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Die Pfarrgeschafte für die Wocke vom 12. bis 18. Juli besorgt Pfarrer Landmann.
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(Eingesandt.)
Der hiesige Anzeiger hat stets dem Interesse unserer Stadt bereitwilligst seine Svallen geöffnet, und derselbe wird auch jetzt zur Beseitigung eine« großen Mißstandes, welcher für die Bewohner unserer Stadt höchst gefährlich werden könnte, mit allen Kräften beitragen.
Durch unsere Stadt fließt nämlich ein sogenannter Bach, welcher aus der Lahn geleitet durch den Oswalv'schen Garten in die Stadt fließt, und unweit der Hartmann'schen Sckanze wieder der Lahn zueilt. Und welche Wohlthat dieses Wasser den Bewobnern un'crer Stadt bringt, das leuchtet wohl Jedem von selbst ein, und derjenige, welcher einst diesen Bach durch unsere Stadt leitete, bat sich gewiß große Verdienste um dieselbe erworben.
Einsender dieses wodnt schon viele Jahre in der Nahe erwähnten Baches und kann in Wahrheit bestätigen, daß in früheren Jahren — selbst bei niederem Wasserstande — derselbe immer reichlich floß, allein in den letzten Jahren ist dies zum Nachtbeile vieler hiesigen Bewohner nicht mehr der Fall. Worin nun dieses fatale Ausbleiben des Waners seinen Grund bat, da» wollen wir hier nicht erörtern, sondern denselben aufzusuchen und zu beseitigen dem bochlöblichen Stadtvorstande überlasten. Nun wollen wir aber noch auf die schlimmste Seite dieses Gegen standes aufmersam machen. Das Master fehlt jetzt schon die ganze Woche, und der wasterleert Stadtgraben, welcher mit Schlamm, tobten Thieren und sonstigen unnennbaren Dingen reichlich angefüllt ist, verbreitet einen wabrhaft pestialischen Geruch, und was davon bei unserer jetzigen afrikanischen Hitze die Folge sein kann, das geben wir der Sanitätsbehörde zu bedenken, denn dieie weiß gewiß, bester wie wir, welche schlimme, epidemischen Krankheiten daraus für uniert Stadt entstehen können, und wir möchten daher diese Behörde bitten, mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln auf die schleunigste Beseitigung dieses großen Mißstandes bedacht zu sein.
Mir wollen schließlich nur noch daran erinnern, daß die Cholera, welche im vorigen Jahre in Speier so zahlreiche Opfer forderte, dorten in ganz ähnlichen ungünstigen Waster- verhältnisten ihre EntstehungSgrund hatten.
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Lokal-Notiz.
Gießen, lu. Juli. Die Divisions- und CorpS-Manöver werden in unserer Gegend vom 8. bis 11. September stattfinden Am 7. September rücken die Truppen in Cantonneinents in Wetzlar und Umgegend. Am 8. September wird die Division in der Gegend von Hermann stein nördlich Wetzlar concentrirt und findet bei Wetzlar ein Erereiren der ganzen Division gegen den markirten Feind statt. Nach beendeter Uebung formiren sich die Abheilungen und rücken in Bivouaks Am 9. September früh marschiren die Truppen in die Cantonnements. Am 10. und 11. September finden demnächst die Feldmanöver der Division in zwei Abtheilungen gegen einander oder zwischen Wetzlar und Friedberg statt, mit einem Bivouak sämmtlicher Truppen vom 10. zum 11. September. Am 11. werden Cantonnements bezogen in bem Station zwischen Nauheim und Ober-Erlenbach. Mit dem 12. September beginnen die Corps-Manöver bei Friedberg und zwar: Am 12. September Manöver gegen den markirten Feind bei Friedberg. Am 13. Ruhe. Für den 12. und 13 behalten die Truppen die Cantonnements vom 11. September. Am 14., 15. und 16. September Corps-Manöver in 2 Abtheilungen gegen einander, mit 2 Bivouaks sämmtlicher Truppen. Nach beendetem Manöver rückt bas 2. Bataillon bes Hessischen Füsilier-Regiments Nr. 90 in seine Garnison, die anderen Truppen beziehen Cantonnements. Am 17. und 18. findet der Rückmarsch in die Garnison statt.
