von Edinburgh nebst Gemablin ziehen am Samstag um, letztere auf die Dauer
Paris, 10. November. Die französische Antwort auf die spanische Note soll erst Ende der Woche abgehen.
— Gestern hielt in der Ecole de Mödecine der clerical gesinnte Pro» fessor Chauffard, der kürzlich zum General-Jnspector des öffentlichen Unterrtchts ernannt worden, seine erste Vorlesung deS neuen Semesters. Mehrere tausend Studenten hatten sich im Hörsaale und im Vorhofe eingefunden. Als Chauffard um 5 Uhr erschien, ertönten von allen Setten die Ruse: A bas la Calotte I A la porte le Jesuite, la ddmission, Calottin ! A bas le Minisire Cumont! und dergleichen. Chauffard konnte nicht zu Wort kommen und mußte das Feld räumen. Die Studenten setzten in dem Vorhofe und auf der Straße den Tumult fort, der im Grunde als ein Protest gegen den clertcalen Minister auf- zufasjen war. Jndesien war vor der Schule eine gewaltige Polizeimacht enr wickelt, welche der Scene em Ende machte, ohne daß eß jedoch zu Verhaftungen gekommen wäre.
Paris, 10. November. DaS „Univers" schreibt heute einmal wieder eine bittere Satyre auf das Wiener Cabinet, zumal auf die Herren Stremavr und Glaser. Wenn diese sanften und weisen Minister doch wüßten, wie wenig sie durch ihre Haltung sich und der Regierung nützen! Ihre Nachgiebigkeit wird ihnen und den Jesuitenblattern mit Hohn vergolten.
— „Siöcle" meldet, daß chm wieder die Erlaubniß des Straßenverkaufs zu Theil geworden ist.
Paris, 11. November. Die „Agence Harms" erklärt sich ermächtigt, die von der spanischen Regierung benutzte und zu Reclamationen verbreitete Nach-- richt, daß Don Carlos am 7, November aus französisches Gebiet übergetreten sei und dort sich längere Zeit aufgehalten habe, auf Grund in Hendaye einze- zogener Erkundigungen formell zu dementiren.
— Nach einer carlistischen Meldung ist General Loma gestern im Vormarsche auf Oyarrun durch zwei carlisttsche Bataillone aufgehoben und zur Rückkehr nach Reuteria genöthigt worden.
CefeyuapOifcfjc Depesche».
Hendaye, 11. Nov. Die Regierunqstruppen nahmen gestern bn Berg San Marco. Im Gebirge in der Richtung auf Oyarzun ' winde Id. Haftes Feuer gehört. Man hofft, die Regierungsttuppcn werden heute naj Jrun hineingelangen.
Hendaye, 11. Nov., Abends. Die befestigten Stellungen der 6a: listen bei Jrun sind von den Regierungstruppen unter Laserna besetzt- Ter General wird mit einer Abtheiluug in Jrun einziehen.
Paris, 11. Nov. Von ^run wird gemeldet, daß die Truppen btr
worden. Die Meldung des .Standard", der Herzog von Norfolk wolle i. ein Kroster eintreten, ist unbegründet. Die Nachricht von einem k.ttholiickk- Congreß wird jetzt officiell in Abrede gestellt- Erzbischof Manning beq.bt JJJ Anfang der nächsten Woche nach Rom, um, wie man an sonst unterriditeic Stelle sagt, sich vom Papst zum Cardinal erheben zu lasten.
Spanien»
Barcelona, 7. November. Der General - Capitän sagt in eine „Tas Verfahren des Feindes gegen die Gefangenen wir" auch das unsrige regeln. Jeder, der bei Zerstörung von Straßen, Eiienbahne' ^-legraphen ober Geschützen betroffen wird, wird erjchosten werden." Raj einem Berichte des Brigadiers Cirlot, Commandanteii von Figneras, hab« tie Carlisten in ihrer Niederlage bei Castellon de Ampurias 63 ?Ctu und 103 Verwundete verloren Caballs, der den Seinigen ni Hülse
^mmen wollte, mußte eiligst das Gebirge gewinnen, nachdem er beträchtl.äl Verluste erlitten.
Hendaye, 10. November. Heute Morgen eröffneten die Regierung- Truppen das Feuer gegen die befestigten Positionen der Carlisten auf de. Berge San Marko zwischen Laza und Reuteria. Die ReglerungS«Trupp« nahmen verschiedene Positionen und brachten den Carllsten erhebliche lüfte bei.
Paris, 11. November. Eine officielle carlistische Depesche von gestern Abend meldet: General Loma griff gestern Morgen alle unsere Positionen, . o........., w
die eine Ausdehnung von 3 LieueL hatten, an und durchbrach unsere Linie in Garnison beuie früh aus der Stadt in der"Richtun'g auf FuenterrabVa" ander Richtung von San Marko. Der Angriff unseres rechten Flüg?ls auf den gerückt sind und sich mit den in der Bucht ausgeschifften Truppen vereinig: linken Flügel des Feindes zwang denselben indeffen, wieder zurückzugehen. Auf haben.
beiden Seiten waren die Verluste beträchtlich. Paris, 11. Nov. Die „Ageuce Havas" bestätigt, daß der spanisch«
qfrfjrn gesandte am Montag der französischen Regierung die Anwesenheit Don Carles
UIUUUL ui Hendave anzeigte und das Haus, in welchem Don Carlos sich aufhalte, be
9iom, 10. November. Von 508 Wablcollegien sind die Resultate von ^ichnete. Die von der französischen Regierung sofort angeordneten Rccherckr.
