Einzelbild herunterladen

Wvch

Bi vierteljährig 1 st. 12 kr. «it Bringerlohn. Druch Post bezogen vierteljährig 1 «. 29 kr.

Gießener Anzeiger.

Erscheint teigltch, mit Hui« n°b ÄffvntagS.

Expedition. Tanzlrtber«, *L V Är. 1.

Anzeige- und MmtsKlalt für den Kreis Kressen.

Her.

Freitag neu 13. November

politischer Theil

B1ust- Uhj

'«"derga,.,,, ene- bit Merklichst

ÖL'5 illen Stoti» Ier ^e Unglücklich^ 'b vettrauensvoll r- Oflt (in iintknsicb^«

rdmer,

benftrafee 66.

ang.

ifigcit Platze ein

<** < < I).

M unb wSn X fyttyenb S! füllt

clter, Cowteirik eisten mrv Deckr werden jeder/eü rc icirt durch büß foL"> ,ia" in?resden. lbu irterWl rflMeh) ft K Restamti^ llards A br 34 fr-, 1»*: LktszustdeeTaM

Lxport-Kiel

auf

und

das nur

die Hindernisse der Errichtung von Freimaurerlogen in West-Otsterreich beseiti­gen will, wurde aber von ihrer Partei (linkes Centrum) im Stiche gelassen, deren Mitglieder theils für den Antrag, d. i für die Zuweisung desselben an einen Ausschuß, stimmten, darunter auch der steiermärkische Statthalter Baron Lübeck, theils sich vor der Abstimmung aus dem Sitzungssaale entfernten. So wurde denn der Antrag dem Ausschüsse für Vereinsangelegenheiten zugewiesen, und die gesetzliche Zulassung der Freimaurer hat einen bedeutenden Schritt vor­wärts gemacht."

Regierungsvorlage der früh<?ffe Ministerpräsident von Dalwigk, Domcapttular Moufang, der Fürst von Jsenburg-Birstetn, die Grafen von Solms'Laubach, Erbach-Erbach und Erbach-Für-

angenommen.

Berlin, 11. November. DieProv.-Corresp." erwähnt des befriedi­genden Abschlusses der über die Aenderung der Diöcesan - Grenzen zwischen Deutschland und Frankreich geführten Verhandlungen und hebt hervor, daß die französiscke Negierung im ganzen Laufe der Verhandlungen bemüht gewesen sei, durch loyales Entgegenkommen die großen Schwierigkeiten zu beseitigen. Die­selbe bestätigt, daß die vorläufigen Resultate der Brüsteler Conferenz in der nächsten Zeit die Grundlage für weitere Verhandlungen darbieten werden. Die russische Negierung habe die an der Conferenz betheiligt gewesenen Mächte zur definitiven Aeußerung über ihre Zustimmung zu den aufgestellten Punkten auf­gefordert und wolle auf Grund dieser Erklärung^» weitere Schritte behufs wirklicker vertragsmäßiger Verabredungen thun. Ein bereitwilliges Entgegen­kommen der übrigen Mächte zur Erreichung des hohen Ziels sei zuversichtlich zu erwarten.

Berlin, 11. November. Vom Abg. Schulze und Genossen ist dem Reichstag nunmehr der Antrag wegen Aufhebung des Art. 32 der Verfassungs- Urkuüde des deutschen Reiches, bezüglich der Gewährung von Reisekosten und Diäten an die Mitglieder des Reichstages während der Dauer der Session, vorgelegt worden. Der beantragte Gesetz-Entwurf hat denselben Wortlaut, wie in den früheren Sessionen und bestimmt in seinem § 3, daß bis zum Erlasse eines Gesetzes der Vundesrath die Höhe der Reisekosten und Diäten für die Reichstags-Abgeordneten feflsetzt.

Vom Abg. Herz, unterstützt von den Mitgliedern der Fortschritts-

/rankreich.