Hineiifui.
Washington, 5. Juli. Der heutige Jahrestag der Unabhängigkeits- Erklärung ist im ganzen Lande in üblicher Welse festlich begangen worden. In Philadelphia begann die Feier mit der Grundsteinlegung des großen Weltausstellungs-Gebäudes im Fairmount-Park. In St. Louis fand am gleichen Tage die Eröffnung der großen Brücke über den Mississippi statt, welche über 9,000,000 Dollars gekostet hat. Es ist dies die kostspieligste Brücke, welche die Vereinigten Staaten im Besitze haben; cs wurden fünf Jahre an derselben gearbeitet.
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Sonnlaa den 12 Juli. H. Kuhn am Kreuz, Chr. Faß in der Brandgasse, D- Rühl am Rathhaus.
Kirchliche Anzeige
cuniißclifrticu Gemeinde 311 Gießen.
Gottesdienst.
Sonntag den 12. Juli.
Morgens: Pfarrer Landmann.
(Feier des heiligen Abendmahls ) Nachmittags: Pfarrvikar Schlosser.
Loudon, 8. Juli. Das indische Wochen-Telegramm der Regierung lautet: „Kalkutta, 4. Juli Aussaat für Herbst vollendet; an Aussaat Getraide kein Mangel. Die Zahl der an den Unterstützungsarbeiten Beschäftigten hat bedeutend abgenomincn. Die arbeitsfähigen Männer arbeiten aus dem Lande; nur die Weiber und Kinder sind zurückgeblieben. Weitere Todesfälle sind nicht vorgekommen, mit Ausnahme eines solchen, der aus Chum- parum gemeldet wird."
Vermischtes.
Darmstadt, 8. Juli. (Reu erworbene Berechtigung der polytechnischen Schule zu Darmstadt.) Es bestand bislang im Königreich Preußen die Vorschrift, daß Diejenigen, welche zur preußischen Bauführerprüfung zugelaffen sein wollten, im Ganzen drei Jahre lang studirt haben mußten, wovon mindestens zwei auf einer der drei preußischen Anstalten (Bauakademie zu Berlin, poGtechn. Schule zu Hannover', polytechn. Schule zu Aachen) oder auf dem Polytechnikum zu Carlsruhe. Die Großherzogliche Regierung bat nunmehr erwirkt, daß die hiesige polytechnische Schule in den Kreis der zur Ausbildung preußischer Staatsbaubeamten berechtigten Lehranstalten angereiht und den eben genannten Akademien und polvtecknischen Schulen in jeder Beziehung gleichgestellt ist. 1
Selbstredend haben indeß Aspiranten des preußischen Staatsbaudienstes, welche in Darm stabt studircn wollen, allen sonstigen Vorschriften zu genügen, die im Königreich Preußen über Ausbildung und Prüfung der Bautechniker des Staates erlaffen sind, wozu u. A. auch die tir fte^ung einer einjährigen Lehrzeit bei einem qualificirten preußischen Baumeister, welche vor Beginn des akademischen Studiums absolvirt werden muß, gehört.
Im September des lausenden Jahres werden übrigens die Fragen, welche sich auf die Ausbildung der deutschen Bautechniker beziehen, seitens des Verbandes der deutschen Arckitecten und Ingenieur-Vereine einer sorgfältigen Berathung unterzogen werden. Es ist anzunebmen. daß diese Verhandlungen vielerorts den Anstoß zu einer zeitgemäßen Umgestaltung der betreffenden Einrichtungen geben.
