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Gießener Anzeiger

Anzeige- und Amtsblatt für den Kreis Kiessen

Sonntag den S. November

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Der Finanzausschuß erklärt nach gepflogener Berathung durch seinen Lor»

Ning oder der zweiten Kammer Vorwürfe zu machen oder einen nach ganz an

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sitzenden, daß er bezüglich des Gießener GyrnrasialbaucS auf seinem Antrag, 150,000 fi. zu be­willigen, beharre, jedoch unter der Bedingung, daß die Baupläne und Voranschläge vorher vor-

sprechen für ihren Antrag, und wird nach einigen Bemerkungen Büchners und KönigerS der Antrag von Weber und Edinger auf Verwilligung von 115,000 fl. mit 28 gegen angenommen, die Regierungsvorlage und der AuSschußanrrag dagegen abgelebnt. Der Gesetzes-

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merkt Schaum gegenüber, daß das Gymnasialgebäude in Büdingen keineswegs genüge, wogegen Schaum bemerkt, er habe dieses nicht behauptlt, sondern gesagt, es werde dott eine Vergrößerung genügen. Er wendet sich gegen die Aeußerungen Oncken's und des Regieningscommissärs. Der Zweck der Ausgabe komme nicht dem ganzen Lande, sondern nur einzelnen Klassen zu gute. Ministerialdircctor v. Starck wünscht vollständige Verwilligung, mindestens aber sofortige Ver­willigung der vom Finanzausschuß beantragten 150,000 fl. Heinzerling erklärt, die Räume im Gießener Gymnasium seien zu seiner Gymnasialzeit schon ungenügend gewesen. Er empsiehlt den Antrag Buff's Wclz macht auf die ungenügenden Räumlichkeiten im Bensheimer Gvm- nasium aufmerksam. Man solle in Aussicht auf 'wettere Anforderungen diesesmal möglichste Ersparungen eintreten lasten. Küchler ist für die größere Verwilligung, da man auf lange Jahre baue und nicht wissen könne, wie sich die Schülerzahl gestalten werde. Rach einigen Bemer­kungen der Abgg. Oncken, Schaum, Goldmann, Wolz und der Ministertalrathe Knorr und Hallwachs wird beschlosten, die Abstimmung bis zum Schluß der Sitzung auSzusetzen. Eine Vorlage der Negierung auf einen Zuschuß von 2500 Gulden zur Restaurirung der Wandgemälde in der Kirche zu Partenheim wird angenommen, ebenso ein Gesetz über die Aufhebung der bei Schuldübcrnahme der stauen in den Provinzen Starkenburg und Oberhesten geltenden beson«

Zn Frankreich freilich herrscht bte Anschauung vor, daß em solcher Versuch der i vollendeten Lbat gleich zu strafen sei und daher wunderte man sich dort über

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zu können zufällig im Stande sind in unserer Absicht, noch liegt es in den Worten oder im Sinn und Zusammenhang jenes unseres Artikels, der Regie-?

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entwurs über Errichtung eines obersten Derwaltungsgerichtshofes wird nach den Anträgen des Ausschusses, mit denen die Regierung einverstanden ist, ohne Debatte genehmigt, ebenso eine Proposition über Verwilligung eines Ered'ts für die Bcdürfniste des Verwaltungsgerichtshofes. Der Präsident schließt darauf die Sitzung und werden die Verhandlungen voraussichtlich erst nach Schluß deS Reichstages wieder ausgenommen werden. (3L Fr. Pr.)

Darmstadt, 5. Nommber. Des GroßberzogS Königl. Hoheit haben am 3. l. Mts. Allergnädigst geruht: dem Stadtgerichts-Assessor bei dem Stadt­gericht Darmstadt, Carl Vogel, den Cbarakter alsIustizrath" zu verleihen mib uenfelfceii, behufs Eintritts in die Commission zur Bearbeitung eines bür­gerlichen Gesetzbuchs für das deutsche Reich als Hülfsarbeiter des mit der Rcdaction des Dbligationenrechts beauftragten Königlich Württembergiscken Dbertribunal-Directors Dr. v. Kübel, seiner seitherigen Functionen auf die Dauer deö Commisioriums zu entheben.