Paris, 9. November. Der Wahlkampf hat geendet, tote er sich längst anließ; die Republikaner haben schlecht operirt, und Gambetta's Hand, die sich letzter Zeit wieder mehr und mehr tactlos und unheilvoll erwies, hat auch diesmal wieder Unfrieden gesäet und Mißerfolge bereitet, während die Bona- oartiften in der Dise durch Einmuth, Schlauheit und Rührigkeit alle ihnen zu 'Gebote stehenden Mittel mit einer Frechheit ausnutzten, die ihres Erfolges bei den Franzosen, wie sie nun einmal sind, gewiß war. Die Erfolge der Republi­kaner im Nord und in der Drome sind auch nur halbe Stege. Dort, wo 220,698 Wähler (14,000 mehr als bei der letzten Wahl im Nord) stimmten, erhielt der Republikaner Parsy zwar 16,689 Stimmen mehr als Fiövet, der von sämmtlichen Monarchisten aufgestellt war; in diesem Departement hatten die Republikaner bereits früher Triumphe gefeiert, in der Drome haben sie aber sogar gegen früher an Stimmen verloren. Wie gewöhnlich, bemühen sich die Blätter je nach ihren Partei-Interessen, den Wahlergebnissen eine Nase nach der linken oder rechten Seite hin zu drehen:Die Republik des Herrn Thiers sei keine Mauer, die gegen den Bonapartismus Stand halte", meint dasJournal de Paris";die gemäßigte Republik sei eine zarte Pflanze, die der sorglichen Pflege bedürfe; das Warmhaus des Septenniums wird ihr vielleicht zuträglich sein, die freie Luft der Auflösung ihr aber den Tod brin­gen" Aber das linke Centrum, dem diese Warnung ertheilt wird, ist fester als je für die Auflösung der National-Versammlung eingenommen. Jndeß, wer kann wisien, ob nickt auch in den allgemeinen Wahlen die Gambcttisten das Landvolk wieder einschüchtern und die Wähler in Hellen Haufen in's Garn der Bonapartisten treiben?

lichang b<6 Rechts auf Erden. tiefe zur Erziehung der Menschen für das Jenseits angeordnet, urb keine ist berechtigt, in die Aufgabe der anderen einzugreifen. Die Grenzen können

jiiicrcfie des Redners haben wir zu bedauern, daß er sich mit Bezug auf Die früheren Vaein- banmgen der Regierungen der oberrheinischen Kirchenprovinz mit dem päpstlichen Stuhl, zwei­mal zu dem ausdrücklichen Vorwurf des Vertragsbruchs von Seiten der Regierungen hinreißen ließ. Er wurde dann auch hinsichtlich dieses Vorwurfs von Seiten des Ministerialdiroctors

stmau, sowie Freiherr von Riedesel, und für die Vorlage außer dem Ministerpräsidenten Hofmann und Ministerialdirector v. Starck, die Professoren Wafferschleben (Ausschuß - Referent) und Ltieng von Gießen, sowie Wcrnher von Nierstein. Herr v. Dalwigk vertheidigte das von ihm wir dem Bischof Kettelet abgeschlossene Concordat, das im Wesentlichen nichts NeueS gebracht hake, bedauerte die Einbringung der Gesetze zu einer Zeit, wo man bester erst den Erfolg in t troff en abgewartet hätte, statt den im Lande herrschenden Frieden durch Borlage der Gesetze zu gefährden. Im Laufe der Debatte brachte er einen dahin gehenden Antrag ein:Die vor- üepenben Gesetze mit Rücksicht auf den zur Zeit in Preußen bestehenden Conflict und in der Hoffnung auf eine friedliche Lösung destelden, einstweilen auf sich beruhen zu lasten.

Ministerpräsident Hofmann erklärte, daß die Regierung nicht dagegen sei, wenn dieser Ärtnrag, als einer seiner Natur nach präjudicieller vor dem Eintritt in die Specialdebatte zur Abstimmung gebracht werde.