-7 H"r Dr. Garthe schreibt in den „Köln. Nachr." Der neue Komet dieses Jahres ändert seine Stellung am Himmel rasch und eilt in einem meribicnalen, also zum Aeguator senkrecht gerichteten Lauf diesem zu, den er am 23. Juli erreicht. Arn 17. Juni war sein Ort im Sternbild des Karneleopard, fast im nördlichen Polarkreis. Arn 3. Juli ist er dem Aequator 5 Grad näher gerückt, und befindet sich am 11. Juli mitten im Sternbild deS LuckS, von wo er am 15. Juli in das Sternbild der Zwillinge io eintritt, daß er mit den kenntlichen Sternen Kastor und Pollux ein gleichzeitiges Dreieck bildet. Am 19. Juli streift er, in der Nähe der Ekliptik, daS Sternbild deS KrebseS und steht am 22. Juli neben bem Stern erster Größe, bem Procnon im kleinen Hund. Wirb feine Lichtstärke am 17. Juni und durch die Zahl 11 be* zeichnet, so ist dieselbe am 3. Juli — 40, am 11. Juli — 84, am 15. Juli = 128, am 19. Juli — 150 und am 23. Juli = 249.
Darmstadt, 4. Juli. Dieser Tage ereignete sich dahier ein Todesfall, der in seiner Deranlaffung wohl als ein Unicum dastehen dürfte unb den wir zugleich alS Warnung mib tht'lcn. Das sechsjährige Töchterchen eines der hiesigen Garnison angehörigen Haulboisten hatte das Unglück, ein Markstück zu verschlucken, worauf doppelseitige Lungenentzündung eintrat, welche den Tod deS Kindes zur Folge hatte. Gewiß der erste Fall,'in welchem daS Spielen mit neuer Reichsmünze einen so traurigen Ausgang nahm.
— Ein großwardeiner Kaufmann, der vor Kurzem gelegentlich einer Reise in Siebenbürgen den alten gefangenen Roßa Sandor besuchte, erzählt über besten LebenSweiie Folgendes „Der einst gefürchtete Räuberhauptmann bringt den größten Theil deS TageS am stark veralt terten Fenster seines Kerkers zu, durch welches er nur ein klemeS Stück Himmel sieht. Spät in der Nacht wirst er sich aus den Strohsack hin, der ihm als Lager dient, und sehr früh ist er auf. Seine Kleidung besteht in einer kurzen Gatya, einem Hemd mit weiten Aermeln, einem dünnen schwarzen Tuch, das er nachlässig um den Hals geschlungen trägt, und einer abgenutzten Tuchweste, von welcher einige rostige Metallknöpfe herabhangen.' In einer Ecke seines Gefäng. nisseS liegt die schwarze Suda (Pelz), die er einst bei seinen Raubthaten trug und von welcher er sich nicht trennen will. An den Füßen trägt er zerrissene Stiefel unb schwere Eben. Seine Nahrung besteht bloß in Wasser unb Brob, er will nichts Anberes. Seine Gestalt ist gebrochen, das einstige Feuer seiner Augen ist beinahe ganz erloschen. Er ist fortwährend kränklich und dürfte nicht mehr lange leben. Besuchen darf man ibn nur mit Erlaubniß deS Festung« Com> manbanten, aber sprechen barf man mit ihm nicht. Geschenke weist er zurück, nur etwa- Tabak nimmt er gern an."
— Der arme Schulmeister zu Salvagny im Canton Freiburg bat seinem Elend unb feinem Leben mit eigener Hand ein Ende gemacht, was vorsckriftSgemäß dkm cantonalen Chr ziehungS-Departement mitgetheilt wirb. Nach vierwöchentlicher gründlicher Erwägung deS Falles gelangt die Hochweife Behörde zu der Einsicht, daß ein Mann, der den Canton Freiburg nicht als die beste aller Welten betrachtet unb sich durch einen Selbstmord von ihr verabschiedet, unmöglich noch zum Lehrer geeignet fein kann. In Folge besten erscheint da« fola«- ce vom Con. febere publieirte Deeret: „Im Hinblick auf die notorisch schleckte Aufführung o.s Sckullehrers X. — im Hinblick auf seinen tragischen Tod, beschließt das Er-iehungS-Departement des Can- tons Freiburg: Der Schullehrer 3E. wird von seinem Posten abberufen (de.htm ). Das Erziehungs-Departement des CantvnS Freiburg: Henri Schalter, ©taatiratb."
/rankreich.
