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Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Hiessen.
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Deutschland.
Darmstadt, 9. October. Die Antwort der Großh. Regierung auf, die Interpellation des Abg. v. Rabenau bezüglich des Projectes einer Eisenbahn von Fulda nach Meiningen besagt, daß die Großh. Regierung eine Mittheilung der Meiningischen Regierung erhalten hat, in welcher angesragt wurde, ob sie geneigt sei, sich an der Erbauung der genannten Bahn durch lieber nähme einer größeren Anzahl von Actien zu betheiligen. Die Großh. Regie- Timg vermochte indessen eine solche Bethciligung vorerst nicht in Aussicht zu stellen, da außer der Kurie Fulda-Meinmgen bekanntlich noch andere Fortsetzungen der oberhessischen Bahnen, insbesondere auf der Linie Alsseld - Hersfeld zum Anschluß an die Bebra-Hanauer und beztv. die Thüringer Bahn und ans der Linie Gelnhausen-Partenstein zum Anschluß an die königl. bayerische Staats bahn projeclirt sind und Vie Großh. Regierung bei der Frage, welchem der genannten Projecte sie innerhalb der ihr zu Gebote stehenden Mittel in erster Linie eine pekuniäre Unterstützung zuzuwenden habe, sich bereits zu Gunsten des Projectes Gelnhausen-Partenstein entschieden hatte, für welches, wie bekannt, nach Ansicht der Großh. Negierung ein Prioritäts-Darlehen von zwei Millionen Thalern zu gewahren sein wird.
Darmstadt, 9. October. Die bisher von den Ultramontanen an die zweite Kammer gegen die Kirchengesetze -eingereichten Proteste waren gedruckte langathmige Expectorationen, denen man es schon beim ersten Blick ansah, daß sie von den meisten Unterzeichnern gar nicht gelesen und bezw. verstanden worden sein konnten. Auch die ganze sonstige äußere Ausstattung wies auf eine fabrikmäßige Herstellung der Proteste durck) die geistlichen Leiter hin. Jetzt scheint man eine neue Art von Protesten wrznziehen, die freilich auch gedruckt, aber viel kürzer gefaßt sind und jedenfalls an Klarheit nichts zu wünschen übrig lassen. So hat heute die Gemeinde Fehlheim einen solchen neuen Protest ein- geschickt, dahin lautend: Rach Chiisti Anordnung haben der Papst und die mit ihm vereinigten Bischöfe allein die Kirche zu regieren. Kirchengesetze können deshalb nur von ihnen oder in Uebereinstimmung mit ihnen erlassen werden. Kein Katholik kann, ohne von seinem Glauben abznfallen, zugeben, daß der Staat allein Kirchengesetze gebe. Daher proiestiren die unterzeichneten Katholiken gegen das neue hessische Kirchengesetz, welches die Stände gegenwärtig be- rathen." Den Leuten soll durch solche colportirte Schriftstücke weiß gemacht werden, daß, wer für die Kirchengesetze sich ausspreche, seinen katholischen Glauben ablege!
Darmstadt, 10. October Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben allergnädigst zu verleihen geruht:
Am 16. September dem Brigadier zll Pferd, Johannes Thomas Felsing, das silberne Kreuz des Philipps-Ordens;
am 4. October dem Director der Feuerwehr in Mainz, Mathias Weiser,
bestreitbar seien und daß eventuell das neu vereinbarte Einkommensteuer-Gesetz die Mittel dazu an die Hand gebe. Sodann wird der in den nächsten Tagen zur Ausführung gelangenden Organisations-Gesetze, der Theilnahme Sachsens an der Reichs-Gesetzgebung und der Verwendung des Restes der französischen Kriegs-Entschädigung erwähnt. Die Thronrede schließt mit dem Ausdruck lebhaften Dankes und einem Zuruf herzlichen Lebewohls.