483 bekannt. Don den definitiven Wahlen kommen 144 auf die Rechte und sieben resultatlos und wurde dies unverzüglich dem spanischen Gesandten ein«
110 auf die Linke. Bei den engeren Wahlen kann die Rechte sicher auf 83, C^ll mltgetheill. Eine carlistische Depesche aus Lastaola vom Mittwoch meld t, die Linke auf 40 rechnen. Bei 60 Wahlen erzielten die Candidaten der Rech- Ton Carlos habe ferne Truppen unter Zurufen der Freiwilligen besichtigt und ten, bei 36 die Candidaten der Linken eine nur geringe Majorität. i^ie Nacht Angesichts des Feindes im Lager von Astigarraga zugebracht
fFnnfnnh : Paris, 11. Nov. Der Minister des Auswärtigen, Herzog von Dec»'
VJiyiUHlL !zes, wird demnächst dem türkischen Botschafter eine ausführlich Antwort aus die
London, 9. November Ueber den furchtbaren Orkan, welcher in der Mtttheilungen betreffs der rumänischen Handelsverträge zugehen (affen und Nacht vom 22. zum 23. September Hongkong heimgejucht hat, bringen die eben'gleichzeitig den französischen Geschäftsträger in Konstantinopel anwetsen, dieselbe angelangten chinesischen Posten ausführliche Einzelheiten. Vierzehn Schiffe san^ Erwiderung der türkischen Regierung zuzustellen.
ken im Hafen, vier strandeten, fünfzehn verloren ihre Mastbäume oder erlitten S e r m t f th t c IWF"'
sonst Schaden, sechs werden noch vermißt und eine große Anzahl Schiffe mußte! - Wie Die „Iew.sk, World" berichtet, m een verschiedenen russischen Eisenbahn untersucht werden. Fast alle Molen und Landungsbrücken sind zerstört, jedes schaftcn ein umtlichco Rundschreiben zugegangen, das tie Anstellung von Juten un ihimULr. Haus wurde mehr oder weniger beschädigt, die schönsten Bäume wurden nic-'u,nb ?Elcgravben-Dicnst verbietet. Die Eisenbahn'Äeseüschaften sind KU flku-b.t Zeit tnftnnv, bergtriff en und der Verlust an Menschenleben ist furchtbar^ Man nimmt an,1 t"'"ben “ mna Wcn'*
daß Tausende umgekommen seien. Vorläufig sind erst zweihundert Leichen aus-. - Das Hamburger Postdampfschiff Pommerama, Capttän Schwenken, von dn vtn« gefunden worden, aber täglich werden neue ans Land geworfen und der Lei--der Hamburg-rimrrikantscken Packetfahrt Actien-Sesellschaft, trat am l. November wiederum «re chengeruch fängt an, lästig zu werden. Die Schrecken des Orkans wurden vta
"°* durch dm «u-bruch einer Feuersbrunst vermehrt bie aber glütflt^erweif e; butfl
bald überwältigt wurde. Nock mehr als selbst Hongkong litt Macao, während ^Hävre abging, ist nach einer glücklichen Reise von 12 Tagen 10 Stunden wohlbehalten u Canton ziemlich leicht davongekommen ist. !New°Uork angekommen
Lo«dvtt, W November. Die Kaiserin von Rußland und der Herzog ~ Frisia, Kapitän Mever, von der Linie der Hamdui.-.
- -- - - - - - • - - 0 J Llmerckanpchen Packetfahrt,Actren Ge,ell,chaft, welche« von Rew-Aork am 29. Octobcr abgin:
, rr „ n ,, v, ±LI., ,. - ,. - . ist nach einer schnellen glücklichen Reise von 9 Tagen 6 Stunden wohlbehalten in PlvmouU
nach Eastwell Park; erstere bleibt vermutblich länger bier als vorder gemeldet angelangt.
Allgemeiner Anzeiger.
Von dem Großh. KreiSaml Gießen ist nns folgendes Schreiben zuqekommen:
Gießen, am 18. Oetobcr 1874.
Betreffend: Gesetzentwürfe über die gewerblichen Hülfscaffen und wegen Abänderung des Tit. VIII. der Gewerbe-Ordnung.
An
s Großherjllgllche HanüeiüKllmmer dahier.
Von Groscherzoql. Ministerium deg Innern sind wir aufgefordert, zu berichten über den dermalige» Stand der im Kreise Gießen bestehenden Hülfscassen für qewerbliche Arbeiter, namentlich über die Zabl dieser Caffen, über die Zabl ihrer Mitglieder, über die Höhe der im Iabr 1873 gezahlten Beitrage der Arbeitgeber und der Arbeiter, über die in demselben Iabre qezablten UnterstützunqSqclder und Verwaltun«fS kosten, und über den VcrmöqenSstand am Schluffe deS Jahres 1873.
Wir ersuchen Sic um gefällige Mittheilung dessen, waS Ihnen in fraglicher Beziehung etwa bekannt geworden sein sollte.
v. R öder, und bitten wir diejenigen Firmen, in deren Geschäften derartige HülfScaffen für die Arbeiter eingerichtet sind, sowie die Vorstände der ettva sonst in der Stadt und dem KeeiS Gießen bestehenden llnterstützungscaffen, uns die in dem vorstehenden Schreiben Großherzogl. KreiSamts erwähnten Notizen, soweit tbunlich, baldmöglichst schriftlich mittheilcn zu wollen.
Gießen, den 5. November 1874.
Großherzoglichc Handelskammer.
Varl Gail.
Metz.
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