Sodann wurden durch Allerhöchste Decrete von demselben Tage die Land- gerichts-Asiesioren Friedrich Hirsch in Langen und Eduard Bogen in Vilbel zu Stadtgerichts-Assessoren bei dem Stadtgericht Darmstadt ernannt.

Berlin, 4. November. Das Reichskanzler-Amt hat behufs der Herbei­führung etneS einheitlichen Verfahrens bezüglich der Verpackung der Reichsmün- zen Anleitungen ertheilt, damit diese den Reichsbehörden zur Nachahmung die­nen- Danach soll bei sämmtlichen öffentlichen Kaffen im Reichsgebiete die For- mining der neuen Reichsmünzen zu Beuteln und Rollen (Düten) in überein­stimmender Weise erfolgen, und es sind für die Verpackung der Reichsmünzen in Beutel folgende Werthbeträge für die einzelnen Beutel festzuhalten: Zwan­zig-Markstücke zu 10,000 Mark, ebenso Zebu-Markstücke, Ein-Markstücke zu 1000 Mark, Zwanzig Pfennigstücke zu 500 Mark, Zehn-Pfennigstücke zu 100 Mark, Fünf-Pfennigstücke, desgl. Zwei-Pfennigstücke zu 50 und 20 Mark, Eln-Pfennigstücke zu 20 Mark. Auch für die künftig nlszuprägenden Fünf- Markstücke (in Gold und Silber), Zweimark- und Fünfzig-Pfennigstücke sind Anordnimgen getroffen. Bei der Eintheilung in Rollen sollen u. A. die Zwan­zig-Markstücke in solche von 2000, die Zehn-Markstücke in solche von 1000 Mark, die Ein-Pfeunigstücke in solche von 2 Mark gethan werden. Eben­mäßig soll das Verpackungspapicr für alle Rollen ein gleichmäßiges sein, und zwar ein besonderes für die Gold-, Silber-, Nickel- und Kupfermünzen.

Berlin, 4. November. Wenn die Verurtheilung des Kullmann gegen­über der zähen Verfolgung seines Mordentschlusses und seines zugleich politi­schen Zweckes als eine verhältnißmäßig niedrige erscheint so darf dabei nicht übersehen werden, daß die Staatsanwaltschaft ihrerseits die höchste gesetzlich zulässige Strafe beantragt hat ; das Strafgesetz ist es, welches die lebensläng­liche Zuchthausstrafe beim Versuch nicht zuläßt, sondern nur eine zeitige Zucht­hausstrafe , deren Höchstbetrag 15 Jahre ist. D'.e vom Gerichtshöfe in Anbe­tracht der Jugend des Verbrechers und seiner mangelhaften Erziehung erkannte Milderung beträat demnach eben nur ein Jahr von der zulässig höchsten Strafe.

Deutsch fand.

f Aus Oberhessen, 6. November. X. Ein sehr ruhig und unpar- tleiisch gehaltener Artikel derFranks. Ztg." aus Darmstadt, welcher das ssiechtsverhältniß der Garantie für die Oberhessischen Eisenbahnen bespricht, be- richrt am Schluffe die unlängst in diesen Blättern abgedruckte Reihe von Arti- Mii und sagt:ohne Zweifel wird unsere Regierung und die zweite Kammer bi< Vorwürfe, welche denselben besonders im letzten Artikel gemacht werden, nicht ruhig hinuehmen und dürfen wir Kundgebungen von diesen Seiten wohl tu der Kürze entgegensehen." Mit Befremden entnehmen wir hieraus, daß in unserem fraglichen Artikel Anderes gefunden worden ist, als wir haben sagen wollen und gesagt zu haben glauben. Es lag weder wie wir beweisen

