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tige Ausnahmen.) Die Geistlichen waren die einzigen Gelehrten, und derjenige Laye war ein Wundermann, der es so weil gebracht hatte, schreiben und lesen zu können. Selbst viele Geistliche waren Ignoranten. Die Mönche und unter ihnen die Benedictiner zeichneten sich allein in allen Gattungen von Wissen­schaften aus- Der Mangel der noch nicht erfundenen Druckerei, das mühsame Abschreiben waren mitwirkende Ursachen, warum die größten und ersten Denk- mähler der Litteratur, der schönen und wissenschaftlichen Kenntnisse, des edelsten Theils unseres Wissens in den Klostermauern versperrt blieben, und ihre seelige Einflüsse nicht weit genug, zum Wohle dec Kirche und des Staates verbreiten konnten. Dank müssen wir demohngeachtel diesen ehrwürdigen Männern sagen, daß sie dieselben nicht dem Moder Preis gaben, sie vom Untergange retteten, sie für günstigere Zeiten aufbewahrten. vereinigten sich alle Umstände, wo es ein unternehmender Geist mit dem beßten Erfolge wagen konnte, das ganze System nach seinem Gefallen zu formen. Roch war dieser mächtige Mann nicht erschienen. Hildebrand allein war dazu ausersehen. Von Natur aus mit allen jenen Gaben ausgerüstet, welche den grossen Mann auszeichnen, fieng er glücklich an, die Laufbahn zu betreten, auf der er den Eoloß der päpstlichen Größe aufrichten wollte. Sein unbeugsamer Character machte ihn fürchterlich, und mitten in seinem Elende vergaß er nicht, daß er Vaticansblitze schleudern konnte. Jnful und Stab vergab er nach Willkühr, und mit Kronen spielte er, wie mit Ballen. Durch seine Fehde mit dem Kayser Heinrich machte er eine allgemeine Fehde mit Deutschlands Bischöfen. Sie zitterten vor seinem Zorne, wenn sie nicht nach seinem Systeme handeln wollten: schon sahen sie ihre Jnful vom Haupte fallen, wenn sie es zu sagen wagten: Heiligster Vater! dieß geht nicht an! (Waltram sagt in seinem Buche de Vnilate Ecclesiae conse- ruanda, welches zuerst Hutten aus der Fulder Bibliotheck herausgab, Freher aber nachmahls in seine Sammlung der Scriptorum Germanicoruin aufnahm: Sed Hildebrand Papa sic diuisit etiam sacerdotia, quemadmodum Ecclesiam Dei, atque rempublicam Dei: quoniam partes inde congregauit sibL)

(Fortsetzung folgt.)

Deutschland.

Darmstadt, 11. Januar. Wahlkreis Worms-Heppenheim. In Worms stimmten von 3028 Wahlberechtigten 2157 für C. W. Heyl (lib.) und 385 für Dael (ultram.). Nach den der Wormser Z. vorliegenden Berichten erhalten ferner in Hochheim Dael 22, Heyl 143; Pfeddersheim T>. 14, H. 356; Pfiffligheim D. 3, H. 245; Leiselheim D. 3, H. 142; Herrnsheim D. 233, H. 94; Alsheim D. 43, H- 275; Mettenheim H. 169; Bechtheim D. 39, H. 255; Monsheim H. 190; Osthosen D. 70, H- 532; Eppelsheim D. 1, H. 181; Gundersheim D- 48, H. 196; Hangen - Weisheim D. 2, H. 101; Bürstadt D- 375, H. 37; Nieder-Flörsheim D- 15, H. 147; Offstein D. 22, H. 97; Wimpfen D- 17, H. 485; Lorsch D- 599, H- 43; Hofheim D. 34, H. 234; Heppenheim a. W- D- 8, H. 286; Kriegsheim D- 2, H. 100; Rhein-Dürkheim D. 22, H. 139; Lampertheim D- 211, H. 582; Heppenheim a. d. B. D- 369, H. 151. Hierzu obiges Resultat in Worms ergeben sich bis jetzt 2538 Stimmen für Dael v. Köth und 7337 Stlmmen für C- W- Heyl.

Wahlkreis Mainz-Oppenheim. Nach einer Zusammenstellung desNeuen Mainzer Anzeigers," auf die wir im Uebngen noch zurückkommen werden, stimmten in Mainz 2305 für Görz, 1060 für Jacoby, 1862 für Moufang, 1147 für Oechsner. In Oppenhenn 466 für Görz, 96 für Moufang, 3 für Oechsner. DerN. M- A." bringt aus 43 Orten die Ziffern, welche addirt folgendes Resultat ergeben: Görz 6597, Jacoby 1343, Moufang 5103, Oechsner 1197.

Wahlkreis Offenbach-Dieburg. In der Stadt Offenbach erhielt Adv. Dernburg 2036, der Soc.-Demokr. Stürz 1402, der ultramontane Racke 264 Stimmen. DieMain-Z.," welche eine Zusammenstellung der Ergebnisse im Bezirk giebt, kommt zu einer Stimmenzahl von 5334 für Dernburg, 1611 für Stürtz und 1574 für Racke.