Eisenach, 10. October. Zu den Verhandlungen der Social-Politiker sind zahlreiche Tbeilnehmer-, eingetroffen, wohinter sich die Professoren Rasse, Held, Sybel (Bonn), Wagner (Berlin) und Freiherr von Roggenbach befinden.
München, 10. October. Die „Neuesten Nachrichten" schreiben: Glaubwürdigen Nachrichten zufolge ist die Mittheilung, daß der Uebertritt der Königin Mutter bereits startgehabt habe, nicht begründet. Auch der früher als Termin dieses Ereignisses angegebene 15. October soll, wie es heißt, nicht eingehalten werden, sondern die Conversion soll erst in der letzten Woche des October stattfinden. Seit vorgestern befindet sich die ältere Schwester der Königin Mutter, die Prinzessin Marie Elisabeth vvn Hessen, eine treue Anhängerin des protestantischen Glaubens, in Hohenschwangau. Briefe des Deutschen Kaisers an den König von Bayern und die Königin-Mutter dürsten Vorstellungen gegen den Coufessionswechsel derselben enthalten.
Defleneid).
Pcstl), 10. October. Die „Pesther Correspondeni" meldet: Im heutigen Ministerrathe wurden alle bisher ausgearbeiteten Gesetz-Entwürfe, darunter auch die Finanz-Vorlagen, gutgeheißen. Alle Meinungs-Differenzen sind vollständig ausgeglichen und die Budget-Entwürfe für das Jahr 1875 endgültig festgestellt.
iuanärcuij.
Paris, 9. October. Der Großfürst Constantin ist plötzlich nach Rußland zurückberusen worden, so daß er dem Diner, das Marschall Mac Mahon nächsten Sonntag zu seinen Ehren geben wollte, nicht anwohnen kann. Er reist morgen früh ab.
— Morgen ist Ministerrath, zu dem alle Minister, auch Chabaud-Latour, erscheinen werden.
— Alle noch nicht vollzogenen Ersatzwahlen für die National-Versammlung sollen am 8. November stattftnden.
— Wie es heißt, soll der Orsnoque morgen Civita-Vecchia verlassen; andererseits versichert man aber, daß der Abgang vertagt sei, weil Italien die Bedingungen Frankreichs nicht annehmen wolle.
— Gambetta ist in die Provinz gereist. Man glaubt, daß er eine Rede halten werde.
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Ottilien.
Ritterkreuz zweiter Clasje des Ludewigs-Ordens;
den Brandmeistern bei der Feuerwehr in Mainz, Heinrich Johannes Reiff,
abgelehnt.
Dresden, 10. October. Der König hat heute Nachmittag 1 Uhr bon; Landtag mit einer Thronrede geschlossen, worin erstem Andenken seines ver-.
— Die Abreise Gontaut-Biron's nach Berlin erfolgt erst in 14 Tagen.
— Die Untersuchung gegen die Mitglieder des bonapartistischeu Comitös ist beendet. Es ist dargethan, daß das Comit6 mit den „Internationalen" in Verbindung stand und daß von bonapartistischen Führern unterzeichnete Sitzungsprotokolle vorhanden siird. Die Minister sind noch unentschlossen, ob sie die Sache vor das Gericht bringen sollen.
— Die Zahl der Einjährig-Freiwilligen, welche dieses Jahr das Examen bestanden haben, ist 11,450 (3000 mehr als im vorigen Jahr); 2178 fielen durch.
Paris, 9. October. Das Gerücht von dem Tode des Don Carlos wird m hiesigen legitimistischen Kreisen bestätigt.