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derer Seite gerichteten Vorwurs auf dieselben mitzubeziehen. Wir hätten nicht gelegt werde«, die Summe für Bauplatz und Planirunq aber sollen jetzt schon definitiv bewilligt gedacht, daß es einem Mißverständlich unterliegen könne, wie der erhobene werden. Schaum hält auch den Ankauf des Platzes für nicht so eilig. Er glaubt, man könne Rnrwi.rs mum iinb allein nn bieicniae Adresse aehe von welcker in nickt Ul tcm Militär einen anderen Exercierplatz einräumen. Was solle mit dem seitherigen Gvmnasium Vorwurs nnzig uno üUCtll an Diejenige acrenc geqe von rneicpcr in nia^t zu geschehen? Er habe gehört, es solle ein Officiereafino daraus gemacht werden, oder die Stadt leugnendem Zusammenhang die von uns berichtete Tendenz-Aeußerung, die ^oßc cg kaufen, darüber wünsche er auch nähere Mittheilung zu haben. Oncken und Buff Provocatiou einer dieser Tendenz förderlichen Kammerdebatte und demnächst die ' ' " ' ~ '

in ganz unqualificirbarer Weise geschehene Ausnutzung des Ergebniffes der Te- bitte zum schweren Schaden der Gesellschaft und, fügen wir hinzu, der Lan- deSintereffen herrührt. Diese Tendenz und ihre Verfolgungsart zu enthüllen,

war unser von vorn herein ausgesprochener Zweck, und wir können nickt wün­schen, daß die Getroffenen in den Himergrund geschoben werden, indem irr>- gcrweise Andere als mitgetroffen angesehen werden und vielleicht selbst fick a sehen. Für uns hat es sich in den fraglichen Artikeln lediglich um die Dar- lkgung der Sinnesart und Handlungsweise von Persönlichkeiten gehandelt, die ibrerseitS keine Scheu tragen, ungerechte und schmähliche Verdächtigungen vor ber weitesten Oeffemltchkett auszusprechen. Im Uebrigen sind wir weit ent feint, in materiellen Zweckmäßigkeits- und Rechtsfragen aus Ansichten, die wir nicht für die richtigen halten, bei benen wir aber auch das, was für sie spricht, nicht übersehen, Vorwürfe herleiten zu wollen.

Darmstadt, 6. Nov. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer wurden zuerst mehrere neue Eingaben und Anträge angezeigt. Matty theilt als Beitrag zur Beschaffenheit den Avrcffen gegen die Kirchengesetze mit, daß eine aus Alzey eingelaufene Adresse nur 37 Unter« ich Men habe, während die dortige katholisch« Gemeinde 300 Mitglieder zähle. Landmann fragt, 8 warum Die Dcsoldungszuschüffe an die Geistlichen noch nicht auSbezahlt seien, worauf Mini ftr.iafratb Knorr entgegnet, es werde in der Kürze geschehen. Erster Gegenstand der Tages­ordnung ist der Antrag von Schröder und Matty auf Pensionserhöhung für die Wittwen und - Lüsen der Dolksschullehrcr. Matty begründet den Antrag, Schaub macht auf die Lage der

I mtct in den an Preußen gefallenen früheren hessischen Landcsthcilen aufmerksam und glaubt,

' < diese aud) auf eine Erhöhung Anspruch hätten. Der Antrag des Ausschusses, wonach die Pensionen der Lchrerwittwen um * 4 erhöht werden sollen, wird darauf einstimmig angenommen.

I I Sme Anforderung von 175,000 fl. für die Erbauung eines neuen Gymnasiums in Gießen wird ven Ministerialrat!) Knorr befürwortet, der Bau sei dringlich, der Kostenvoran,chlag mcht zu $ bock gegriffen. Weber und Edinger beantragen, nur 115,000 fl. zu bewilligen. Goldmann lorickt fi" die ganze Forderung der Regierung, Die er aus eigener Kenntlich Der V^rhaltniffc kon,7sweas für zu hoch hält. Weber (D.) führt auS. daß mit tiner geringeren Summe autf« nitommen sei; die neue Reallschule in Offenbach sei für 4500 Schüler eingerichtet, koste noch nickt 100 000 Gulden und fei allen Anforderungen entsprechend. Öm« Direetorwohnung im Schulgebäude fei in Offenbach nicht eingerichtet, und halte er eine solche aud) au inoeren Orten nicht für nöthig. Ministcrialrath Knorr widerspricht dem und wümckl nünDcftenS Bewilligung der vom Ausschuß beantragten 150,000 Gulden. Sckaum