Paris, 7. Juli Der Deputirte Baron Decazes, ein Bruder des Herzogs Decazes, hat den Marquis de Castellane fordern laffen. Derselbe hatte gestern in der Kammer laut ausgerusen: „Alle Minister sind Schassköpfe !" „Und mein Bruder?" entgegnete Baron Decazes, der sich gerade in der Nähe befand. „Ich nehme keinen aus", war die Antwort des Marquis.
— Das „Univers" kommt nochmals auf die Thatsache zu sprechen, daß der General Ladmirault seine Entlassung als Gouverneur von Paris einreichen wollle, als der Befehl zur Suspension der „Union" kam. „Es ist dies", dem „Univers" zufolge, „um so natürlicher, als der Graf v. Chambord den Ehe- contract der jüngst verhciratheten Tochter des Gouverneurs von Paris mitunterzeichnet hat."
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Telegraphische Depeschen.
Versailles, 9. Juli. In der Nationalversammlung kam eine Botschaft Mac Mvhon's zur Verlesung, worin derselbe darauf hinweist, daß seine Amtsgewalt unwiderruflich sei und deren Dauer nicht verkürzt werden könne, und constatirt, daß es die Nationalversammlung selbst gewesen sei, die in solcher Art ihre Souveränetät habe fesseln wollen; das Gesetz vom 20. November v. I. müsse jedoch vervollständigt werden. Mac Mahon erinnert deshalb die Versammlung dringlich an ihre Verpflichtung, seine Gewalten zu organisiren. Die Minister würden der constitutionellen Commission die Punkte mittheilen, aus welche Mac Mahon bestehen zu müssen glaube. Die Botschaft, welche einen großen Eindruck hervorbrachte, wurde von der Rechten und dem rechten Centrum applaudirt. Raoul Duval verlas einen Antrag, welcher die Auflösung der Nationalversammlung und die Anordnung von Neuwahlen für den October forderte, und verlangte die Dringlichkeit hierfür, die indeß abgelehnt wurde-
Paris, 9. Juli. In der Nationalversammlung stimmten nur die äußerste Linke, die Linke und die Bonapartisten für die Dringlichkeit des Antrages Duval's- Von der Nationalversammlung wurde ein Gesetz-Entwurf betreffs Verbesserung der Lage der Unterofficiere in erster Lesung angenommen. — Am Boulevard Anleihe 96.57.
(Koblenz, 9. Juli. Der Kaiser Wilhelm besuchte gestern in offenem Wagen die Haupttheile der Stadt Coblenz und die im Sicherheitshafen lie gendcn Kanonenboote. Des Nachmittags besuchten beide Majestäten Stolzenfels. Heute früh um 8 Uhr verließ der Kaiser Coblenz. Die Kaiserin gab ihm das Geleit bis zum Bahnhose, wo die Spitzen aller Behörden versammelt waren-
London, 9. Juli. AuS Kalkutta wird berichtet, daß an Stelle des verstorbenen Sultans von Lahedsch sein Neffe Tadhel Ali zum Sultan gewählt wurde.
Paris, 10. Juli. Die Mehrzahl der Tagesblättcr stimmt der gestrigen Botschaft Mac Mahon's zu. Die republikanischen Organe kommen zu dem' Schluß, die verlangte Organisirung der Gewalten des Präsidenten könne nur in der Errichtung der Republik bestehen, da die Monarchie jetzt völlig beseitigt sei. Die Legitimisten allein zeigen Gereiztheit. — „Soleis" vermuthet, der Antrag Pötter werde angenommen werden. f
Madrid, 9. Juli. Ein Manifest des Cbarlistenchefs Dorregaray „an, die civilisirten Nationen" sagt, daß Dorregaray sich durch die Aufführung der Regierungs-Armee gezwungen gesehen babe, die Art der Kriegssührnng zu än-! dern; die Erschießung von 15 Gefangenen wird zugestanden. Der Erklärung Dorregaray's widerspricht der letzte Tagesbefehl des Generals Concha, worin| dieser sagt, daß er den Feind besiegen, nicht ermorden wolle.
Stuttgart, 10. Juli. Der „Schwäbische Merkur" erfährt aus Baden, das daselbst die Einführung der Reichs Währung zu Neujahr bestimmt in Aussicht genommen sei.
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