Domcapitular Moufang erwies sich auch hier als der geschickte und beredte Vertheidiger feiner Sache. Neues sagte er aber eigentlich nicht. Er versuchte darzuthun, wie die Kirchen- akjttze gleichmäßig dem natürlichen, wie dem positiven Recht entgegen seien. Staat und Kirche find von Gott, als nebeneinanderstehende Anstalten, jede für ihren Zweck, jener zur Verwirk-

zweierlei Wegen gezogen werden f einmal durch Vereinbarung zwischen beiden Gewalten unu denn durch den Dtaat allein mittelst seiner Gesetzgebung, letzteres jedoch nur unter der Be- fd.iänfung, daß dabei nicht in die Sphäre der Kirche eingegriffen werde. Redner versuchte positive Recht der Kirche durch die bestehenden EtaatSverträge nachzuweifen. Er will dabei auf den Zustand, wie er sich feit Anfang dieses Jahrhunderts gebildet, zurückgreifen und beruft sich hierbei besonders auf den deßfallsigen Inhalt des Retchsdeputationsabschlusscs vom Jahr 1803, die späteren Concordate, sowie auf die Vcrfastungsurkunde des Großherzogthums. Im

Darmstadt, 11- November. Die erste Kammer der Stände begann in ihrer heutigen (23.) Sitzung die Specialberathung der Kirckengesetze. Der Gesetzes-Entwurf, bctr. die rechtliche Stellung der Kirchen und Religions-Ge- ichenschaften wurde in Uebereinstimmung mit der zweiten Kammer angenommen, mir die Wirksamkeit dieses Gesetzes von dem Jnslebentreten der übrigen Kir- chmgcsetze nicht abhängig gemacht. Sodann werden die ersten 14 Artikel des Gesetzes, Mr. den Amtsmißbrauck der Geistlichen, im Wesentlichen in Ueber­einstimmung mit der zweiten Kammer angenommen, jedoch die von Letzterer ge- sirichenen Demeritenanstalten wieder hergestellt.

Die nächste Sitzung findet morgen Vormittag 9 Uhr statt und wird in ^selben mit der Berathung der Kirchengesetze fortgefahren werden.

Berlin, 9. November. Auf den kleineren Eisenbahn-Stationen werden directe Blllets nur in beschränkterem Umfange verabfolgt; es hat dies für den Eisenden, welcher für die Weiterfahrt unterwegs ein anderweites Billet lösen und sein Gepäck umexpediren lasten muß, bei kurzem Aufenthalte auf der Bahn- Zwischenstation und namentlich bet Zugverspätungen, Läufig erhebliche Unan- nchinlichkeiten. Das Reichs-Eisenbahnamt hat deshalb Veranlaffung genommen, bie Bahnverwaltungen auf die Nothwendigkeit aufmerksam zu machen, daß durch tntsprechenden Anschlag wie durch mündliche Belehrung Seitens deS Billet- ^pedienten den Reisenden bei der Lösung des Billets die zur Umexpedition gkeignetste Station bezeichnet und ihm anheimgegeben wird, bis dahin das Met zu lösen. _

Berlin, 11 November. Der Reichstag nahm einen von Klotz gestell­ten Antrag an, wonach eine Uebersicht der vom Bundesrathe auf die Beschlüsse des Reichstags hin gefaßten Entschließungen innerhalb einer Frist von 14 Ta- gen gedruckt vertheilt werden und etwa dazu vorliegende Bemerkungen von

DßUtfrfifrinh- j Reichstags - Mitgliedern discutirt werden sollen. Der Passus des Antrages,

m ,, , , Ä " j welcher nur solchen Reichstags-Mitgliedern bei der Debatte das Wort verstat-

Darmstadt, 10. Nov. In ihrer heutigen Sitzung trat dir 1. Kammer un erer Land.f^ wollte Welche Bemerkunaen in der Ueberfirht mnrhtpn wurde mit einen starte in die Generaldebatte zu den sogenannten Kirchengesetzen unter dem Präsidium des Grafen' W 8 A\ ' n? auf einen