Wahlkreis Darmstadt - Groß - Gerau. In der Stadt Darmstadt erhielt nach einer Zusammenstellung der Mainzeitung Geh. Obersteuerrath Weicker 2196, Most (soc.-dem.) 641 und der ultramontane Freiherr von Wambolt 121 Stimmen. Im Bezirk erhielt Welcker in Arheilgell 137 (M. 25), Mörfelden 141 (M. 1), Wolfskehlen 170, Bischofsheim 192 (M. 9) , Büttelborn 142 (M. 12), Gräfenhauscn 89 (M. 34), Erfelden 134 (M- 1), Goddelau mit Hofheim 145 (M- 20), Trebur 346 ^M- 20), Pfungstadt 349 (M.18, W. 1), Ginsheim 189 (M- 14, W. 1), Ebcrstadt 239 (M. 37), Bessungen 239 (M. 123, W. 9), Rüsselsheim 168 (M- 20, W. 1), Königstälten 171, Groß-Gerau 303 (M. 55), Astheim 49 (W. 132), Wixhausen 47 M. 21), Erzhausen 112, Schnevpenhausen 56, Braunshard 23 (M- 12), Weiterstadt 38 (M. 4, W. 3), Griesheim 370 (M- 78).

Wahlkreis Bensheim-Erbach Lindenfels-Neustadt. DieMainz." bringt Notizen, wonach in Beerfelden, Lindenfels, Schlierbach, Zwingenberg, Auerbach und Mümling-Crumbach (in allen drei einstimmig), ferner in Elms- und Wilmshausen, Groß-Nohrheim, Reichelsheim Martin die überwiegende Majo­rität erhalten hat. Der ultramontane Gegner, Graf Otting, siegte in Biblis. In Bensheim erhielt er 624 gegen 205 Stimmen für Martin.

Darmstadt, 13. Januar. Reichstags Wahlen. Gewählt im 6. hessi­schen Wahlbezirk Bensheim - Erbach Rentier Martin (Fortschritt) gegen Graf Otting (ultramontan); im 8. hessischen Wahlbezirk Bingen-Alzey Dr. Bamber­ger (national-liberal) gegen Almann (ultramontan.)

Berlin, 11. Januar. Die Erzählungen derGermania" über den Ursprung der neuen päpstlichen Constitution werden von derSpcn. Ztg." eine Räubergeschichte genannt und finden keinen Glauben.

Stratzburg, 12. Januar. Gustav Bergmann ist von der Reichstags- Candidatur zurückgetreten. In seiner diesbezüglichen Erklärung sagt derselbe: Die Ausnahme der Lauth'schen Candidatur scheint zu beweisen, daß die Zeit zur Geltendmachung der von ihm vertretenen Anschauung noch nicht gekommen sei, sie werde aber kommen müffen, wenn ein Elsaß-Lothringen bestehen solle.

Sonneberg, 13. Januar. Im zweiten Meininger Wahlkreis Sonne­berg-Saalfeld hat Lasker mit großer Stimmen-Mehrheit gegen Most gesiegt.

Schweiz.

Bern, 12. Januar. Da gestern wieder im Jura Unordnungen vorge­

kommen sind, worüber indesien noch Detail-Angaben fehlen, so ist ein Bataillon Scharfschützen dorthin abgezangen.

Frankreich.

Paris, 11. Januar. Der Broglie'sche Francais meldet, daß die Krisis beendet sei. Die Kammer werde morgen Mac Mahon ihren Willen kundgeben und diese Kundgebung so sein, daß der Präsident das Entlaffungsgesuch der Minister nicht endgültig annehmen könne. Von der Dringlichkeit des Bürger­meistergesetzes würde die Regierung nicht abgehen.

Die Sprache des Regierungsblattes ist so bestimmt, weil fast die ganze äußerste Rechte zu Kreuz gekrochen ist. Der M.arquiS v. Franclieu ift darüber so empört, daß er aus derselben getreten ist.

Es ist nicht begründet, daß Mac Mahon morgen eine Botschaft an die Kammer richtet: möglich jedoch, daß ein Schreiben an Broglie mitgetheilt wird, worin der Marschall die Entlaffung des Ministers verweigert und die Gründe angibt. Laut derAffemblöe Nationale" wird der Deputate General Charreton Bericht erstatten über das Armeegesetz, und ist de Castellane, Be­richterstatter über das Kriegsbudget, zum Unter-Staatssecretär im KriegSmini- sterium ernannt.

Das amtliche Blatt enthält ein Decret, welches den Abbe Perraud, Professor an der Pariser theologischen Fakultät, zum Bischof von Autun ernennt.

Paris, 14. Januar. Eine Note desJourn. officiell" sagt: In Folge der gestrigen Sitzung und auf Verlangen Mac Mahon's haben alle Minister ihre Demission zurückgezogen.

Holland.