friat ob die militärischen Exereierübungen, die vor dem Gymnasium (lattfanDen, nicht Lf andere Plätze verlegt werden könnten. In letzterem Falle genüge eine Vergrößerung des f icjiqcn Gebäudes, zumal eine große Vermehrung der Schüler in Gießen nicht wahrscheinlich \t\. iiad) Dem vorliegenden Plane könnten 780 Schüler in dem projeetirten Öebauce Platz nehmen wozu es doch nie kommen werde. Es fehle ein detaillirter Voranschlag; jedoch -cheine em ' Lberflü'siger Luyus entwickelt werden zu sollen, wogegen schon sittliche Grunde sprachen. Unsere alten Gvmnasien seien in unscheinbaren Gebäuden und in kleinen Orien gewesen und hätten dock tüchtige Männer gebildet. Er sei nicht für die Verlegung solcher An,talien m grotzere Städte; ein einfaches Gebäude entspreche den Bedürfnissen und Verhältnissen Dieato aemeinDc Gießen müsse ebenfalls einen entsprechanden Zuschuß leisten, denn sie habe große Vor^ chsile von dem Gymnasium. Ministerialrath Knorr führt au5, daß die militärischen Uebungen nicht von dem Platz vor dem Gymnasium entfernt werden konnten- Es entspreche der ^vurd. de ^Landes, anständige Schulgebäude zu erbauen. Buff setzt die Nothwendigkett ves Baues auseinander und beantragt mit Oncken und Goldmann, der Regierung "neu Ered t bis z s 150 000 fl. zu verwilligen unter der Bedingung, daß die Rcginung bei fcer 9icd)nung£abl g V die detailUrten Nachweise liefere. Er beantragt, die Sache nochmals im «usschu prüfen zu I laffen und Die Abstimmung bis dabin auszufetzen. Oncken (vom Reichstag beurlaub^^"n^ehtt dringend Den Antrag, Den er mit Buff unD Goldmann gestellt hat Jever Monat

\ ^8USaue« V«becermcintli^i Milde des Uriheilsspruchks, ans welcher dann allerlei halrlose

Sauten mehr alS Überboten teerten. Wenn eine Neatschule in Gießen nicht unter ^0.000 ß-i Folgern uzen politischer Namr gezogen wurden.

tu haben fei, so beweise das eben, daß ein Gymnasium Dort mindestens Viesen Raum er, kj Berlin , 6. November. Die elsässischen Abgeordneten Schanenbura, - ^ach der Ansicht des Abg. Schaum müsse d,e ®9mnafialbilbung ""!,.^^a^q^enw'ärtlge em! Winterer und Guerber sind heute in den Reichstag eingetreten.

2rÄ mmumXkrgusuS^ni'Äconfequmtateeiie bic ganze «nflatt ttu«: Stuttgart, 6. November. TerSchwab. Merkur" erfährt aus Hei-

de?Weltstadt Gießen hinwe/in daß idyllische Wieseck oder Heuchelheim verlegt werden, damit, ^^berg. Profcffor Kirchhof habe einen Ruf an die Berliner Akademie ange- unierc Jugend ans dem Strudel des großstädtischen Leben« und seiner Gefahren befreit ' ^nommen und werde Heidelberg im Frühjahre verlaffen.

öw solchen Absonderlichkeiten gelange man, wenn man von den hier entschiedenden »nschauungrn

weit abirre Edinger erklärt sich für Den Antrag Webers, auf ©runD tn ^cJm 8 ffi

isnfabrungtn teo ml® einer Summ! non 150,00t? fl. ein niet gröberes 4CnH!KPlCQ.

lichtet werde Ministerialrath Knorr halt den Vergleich eines ^lksschulg bauD s it . Paris, 4. November. Der ehemalige König von Hannover ist heute

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