Paris, 10. October. Große Heiterkeit erregt in Paris ein Circular- schreiben des Ministers des öffentlichen Unterrichts, der Culte und der schönen Künste. Derselbe hat ein Gesetz vom 4. September 1821 aufgefrischt, welches den Professoren der Gymnasien, wenn sie ihre Stunden geben, das Tragen von Talaren, ähnlich denen, wie sie die Advocaten tragen, vorschreibt. Dieser Gebrauch war längst aus der Mode gekommen, aber wie der Minister in seinem betr. Circular sagt, „ist der Talar im Interesse der Disciplin und des Ernstes des Unterrichts notwendig." In Folge dieses Befehls erscheinen seit dem 5. October, wo die Ferien zu Ende gingen, die Professoren zum großen Gaudium ihrer Schüler alle in langen schwarzen Talaren mit gelben oder rothen Aufschlägen!
.uuviuu um anu - . Nom, 9. October. Teodoli (der päpstliche Kämmerer) ist von den
Menen Vaters Worte liebevoller und dankbarer Erinnerung weiht und nut Bnganttn gegen Zahlung von 50,000 Frcs. losgelassen worden.
™ 2710in, 9. October. Der Papst soll am 2. October zu Vertretern
„Wenn ich zu der Ueberzeugung gelangen
Philipp Ernst Schmitt, Heinrich Vögler II., Carl Heininger, Joseph v. Za- bern und Johannes Friedrich Hock, das Ritterkreuz zweiter Classe des Philipps-Ordens;
den Spritzenmeistern bei der Feuerwehr in Mainz, Joseph Bambach, Caspar Gruber, Johannes Sautier und Jacob Knoob, dem Sapeur Joseph Porschmitt und dem Schlauchführer Johannes Dinges das allgemeine Ehrenzeichen mit der Inschrift: „Für Verdienste."
Darmstadt, 10. Oclober. Das heute ausgegebene Großherzogliche Negierungsblatt Nr. 47 enthält die Instruction für die Kreis-Schulcommissionen.
Berlin, 9. October. Alle in der letzten Zeit über die Lösung der iiordschleöwig'schen Frage verbreiteten Combinationen, speciell die von einer Neutralisirung Nordschleswigs, Ernennung des Ex-Kronprinzen von Hannover zum Herzog von Jütland-Schleswig, Abtretung Rordschleswigs x. werden in teu hiesigen diplomatischen Kreisen auf das Entschiedenste dementirt.
Berlin, 10. October. Staatssecretär v. Bülow ist gestern hier eingetroffen und hat die Geschäfte des auswärtigen Amtes heute wieder übernommen. Ueber die Rückkehr des Fürsten Bismarck steht zur Zeit noch nichts fest. Die Meldung der Blätter von dem persönlichen Erscheinen des Fürsten in Würzburg bei dem Proceß Kullmann's ist an und für sich nicht unwahrscheinlich, doch ist zur Zeit auch hierüber noch nichts entschieden. Die Meldung eines Berliner Blattes, wonach das Kammergericht bereits vorgestern den Antrag Arnim's auf Haftentlassung abgelehnt hätte, ist verfrüht. Der bett- Beschluß soll erst heute gefaßt werden.
Berlin, 10. October. Das Kammergericht hat heute in zweiter Instanz das Gesuch um vorläufige Freilassung des Grasen Arnim ans der Hast
lwrvenen Vaters iivorre neoevouer uno oaiuoaiti
Dank der von dem Landtage gemachten finanziellen Bewilligungen für die Civu-:
liste, die Erhöbung der Gehälter und Pensionen für Staatsdiener und die katholischer Vereine gesagt haben: „
Verbesserung der Lage der Geistlichen, Lehrer und der Universität gedenkt. 4jie konnte, daß die Lache des Königreichs Italien und die liberale Bewegung in Thronrede hebt hervor, daß alle Mehrausgaben ohne Erhöhung der Steuern ganz Europa von der göttlichen Vorsehung gebilligt würde, so trüge ich keinen
Schweiz.
Bern, 10. October. Ein Schlußprotokoll des Welt-Post-Congresses erklärt den unterzeichneten Unionsvertrag für obligatorisch. Auch für den Fall, ^daß Frankceich nicht beitritt.


