießen, den 14. Januar 1873. Großherzogliche Polizei-Verwaltung der Provinzialhauptstadt Gießen.

Nover.

politischer Theis.

gewonnenes Spiel.

(Fortsetzung folgt.)

schwabenheim B. 196, A. 20 St.

Im Wahlkreis Worms-Heppenheim ergeben sich nach weiteren Nachrichten

Gießen, 14. Januar.

(Fortsetzung der Antrittsrede aus Nr. 11 dieses Blattes.)

Das drückendste Joch wurde unserer deutschen Kirche auf den Nacken ge-^ legt, und so oft sie es auch wagte, dasselbe abzuwerfen, wurde es ihr nur um so' vester aufgeschnallt. Diese üble Lage machte dem größten Sittenverderbnisse den Eingang. Der verdienstvolle Mann mußte in Armuth seufzen, indcß die reichen Kirchenpfründen das Erbtheil derjenigen Söhne zu werden schienen, welche die Familie zu keinem Amte fähig hielt. Oft wurden sie auch, wie in einer Krambude, an den Meistbietenden verkauft. Miethlinge kamen so in den

Rom nicht verlohren giengen.

Alle päbstlichen Gesandtschaften an die deutschen Reichsfürsten hatten schon fruchtlos gearbeitet. Die Deutschen schienen ganz unerschütterlich in dem einmahl angenommenen Systeme. Zum Unglücke für Deutschland hatte der Kayser Friederich einen Jtaliäner zum Minister gewählt, den schlauen Aeneas Sylvins Piccolomini, welcher sich immer nach dem Winde richtete. Der Pur-

sich ausdrückt, gar nicht, als wenn man sich darüber grämte, daß man keinen anerkanten Pabst habe. Man fühlte seinen Verlust nicht, als nur in dem Falle, daß man freyer athmen konnte, und fast hätte man ihn ganz entbehren gelernt. So dauerte es über acht Jahre.

Diese Lage unserer deutschen Kirche wurde demnach für die römische Curie sehr bedenklich. Sie stund unter so einträglichen Rubriken im römischen Zins­buche eingeschrieben, daß es der Mühe wohl werth war, alles anzuwenden, dieselben nicht caduc werden zu lassep. Die ganze Freyheit der römischen Po- litick mußte jetzt ihr Meisterstück machen, damit Deutschlands fette Weiden für

fehl schlugen, nahm er zu dem niederträchtigsten die Zuflucht, bestach damit die Räthe des ersten Churfürsten, und so hatte er und mit ihm die Curie

Deutsch fand.

Darmstadt, 12. Januar. Im Wahlkreis Bingen-Alzey hat nach der Mainzer Zeilnng" in Bingen selbst Bamberger 418, Allmann 584 St., in Alzey B. 750, in Wöllstein B. 277. A. 53, in Wörrstadt B. 244, A. 12, in Gaubickelheim B. 127, A. 137, in Wahlheim B. 73, A. 1, in Sauer-

Weinberg des Herrn. Kein Wunder also, wenn sie nur Taglöhnersarbeiten verrichteten, wohl gar grössere Verwüstungen daselbst verbreiteten, als mehrere Jahrhunderte wieder verbessern konnten. Die ärgerlichen Sitten der Geistlich­keit machten das Uebel noch größer. Die eifrigen Bischöfe Germaniens konn­ten ihlten nicht mehr den gehörigen Damm setzen. Vaticansblitze hatten ihre Hände gelähnlt, und so trotzte ungescheut das Laster der verwittibten Tugend. ^-^v.vuu.u, r~, -, - r---

Biedere Deutsche konnten nichts, als seufzen, wenn sie die Geistlichkeit göttlichetpur, der die Belohnung seiner Verwendungen für die Curie werden mußte, und menschliche Gesetze entehren sahen. Rom hatte die Synoden der Bischöfe.^yatte ihn verblendet, und er that alles, um sich nur recht bald mit demselben die Prcvincial- und National-Concilien kraftlos gemacht; denn es fand durch bekleiden zu können. Er hatte das Herz seines Herrn ohnehin In den Händen, dieselbe seinem Ansehen öfters zu mächtige und zu enge Schranken gesetzt. Der und so war es ihm ein leichtes, alle Geschäfte so zu leiten, daß dadurch das von seinem Bischöfe bestrafte Schurke ad Innina sanctorum Apostolorum, höchste Interesse des römischen Hofes erzielt werden mußte. Da alle Mittel brachte von da Bannbullen für seinen Bischof mit, und dieser verlohr dann allen Muth, sich seinen Greueln weiter zu widersetzen. Jndeß stieg das Uebel aufis äusserste. Unsere Kirche glich nun einem völlig verstörten Weinberge. Dieß mußte jeden Deutschen rühren, der nur noch das mindeste Gefühl von Vaterlandsliebe hatte. Es waren deutsche Kraftmänner, welche den Kayser Sigmund bewogen, daß er jein ganzes Kayserliches Ansehen dahin verwand, um ein allgemeines Concilium zu Stande zu bringen, damit dadurch dem gänzlichen Verfalle der Kirchenzncht ein Ende gemacht werde. Constanz ward endlich ausersehen, wo es gehalten werden sollte. Dieß geschah. Ohne mich in die Vorwürfe einzulassen, welche man ihm wegen der Verbrennung dcs Jo­hannes Huß und Hieronymus von Prag verschiedentlich macht, kann man ihm doch das Verdienst^ nicht absprechen, daß es den bchten Willen hatte, alles Mögliche zu thun, um die längst gewünschte Reformation an Haupt und Glie- dern zu erzielen. Demohngeachtet gelang es der römischen Parthey, durch ihrej Im Wahlkreis Worms-Heppenheim ergeben sich nach wetteren Nachrichten bekannte seine politische Weege alles unkräftig zu machen: es blieb demnach j der , Wormser Ztg." 3493 Stimmen für. Bael von Koth und Jo8d ©tmunen beym blosen Wollen, das heißt, beym Alten. Die Auisamenta Constantiensia J für C. W. Heyl. Dasselbe Blatt schreibt:

