Ausgabe 
11.8.1874
 
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Prei^ vierteljährig 1 fl. 12 fr.

Dringerlohn. Durch die Wo ft bezogen vierteljährig 1 fl. 29 fr.

Oitßtmr Anztiger.

Erscheint täpfirf), mit Aus» nähme Montags.

Expedition: Ean-leiberg, ^t. B. Nr. 1.

Anzeige- und Amisblait für den Areis Liessen.

Hiev. 184.Dienstag den 11. Angnst 18VA.

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B e k a n ii t m a ch u n fl.

Der Unterzeichnete bringt hiermit zur öffentlichen Kenntniß, daß während seines Urlaubs von drei Wochen sein erster Gehülfe A. La über ausGrün- berg ermächtigt ist, für die Rentamtskasse Gelder zu empfangen, Auszahlung zu leisten und für ihn gültig zu quittiren.

Gießen, den 8. August 1874.

L Y n ck e r.

Großherzogl. Rentamtmann.

Politischer Th eil.

Deutschland.

Berlin, 7. August. .Nr. 171 derGermania" enthält folgenden Artikel:

Berlin, 31. Juli. Seit längerer Zeit als einer Woche macht in der katholischen Presse eine interessante Mittheilung die Runde, welche derKöln. Volksztg." aus Wien zugegangen war. Die Officiöjen haben bis jetzt unseres Wissens über dieselbe sich nicht geäußert. Da bei dem Eifer, mit welchem nicht allein dieGermania", sondern auch die katholischen Provinzialblätter von den Bediensteten des Preßfonds studirt werden, diese Notiz schwerlich übersehen sein dürste, so ist es wohl gestattet, das Schweigen als Bestätigung zu deuten. Wir geben deshalb in dem Nachstehenden die gedachte Nachricht wieder:

. Hat doch, was ich verbürgen kann, Kaiser Wilhelm selbst in Ischl geäußert, es scheine ihm, daß das Attentat nicht ernst gemeint gewesen sei, denn man könne aus einer solchen Entfernung mit einer alten Pistole und mit Rehposten nimmer einen Menschen tobten. Es scheine ihm, fügte der Kaiser hinzu, das Attentat eigentlich die That eines krankhaft über- spannten Menschen, der von sich reden machen wollte.""

Es freut uns ungemein, daß Seine Majestät ein so nüchternes und klares Urtheil bewahrt hat, während viele Andere, zu denen leider auch Fürst Bismarck zählt, sich von der Aufregung und Leidenschaftlichkeit hinreißen ließen."

Der Minister des Innern sah sich veranlaßt, diesen Artikel zur Kenntniß Seiner Majestät des Kaisers zu bringen. Allerhöchstdieselben haben ihn dem Minister mit folgender Allerhöchsteigenhändiger Bemerkung zurückgesendct:

Die Anlage ist von A. bin Z. erfunden, und ist eine Dementirung durchaus nöthig.

Gastein, 5. August 1874.

gez. Wilhelm.

Berlin, 8. August. Der Papst hat, wie derFr. Ztg." aus Rom gemeldet wird, an den^Cardinal Gnlbert ein Glückwunsch-Schreiben gerichtet wegen des bekannten Hirtenbriefes an die Diöcesanen von Paris. Pius IX jagt darin: das französische Volk habe niemals seine starke Anhänglichkeit an die Mutter Kirche verleugnet, und werde mit Schmerz den treuen Bericht ver­nommen haben, den der Erzbischof von den Verfolgungen, welchen der Papst ausgesetzt fei, gemacht habe, und inmitten welcher er den einzigen Trost habe, daß die ganze katholische Welt ihre Gebete zur Befreiung der Kirche vereinige.

Berlin, 8. August. Wie dieNordd. Allg. Ztg." meldet, trifft Fürst Bismarck voraussichtlich Mitte der nächsten Woche in Berlin ein, um sich hier kurze Zeit aufzuhalten und den Kaiser zu begrüßen. DiePost schreibt: Zuverlässiger Mittheilung zufolge hat der Kaiser das freisprechende kriegsrecht­liche Erkenntniß gegen den Capitän Werner in der Virginus-Affaire nunmehr bestätigt.

Aus dem anhaltischen Harze, 2. August, wird derMazdeb. Ztg." berichtet: Bisher waren noch immer Zweifel erhoben worden, daß die große Staatsbahn Berlin-Wetzlar den Harz durchschneiden werde, und hatte die Ansicht Geltung bekommen, man werde vielmehr den minder beschwerlichen, aber weiteren Weg um das Gebirge herum auf der Südseite des Harzes wäh­len. Nunmehr steht es aber fest, daß der Schienenweg durch den Harz hin-^ durch geführt werden wird. Von Ermsleben kommend, geht die Bahn bei Meisdoif, der Gräflich von der Asseburg'schen Besitzmig, in das Selkethal uni)' verfolgt dasselbe bis Straßberg, einer Gräflich Stolberg'schen Ortschaft; Alexisbad erhält einen Bahnhof.

Kiel, 8. August. DieKieler Zeitung" meldet: Die Kriegsdampfer Albatroß" undNautilus" haben heute Nachmittag halb 2 Uhr den Hafen verlassen.