OLrh zu Schlitz ein. Der Bischof von Mainz war, entgegen dem verbreiteten Gerücht, nicht ^lutrag WlNdthorf! v Mit 136 gegen 4o stimmen gestrichen. Ein von Unruh ftilfl anwesend, dagegen sein Stellvertreter, der Reichstagsabgeordnete, Domcapitular Moufang gestellter Antrag, die Abstimmung durch denHammelsprung" definitiv beizu- vor Mainz. Der würdige Fürst Eolms-Lich hatte seinen Sitz eingenommen. An der sehr in- behalten, wurde angenommen. Das Markenschutz-Gesetz wird nach mehrstündi- ü«nanten, 8um Th-tt kbljaft m.gt.n ®«hatte, b-thMigt-n,sich,m«hr ob« minder g-gea bi- g Debatte meist in der Fassung der Re^iernngs-Vorlage in zweiter Lesung

; S* b1ei-7Qw^« °o7°:tt.n°b-7°.aZ^- »arkt, rst dem Reichstage -we Jnterpellattou zugegangen, in welcher derselbe

vcu Starck aetenmäßig widerlegt. Bezüglich seiner übrigen Ausführungen wurde er nach unfewian uie ^Reichsregierung die Anfrage richtet. Wird dem Reichstage noch in Schaffung von dem Ministerpräsidenten Hofmaun und von Profeffor Wafferschleben vollständig'dieser Session ein Gesetz-Entwurf über bie Beurkundung des Personenstandes g-ichlag-n. Elfterer wibertegte bem B-rth-tbig-> bei cleriealen EtanbyunkteS hanptiächiick auf!nd die Einffchning der obligatorischen Civilehe oorgelegt weiden?

^^^t^?b t , - D-r Fmanzminister bat den Speeialregier.?ngL d.e Ermächtigung er-

schen Staat und Kirche nach in der gewohnten Geistesschärfe und classischen Weise nach Form theilt, die denselben überwiesenen neuen Neichs-Ein unb Zweipsennigstücke schon unb Inhalt, einerseits mit aller Milde und Schonung, andererseits mit einer Entschiedenheit von jetzt ab nach unb nach in ben Verkehr zu bringen.

unb Wärme, bie NtchtS zu wünschen übrig ließ. Profeffor Wafferschleben nahm den Fehde»

sanvschuh auf rtchtshistorischem und rechtSphilosophisckem Boden auf und wieS klar und über- Oesterreich,

utgend oaS Recht deS Staate« ben römischen Anmaßungen gegenüber nach. Seine nach Form T , . , x m r f ,

und Inhalt gleich meisterhafte Rede, bie in bem dicht gefüllten Zuhörerraum ben sichtlichstens , b. JiObember. DasVaterland berichtetBekanntlich hatte

Eindruck machte, verdient in vollem Maße durch den Druck besonders vervielfältigt zu werden.;die Negierung die Statuten zur Errichtung von Freimaurerlogen bisher nicht 1-7 Antrag b-s H«IN> o. Dalwtgk tourte, nachb.m vom Minist-rp-ästb-nt-n H-fmann »uS-g^chmigt. Sie stimmte auch heute gegen den Forregger'schen Antrag, welcher ttücklich erklärt worden war, daß bie Regierung seine Annahme als eine Ablehnung bei Gesetze trr < n- <. ' ' r~u ° . .aD PL , - ; .

unsehen müßte, mit 16 gegen 15 Stimmen abgelehnt.

Hierauf kamen die gelegentlich ihrer Berathung von Setten der zweiten Kammer hin­sichtlich der Einführung der Eivilehe und der Vorlage eines Gesetze- über den Austritt aus bet Kirche gestellten Ersuchen, von denen bas erstere abgelehnt, bas zweite angenommen, und bar PSchluß ber zweiten Kammer, mit bet Beschlußfassung über die Gesetze die eingereichtcn Adressen für erledigt anzusehen, zur Abstimmung, wobei letzterem Beschluß beigetreten wurde.

Morgen beginnt die Specialdebatte. Wie die schließlichen Abstimmungen ausfallen wer» d«n, läßt sich nicht' voraussbgen. Die heutige, scharf auf der Scheide sich bewegende Abstimmung lint feinen Schluß zu. (N. Fr. Pr.)