sind ein schwacher Abriß von einer Kirchenfrevheit, die bald wieder verlohren' Diese Majorität zu Gunsten des national - liberalen (innuiciten ip eure gienq. Das Concilium verschlug sich, ohne etwas Reelles für Deutschlands so bedeutende, daß die mit ihren Berichten noch ausstehenden Gemeinden des Kirche gcthan zu haben. Zu Siena wollte man ihr nun volle Hülfe leisten ^Wahlbezirkes das Verhältniß des Resultates der Gesammtab,.lmmung nicht allein auch hier lief alles fruchtlos ab. Das dort gehaltene Concilium ver--mehr wesentlich verrücken können.

diente nicht einmahl diesen Nahmen. Der Deutsche mußte indeß immer noch! Aus dem Wahlbezirk Friedberg-BudmgerEilbel, ^0. Januar meldet die

seufzen, und der Römer achtete dich nicht. Er setzte seine Bedrückungen fort,!W. Z :" In Diedersbach gaben von 135 Wahlberechtigten 1 J J und es sch'en, als wenn er Deutschland gewählt hätte, um sich an selbem zu!men für Dr. Schröder ab, Backe (ultramontan) erhielt keme. jn a

weiden. Lange schmiegt sich der Deutsche unter ein gewöhntes Joch; allein,'.Nauheim fielen 417 Stimmen auf Dr. >Lchröder, 9 auf Backe.

wenn man ihn zu sehr drückt, wirft er dasselbe endlich ganz ab, und setzt sich! Darmstadt, 14. Januar. Der Bürgermeister der Ncsidenz if ) in völlige Freyheit. Scrwas wagte man wirklich auf dem Concilium zu Basel.rdas Kreisamt von der Anerkennung des Bischof Remkens m 9eW

Diese Kirchenversammlung behauptete mit einem bcyspiellosen Mnthe ihre Sou-:worden, wozu die Behörde noch Erläuterungen über ye rea)th 0 veränität über den Papst, setzte ihn ab, wählte statt seiner einen andern.'dieser Anerkennung, als da sind: Begründung neuer katholischer W Noch wollten die Deutschen ihren Versügungen nicht beystimmen. Sie thaten?und Ausübung kirchlicher Functionen durch dre dem neuen kathoUjcyen erst alles, was sie thun konnten, trugen ihre Beschwerden dringend vor, Höften'unterstellten Geistlichen, hinzufügte. r

noch Abhilfe. Allein Eugen war taub gegen Deutschlands Flehen, trotzte viel-s Friedberg, 10. Januar. DemFr. I. wird teleg 1 si^ri(fiten mehr der Langmuth der lieben Deutschen, setzte zween der ersten Kirchenpräla-jRcichstagswahl erhielt Schröder 6c>3, Backe 43 ^^wmen. < ten ab, und that alles, durch was er seine Sache mit den Deutschen vorder-,von auswärts ist Herrn Schröder eine große Mehrheit gelitycrl.

ben konnte. Deutschland nahm nun die Basler Decrete an, durch welche esr Friedberg,14. Januar, soeben wurde da

sich von den römischen Ketten befrcyte. In dem Zwiste zwischen dem Conci-^Reichstagsivahl verkündigt. Dr. Schroder erhielt ' ylbMmmenden lium und dem Pabste erklärte es sich neutral, da indeß seine eigene Bischöfe in*men. Also eine sehr große Bethciligung, wenn ,

dem Besitz der ihnen ursprünglich zukommenden Rechte wieder eingesetzt waren.14,000 von ihrem Recht Gebrauch wachem wurde

Alles th-ttm tiefe nun authoritate propria. Die Schattenbilder der Delegat»-. Offenbach. 14. Januar. 2m W-Hlkrefe Offenbach - Dteburg wurde rum Apostolicorum waren verschwunden, die Nuntien, welche Deutschland svjDernburg mit 11,233 Stimyien gegen Racke Mi ö

oft durch ihre unerhörte Gclrerpressungen verheerten, durften sich nicht mehr Stimmen. 773

sehen lassen, und über Donner, vom Batican gedroht, lachte man, oder nannte! 10. Januar. Von 0 73ß^^timmen aeaen

sie nur, um Kinder damit fürchtend zu machen. Solche Mannheit und Vestig-i Stimmen ab. Glänzende Mazorttat sur Bamberger n > '

keit har^e damahls Deutschsinn, und es schien, wie ein berühmter Gelehrter'34 Stimmen für Allmann, 3 Stimmen gingen verloren. C g