Braunschweig, 8. August. Eine heute publicirte Herzogliche Ver­ordnung bestimmt, daß am 2. September, wie im vorigen Jahre, eine kirch­liche Sedanfeier stattfinden soll.

München, 8. August. DasBayerische Vaterland" schreibt über die Expedition deutscher Schiffe an die spanische Küste: Selbst in Spanien erhebt sich gegen die preußischeIntervention" bereits einige Opposition; die officiöse

Madrider Presse" erklärt unumwunden freilich wohl nur in kluger Berück­sichtigung des spanischen Nationalstolzes, daß man in Madrid keineswegs Verlangen nach dieser preußischen Einmischung trage. Die Großmächte wer­den übrigens Sorge tragen, daß sich die paar preußischen Nußschalen in den spanischen Gewässern nicht allzu mausig machen können; England, Rußland und Frankreich schicken ihnen zur Ueberwachnng 'etliche Panzerschiffe nach, und es würde uns nicht wundern, wenn eines Tages in den Zeitungen zu lesen wäre, daß einer oder der andere der preußischen Nachenaus Versehen" in den Grund gefahren worden sei. Was hat auch der Prenß' in Spanien zu suchen?

Regensburg, 8. August. Soeben (4 Uhr Nachmittags) ist der deutsche Kaiser in ersichtlich bestem Wohlsein am hiesigen Bahnhof eingetroffen und hat nach kurzem Aufenthalte die Reise nach Eger fortgesetzt.

Frankreich.

Paris, 8. August. Die französische Negierung hat die Abberufung des Orünoque beschloffen und dem italienischen Gesandten die fcetr. Zusicherung ge­geben ; dies wird auch von den Blättern zugestanden, welche berichtigend gegen die umlaufenden Oronoque-Gerüchte vorgehen. Aber sie hat den Tag sich Vor­behalten ,damit die Würde der französischen Fahne nicht verletzt werde." Bei der jetzigen Empfindlichkeit der Armee ist das ein Grund, der Rücksichten ver­dient, nur dürfen diese nicht zu weit gehen; denn noch ungleich mehr als die französische Fahne ist in der Orünoqne-Frage die Ehre der italienischen Fahne engagirt, und diese hat sich jetzt lange genug die ihr angethane Unbill gefallen lassen; die Ehre eines freien Volkes hat Ansprüche auf Schonung, selbst wenn diese Ansprüche der französischen Ehre empfindlich scheinen. Eben so steht es mit der Frage wegen Reinhaltung der Pyrenäengrenze. Frankreich hat von jeher die größten Rücksichten von Spanien erwartet und verlangt; was würde es sagen, wenn eine Schilderhebung der Legitimisten im Südwesten erfolgte und Heinrich V. von Spanien aus fortwährend mit Officieren, Waffen und Munition unterstützt würde? Der Millionen wollen wir gar nicht gedenken, die vonfrommen" Händen dieffeits der Pyrenäen als heiliges Oel in die Flammen desheiligen" Krieges gegossen werden.

Jlußlanö.

Petersburg, 7. August. DieMosk. Ztg." beschäftigt sich eingehend mit den Feuersbrünsten, die in diesem Jahre einen unglaublichen Umfang an­genommen haben, unb bas ganze Reich in Schrecken versetzen.

Nur ein verschwinbenb kleiner Theil ber enormen Masse von Fenerschä- ben, welche alljährlich bie Stäbte unb Dörfer bes Reiches Heimsuchen, wird durch die Presie bekannt gemacht. Wer würde z. B. auch nach der sorgfältig­sten Durchsicht der Zeitungen aus dem vorigen Jahre glauben, daß in demsel­ben 22,500 Feuerschäden in Rußland vorkamen und fast für 44,500,000 Rubel Schaden anrichteten? Und doch sind diese officiellen Daten noch keineswegs vollständig!

In den letzten Tagen des April brannte die für 380,000 Rubel ver­sicherte Runkelrübenzucker - Fabrik der Trostänez'schen Gesellschaft ab; am 30. April verursachte eine Feuersbrunst in Tschita einen Verlust von 700,000 Rubel; an demselben Tage brannte es in Belanda (300,000 Rubel) unb in Werch- neuralks (230 Häuser.) Vom 29. April ab brannte es drei Tage hintereinan­der in der Stanitze Tscherwlana (Terekgebiet), so daß die Bewohner der noch nicht abgebrannten Häuser schließlich nicht mehr wagten, in denselben zu blei­ben und es vorzogen, im Walde zu campiren. Am 21. Mai brannte es in Torshok (139 Häuser), am 23. in Moskau (800,000 Rubel) vom 26. bis 29. in Berbitschew (an einem Tage 600 Häuser), am 15. Juni in Polozk (49 Häuser), am selben Tage in Witebsk und Staschow (150 bis 200 Häuser, über 300,000 Rubel), am 16. Juni in Pazanow (54 Häuser.) Am 1. Juli finden gewaltige Brände in Warschau und Kjelze statt und an demselben Tage wird Siedlce zu drei Vierteln (763 Häuser) in Asche verwandelt. Gleichzeitig fanden große Brände in Kronstadt, auf dem Sswir (7 versicherte Getreideschiffe) und in . Rybinsk statt.

Die Volksstimme bezeichnet in diesem Sommer besonders die Ueberver- stcherten als die Brandstifter. So theilt eine Korrespondenz aus Mohilew mit,