Haag, 12. Januar. Amtlich wird gemeldet, daß die holländischen Truppen die Moschee von Atschin nach verzweifelter Gegenwehr der feindlichen Truppen mit Sturm genommen haben. Die Verluste betrugen 17 Tobte und 197 Verwundete. Die Belagerungs -Truppen haben die Sappe bis zum Kra­ton fast vollendet und errichten die Breschebatterien. Der Gesundheitszustand der Truppen ist bester.

Spanien

Madrid, 12. Januar, Abends. Cartagena ist genommen. Die Jn- surgenten-FregatteNumancia", auf der sich die Junta befindet, ist mit der Flottille des Admirals Chicarro im Kampf.

Figueras, 12. Januar. In Barbclona dauert der Kampf in den Vorstädten fort

Barcelona. 8. Januar, Abends. Gestern bewirkten die Föderalisten die Einstellung der Arbeit in den Fabriken. Heute Morgen sammelten sich zahlreiche Gruppen von Arbeitern auf dem Platze Cataluna, wurden aber von den Truppen auseinandergejagt. In Hostalfranchs wurde um 11 Uhr ein Jägerhauptmann durch einen Revolverschuß getödtet- Auf dieses Signal der Feindseligkeiten wurden die Föderalisten aus Hostalfranchs vertrieben und flohen in die Vorstadt Sans, aus welcher sie gleichfalls verjagt wurden. Um 3 Uhr wurden die zahlreich entstandenen Barrikaden mit Artillerie genommen. Auf beiden Seiten beträchtliche Verluste. Man bereitet sich auf eine Erneuerung des Kampfes vor. Der Aufruhr soll von Mitgliedern der Internationale ge­leitet sein. Die Stadt bietet einen traurigen Anblick.

England.

London, 10. Januar. Nach dem neuen telegraphischen Berichte des Vicekönigs über die Nothlage in Bengalen ist derErtrag im Allgemeinen bester als erwartet; Frühjahrsaussichten sind ziemlich günstig; Preise steigen." Im Uebrigen bestätigt indesten das Telegramm frühere Befürchtungen. Die günstigere Gestaltung des Ertrages und der Frühjahrsaussichten zeigt sich nur auf einzelne Gegenden beschränkt. In Bahar ist die Noth nicht abzuwehren. Ihre Ausdehnung hängt vom Regenfall der nächsten 14 Tage ab. Bleibt der Regen aus, so wird sie drückend und weit verbreitet." Weiter heißt es: Hülfsvereine sind in der Bildung begriffen. Von überseeischen Plätzen ist Getreide in großen Mengen unterwegs. Eisenbahntransportmittel sind genü­gend. Zu den öffentlichen Arbeiten in Sarun ist großer Andrang.

London, 12. Januar. Eine Depesche derTimes" aus Madrid vom gestrigen Tage meldet: General Dominguez hat telegraphisch hierher berichtet, daß die Garnison des festen Schlosses Atalaya sich ergeben hat und von den Regierungstruppen besetzt ist.

London, 12. Januar. Meldungen aus Rio de Janeiro zufolge er­kannte das Obergericht den Bischof von Pernambuco der Verstoßung gegen gewiffe Artikel der Verfassung schuldig. Der Bischof sollte bei Beendigung des gegen ihn anhängigen Verfahrens in Hast genommen werden.

Lokal-Notiz.

Gießen, 14. Januar. Nach der amtlichen Feststellung wurden tm 1. Wahlbezirk Gießen-Grünberg-9kidda zusammen 7194 gültige Stimmen abgegeben. Davon erhielten Freiherr Adalbert v. Rabenau 6993, Herr Liebknecht 151, Herr Moufang 25, Herr Prof. Onckcn 5 und Herr Graf Laubach 12 Stimmen. Unser seitheriger Abgeordnete wurde demnach mit erdrückender Majorität gewählt.

(E i n g e s a n d t.)

Der Violin-Virtuose Herr Miska Hauser veranstaltet Donnerstag den 15. r. M. Abends 7 Uhr ein zweites Conccrt im Saale des Cafe Leib dahier.

Wenn es auch fast überflüssig erscheint, nach den vor 5 Wochen mit einmüthigcm Bei­falle aufgenommenen Lcistringcn dieses bier so gut accreditirten Künstlers, zu dessen Empfehlung noch etwas zu sagen, erlaubt man sich doch auf ein Referat des Schwäbischen Merkurs über ein jüngst in Tübingen stattgehabtes Auftreten des Concertgebers aufmerksam zu machen.

Herr Miska Hauser, heißt es dort, erfreute uns gestern durch ein Concert, das von Musikfreunden überaus zahlreich besucht war. Wenn irgendwo das Prädicatüber alles Lob erhaben" keine Phrase ist, so ist das der Fall bei Hauser's Geigenspiel. Eine Herrschaft über das Instrument zu einer Stufe entwickelt, wo die Meisterschaft zur andern Natur geworden ist, die spielend AlleS überwindet, eine Gleichheit der Tonbildung, so weit die Natur der Violine